{"id":52201,"date":"2026-02-24T10:46:13","date_gmt":"2026-02-24T09:46:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20021-716\/"},"modified":"2026-02-24T10:46:13","modified_gmt":"2026-02-24T09:46:13","slug":"20021-716","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20021-716\/","title":{"rendered":"Evaluierung und Bereitstellung von widerstandsf\u00e4higen Sorten gegen\u00fcber fr\u00fchzeitigen Blattfall (D. coronariae) f\u00fcr den Streuobstanbau in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Die Promotion besch\u00e4ftigt sich mit der Resistenzevaluierung von Apfelsorten der Deutschen Genbank Obst (DGO) gegen\u00fcber dem fr\u00fchzeitigen Blattfall (<em>Diplocarpon coronariae<\/em>) und der Bereitstellung von Kenntnissen zu widerstandsf\u00e4higen Sorten f\u00fcr den Streuobstanbau.\u00a0<\/p>\n<p>Der Anbau von Streuobst pr\u00e4gt unser Landschaftsbild und besitzt eine wichtige kulturelle und \u00f6kologische Bedeutung. Streuobstanlagen sind einzigartige Biotope f\u00fcr zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und erg\u00e4nzen damit die Diversit\u00e4t unsere Kulturlandschaft. Gleichzeitig sind sie auch eine wichtige Ressource f\u00fcr die Vielfalt von lokalen und regionalen Obstsorten. Diese Vielfalt ist durch den R\u00fcckgang der urspr\u00fcnglichen Fl\u00e4che stark gef\u00e4hrdet. Die Ursachen f\u00fcr den R\u00fcckgang sind vielf\u00e4ltig. Ein weiteres Problem f\u00fcr den Streuobstanbau ist die Bereitstellung von geeignetem Pflanzenmaterial, das an die lokalen Gegebenheiten angepasst und robust gegen\u00fcber Krankheiten und Sch\u00e4dlingen ist. Auch im Streuobstbau werden leider immer wieder Standardsorten gepflanzt, die anf\u00e4llig gegen\u00fcber Krankheiten sind. Deshalb kann es in Neupflanzungen von Streuobstwiesen mit Standardsorten zur Ausbreitung von Pathogenen kommen, welche die Pflanzung bedrohen und sich von da aus auf den Erwerbsanbau und den Haus- und Kleingartenbereich ausbreiten.\u00a0<\/p>\n<p>Zu diesen Krankheiten geh\u00f6rt zunehmend auch der fr\u00fchzeitige Blattfall (<em>Diplocarpon coronariae<\/em>), welcher sich in den letzten 10 Jahren massiv im s\u00fcddeutschen Raum ausbreitete. \u00a0Von der pilzlichen Krankheit sind haupts\u00e4chlich Streuobstbest\u00e4nde und B\u00e4ume im Haus- und Kleingarten betroffen. Welche Sorten gegen den Erreger robust sind, ist bislang weitgehend ungekl\u00e4rt. In Deutschland gibt es sch\u00e4tzungsweise einige tausend alte und historische Sorten, welche an die lokalen Verh\u00e4ltnisse adaptiert sind und f\u00fcr die Neuanpflanzung von Streuobstanlagen zur Verf\u00fcgung stehen w\u00fcrden. Ein Teil dieser Sorten wird direkt in Streuobstbest\u00e4nden erhalten, w\u00e4hrend etwa 1000 Sorten in der DGO gesammelt und erhalten werden. Um die Ausbreitung der fr\u00fchzeitigen Blattfallkrankheit sowie einen Schaden durch die Pflanzung falscher Sorten im Streuobstbereich zu minimieren, ist es deshalb notwendig, die Sortenanf\u00e4lligkeit gegen\u00fcber dieser neuen Krankheit zu bewerten und deren Ursachen zu untersuchen.\u00a0<\/p>\n<p>Das Ziel der Studie umfasst deshalb eine umfassende Evaluierung der genetischen Ressourcen des Apfels der DGO auf Anf\u00e4lligkeit gegen\u00fcber <em>D. coronariae<\/em>. Dazu werden die Sorten mit einem artifiziellen Test im Labor getestet und die robustesten Sorten anschlie\u00dfend in einem Gew\u00e4chshaustest validiert. Danach werden mikroskopische Untersuchungen durchgef\u00fchrt, um die Wirt-Pathogen-Interaktion in den verschiedenen Sorten zu charakterisieren. Anschlie\u00dfend erfolgt eine Assoziationsstudie mit molekularen Markern, um Resistenzregionen im Apfelgenom zu identifizieren. Diese Untersuchungen geben R\u00fcckschluss dar\u00fcber, ob es sich um verschiedene Regionen oder Resistenzen in den Sorten handelt. Eine Sequenzanalyse des Genoms von D .coronariae soll\u00a0au\u00dferdem weitere Erkenntnisse \u00fcber die Interaktion zwischen Wirt und Pathogen bieten.\u00a0<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Resistenzevaluierung weisen auf Unterschiede in der Widerstandsf\u00e4higkeit innerhalb der 780 getesteten Apfelsorten hin. Es konnte keine vollst\u00e4ndig resistente Sorte identifiziert werden. Mehrere Sorten zeigen jedoch eine h\u00f6here Widerstandsf\u00e4higkeit gegen\u00fcber dem Erreger. Das zeigt sich u.a. durch eine verringerte Anzahl von Blattflecken mit Fruchtk\u00f6rpern des Pilzes, einer geringeren\u00a0prozentualen Nekrosefl\u00e4che und auch einer verz\u00f6gerten Ausbildung von generativen und somatischen Strukturen im Blatt des Wirtes.\u00a0<\/p>\n<p>Mithilfe einer ersten Assoziationsstudie mit 40881 SNP Markern konnten Marker-Merkmals-Assoziationen auf den Chromosomen 7, 12 und 14 detektiert werden. In diesen Regionen liegen Gene, die in der biotischen Stressantwort eine Rolle spielen, jedoch noch n\u00e4her untersucht werden m\u00fcssen. Diese Assoziationen k\u00f6nnten genutzt werden, um zuk\u00fcnftig Apfelsorten molekular auf ihre Resistenz gegen\u00fcber <em>D. coronariae<\/em> untersuchen zu k\u00f6nnen. Neben der Evaluierung von Apfelsorten auf Anf\u00e4lligkeit gegen\u00fcber <em>D. coronariae<\/em>, ist im Projekt die Testung von Erregerisolaten unterschiedlicher geographischer Herk\u00fcnfte auf das Vorkommen des Paarungstyps geplant. <em>D. coronariae<\/em> besitzt ein heterothallisches Paarungssystem, somit sind zwei Paarungstypen (MAT1-1 und MAT1-2) zur sexuellen Fortpflanzung notwendig. Aufgrund der Abwesenheit der Hauptfruchtform in Europa, nimmt man an, dass in Europa nur ein Paarungstyp vorkommt und sich der Erreger asexuell fortpflanzt. Die sexuelle Fortpflanzung f\u00fchrt zu einer schnelleren Anpassung, zum Beispiel an resistente Wirtsgenotypen. In Europ\u00e4ischen Proben konnte in den Untersuchungen ausschlie\u00dflich der Paarungstyp MAT1-2 identifiziert werden. Die sexuelle Vermehrung und damit eine schnellere Anpassung an robuste Apfelsorten ist deshalb unwahrscheinlich.\u00a0<\/p>\n<p>Robuste Apfelsorten sind wichtig f\u00fcr die Wahl der Sorten bei Pflanzungen im Streuobstbereich und gleichzeitig auch im Haus- und Kleingartenbereich, den Erwerbsanbau, den \u00f6kologischen Anbau, sowie f\u00fcr die Z\u00fcchtung. Durch die Wahl widerstandsf\u00e4higer Sorten kann der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verringert und einer Belastung der Umwelt vorgebeugt werden. Zus\u00e4tzlich leisten die Ergebnisse auch einen Beitrag zur Erhaltung der Streuobstanlagen und damit zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in unserer Landschaft.\u00a0<\/p>\n<p>Keywords: Streuobst, Fr\u00fchzeitiger Blattfall, Apfel, Widerstandsf\u00e4higkeit, Resistenz, Diplocarpon coronariae;\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Promotion besch\u00e4ftigt sich mit der Resistenzevaluierung von Apfelsorten der Deutschen Genbank Obst (DGO) gegen\u00fcber dem fr\u00fchzeitigen Blattfall (Diplocarpon coronariae) und der Bereitstellung von Kenntnissen zu widerstandsf\u00e4higen Sorten f\u00fcr den Streuobstanbau.\u00a0 Der Anbau von Streuobst pr\u00e4gt unser Landschaftsbild und besitzt eine wichtige kulturelle und \u00f6kologische Bedeutung. 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