{"id":52207,"date":"2026-02-17T10:46:13","date_gmt":"2026-02-17T09:46:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20021-710\/"},"modified":"2026-02-17T10:46:14","modified_gmt":"2026-02-17T09:46:14","slug":"20021-710","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20021-710\/","title":{"rendered":"Quantifizieren menschlichen Handelns als Treiber des Artensterbens \u2013 Entwicklung eines globalen Human Pressure Index um das Risiko des Artensterbens zu beurteilen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Idee\/wesentliche Ziele:<\/strong><\/p>\n<p>Das Forschungsvorhaben \u201eQuantifizieren menschlichen Handelns als Treiber des Artensterbens\u201c strebt an, menschengemachte Stressoren, die sich negativ auf die Biodiversit\u00e4t auswirken, zu quantifizieren. Hauptziel ist es, anhand eines neu-entwickelten, globalen \u201eHuman Pressure Index (HPI)\u201c das Risiko verschiedener Arten auszusterben erstmals so zu berechnen, dass r\u00e4umlich und zeitlich explizite Unterschiede des Aussterberisikos ersichtlich werden. Die IPBES (Weltbiodiversit\u00e4tsrat) hat f\u00fcnf direkte anthropogene Stressoren identifiziert, die hauptverantwortlich f\u00fcr den R\u00fcckgang der Artenvielfalt sind: Landnutzungs- und Landoberfl\u00e4chenwandel, Ressourcennutzung, Umweltverschmutzung, invasive Arten und Klimawandel. F\u00fcr diese Stressoren werden diverse Zeigervariablen ermittelt und zu dem HPI kombiniert. Mit fortgeschrittenen statistischen Methoden werden anschlie\u00dfend die Beziehung zwischen dem HPI und Daten zum Aussterberisiko von Wirbeltieren herausgearbeitet. Das Forschungsprojekt wird berechnen, wie sich eine Verst\u00e4rkung oder Abschw\u00e4chung unterschiedlicher Stressoren \u2013 und ihre Kombination &#8211; auf Biodiversit\u00e4t auswirkt. Zuletzt sollen durch Ver\u00e4nderung der Werte verschiedener Stressoren, Zukunftsszenarien berechnet werden, die Prognosen zur Wirksamkeit der Reduktion der jeweiligen Stressoren auf Artenverlust erlauben.<\/p>\n<p><strong>Umweltrelevanz\/praktische Bedeutung:<\/strong><\/p>\n<p>Trotz bestehender Artenschutzziele f\u00fchrt die immer st\u00e4rkere Nutzung von \u00d6kosystemen zu teils irreversiblen Verlusten von Arten. Biodiversit\u00e4t und funktionierende \u00d6kosysteme sind ma\u00dfgeblich f\u00fcr das Fortbestehen menschlicher Lebensgrundlagen. Mit der Unterzeichnung der UN Konvention zum Schutz der Biodiversit\u00e4t hat sich Deutschland mit der \u201eNationalen Strategie zur biologischen Vielfalt\u201c (NBS) verpflichtet, ein Artenschutzkonzept zu etablieren. Die Verfolgung dieser Ziele hat dazu beigetragen, den Biodiversit\u00e4tsverlust und das Artensterben zu bremsen, aber eine Erreichung der Ziele in 2020 war nicht gegeben. Die NBS ist derzeit in \u00dcberarbeitung, auch im Hinblick auf die neue EU Biodiversit\u00e4tsstrategie bis 2030. \u00a0In Deutschland, wie auch anderswo, h\u00e4ngt der Erfolg der Biodiversit\u00e4tsstrategien ma\u00dfgeblich von der Reduktion der von der IPBES genannten Stressoren ab.<\/p>\n<p>Essentiell f\u00fcr die Entwicklung und Umsetzung erfolgreicher Naturschutzma\u00dfnahmen ist das robuste Verst\u00e4ndnis des Einflusses menschlicher Aktivit\u00e4ten auf Artenvielfalt. Quantitative Berechnungen sind insbesondere im Zusammenhang mit Schutzma\u00dfnahmen wichtig, um zu ermessen, ob und wo diese wirksam sind &#8211; nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch extrapoliert in die Zukunft. Wie sich auch in der Debatte um die Erderw\u00e4rmung zeigt, sind quantitative Zielvorgaben (z.B. < 2oC) grundlegend f\u00fcr politische und gesellschaftliche Entscheidungen, der Entwicklung entsprechender Ma\u00dfnahmen und auch deren Kommunikation. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich auch mit der Biodiversit\u00e4t. Um diese nachhaltig zu sch\u00fctzen, sind quantitative Methoden zur Vorhersage n\u00f6tig - allerdings fehlen daf\u00fcr noch zum Teil die wissenschaftlichen Grundlagen. Dieses Forschungsvorhaben soll dazu beitragen, diese Wissensl\u00fccken zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Grundz\u00fcge des Vorgehens\/Methoden:<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wird ein HPI auf globaler Ebene f\u00fcr den Zeitraum 1990-2015\/20 entwickelt und anschlie\u00dfend verwendet, um den Einfluss menschlicher Stressoren auf das Aussterberisiko von Wirbeltieren zu ermitteln. Die Methodik basiert zum einen auf Kartenalgebra zur Erstellung des HPI. D.h. die Rasterdaten der Stressoren werden addiert, standardisiert und gewichtet. Die Daten sind eine Kombination aus \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Satelliten-, Mess- und Beobachtungsdaten z.B. der FAO, der IUCN, des ECMWF. Um den HPI auf Daten zum Aussterberisiko anzuwenden, werden zum anderen Random Forests und General Linear (mixed) Models genutzt. Da die Daten r\u00e4umlich und zeitlich hochaufgel\u00f6st (ca. 10km, j\u00e4hrlich) sein werden, sind explizite Aussagen zur Verteilung und Ver\u00e4nderung von Artenverlusten m\u00f6glich. Ein Vergleich der Fehlerterme und Unsicherheiten soll zeigen, welches statistische Verfahren besser geeignet ist und wo die Hauptunsicherheiten liegen. Im letzten Schritt sollen Zukunftsszenarien berechnet werden. Dabei werden einzelne Stressoren, basierend auf vorhandenen Studien, in ihrer Wertigkeit ver\u00e4ndert, um zu testen, welche Reduktion welches\/r Stressors\/en die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Schutzwirkung hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Idee\/wesentliche Ziele: Das Forschungsvorhaben \u201eQuantifizieren menschlichen Handelns als Treiber des Artensterbens\u201c strebt an, menschengemachte Stressoren, die sich negativ auf die Biodiversit\u00e4t auswirken, zu quantifizieren. Hauptziel ist es, anhand eines neu-entwickelten, globalen \u201eHuman Pressure Index (HPI)\u201c das Risiko verschiedener Arten auszusterben erstmals so zu berechnen, dass r\u00e4umlich und zeitlich explizite Unterschiede des Aussterberisikos ersichtlich werden. 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