{"id":52180,"date":"2026-10-23T12:46:53","date_gmt":"2026-10-23T10:46:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20021-737\/"},"modified":"2026-10-23T12:46:53","modified_gmt":"2026-10-23T10:46:53","slug":"20021-737","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20021-737\/","title":{"rendered":"Kolleg Circular Economy: Entwicklung einer Typologisierung von Zero Waste Cities f\u00c3\u00bcr den Vergleich kommunaler Transformationsprozesse"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Angesichts der kontinuierlich steigenden Abfallmengen und einem wachsenden Ressourcenverbrauch wird deutlich, dass konkreter Handlungsbedarf besteht, um die anfallenden Abfallmengen signifikant zu senken. Die Transformation der bislang linearen Wirtschaft zu einer Circular Economy gilt zunehmend als Schl\u00c3\u00bcsselstrategie f\u00c3\u00bcr den Ressourcenschutz. Daf\u00c3\u00bcr braucht es Vorgaben und Gesetze auf Bundesebene, aber auch konkrete Handlungsleitf\u00c3\u00a4den f\u00c3\u00bcr St\u00c3\u00a4dte als ausf\u00c3\u00bchrende Instanzen. Der Fokus darf zudem nicht allein darauf gelegt werden, Abf\u00c3\u00a4lle ordnungsgem\u00c3\u00a4\u00c3\u0178 und umweltfreundlich zu entsorgen, sondern\u00c2\u00a0 Abf\u00c3\u00a4lle direkt zu vermeiden und Kreisl\u00c3\u00a4ufe zu schlie\u00c3\u0178en. Hierzu sind integrierte Konzepte mit quantifizierbaren Zielen und einem transparenten Monitoring gefragt. Ob der Ansatz der Zero Waste Cities einen solchen umfassenden Rahmen f\u00c3\u00bcr St\u00c3\u00a4dte bieten kann, der neben der Wirtschaft auch die weiteren Sektoren einer Stadt umfasst, soll im Rahmen dieses Promotionsvorhabens untersucht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Das Forschungsvorhaben soll dazu beitragen, M\u00c3\u00b6glichkeiten f\u00c3\u00bcr den \u00c3\u0153bergang zu einer kreislauff\u00c3\u00a4higen Gesellschaft aufzuzeigen. Hierbei soll der Fokus weniger auf die Transformation des Wirtschaftssystems durch eine neue technische Ausrichtung im Sinne der klassischen Circular Economy gelegt werden, sondern das Konzept erweitert und auf den \u00c3\u0153bergang zu kreislauff\u00c3\u00a4higen St\u00c3\u00a4dten bzw. einer kreislauff\u00c3\u00a4higen Gesellschaft bezogen werden. Da die St\u00c3\u00a4dte beim \u00c3\u0153bergang zu einer nachhaltigen und zirkul\u00c3\u00a4r ausgerichteten Gesellschaft eine zentrale Rolle spielen, stehen sie in diesem Forschungsvorhaben im Mittelpunkt. Die Kernfrage des Forschungsvorhabens behandelt die Rolle der Zero Waste Cities beim \u00c3\u0153bergang zu einer Circular Society. Um dies zu beantworten, soll sowohl der Ansatz der Zero Waste Cities als auch das theoretische Konzept der Circular Society n\u00c3\u00a4her beleuchtet werden.<\/p>\n<p>Um die Dynamik des \u00c3\u0153bergangs zu einer Zero Waste City zu verstehen, wurde zu Beginn des Promotionsvorhabens ein sozio-technischer Ansatz ermittelt, der u\u00cc\u02c6ber die reine Technologiefixierung hinausgeht und mehrdimensionale Interaktionen zwischen Industrie, Technologie, M\u00c3\u00a4rkten, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft analysiert.\u00c2\u00a0Nach eingehender Analyse wurde die Multi-Level-Perspective (MLP) der Transition Theory als Analyserahmen ausgew\u00c3\u00a4hlt, um den \u00c3\u0153bergang zu einer Zero Waste City theoretisch zu erfassen. Die MLP wurde bereits zur Erkl\u00c3\u00a4rung von Transformationen im Verkehrs-, Energie-\u00c2\u00a0 oder Ern\u00c3\u00a4hrungssystem genutzt und soll nun auch auf den Bereich Abfall bezogen werden. Auch gibt es bereits Forschungen die die MLP auf den st\u00c3\u00a4dtischen Raum beziehen. Ein Kritikpunkt an der MLP ist jedoch die fehlende Betrachtung von individuellem und kollektivem Verhalten fu\u00cc\u02c6r gesellschaftliche Ver\u00c3\u00a4nderungsprozesse. Da die Literatur Hinweise auf die wichtige Rolle von Nischenakteuren bei einer sozial-\u00c3\u00b6kologischen Transformation gibt, wird ein zus\u00c3\u00a4tzliche theoretischer Fokus auf den Ansatz der \u00e2\u20ac\u017eTransformationspioniere\u00e2\u20ac\u0153 gelegt.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Dar\u00c3\u00bcber hinaus sollen die Treiber und Barrieren beim \u00c3\u0153bergang zu einer Zero Waste City herausgearbeitet und in eine Typologisierung von Zero Waste Cities \u00c3\u00bcbersetzt werden. Diese Typen sollen dazu genutzt werden, um zu ermitteln, wie das Zero-Waste-Konzept bisher in den europ\u00c3\u00a4ischen Zero Waste St\u00c3\u00a4dten aufgeh\u00c3\u00a4ngt ist und welche Rolle es im Kontext der zirkul\u00c3\u00a4ren Transformation spielt. Zudem sollen diese Typen auf die vier St\u00c3\u00a4dte Kiel, M\u00c3\u00bcnchen, Ljubljana und Capannori angewendet werden, um so einen Vergleich der St\u00c3\u00a4dte zu erhalten. Anhand dieser vier Beispielst\u00c3\u00a4dte soll gezeigt werden, welche Rolle Zero Waste Cities bei der Transformation zu einer Circular Society einnehmen und neue Erkenntnisse f\u00c3\u00bcr die Stadt- und Transformationsforschung sowie f\u00c3\u00bcr die Praxis gewonnen werden. Dadurch soll die Br\u00c3\u00bccke zwischen dem Konzept der Circular Society und den Zero Waste Cities geschlagen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Promotion soll kumulativ in Form von drei Papern entstehen und fu\u00c3\u0178t methodisch auf drei verschiedenen Ans\u00c3\u00a4tzen. Es wird eine standardisierte Onlinebefragung der rund 400 europ\u00c3\u00a4ischen Zero Waste Cities zu Treibern und Barrieren durchgef\u00c3\u00bchrt, auf deren Basis eine Typologisierung erarbeitet werden soll. Dar\u00c3\u00bcber hinaus werden qualitative Interviews mit Vertreter:innen aus den vier Beispielst\u00c3\u00a4dten gef\u00c3\u00bchrt. Eine Literaturanalyse und -diskussion zur Circular Society sowie die Synthese der zuvor erarbeiteten Ergebnisse sollen das Vorhaben abrunden und die Kernfrage beantworten, welche Rolle Zero Waste Cities bei der Transformation zu einer Circular Society spielen k\u00c3\u00b6nnen<em>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angesichts der kontinuierlich steigenden Abfallmengen und einem wachsenden Ressourcenverbrauch wird deutlich, dass konkreter Handlungsbedarf besteht, um die anfallenden Abfallmengen signifikant zu senken. Die Transformation der bislang linearen Wirtschaft zu einer Circular Economy gilt zunehmend als Schl\u00c3\u00bcsselstrategie f\u00c3\u00bcr den Ressourcenschutz. 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