{"id":52202,"date":"2026-10-23T12:46:58","date_gmt":"2026-10-23T10:46:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20021-715\/"},"modified":"2026-10-23T12:46:58","modified_gmt":"2026-10-23T10:46:58","slug":"20021-715","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20021-715\/","title":{"rendered":"Literatur als \u00c3\u00b6konomische Ressource. Nachhaltigkeit in deutschen, franz\u00c3\u00b6sischen und norwegischen Wirtschaftsromanen. Eine Strukturanalyse."},"content":{"rendered":"<p>Artensterben, Hungersn\u00c3\u00b6te, Klimawandel \u00e2\u20ac\u201c die Umwelt und mit ihr der Mensch sind bedroht und die \u00c3\u0153berschreitung \u00c3\u00b6kologischer Grenzen ist l\u00c3\u00a4ngst mehr als ein fiktionales Schreckensszenario. Allgegenw\u00c3\u00a4rtig durchdringt der nicht-nachhaltige Umgang mit endlichen Ressourcen unseren Alltag und schl\u00c3\u00a4gt weit \u00c3\u00bcber die Grenzen einzelner Wissenschaftsdisziplinen hinausgehende Wellen.<\/p>\n<p>Als Spiegel der Gesellschaft greift Literatur seit jeher die gro\u00c3\u0178en gesellschaftlichen Debatten auf, denkt diese weiter und wirkt auf sie ein. Da verwundert es nicht, dass Autor:innen des 21. Jahrhunderts im Angesicht der aktuellen Nachhaltigkeitsherausforderungen mit reichhaltigen Fiktionen auffahren. Und so kann das <em>Literarische Klima-Quartett<\/em> aus Norwegen (Lunde, 2015-2022) neben deutschen Wirtschaftsromanen wie <em>R\u00c3\u00bcckwind<\/em> (Spinnen, 2019) und franz\u00c3\u00b6sischen fictions d&#8217;affaires wie <em>S\u00c3\u00a9rotonine<\/em> (Houellebecq, 2019) mit Blick auf die Literarisierung tats\u00c3\u00a4chlicher Sachverhalte und Imaginationen nachhaltiger Entwicklung gelesen werden. Doch obschon zahlreiche Disziplinen im Streben nach Antworten auf die Nachhaltigkeitsproblematik mobilisiert wurden, bleibt das der (Gegenwarts-)literatur innewohnende Potenzial bislang gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178tenteils au\u00c3\u0178en vor. Dabei ist diese unersch\u00c3\u00b6pfliche Ressource als Tr\u00c3\u00a4ger fiktionaler Empirie unbedingt beachtenswert. Schlie\u00c3\u0178lich kann Literatur experimentierend und frei von objektivem Erkenntnisinteresse das Verst\u00c3\u00a4ndnis f\u00c3\u00bcr Umweltfragen ausbauen und zudem handlungslenkend auf Leser:innen einwirken.<\/p>\n<p>Ausgehend von der skizzierten Beobachtung will das Forschungsvorhaben das Potenzial der Ressource Literatur f\u00c3\u00bcr die Nachhaltigkeitsforschung freilegen. Hierzu werden M\u00c3\u00b6glichkeiten und Grenzen fiktionaler Empirie ausgelotet. Nach ihrer literaturhistorischen Einbettung wird diese Lesart exemplarisch an drei aktuellen norwegischen, franz\u00c3\u00b6sischen und deutschen Romanen erprobt. Den nachhaltigen Umgang mit Mensch und Umwelt ins Zentrum stellend, tritt das Vorhaben zugleich an, \u00c3\u00bcber die exemplarische Beschreibung und Analyse ausgew\u00c3\u00a4hlter Romane die Relevanz literarischer Einsichtnahme in komplexe globale Herausforderungen unserer Zeit zu unterstreichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Artensterben, Hungersn\u00c3\u00b6te, Klimawandel \u00e2\u20ac\u201c die Umwelt und mit ihr der Mensch sind bedroht und die \u00c3\u0153berschreitung \u00c3\u00b6kologischer Grenzen ist l\u00c3\u00a4ngst mehr als ein fiktionales Schreckensszenario. Allgegenw\u00c3\u00a4rtig durchdringt der nicht-nachhaltige Umgang mit endlichen Ressourcen unseren Alltag und schl\u00c3\u00a4gt weit \u00c3\u00bcber die Grenzen einzelner Wissenschaftsdisziplinen hinausgehende Wellen. 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