{"id":52201,"date":"2026-10-23T12:46:58","date_gmt":"2026-10-23T10:46:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20021-716\/"},"modified":"2026-10-23T12:46:58","modified_gmt":"2026-10-23T10:46:58","slug":"20021-716","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20021-716\/","title":{"rendered":"Evaluierung und Bereitstellung von widerstandsf\u00c3\u00a4higen Sorten gegen\u00c3\u00bcber fr\u00c3\u00bchzeitigen Blattfall (D. coronariae) f\u00c3\u00bcr den Streuobstanbau in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Die Promotion besch\u00c3\u00a4ftigt sich mit der Resistenzevaluierung von Apfelsorten der Deutschen Genbank Obst (DGO) gegen\u00c3\u00bcber dem fr\u00c3\u00bchzeitigen Blattfall (<em>Diplocarpon coronariae<\/em>) und der Bereitstellung von Kenntnissen zu widerstandsf\u00c3\u00a4higen Sorten f\u00c3\u00bcr den Streuobstanbau.\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Der Anbau von Streuobst pr\u00c3\u00a4gt unser Landschaftsbild und besitzt eine wichtige kulturelle und \u00c3\u00b6kologische Bedeutung. Streuobstanlagen sind einzigartige Biotope f\u00c3\u00bcr zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und erg\u00c3\u00a4nzen damit die Diversit\u00c3\u00a4t unsere Kulturlandschaft. Gleichzeitig sind sie auch eine wichtige Ressource f\u00c3\u00bcr die Vielfalt von lokalen und regionalen Obstsorten. Diese Vielfalt ist durch den R\u00c3\u00bcckgang der urspr\u00c3\u00bcnglichen Fl\u00c3\u00a4che stark gef\u00c3\u00a4hrdet. Die Ursachen f\u00c3\u00bcr den R\u00c3\u00bcckgang sind vielf\u00c3\u00a4ltig. Ein weiteres Problem f\u00c3\u00bcr den Streuobstanbau ist die Bereitstellung von geeignetem Pflanzenmaterial, das an die lokalen Gegebenheiten angepasst und robust gegen\u00c3\u00bcber Krankheiten und Sch\u00c3\u00a4dlingen ist. Auch im Streuobstbau werden leider immer wieder Standardsorten gepflanzt, die anf\u00c3\u00a4llig gegen\u00c3\u00bcber Krankheiten sind. Deshalb kann es in Neupflanzungen von Streuobstwiesen mit Standardsorten zur Ausbreitung von Pathogenen kommen, welche die Pflanzung bedrohen und sich von da aus auf den Erwerbsanbau und den Haus- und Kleingartenbereich ausbreiten.\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Zu diesen Krankheiten geh\u00c3\u00b6rt zunehmend auch der fr\u00c3\u00bchzeitige Blattfall (<em>Diplocarpon coronariae<\/em>), welcher sich in den letzten 10 Jahren massiv im s\u00c3\u00bcddeutschen Raum ausbreitete. \u00c2\u00a0Von der pilzlichen Krankheit sind haupts\u00c3\u00a4chlich Streuobstbest\u00c3\u00a4nde und B\u00c3\u00a4ume im Haus- und Kleingarten betroffen. Welche Sorten gegen den Erreger robust sind, ist bislang weitgehend ungekl\u00c3\u00a4rt. In Deutschland gibt es sch\u00c3\u00a4tzungsweise einige tausend alte und historische Sorten, welche an die lokalen Verh\u00c3\u00a4ltnisse adaptiert sind und f\u00c3\u00bcr die Neuanpflanzung von Streuobstanlagen zur Verf\u00c3\u00bcgung stehen w\u00c3\u00bcrden. Ein Teil dieser Sorten wird direkt in Streuobstbest\u00c3\u00a4nden erhalten, w\u00c3\u00a4hrend etwa 1000 Sorten in der DGO gesammelt und erhalten werden. Um die Ausbreitung der fr\u00c3\u00bchzeitigen Blattfallkrankheit sowie einen Schaden durch die Pflanzung falscher Sorten im Streuobstbereich zu minimieren, ist es deshalb notwendig, die Sortenanf\u00c3\u00a4lligkeit gegen\u00c3\u00bcber dieser neuen Krankheit zu bewerten und deren Ursachen zu untersuchen.\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Das Ziel der Studie umfasst deshalb eine umfassende Evaluierung der genetischen Ressourcen des Apfels der DGO auf Anf\u00c3\u00a4lligkeit gegen\u00c3\u00bcber <em>D. coronariae<\/em>. Dazu werden die Sorten mit einem artifiziellen Test im Labor getestet und die robustesten Sorten anschlie\u00c3\u0178end in einem Gew\u00c3\u00a4chshaustest validiert. Danach werden mikroskopische Untersuchungen durchgef\u00c3\u00bchrt, um die Wirt-Pathogen-Interaktion in den verschiedenen Sorten zu charakterisieren. Anschlie\u00c3\u0178end erfolgt eine Assoziationsstudie mit molekularen Markern, um Resistenzregionen im Apfelgenom zu identifizieren. Diese Untersuchungen geben R\u00c3\u00bcckschluss dar\u00c3\u00bcber, ob es sich um verschiedene Regionen oder Resistenzen in den Sorten handelt. Eine Sequenzanalyse des Genoms von D .coronariae soll\u00c2\u00a0au\u00c3\u0178erdem weitere Erkenntnisse \u00c3\u00bcber die Interaktion zwischen Wirt und Pathogen bieten.\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Resistenzevaluierung weisen auf Unterschiede in der Widerstandsf\u00c3\u00a4higkeit innerhalb der 780 getesteten Apfelsorten hin. Es konnte keine vollst\u00c3\u00a4ndig resistente Sorte identifiziert werden. Mehrere Sorten zeigen jedoch eine h\u00c3\u00b6here Widerstandsf\u00c3\u00a4higkeit gegen\u00c3\u00bcber dem Erreger. Das zeigt sich u.a. durch eine verringerte Anzahl von Blattflecken mit Fruchtk\u00c3\u00b6rpern des Pilzes, einer geringeren\u00c2\u00a0prozentualen Nekrosefl\u00c3\u00a4che und auch einer verz\u00c3\u00b6gerten Ausbildung von generativen und somatischen Strukturen im Blatt des Wirtes.\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Mithilfe einer ersten Assoziationsstudie mit 40881 SNP Markern konnten Marker-Merkmals-Assoziationen auf den Chromosomen 7, 12 und 14 detektiert werden. In diesen Regionen liegen Gene, die in der biotischen Stressantwort eine Rolle spielen, jedoch noch n\u00c3\u00a4her untersucht werden m\u00c3\u00bcssen. Diese Assoziationen k\u00c3\u00b6nnten genutzt werden, um zuk\u00c3\u00bcnftig Apfelsorten molekular auf ihre Resistenz gegen\u00c3\u00bcber <em>D. coronariae<\/em> untersuchen zu k\u00c3\u00b6nnen. Neben der Evaluierung von Apfelsorten auf Anf\u00c3\u00a4lligkeit gegen\u00c3\u00bcber <em>D. coronariae<\/em>, ist im Projekt die Testung von Erregerisolaten unterschiedlicher geographischer Herk\u00c3\u00bcnfte auf das Vorkommen des Paarungstyps geplant. <em>D. coronariae<\/em> besitzt ein heterothallisches Paarungssystem, somit sind zwei Paarungstypen (MAT1-1 und MAT1-2) zur sexuellen Fortpflanzung notwendig. Aufgrund der Abwesenheit der Hauptfruchtform in Europa, nimmt man an, dass in Europa nur ein Paarungstyp vorkommt und sich der Erreger asexuell fortpflanzt. Die sexuelle Fortpflanzung f\u00c3\u00bchrt zu einer schnelleren Anpassung, zum Beispiel an resistente Wirtsgenotypen. In Europ\u00c3\u00a4ischen Proben konnte in den Untersuchungen ausschlie\u00c3\u0178lich der Paarungstyp MAT1-2 identifiziert werden. Die sexuelle Vermehrung und damit eine schnellere Anpassung an robuste Apfelsorten ist deshalb unwahrscheinlich.\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Robuste Apfelsorten sind wichtig f\u00c3\u00bcr die Wahl der Sorten bei Pflanzungen im Streuobstbereich und gleichzeitig auch im Haus- und Kleingartenbereich, den Erwerbsanbau, den \u00c3\u00b6kologischen Anbau, sowie f\u00c3\u00bcr die Z\u00c3\u00bcchtung. Durch die Wahl widerstandsf\u00c3\u00a4higer Sorten kann der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verringert und einer Belastung der Umwelt vorgebeugt werden. Zus\u00c3\u00a4tzlich leisten die Ergebnisse auch einen Beitrag zur Erhaltung der Streuobstanlagen und damit zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in unserer Landschaft.\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Keywords: Streuobst, Fr\u00c3\u00bchzeitiger Blattfall, Apfel, Widerstandsf\u00c3\u00a4higkeit, Resistenz, Diplocarpon coronariae;\u00c2\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Promotion besch\u00c3\u00a4ftigt sich mit der Resistenzevaluierung von Apfelsorten der Deutschen Genbank Obst (DGO) gegen\u00c3\u00bcber dem fr\u00c3\u00bchzeitigen Blattfall (Diplocarpon coronariae) und der Bereitstellung von Kenntnissen zu widerstandsf\u00c3\u00a4higen Sorten f\u00c3\u00bcr den Streuobstanbau.\u00c2\u00a0 Der Anbau von Streuobst pr\u00c3\u00a4gt unser Landschaftsbild und besitzt eine wichtige kulturelle und \u00c3\u00b6kologische Bedeutung. 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