{"id":52208,"date":"2026-10-23T12:46:58","date_gmt":"2026-10-23T10:46:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20021-709\/"},"modified":"2026-10-23T12:46:59","modified_gmt":"2026-10-23T10:46:59","slug":"20021-709","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20021-709\/","title":{"rendered":"Einfluss der Umweltgesundheit auf die Dynamik des n\u00c3\u00bctzlichen und potentiell pathogenen Mikrobioms in Nagetierpopulationen entlang eines Landnutzungsgradienten"},"content":{"rendered":"<p>Durch anthropogene Ver\u00c3\u00a4nderungen der Kulturlandschaft hat sich in Deutschland eine moderne Agrarlandschaft mit einem Mosaik aus verschiedenen Landnutzungsformen unterschiedlicher Intensit\u00c3\u00a4ten entwickelt. Die Umweltgesundheit, die durch Landnutzung beeinflusst wird, hat Einfluss auf die Diversit\u00c3\u00a4t und Gesundheit der in ihr lebenden Organismen. In Bezug auf die Gesundheit h\u00c3\u00b6herer Organismen besteht dabei ein fein abgestimmtes Gleichgewicht zwischen n\u00c3\u00bctzlichen und gesundheitsst\u00c3\u00b6renden Mikroben. Ver\u00c3\u00a4nderte Umweltbedingungen, wie die \u00c3\u201enderung der Intensit\u00c3\u00a4t der Landnutzung k\u00c3\u00b6nnen dieses Gleichgewicht verschieben.<\/p>\n<p>Nagetiere, besonders generalistische Arten wie die R\u00c3\u00b6telmaus und die Feldmaus treten in unserer anthropogenen Kulturlandschaft nicht nur h\u00c3\u00a4ufig auf, da sie eine hohe St\u00c3\u00b6rungstoleranz aufweisen, sondern stellen gleichzeitig ein Reservoir f\u00c3\u00bcr viele human- und veterin\u00c3\u00a4rmedizinisch relevante Mikroben dar.\u00c2\u00a0Die Verbindung von Landnutzungsdaten, \u00c3\u2013kologie, Populationsgenetik und -dynamik und der Mikrobiomkomposition der Nagetierpopulationen ist grundlegend f\u00c3\u00bcr die holistische Bewertung verschiedener Landnutzungsformen auf ihr Potenzial zur Verschiebung des mikrobiellen Gleichgewichts, um daraus Handlungsempfehlungen zur Stabilisierung der Umweltgesundheit in unserer Agrarlandschaft ableiten zu k\u00c3\u00b6nnen.<\/p>\n<p>Deshalb soll in diesem Projekt der Einfluss der Umweltgesundheit auf die Zusammensetzung des nat\u00c3\u00bcrlichen und potentiell pathogenen Mikrobioms von Nagetierpopulationen (R\u00c3\u00b6telmaus, <em>Clethrionomys glareolus <\/em>(Wald) und Feldmaus, <em>Microtus arvalis<\/em> (Gr\u00c3\u00bcnland)) entlang eines Landnutzungsgradienten (von intensiv bis extensiv) untersucht werden.<\/p>\n<p>Daf\u00c3\u00bcr werden mittels 16S rRNA bzw. ITS Amplikon NGS die gesamte bakterielle und pilzliche mikrobielle Community des Darm-Mikrobioms (n\u00c3\u00bctzliches Mikrobiom), sowie des Milz-Mikrobioms (potentiell pathogenes Mikrobiom) von R\u00c3\u00b6telm\u00c3\u00a4usen und Feldm\u00c3\u00a4usen erfasst. Von besonderem Interesse sind hier R\u00c3\u00bcckkopplungseffekte zwischen der Komposition des Darm-Mikrobioms bzw. des Milz-Mikrobioms in Relation zur Landnutzung. Eine zus\u00c3\u00a4tzliche Bestimmung der Verwandtschaftsverh\u00c3\u00a4ltnisse zwischen den Populationen (Metapopulationsstruktur) der beiden Nagetierarten mittels Genotypisierung der Individuen anhand von Mikrosatelliten (STR) erlaubt es die Effektgr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e von Wirtsgenetik und Umwelteinfl\u00c3\u00bcssen auf die r\u00c3\u00a4umlichen Muster des jeweiligen Mikrobioms zu bestimmen.<\/p>\n<p>Ein weiterer zu untersuchender Faktor ist das Vorhandensein und ggf. die Anreicherung antimikrobiell resistenzvermittelnder Gene (AMR) in der Umwelt, speziell durch die Ausbringung von Nutztierkot und intensiver Beweidung. Hierf\u00c3\u00bcr werden weitere circa 100 Proben unterteilt in Nutztierkot, Wildtierkot (aus pr\u00c3\u00a4pariertem Feldmausdarm) und G\u00c3\u00bclle untersucht. Dadurch werden nicht nur die\u00c2\u00a0\u00c3\u0153berg\u00c3\u00a4nge von AMRs zwischen Nutz- und Wildtieren charakterisiert, sondern auch Schlussfolgerungen zum Einfluss von AMRs auf die Diversit\u00c3\u00a4t und Komposition des nat\u00c3\u00bcrlichen bzw. potentiell pathogenen Mikrobioms m\u00c3\u00b6glich sein.\u00c2\u00a0 Mit Hilfe von Metagenom NGS wird das Gesamt- und das Coliforme-Resistom erfasst und einzelne Isolate durch Resistenztestung auf Selektivplatten untersucht.<\/p>\n<p>Langfristig erhobene, fl\u00c3\u00a4chenspezifische Kovariaten zur Umweltgesundheit werden neben den generierten Daten zur Mikrobiom Komposition, der Genetik und der Zirkulation von AMR Genen in den finalen Modellierungsansatz einflie\u00c3\u0178en. Diese Synopsis dient der Beantwortung der Frage, ob der Faktor Landnutzungsintensit\u00c3\u00a4t das Potential zur Verschiebung des nat\u00c3\u00bcrlichen Mikrobioms der Nagetierpopulationen hin zu einem potentiell pathogenen Mikrobioms hat.\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch anthropogene Ver\u00c3\u00a4nderungen der Kulturlandschaft hat sich in Deutschland eine moderne Agrarlandschaft mit einem Mosaik aus verschiedenen Landnutzungsformen unterschiedlicher Intensit\u00c3\u00a4ten entwickelt. Die Umweltgesundheit, die durch Landnutzung beeinflusst wird, hat Einfluss auf die Diversit\u00c3\u00a4t und Gesundheit der in ihr lebenden Organismen. In Bezug auf die Gesundheit h\u00c3\u00b6herer Organismen besteht dabei ein fein abgestimmtes Gleichgewicht zwischen n\u00c3\u00bctzlichen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-52208","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20021\/709","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"Kauer","dbu_stipendiaten_vorname":"Lea","dbu_stipendiaten_titel":"","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2021-07-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2024-06-30 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Technische Universit\u00c3\u00a4t M\u00c3\u00bcnchen (TUM) Institut f\u00c3\u00bcr Zoologie AG Molekulare Zoologie","dbu_stipendiaten_betreuer":"Prof. Dr. Ralph K\u00c3\u00bchn","dbu_stipendiaten_email_dienst":"lea_kauer@gmx.de"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52208","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52208\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58220,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52208\/revisions\/58220"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52208"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52208"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52208"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}