{"id":52207,"date":"2026-10-23T12:46:58","date_gmt":"2026-10-23T10:46:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20021-710\/"},"modified":"2026-10-23T12:46:59","modified_gmt":"2026-10-23T10:46:59","slug":"20021-710","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20021-710\/","title":{"rendered":"Quantifizieren menschlichen Handelns als Treiber des Artensterbens \u00e2\u20ac\u201c Entwicklung eines globalen Human Pressure Index um das Risiko des Artensterbens zu beurteilen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Idee\/wesentliche Ziele:<\/strong><\/p>\n<p>Das Forschungsvorhaben \u00e2\u20ac\u017eQuantifizieren menschlichen Handelns als Treiber des Artensterbens\u00e2\u20ac\u0153 strebt an, menschengemachte Stressoren, die sich negativ auf die Biodiversit\u00c3\u00a4t auswirken, zu quantifizieren. Hauptziel ist es, anhand eines neu-entwickelten, globalen \u00e2\u20ac\u017eHuman Pressure Index (HPI)\u00e2\u20ac\u0153 das Risiko verschiedener Arten auszusterben erstmals so zu berechnen, dass r\u00c3\u00a4umlich und zeitlich explizite Unterschiede des Aussterberisikos ersichtlich werden. Die IPBES (Weltbiodiversit\u00c3\u00a4tsrat) hat f\u00c3\u00bcnf direkte anthropogene Stressoren identifiziert, die hauptverantwortlich f\u00c3\u00bcr den R\u00c3\u00bcckgang der Artenvielfalt sind: Landnutzungs- und Landoberfl\u00c3\u00a4chenwandel, Ressourcennutzung, Umweltverschmutzung, invasive Arten und Klimawandel. F\u00c3\u00bcr diese Stressoren werden diverse Zeigervariablen ermittelt und zu dem HPI kombiniert. Mit fortgeschrittenen statistischen Methoden werden anschlie\u00c3\u0178end die Beziehung zwischen dem HPI und Daten zum Aussterberisiko von Wirbeltieren herausgearbeitet. Das Forschungsprojekt wird berechnen, wie sich eine Verst\u00c3\u00a4rkung oder Abschw\u00c3\u00a4chung unterschiedlicher Stressoren \u00e2\u20ac\u201c und ihre Kombination &#8211; auf Biodiversit\u00c3\u00a4t auswirkt. Zuletzt sollen durch Ver\u00c3\u00a4nderung der Werte verschiedener Stressoren, Zukunftsszenarien berechnet werden, die Prognosen zur Wirksamkeit der Reduktion der jeweiligen Stressoren auf Artenverlust erlauben.<\/p>\n<p><strong>Umweltrelevanz\/praktische Bedeutung:<\/strong><\/p>\n<p>Trotz bestehender Artenschutzziele f\u00c3\u00bchrt die immer st\u00c3\u00a4rkere Nutzung von \u00c3\u2013kosystemen zu teils irreversiblen Verlusten von Arten. Biodiversit\u00c3\u00a4t und funktionierende \u00c3\u2013kosysteme sind ma\u00c3\u0178geblich f\u00c3\u00bcr das Fortbestehen menschlicher Lebensgrundlagen. Mit der Unterzeichnung der UN Konvention zum Schutz der Biodiversit\u00c3\u00a4t hat sich Deutschland mit der \u00e2\u20ac\u017eNationalen Strategie zur biologischen Vielfalt\u00e2\u20ac\u0153 (NBS) verpflichtet, ein Artenschutzkonzept zu etablieren. Die Verfolgung dieser Ziele hat dazu beigetragen, den Biodiversit\u00c3\u00a4tsverlust und das Artensterben zu bremsen, aber eine Erreichung der Ziele in 2020 war nicht gegeben. Die NBS ist derzeit in \u00c3\u0153berarbeitung, auch im Hinblick auf die neue EU Biodiversit\u00c3\u00a4tsstrategie bis 2030. \u00c2\u00a0In Deutschland, wie auch anderswo, h\u00c3\u00a4ngt der Erfolg der Biodiversit\u00c3\u00a4tsstrategien ma\u00c3\u0178geblich von der Reduktion der von der IPBES genannten Stressoren ab.<\/p>\n<p>Essentiell f\u00c3\u00bcr die Entwicklung und Umsetzung erfolgreicher Naturschutzma\u00c3\u0178nahmen ist das robuste Verst\u00c3\u00a4ndnis des Einflusses menschlicher Aktivit\u00c3\u00a4ten auf Artenvielfalt. Quantitative Berechnungen sind insbesondere im Zusammenhang mit Schutzma\u00c3\u0178nahmen wichtig, um zu ermessen, ob und wo diese wirksam sind &#8211; nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch extrapoliert in die Zukunft. Wie sich auch in der Debatte um die Erderw\u00c3\u00a4rmung zeigt, sind quantitative Zielvorgaben (z.B. < 2oC) grundlegend f\u00c3\u00bcr politische und gesellschaftliche Entscheidungen, der Entwicklung entsprechender Ma\u00c3\u0178nahmen und auch deren Kommunikation. \u00c3\u201ehnlich verh\u00c3\u00a4lt es sich auch mit der Biodiversit\u00c3\u00a4t. Um diese nachhaltig zu sch\u00c3\u00bctzen, sind quantitative Methoden zur Vorhersage n\u00c3\u00b6tig - allerdings fehlen daf\u00c3\u00bcr noch zum Teil die wissenschaftlichen Grundlagen. Dieses Forschungsvorhaben soll dazu beitragen, diese Wissensl\u00c3\u00bccken zu schlie\u00c3\u0178en.<\/p>\n<p><strong>Grundz\u00c3\u00bcge des Vorgehens\/Methoden:<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00c3\u00a4chst wird ein HPI auf globaler Ebene f\u00c3\u00bcr den Zeitraum 1990-2015\/20 entwickelt und anschlie\u00c3\u0178end verwendet, um den Einfluss menschlicher Stressoren auf das Aussterberisiko von Wirbeltieren zu ermitteln. Die Methodik basiert zum einen auf Kartenalgebra zur Erstellung des HPI. D.h. die Rasterdaten der Stressoren werden addiert, standardisiert und gewichtet. Die Daten sind eine Kombination aus \u00c3\u00b6ffentlich zug\u00c3\u00a4nglichen Satelliten-, Mess- und Beobachtungsdaten z.B. der FAO, der IUCN, des ECMWF. Um den HPI auf Daten zum Aussterberisiko anzuwenden, werden zum anderen Random Forests und General Linear (mixed) Models genutzt. Da die Daten r\u00c3\u00a4umlich und zeitlich hochaufgel\u00c3\u00b6st (ca. 10km, j\u00c3\u00a4hrlich) sein werden, sind explizite Aussagen zur Verteilung und Ver\u00c3\u00a4nderung von Artenverlusten m\u00c3\u00b6glich. Ein Vergleich der Fehlerterme und Unsicherheiten soll zeigen, welches statistische Verfahren besser geeignet ist und wo die Hauptunsicherheiten liegen. Im letzten Schritt sollen Zukunftsszenarien berechnet werden. Dabei werden einzelne Stressoren, basierend auf vorhandenen Studien, in ihrer Wertigkeit ver\u00c3\u00a4ndert, um zu testen, welche Reduktion welches\/r Stressors\/en die gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178tm\u00c3\u00b6gliche Schutzwirkung hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Idee\/wesentliche Ziele: Das Forschungsvorhaben \u00e2\u20ac\u017eQuantifizieren menschlichen Handelns als Treiber des Artensterbens\u00e2\u20ac\u0153 strebt an, menschengemachte Stressoren, die sich negativ auf die Biodiversit\u00c3\u00a4t auswirken, zu quantifizieren. 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