{"id":52217,"date":"2026-10-23T12:46:58","date_gmt":"2026-10-23T10:46:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20021-700\/"},"modified":"2026-10-23T12:47:01","modified_gmt":"2026-10-23T10:47:01","slug":"20021-700","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20021-700\/","title":{"rendered":"Pionierartenschutz in der Bergbaufolgelandschaft: Eine Analyse limitierender Habitat- und Umweltfaktoren der Kreuzkr\u00c3\u00b6te (Epidalea calamita) im Mitteldeutschen Braunkohlerevier"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Die Folgelandschaften des Braunkohletagebaus bieten einer Vielzahl von Pionierarten, welche sich auf eine hohe Dynamik in ihrer Umwelt spezialisiert haben, wichtige Sekund\u00c3\u00a4rlebensr\u00c3\u00a4ume. Diese Lebensr\u00c3\u00a4ume gehen mit dem Kohleausstieg und fortschreitender Sukzession verloren. In Mitteldeutschland geh\u00c3\u00b6rt die Kreuzkr\u00c3\u00b6te zu jenen Arten, die besonders stark vom Tagebau abh\u00c3\u00a4ngt. Ihre Best\u00c3\u00a4nde sind deutschlandweit stark r\u00c3\u00bcckl\u00c3\u00a4ufig und Prim\u00c3\u00a4rlebensr\u00c3\u00a4ume fehlen weitgehend. Um den Fortbestand der Kreuzkr\u00c3\u00b6te und anderer Pionierarten in der Bergbaufolgelandschaft (BFL) zu sichern, m\u00c3\u00bcssen Managementpl\u00c3\u00a4ne f\u00c3\u00bcr den Erhalt der Pionierlebensr\u00c3\u00a4ume entwickelt und optimiert werden. Im vorliegenden Promotionsvorhaben sollen erstmalig umfassend die Habitatanspr\u00c3\u00bcche der Kreuzkr\u00c3\u00b6te in der BFL des Braunkohletagebaus untersucht werden. Dabei liegt der Fokus auf dem erfolgreichen Abschluss der Metamorphose und auf den Anspr\u00c3\u00bcchen der Jungkr\u00c3\u00b6ten, da beide Faktoren wiederholt als Schl\u00c3\u00bcsselparameter f\u00c3\u00bcr die Persistenz von Kreuzkr\u00c3\u00b6tenpopulationen identifiziert wurden. Ziel ist es, limitierende Umwelt- und Habitatparameter der Laichgew\u00c3\u00a4sser f\u00c3\u00bcr den Erfolg der Metamorphose zu bestimmen sowie die Raumnutzung juveniler und subadulter Kreuzkr\u00c3\u00b6ten in Abh\u00c3\u00a4ngigkeit von Habitatstruktur, Management und Mikroklima zu modellieren. Basierend hierauf werden Managementma\u00c3\u0178nahmen f\u00c3\u00bcr die terrestrischen und aquatischen Habitate evaluiert und weiterentwickelt. Als Modellregion wird der S\u00c3\u00bcdraum von Leipzig ausgew\u00c3\u00a4hlt, wo zwei gro\u00c3\u0178e noch verbliebene F\u00c3\u00b6rderst\u00c3\u00a4tten f\u00c3\u00bcr Braunkohle in Mitteldeutschland mit einigen Kreuzkr\u00c3\u00b6tenpopulationen liegen. Hier k\u00c3\u00b6nnen Randbereiche vom aktiven Abbau in unterschiedlichen Sukzessionsstadien genauso wie Folgefl\u00c3\u00a4chen mit naturschutzfachlichem Management und Beweidung untersucht werden. Bisherige Studien zeigen, dass Kreuzkr\u00c3\u00b6ten zwar bevorzugt in kleinen und kargen Tempor\u00c3\u00a4rgew\u00c3\u00a4ssern ablaichen, wobei eine ausreichende Wasserf\u00c3\u00bchrung jedoch entscheidend f\u00c3\u00bcr den Abschluss der Metamorphose ist. Kleingew\u00c3\u00a4sser in Abgrabungen, welche h\u00c3\u00a4ufig von Grundwasseranschnitten gespeist werden, gehen zuk\u00c3\u00bcnftig verloren und die Pr\u00c3\u00a4ferenz der Kreuzkr\u00c3\u00b6te f\u00c3\u00bcr Laichgew\u00c3\u00a4sser unterschiedlicher Auspr\u00c3\u00a4gung unterscheidet sich je nach Region oder Habitattyp. Daher wird die Pr\u00c3\u00a4ferenz f\u00c3\u00bcr Laichgew\u00c3\u00a4sser in der BFL des Braunkohletagebaus zusammen mit Faktoren untersucht, welche \u00c3\u00bcber eine erfolgreiche Beendigung der Metamorphose entscheiden. Daf\u00c3\u00bcr werden wiederholte Kartierungen ausgew\u00c3\u00a4hlter Laichgew\u00c3\u00a4sser durchgef\u00c3\u00bchrt, um unter Ber\u00c3\u00bccksichtigung einer heterogenen Erfassungswahrscheinlichkeit je nach Habitatauspr\u00c3\u00a4gung die (i) Besiedlung und den (ii) erfolgreichen Abschluss der Metamorphose mit \u00e2\u20ac\u017eMulti-State-Occupancy\u00e2\u20ac\u0153-Modellen zu bestimmen. Das \u00c3\u0153berleben von Jungtieren ist zentral f\u00c3\u00bcr die Stabilit\u00c3\u00a4t lokaler Kreuzkr\u00c3\u00b6tenpopulationen und abwandernde Jungtiere sorgen f\u00c3\u00bcr genetischen Austausch und die St\u00c3\u00bctzung benachbarter Populationen (funktionelle Konnektivit\u00c3\u00a4t). Unterschiede der limitierenden Habitat- und Umweltfaktoren zu adulten Tieren sind naheliegend, etwa eine verminderte Widerstandsf\u00c3\u00a4higkeit gegen klimatischen Stress. Da kaum Feldstudien vorliegen, welche den Zusammenhang diese Faktoren mit der Habitat- und Raumnutzung juveniler und subadulter Kreuzkr\u00c3\u00b6ten zeigen, soll dies hier untersucht werden. Dazu werden zun\u00c3\u00a4chst wiederholte und standardisierte Aufnahmen der Metamorphlinge und der Habitatstruktur auf Probefl\u00c3\u00a4chen, auf welchen das Mikroklima fein skaliert modelliert wird, im Umfeld der Laichgew\u00c3\u00a4sser durchgef\u00c3\u00bchrt. Die Auswertung erfolgt mit \u00e2\u20ac\u017eOccupancy\u00e2\u20ac\u0153 Modellen, da die Habitatstruktur die Detektionswahrscheinlichkeit beeinflussen k\u00c3\u00b6nnte. Zus\u00c3\u00a4tzlich wird die habitatspezifische Dichte im Landlebensraum abseits der Gew\u00c3\u00a4sser mit Hilfe von r\u00c3\u00a4umlich-expliziten Fang-Wiederfang Methoden ermittelt (\u00e2\u20ac\u017eSpatial-Capture-Recapture\u00e2\u20ac\u0153). So kann ergr\u00c3\u00bcndet werden, welche Habitattypen die Mobilit\u00c3\u00a4t der Jungtiere beg\u00c3\u00bcnstigen und damit die funktionelle Konnektivit\u00c3\u00a4t zwischen den Vorkommen erh\u00c3\u00b6hen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Folgelandschaften des Braunkohletagebaus bieten einer Vielzahl von Pionierarten, welche sich auf eine hohe Dynamik in ihrer Umwelt spezialisiert haben, wichtige Sekund\u00c3\u00a4rlebensr\u00c3\u00a4ume. Diese Lebensr\u00c3\u00a4ume gehen mit dem Kohleausstieg und fortschreitender Sukzession verloren. In Mitteldeutschland geh\u00c3\u00b6rt die Kreuzkr\u00c3\u00b6te zu jenen Arten, die besonders stark vom Tagebau abh\u00c3\u00a4ngt. 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