{"id":52205,"date":"2026-02-11T10:46:44","date_gmt":"2026-02-11T09:46:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20021-712\/"},"modified":"2026-02-11T10:46:48","modified_gmt":"2026-02-11T09:46:48","slug":"20021-712","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20021-712\/","title":{"rendered":"Klimapolitik und Gerechtigkeit \u00fcber die Verteilung der Kosten des Klimaschutzes innerhalb und zwischen Generationen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Wir leben in Zeiten \u00fcberlappender Krisen. \u00d6ffentliche Aufmerksamkeit und Ressourcen sind zunehmend knappe G\u00fcter. Es ist daher wichtiger denn je zu verstehen, welche Faktoren ausschlaggebend f\u00fcr Zustimmung zu Klimapolitik sind. Zugleich ist eine L\u00fccke zwischen der Zustimmung zu Klimapolitik und der Zustimmung zu konkreten Einzelma\u00dfnahmen beobachtbar. Diese L\u00fccke legt nahe, dass Individuen dem erwarteten Nutzen aus Klimapolitik im individuellen Kalk\u00fcl auch die privat anfallenden Kosten einzelner Ma\u00dfnahmen gegen\u00fcberstellen, welche die Zahlungsbereitschaft vieler zu \u00fcbersteigen scheinen. In der Klimaliteratur wenig erforscht ist der Einfluss der Diskontrate, welche typischerweise in Kosten-Nutzen-Rechnungen auftaucht, auf die Zustimmung zu Klimapolitik. In Zukunft anfallende Kosten und Nutzen werden diskontiert, um alternativen Nutzungsm\u00f6glichkeiten, Ungeduld und sich mit der Zeit ver\u00e4nderndem Einkommen Rechnung zu tragen. Dass implizite Diskontraten einkommensschwacher Individuen systematisch h\u00f6her sind als jene wohlhabenderer ist dabei ein empirisch dokumentiertes Ph\u00e4nomen. Die Wirkmechanismen sind Liquidit\u00e4tsbeschr\u00e4nkungen sowie Stress, dem einkommensschwache Menschen systematisch st\u00e4rker ausgesetzt sind. Im ersten Teil meiner Dissertation frage ich, wie die systematische Variation von Diskontraten entlang der Einkommensskala Unterst\u00fctzung f\u00fcr Klimapolitik beeinflussen. Die Ergebnisse aus einem einfachen analytischen Modellrahmen sind dabei die Folgenden: Eine h\u00f6here Diskontrate f\u00fchrt zu einer niedrigeren Bewertung in Zukunft anfallender Vorteile von Klimapolitik. Deshalb f\u00fchrt diese zu einem niedrigeren bevorzugten Ambitionslevel von Klimapolitik unter den Einkommensschw\u00e4cheren. Transfers von den Einkommensst\u00e4rkeren zu den unteren Einkommensklassen senken die Diskontrate und erh\u00f6hen so die Unterst\u00fctzung letzterer. Das minimale Ambitionslevel, welches von allen Teilen der Bev\u00f6lkerung unterst\u00fctzt wird, kann durch eine Umverteilung zwischen arm und reich erh\u00f6ht werden. Das resultierende Ambitionsniveau bleibt dabei hinter jenem zur\u00fcck, welches sich in einer Gesellschaft ohne die liquidit\u00e4tsbeschr\u00e4nkten Einkommensschwachen ergeben w\u00fcrde. Das Ambitionsniveau kann dann (und nur dann) weiter erh\u00f6ht werden, wenn es gelingt, die Kosten der Klimapolitik (zum Teil) auf die zuk\u00fcnftigen Einkommens-schwachen zu \u00fcbertragen. Dies geschieht in diesem Modellrahmen bspw. durch die Aufnahme von Staatsschulden. Sind also heterogene Diskontraten ein treibender Faktor f\u00fcr die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Klimapolitik, dann kann diese durch Umverteilung oder eine progressive Kostenverteilung maximiert werden. Gleichzeitig zeigt das Modell, wie es gesellschaftliche Mehrheiten f\u00fcr noch ambitioniertere Klimapolitik geben kann bspw. durch die Aufnahme von Staatsschulden \u2013 zulasten der zuk\u00fcnftigen Einkommensschwachen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir leben in Zeiten \u00fcberlappender Krisen. \u00d6ffentliche Aufmerksamkeit und Ressourcen sind zunehmend knappe G\u00fcter. Es ist daher wichtiger denn je zu verstehen, welche Faktoren ausschlaggebend f\u00fcr Zustimmung zu Klimapolitik sind. Zugleich ist eine L\u00fccke zwischen der Zustimmung zu Klimapolitik und der Zustimmung zu konkreten Einzelma\u00dfnahmen beobachtbar. 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