{"id":52200,"date":"2026-02-11T10:46:44","date_gmt":"2026-02-11T09:46:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20021-717\/"},"modified":"2026-02-11T10:46:47","modified_gmt":"2026-02-11T09:46:47","slug":"20021-717","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20021-717\/","title":{"rendered":"Morph- und individuelle Variation in Entwicklung und Verhalten bei Kampfl\u00e4ufern"},"content":{"rendered":"<p>Der Kampfl\u00e4ufer (<em>Calidris pugnax<\/em>) ist ein von der globalen Erw\u00e4rmung betroffener Watvogel der n\u00f6rdlichen Breiten. In Europa ist er besonders stark bedroht und steht in Deutschland kurz vor dem Aussterben. Kampfl\u00e4ufer zeichnen sich durch eine besonders vielf\u00e4ltige Brutbiologie aus. Die M\u00e4nnchen der Art verfolgen drei genetisch bestimmte, alternative Fortpflanzungstaktiken. Die meisten M\u00e4nnchen geh\u00f6ren zu den Einzelk\u00e4mpfern, welche aggressiv Territorien auf den Balzpl\u00e4tzen verteidigen. Satelliten und Faeder dagegen sind nicht territorial. Satelliten sind submissive Partner in einer Balzallianz mit einem Einzelk\u00e4mpfer, w\u00e4hrend die seltenen Faeder mit weibchen\u00e4hnlichem Gefieder und Verhalten sich Kopulationen erschleichen. Bislang hat sich die Erforschung der Brutbiologie auf die M\u00e4nnchen konzentriert, da diese die st\u00e4rksten Unterschiede zeigen. \u00dcber Verhaltensvariation in den Weibchen, welche gleicherma\u00dfen Tr\u00e4ger der genetischen Unterschiede sind, ist dagegen sehr wenig bekannt. Die drei Taktiken\u00a0(Morphen) werden vermutlich durch ausgleichende Selektion in nat\u00fcrlichen Populationen in der Balance gehalten. Die Unterschiede sind im Erwachsenenalter am prominentesten, entwickeln sich aber schon w\u00e4hrend der fr\u00fchen Entwicklung. Die Sterblichkeit ist bei den nestfl\u00fcchtigen K\u00fcken vor dem Fl\u00fcggewerden besonders hoch, daher k\u00f6nnen physiologische Unterschiede stark ins Gewicht fallen.<\/p>\n<p>In meiner Dissertation m\u00f6chte ich potentielle Mechanismen der ausgleichenden Selektion w\u00e4hrend der Entwicklung untersuchen. Ich werde mich im speziellen der individuellen Variation widmen. Kontinuierliche, individuelle Variation, z.B. in Wachstum und Verhalten kann es einzelnen Individuen erm\u00f6glichen mit nachteiligen Begleiterscheinungen ihres Genotyps besser zurechtzukommen. Daf\u00fcr werde ich anhand von morphologischen Messungen testen, ob Unterschiede im Wachstum das Alter beim Fl\u00fcggewerden beeinflussen und sich im Fortpflanzungserfolg widerspiegeln. Mit Verhaltensexperimenten werde ich au\u00dferdem fr\u00fchreifes Sexualverhalten der K\u00fcken untersuchen und mit ihrem sp\u00e4teren Fortpflanzungserfolg vergleichen. Mit klassischen Tests f\u00fcr tierische Pers\u00f6nlichkeitstypen werde ich die K\u00fcken auf Unterschiede z.B. in Erkundungsverhalten und Risikobereitschaft untersuchen.\u00a0<\/p>\n<p>Die erwarteten Erkenntnisse zum Ausma\u00df der ph\u00e4notypischen Variation und zur Populationsstruktur, d.h. die H\u00e4ufigkeit der Taktiken sind von unmittelbarer Bedeutung f\u00fcr Erhaltung und Schutz von Kampfl\u00e4ufern. Ver\u00e4nderungen in der Populationsstruktur sind mit unvorhersehbaren Folgen f\u00fcr den Fortbestand der Art verbunden. Sowohl Umweltver\u00e4nderungen als auch Schutzma\u00dfnahmen k\u00f6nnen unterschiedliche Reaktionen von V\u00f6geln mit verschiedenen Pers\u00f6nlichkeitstypen ausl\u00f6sen. Dies kann die Verhaltens- und damit genetische Variation in Populationen und folglich ihre Anpassungsf\u00e4higkeit verringern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kampfl\u00e4ufer (Calidris pugnax) ist ein von der globalen Erw\u00e4rmung betroffener Watvogel der n\u00f6rdlichen Breiten. In Europa ist er besonders stark bedroht und steht in Deutschland kurz vor dem Aussterben. Kampfl\u00e4ufer zeichnen sich durch eine besonders vielf\u00e4ltige Brutbiologie aus. Die M\u00e4nnchen der Art verfolgen drei genetisch bestimmte, alternative Fortpflanzungstaktiken. 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