{"id":52172,"date":"2026-10-23T12:46:47","date_gmt":"2026-10-23T10:46:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20021-745\/"},"modified":"2026-10-23T12:46:51","modified_gmt":"2026-10-23T10:46:51","slug":"20021-745","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20021-745\/","title":{"rendered":"Von globalen Zielen in den Gemeinderat und zur\u00c3\u00bcck \u00e2\u20ac\u201c Die Rolle sub-nationaler Regierungsebenen f\u00c3\u00bcr die vertikale Politikintegration von Biodiversit\u00c3\u00a4t in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Das Promotionsvorhaben besch\u00c3\u00a4ftigt sich mit der Politikintegration von Biodiversit\u00c3\u00a4t anhand der deutschen Mehrebenen-Politik. \u00c3\u0153bergeordnetes Ziel ist es die Rolle sub-nationaler Ebenen (insbesondere der L\u00c3\u00a4nder) in diesem Kontext zu untersuchen und dabei H\u00c3\u00bcrden und Hebel f\u00c3\u00bcr einen umfassenderen Biodiversit\u00c3\u00a4tsschutz zu identifizieren.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Arbeit fokussiert dabei im ersten Forschungsabschnitt auf der Ebene der Landespolitik und bedient sich dem Kontext sogenannter \u00e2\u20ac\u017esub-nationaler Biodiversit\u00c3\u00a4tsstrategien und Aktionspl\u00c3\u00a4ne\u00e2\u20ac\u0153 (SBSAPs). Als theoretischer Hintergrund dienen die Vorarbeiten von Candel (2019) und Candel und Biesbroeck (2016), welche einen Analyserahmen f\u00c3\u00bcr die Hebel und H\u00c3\u00bcrden in diesem Kontext zur Verf\u00c3\u00bcgung stellen. Als erkl\u00c3\u00a4rende Variablen dienen sogenannte integrative Kapazit\u00c3\u00a4ten und integrativer F\u00c3\u00bchrungswille. Aufbauend auf 16 Interviews mit allen Landesumweltministerien, werden zentrale Hemmnisse und Hebel f\u00c3\u00bcr Biodiversity Policy Integration (BPI) identifiziert und diese in Beziehung zu den zugrunde liegenden Ursachen gesetzt. Die staatlichen Biodiversit\u00c3\u00a4tspolitiken scheinen dabei in institutionellen Lock-ins gefangen zu sein, die sich in schwachen Koordinationsstrukturen, fehlenden Ressourcen und geringer integrativer F\u00c3\u00bchrung manifestieren. Es gibt zwar Evaluierungsmechanismen, die jedoch keine Rechenschaftspflicht hervorrufen. Infolgedessen scheint ein politischer Wandel unweigerlich mit dem individuellen Engagement der politischen Entscheidungstr\u00c3\u00a4ger:innen oder der externen Einflussnahme durch \u00c3\u00b6ffentliche oder europ\u00c3\u00a4ische Initiativen verbunden zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der zweite Forschungsabschnitt orientiert sich demgegen\u00c3\u00bcber an der gemeinsamen Implementierung der FFH- und WRRL im Flussrenaturierungskontext auf sub-nationaler Beh\u00c3\u00b6rdenebene. Ziel ist es die Diskurse der BPI und der Verwaltungsliteratur zusammenzubringen und ersteren durch Erkl\u00c3\u00a4rungsans\u00c3\u00a4tze des zweiteren zu bereichern. Anhand des praktischen Fallbeispiels der beiden europ\u00c3\u00a4ischen Richtlinien, werden Interviews und Fokusgruppen, sowie qualitative und quantitative Erhebungen mit unterschiedlichen Akteursgruppen durchgef\u00c3\u00bchrt, um abermals Einblicke in den prozessualen und individuellen Zielkonflikten zu bekommen. Dabei stechen vor allem der Koordinierungsprozess und die Nutzung des beh\u00c3\u00b6rdlichen Ermessenspielraums, sowie Hemmnisse auf individueller Akteursebene als zentrale H\u00c3\u00bcrden hervor. Es zeigt sich aber kein klassisches Schwarz-Wei\u00c3\u0178 Bild zwischen den Beh\u00c3\u00b6rden, wodurch sich abermals Implikationen f\u00c3\u00bcr den BPI Diskurs und eine klare sektorale Trennbarkeit nur bedingt zutrifft. Gleichzeitig zeigt sich in diesem Fallbeispiel klar, dass aktuelle Naturschutzans\u00c3\u00a4tze und Verwaltungsstrukturen h\u00c3\u00a4ufig noch nicht bereit sind einen modernen Naturschutz dynamisch umzusetzen bzw. gemeinsam mit Klimaschutzaspekten implementiert zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">F\u00c3\u00bcr die dritte Forschungsphase ist eine vergleichende Fallstudie der Moorpolitiken zwischen vier Bundesl\u00c3\u00a4ndern geplant. Hierf\u00c3\u00bcr wird einerseits der Policy Mix in diesem Bereich der einzelnen L\u00c3\u00a4nder erhoben, sowie m\u00c3\u00b6gliche Unterschiede von diesen anhand des Ansatzes eigendynamischer politischer Prozesse (AEP) erkl\u00c3\u00a4rt. Die Datengrundlage basiert dabei sowohl auf einer online und Dokumentenanalyse, als auch offiziellen Anfragen an \u00c3\u201emter und Interviews. Ziel ist es sowohl moorreiche Bundesl\u00c3\u00a4nder, als auch moorarme Bundesl\u00c3\u00a4nder in ihrem Engagement f\u00c3\u00bcr die Wiedervern\u00c3\u00a4ssung von Fl\u00c3\u00a4chen einzusch\u00c3\u00a4tzen und m\u00c3\u00b6gliche Ursachen f\u00c3\u00bcr Unterschiede darzulegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Promotionsvorhaben besch\u00c3\u00a4ftigt sich mit der Politikintegration von Biodiversit\u00c3\u00a4t anhand der deutschen Mehrebenen-Politik. \u00c3\u0153bergeordnetes Ziel ist es die Rolle sub-nationaler Ebenen (insbesondere der L\u00c3\u00a4nder) in diesem Kontext zu untersuchen und dabei H\u00c3\u00bcrden und Hebel f\u00c3\u00bcr einen umfassenderen Biodiversit\u00c3\u00a4tsschutz zu identifizieren. 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