{"id":52177,"date":"2026-03-03T10:46:13","date_gmt":"2026-03-03T09:46:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20021-740\/"},"modified":"2026-03-03T10:46:13","modified_gmt":"2026-03-03T09:46:13","slug":"20021-740","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20021-740\/","title":{"rendered":"Trockensch\u00e4den als Chance f\u00fcr die Regeneration der Stieleiche? Ver\u00e4nderung der Waldstruktur durch den Klimawandel und Auswirkungen auf die Naturverj\u00fcngung von Quercus robur L. in Hartholzauw\u00e4ldern"},"content":{"rendered":"<p>Hartholzauw\u00e4lder leisten ausgesprochen wichtige \u00d6kosystemfunktionen wie Hochwasserretention und Klimaregulation und zeichnen sich durch eine hohe Biodiversit\u00e4t aus. Hierbei ist ein hoher Anteil der Arten, vor allem Rote-Liste- und Urwaldreliktarten, an das Vorkommen der Stieleiche gebunden, die dadurch zu einer Schl\u00fcsselart f\u00fcr den Artenschutz wird. Jedoch ist der Erhaltungszustand von Auw\u00e4ldern bundesweit als ung\u00fcnstig bis schlecht eingestuft (BfN, LRT 91F0*). EU-weit gelten sie als bedrohte \u00d6kosysteme. Auch wenn die hohe Schutzw\u00fcrdigkeit au\u00dfer Frage steht, gibt es um den Leipziger Auwald eine bundesweite Debatte \u00fcber geeignete Strategien zu seinem Schutz. Im Zentrum steht die wald\u00f6kologische Frage, wie und ob sich die charakteristische Baumartenzusammensetzung der Hartholzaue erhalten l\u00e4sst. Um dies zu beantworten, m\u00fcssen die wasserbaulichen Ver\u00e4nderungen der Aue und M\u00f6glichkeiten der Revitalisierung der Auendynamik, die wald\u00f6kologische Naturschutzstrategie und die massiven Einfl\u00fcsse des Klimawandels auf die Waldentwicklung gemeinsam betrachtet werden. Das Promotionsprojekt fokussiert entlang dieser Themen auf ungekl\u00e4rte Fragen zur Verj\u00fcngungsdynamik der Baumarten des Hartholzauwalds mit besonderer Ber\u00fccksichtigung der Stieleiche (<em>Quercus robur<\/em> L.). Die Waldstruktur von Flussauen hat sich durch Entw\u00e4sserung und Wechsel forstwirtschaftlicher Methoden in den letzten Jahrhunderten stark ver\u00e4ndert und f\u00fchrte zu einer nahezu fehlenden Naturverj\u00fcngung der Stieleiche. Dies wird vor allem auf Lichtmangel durch die sogenannte \u201eVerahornung\u201c zur\u00fcckgef\u00fchrt, ein Ph\u00e4nomen ausbleibender \u00dcberflutungen, das auch aus anderen Hartholzauw\u00e4ldern Deutschlands bekannt ist. Aktuell wandelt sich die Waldstruktur infolge von klimawandelbedingten Kalamit\u00e4ten mit hoher Mortalit\u00e4t von Esche (<em>Fraxinus excelsior<\/em> L.) und Ahorn (<em>Acer pseudoplatanus<\/em> L.). Die damit verbundene Auflichtung des Oberstands k\u00f6nnten eine Regenerationsnische f\u00fcr die lichtbed\u00fcrftige Eiche schaffen und forstliche Ma\u00dfnahmen wie Anpflanzung der Eiche in Femell\u00f6chern mittelfristig ersetzen. Ob dieses Potential aber realisiert werden kann, h\u00e4ngt vor allem von der Dynamik des Bergahorns ab. Das wahrscheinlichste Szenario ist eine direkte F\u00f6rderung des Ahorns. Geplante Flutungen im Zuge der Auenrevitalisierung k\u00f6nnten aber helfen, den Ahorn zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Dies soll in drei Bestandssituationen (geschlossener Hochwald, mortalit\u00e4tsbedingt aufgelichteter Hochwald, Femel) experimentell durch Entfernen der Ahornverj\u00fcngung simuliert werden. Zudem soll der Effekt der aktiven Entnahme der Ahornverj\u00fcngung im Vergleich zu einer unbehandelten Kontrolle ermittelt werden. Als Antwortvariablen werden die Keimungsrate der Eiche und die\u00a0 Entwicklung von gepflanzten Eichenkeimlingen (Kapitel 1), sowie die Wuchsdynamik der Naturverj\u00fcngung untersucht (Kapitel 3). Da im Zuge der Klimawandeldiskussion der Einfluss einer Waldbewirtschaftung mit Bestands\u00f6ffnung durch Femelung oder Schirmschlag auf die K\u00fchlungsfunktion und das Bodenleben in W\u00e4ldern kontrovers diskutiert wird, wird f\u00fcr die drei Bestandssituationen zus\u00e4tzlich das Mikroklima und die Bodenaktivit\u00e4t gemessen (Kapitel 2). Die Ergebnisse der Arbeit sind relevant im Kontext der \u00dcberarbeitung des FFH-Managementplans und dienen als Grundlage f\u00fcr die Vorbereitung eines Naturschutzgro\u00dfprojekts im Leipziger Auensystem, das der Freistaat Sachsen gemeinsam mit der Stadt Leipzig anstrebt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hartholzauw\u00e4lder leisten ausgesprochen wichtige \u00d6kosystemfunktionen wie Hochwasserretention und Klimaregulation und zeichnen sich durch eine hohe Biodiversit\u00e4t aus. Hierbei ist ein hoher Anteil der Arten, vor allem Rote-Liste- und Urwaldreliktarten, an das Vorkommen der Stieleiche gebunden, die dadurch zu einer Schl\u00fcsselart f\u00fcr den Artenschutz wird. 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