{"id":52211,"date":"2026-03-03T10:46:15","date_gmt":"2026-03-03T09:46:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20021-706\/"},"modified":"2026-03-03T10:46:15","modified_gmt":"2026-03-03T09:46:15","slug":"20021-706","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20021-706\/","title":{"rendered":"Integration des Schutzes waldestypischer Kryptogamen (Flechten, Moose) in die Forstwirtschaft im mitteleurop\u00e4ischen Binnentiefland"},"content":{"rendered":"<p>Ziel und Ansatz<\/p>\n<p>Ziel des Projektes ist die Erarbeitung von Managementempfehlungen f\u00fcr die Bewirtschaftung von W\u00e4ldern des mitteleurop\u00e4ischen Binnentieflandes mit Blick auf den Schutz rindenbewohnender (epiphytischer) Kryptogamen (Flechten, Moose). Da der Gro\u00dfteil der deutschen und polnischen Waldfl\u00e4chen einer Bewirtschaftung unterliegt und auch weiterhin unterliegen wird, ist die Integration von Artenschutzma\u00dfnahmen von besonderer Bedeutung f\u00fcr den Erhalt der Biodiversit\u00e4t im Waldbereich. Flechten und Moose sind dabei zwei der vielf\u00e4ltigsten Artengruppen. Die Datenerhebung erfolgte auf einem 100 km breiten Gel\u00e4ndestreifen entlang der deutsch-polnischen Grenze (Nord-S\u00fcd: Berlin bis Zittau). In diesem Gebiet wurde \u00fcber einen teilrandomisierten Ansatz per GIS und Gel\u00e4ndebegehungen explizit nach Waldstrukturen gesucht, die f\u00fcr das Vorkommen rindenbewohnender Flechten und Moose interessant waren. Beprobt wurden 1 ha gro\u00dfe Fl\u00e4chen \u00fcber die intensive Begehung der gesamten Fl\u00e4che und Erfassung aller auftretenden Epiphyten.<\/p>\n<p>Ergebnisse (Stand: 22.11.2024)<\/p>\n<p>Insgesamt konnte mit einer Gesamtartenzahl von 187 rindenbewohnenden Flechten- und Moostaxa eine beeindruckende Vielfalt im Untersuchungsgebiet nachgewiesen werden. Reinbest\u00e4nde aus Kiefer und Fichte bilden mit durchschnittlich zehn Arten pro Untersuchungsfl\u00e4che die mit Abstand arten\u00e4rmsten Waldtypen. Bereits das Vorhandensein eines oder weniger B\u00e4ume einer anderen Baumart kann jedoch zur deutlichen Steigerung der Artenvielfalt auf der Fl\u00e4che f\u00fchren. F\u00fcr die Region sind dabei besonders L\u00e4rche, Birke, Stiel- und Traubeneiche sowie Weichlaubh\u00f6lzer wie Pappel und Weide relevant. Aber auch die nicht-heimische Roteiche leistet einen wichtigen Beitrag f\u00fcr den Schutz rindenbewohnender Flechten und Moose in den Wirtschaftsw\u00e4ldern des Untersuchungsgebietes. 68,4 % der Flechten- und 62,3 % der Moosarten, die an Eichen gefunden wurden, konnten sowohl an den heimischen Arten Stiel- und Traubeneiche als auch an der Roteiche festgestellt werden. \u00c4hnliche Artenspektren sind vor allem in jungen Eichenbest\u00e4nden zu finden. Dennoch bildet die Roteiche keinen Ersatz f\u00fcr die heimischen Eichenarten und wenn m\u00f6glich, sollten letztere bei der Baumartenwahl den Vorrang genie\u00dfen. In Waldbrand-gef\u00e4hrdeten Regionen bietet sich allerdings \u00fcber die Roteiche die M\u00f6glichkeit, Synergieeffekte zwischen Waldbrandpr\u00e4vention und Artenschutz zu erzeugen. Sogenannte Waldbrandriegel aus Roteiche k\u00f6nnen hier eine vielversprechende L\u00f6sung darstellen. Generell sind die M\u00f6glichkeiten kleinfl\u00e4chiger Ma\u00dfnahmen zu betonen, die ein gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr den Artenschutz und ein geringes Konfliktpotenzial im Kontext einer wirtschaftlichen Nutzung umfassen. Das Belassen von Einzelb\u00e4umen kann dabei nicht nur f\u00fcr die Artenvielfalt an sich, sondern auch f\u00fcr das konkrete Vorkommen gef\u00e4hrdeter Arten relevant sein. Besonders eindrucksvoll l\u00e4sst sich dies am Beispiel des Wei\u00dfhaubigen Goldhaarmooses (Orthotrichum scanicum Gr\u00f6nvall) darstellen. Das Vorkommen dieser deutschlandweit gef\u00e4hrdeten (Rote Liste: 3) Art konnte \u00fcber alle Untersuchungsfl\u00e4chen nur an einer einzigen Weide inmitten eines ansonsten reinen Kiefernbestandes entdeckt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ziel und Ansatz Ziel des Projektes ist die Erarbeitung von Managementempfehlungen f\u00fcr die Bewirtschaftung von W\u00e4ldern des mitteleurop\u00e4ischen Binnentieflandes mit Blick auf den Schutz rindenbewohnender (epiphytischer) Kryptogamen (Flechten, Moose). 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