{"id":52217,"date":"2026-03-03T10:46:15","date_gmt":"2026-03-03T09:46:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20021-700\/"},"modified":"2026-03-03T10:46:16","modified_gmt":"2026-03-03T09:46:16","slug":"20021-700","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20021-700\/","title":{"rendered":"Pionierartenschutz in der Bergbaufolgelandschaft: Eine Analyse limitierender Habitat- und Umweltfaktoren der Kreuzkr\u00f6te (Epidalea calamita) im Mitteldeutschen Braunkohlerevier"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Die Folgelandschaften des Braunkohletagebaus bieten einer Vielzahl von Pionierarten, welche sich auf eine hohe Dynamik in ihrer Umwelt spezialisiert haben, wichtige Sekund\u00e4rlebensr\u00e4ume. Diese Lebensr\u00e4ume gehen mit dem Kohleausstieg und fortschreitender Sukzession verloren. In Mitteldeutschland geh\u00f6rt die Kreuzkr\u00f6te zu jenen Arten, die besonders stark vom Tagebau abh\u00e4ngt. Ihre Best\u00e4nde sind deutschlandweit stark r\u00fcckl\u00e4ufig und Prim\u00e4rlebensr\u00e4ume fehlen weitgehend. Um den Fortbestand der Kreuzkr\u00f6te und anderer Pionierarten in der Bergbaufolgelandschaft (BFL) zu sichern, m\u00fcssen Managementpl\u00e4ne f\u00fcr den Erhalt der Pionierlebensr\u00e4ume entwickelt und optimiert werden. Im vorliegenden Promotionsvorhaben sollen erstmalig umfassend die Habitatanspr\u00fcche der Kreuzkr\u00f6te in der BFL des Braunkohletagebaus untersucht werden. Dabei liegt der Fokus auf dem erfolgreichen Abschluss der Metamorphose und auf den Anspr\u00fcchen der Jungkr\u00f6ten, da beide Faktoren wiederholt als Schl\u00fcsselparameter f\u00fcr die Persistenz von Kreuzkr\u00f6tenpopulationen identifiziert wurden. Ziel ist es, limitierende Umwelt- und Habitatparameter der Laichgew\u00e4sser f\u00fcr den Erfolg der Metamorphose zu bestimmen sowie die Raumnutzung juveniler und subadulter Kreuzkr\u00f6ten in Abh\u00e4ngigkeit von Habitatstruktur, Management und Mikroklima zu modellieren. Basierend hierauf werden Managementma\u00dfnahmen f\u00fcr die terrestrischen und aquatischen Habitate evaluiert und weiterentwickelt. Als Modellregion wird der S\u00fcdraum von Leipzig ausgew\u00e4hlt, wo zwei gro\u00dfe noch verbliebene F\u00f6rderst\u00e4tten f\u00fcr Braunkohle in Mitteldeutschland mit einigen Kreuzkr\u00f6tenpopulationen liegen. Hier k\u00f6nnen Randbereiche vom aktiven Abbau in unterschiedlichen Sukzessionsstadien genauso wie Folgefl\u00e4chen mit naturschutzfachlichem Management und Beweidung untersucht werden. Bisherige Studien zeigen, dass Kreuzkr\u00f6ten zwar bevorzugt in kleinen und kargen Tempor\u00e4rgew\u00e4ssern ablaichen, wobei eine ausreichende Wasserf\u00fchrung jedoch entscheidend f\u00fcr den Abschluss der Metamorphose ist. Kleingew\u00e4sser in Abgrabungen, welche h\u00e4ufig von Grundwasseranschnitten gespeist werden, gehen zuk\u00fcnftig verloren und die Pr\u00e4ferenz der Kreuzkr\u00f6te f\u00fcr Laichgew\u00e4sser unterschiedlicher Auspr\u00e4gung unterscheidet sich je nach Region oder Habitattyp. Daher wird die Pr\u00e4ferenz f\u00fcr Laichgew\u00e4sser in der BFL des Braunkohletagebaus zusammen mit Faktoren untersucht, welche \u00fcber eine erfolgreiche Beendigung der Metamorphose entscheiden. Daf\u00fcr werden wiederholte Kartierungen ausgew\u00e4hlter Laichgew\u00e4sser durchgef\u00fchrt, um unter Ber\u00fccksichtigung einer heterogenen Erfassungswahrscheinlichkeit je nach Habitatauspr\u00e4gung die (i) Besiedlung und den (ii) erfolgreichen Abschluss der Metamorphose mit \u201eMulti-State-Occupancy\u201c-Modellen zu bestimmen. Das \u00dcberleben von Jungtieren ist zentral f\u00fcr die Stabilit\u00e4t lokaler Kreuzkr\u00f6tenpopulationen und abwandernde Jungtiere sorgen f\u00fcr genetischen Austausch und die St\u00fctzung benachbarter Populationen (funktionelle Konnektivit\u00e4t). Unterschiede der limitierenden Habitat- und Umweltfaktoren zu adulten Tieren sind naheliegend, etwa eine verminderte Widerstandsf\u00e4higkeit gegen klimatischen Stress. Da kaum Feldstudien vorliegen, welche den Zusammenhang diese Faktoren mit der Habitat- und Raumnutzung juveniler und subadulter Kreuzkr\u00f6ten zeigen, soll dies hier untersucht werden. Dazu werden zun\u00e4chst wiederholte und standardisierte Aufnahmen der Metamorphlinge und der Habitatstruktur auf Probefl\u00e4chen, auf welchen das Mikroklima fein skaliert modelliert wird, im Umfeld der Laichgew\u00e4sser durchgef\u00fchrt. Die Auswertung erfolgt mit \u201eOccupancy\u201c Modellen, da die Habitatstruktur die Detektionswahrscheinlichkeit beeinflussen k\u00f6nnte. Zus\u00e4tzlich wird die habitatspezifische Dichte im Landlebensraum abseits der Gew\u00e4sser mit Hilfe von r\u00e4umlich-expliziten Fang-Wiederfang Methoden ermittelt (\u201eSpatial-Capture-Recapture\u201c). So kann ergr\u00fcndet werden, welche Habitattypen die Mobilit\u00e4t der Jungtiere beg\u00fcnstigen und damit die funktionelle Konnektivit\u00e4t zwischen den Vorkommen erh\u00f6hen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Folgelandschaften des Braunkohletagebaus bieten einer Vielzahl von Pionierarten, welche sich auf eine hohe Dynamik in ihrer Umwelt spezialisiert haben, wichtige Sekund\u00e4rlebensr\u00e4ume. Diese Lebensr\u00e4ume gehen mit dem Kohleausstieg und fortschreitender Sukzession verloren. In Mitteldeutschland geh\u00f6rt die Kreuzkr\u00f6te zu jenen Arten, die besonders stark vom Tagebau abh\u00e4ngt. 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