{"id":52167,"date":"2026-03-29T10:46:11","date_gmt":"2026-03-29T08:46:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20021-750\/"},"modified":"2026-03-29T10:46:12","modified_gmt":"2026-03-29T08:46:12","slug":"20021-750","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20021-750\/","title":{"rendered":"Wie weiter nach der Kohle? Eine inter- und transdisziplin\u00e4re Betrachtung von Chancen und Herausforderungen f\u00fcr die Lausitz und andere Regionen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Im Jahr 2020 wurde nach jahrelanger intensiver \u00f6ffentlicher Debatte der deutsche Kohleausstieg beschlossen. Aus Gr\u00fcnden des Klimaschutzes ist er dringend notwendig, bedeutet jedoch f\u00fcr die Region Lausitz den zweiten tiefgreifenden Strukturwandel innerhalb weniger Jahrzehnte, nachdem in Folge der Wiedervereinigung bereits gro\u00dfe Teile der Industrie weggebrochen waren. Mit den Herausforderungen, aber auch mit den Chancen, die der erneute Strukturwandel f\u00fcr Umwelt und Gesellschaft mit sich bringt, setze ich mich in meiner Dissertation aus dem interdisziplin\u00e4ren Blickwinkel der Transformationsforschung (englisch: transition studies) auseinander.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Schwerpunkt meiner Forschung ist der Nexus zwischen Gesellschaft, Umwelt und Energie in der Lausitz. Mein Promotionsvorhaben besteht aus drei Teilen mit den folgenden Leitfragen: (1) Welchen Einfluss haben Machtverh\u00e4ltnisse zwischen regionalen Akteur:innen darauf, wer die Transformation wie mitgestalten kann? (2) Wie kann die Bergbausanierung aus einer care-ethischen Perspektive rekonzeptualisiert werden und welche Anforderungen ergeben sich daraus f\u00fcr die Strukturpolitik? (3) Welche wissenschaftliche Evidenz gibt es f\u00fcr soziale Auswirkungen, die durch die Beeintr\u00e4chtigung des Wasserhaushalts durch den Kohleabbau entstehen und welche Forschungsl\u00fccken k\u00f6nnen daraus abgeleitet werden?<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Im ersten Teil habe ich mich mit der Partizipation regionaler Akteur:innen in Kohletransformationen besch\u00e4ftigt. Die Region Lausitz erh\u00e4lt bis 2038 insgesamt 17,2 Milliarden Euro an Strukturwandelgeldern, die \u00fcber verschiedene Mechanismen auf Landes- und Bundesebene verteilt werden. Es wurde untersucht, inwieweit die Ma\u00dfnahmen verschiedene Gruppen lokaler Akteur:innen mit einbeziehen. Au\u00dferdem habe ich geschlechtsspezifische Machtstrukturen untersucht und wie diese den Diskurs \u00fcber den Strukturwandel und die Verteilung der Gelder beeinflussen. Aus diesem Unterarbeitspaket sind zwei Fachartikel entstanden.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align:justify;\">Der erste Artikel wurde in der Fachzeitschrift Sustainability Nexus Forum ver\u00f6ffentlicht (Walk, Paula, Marius Koepchen, Nora Stognief, und Johannes Probst. 2024. \u201eTracing a Caring Transition Policy for the German Coal Region Lusatia\u201c. <em>Sustainability Nexus Forum<\/em> 32 (1): 3. <a class=\"iw-rte-link-inline\" href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s00550-024-00537-x\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/s00550-024-00537-x<\/a>.). Herausgearbeitet wurden vier S\u00e4ulen von Care als soziale Infrastruktur f\u00fcr Kohleregionen im Wandel: (1) Nachsorge f\u00fcr die sozialen und \u00f6kologischen Hinterlassenschaften des Braunkohleabbaus; (2) gesellschaftlicher Zusammenhalt; (3) Demokratische Daseinsf\u00fcrsorge; (4) \u201esorgende Demokratie\u201c (\u201ecaring democracy\u201c): Demokratische Entscheidungen \u00fcber die Organisation und Verteilung von Care-Arbeit.<\/li>\n<li style=\"text-align:justify;\">Der zweite Artikel befindet sich momentan im Peer-Review-Prozess (Stand Dezember 2024).<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align:justify;\">Im zweiten Teil meines Promotionsvorhabens besch\u00e4ftige ich mich mit den sozialen und \u00f6kologischen Aspekten der Bergbausanierung aus einer care-ethischen Perspektive, die \u00fcber den rein technisch-\u00f6konomischen Prozess des &#8220;Aufr\u00e4umens&#8221; hinausgeht. Dabei werden insbesondere \u00f6kologische, intergenerationelle und historische Aspekte ber\u00fccksichtigt. F\u00fcr dieses Unterarbeitspaket wurde eine qualitative Inhaltsanalyse einer Reine von teilstrukturierten Interviews und einer Fokusgruppe durchgef\u00fchrt. Die Ergebnisse sollen ebenfalls in Form eines Fachartikels ver\u00f6ffentlicht werden (Stand Dezember 2024).<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der dritte Teil der Dissertation erweitert die Forschungsperspektive \u00fcber die Lausitz hinaus. Dieses Kapitel greift das Thema sozial-\u00f6kologische Folgen der Kohle im Kontext von Relationalit\u00e4t und Care-Ethik aus den vorhergehenden Kapiteln auf und wendet es auf einen globalen Kontext an. Eine systematische Literaturrecherche verschafft einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber die hydrosozialen Zusammenh\u00e4nge der Kohle und zeigt Forschungsl\u00fccken auf. Dieses Unterarbeitspaket befindet sich in der Phase der Datenanalyse (Stand Dezember 2024).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 2020 wurde nach jahrelanger intensiver \u00f6ffentlicher Debatte der deutsche Kohleausstieg beschlossen. Aus Gr\u00fcnden des Klimaschutzes ist er dringend notwendig, bedeutet jedoch f\u00fcr die Region Lausitz den zweiten tiefgreifenden Strukturwandel innerhalb weniger Jahrzehnte, nachdem in Folge der Wiedervereinigung bereits gro\u00dfe Teile der Industrie weggebrochen waren. 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