{"id":52166,"date":"2026-02-11T10:46:36","date_gmt":"2026-02-11T09:46:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20021-751\/"},"modified":"2026-02-11T10:46:40","modified_gmt":"2026-02-11T09:46:40","slug":"20021-751","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20021-751\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines Workflows f\u00fcr moderne integrative Artbeschreibungen von Insekten durch Kombination bildgebender und molekularer Methoden der Biologie und Cybertaxonomie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Die Entdeckung, Benennung und Klassifizierung der gesamten Biodiversit\u00e4t unserer Erde ist das fundamentale Ziel der Taxonomie. Eine wissenschaftliche Artbeschreibung umfasst die Vergabe eines wissenschaftlichen Namens und die Beschreibung von diagnostischen Merkmalen, die die Art eindeutig von nah verwandten Arten abgrenzt. Diese genaue Artabgrenzung bildet die Grundlage f\u00fcr aufbauende Studien, Biodiversit\u00e4tsforschung und insbesondere den Schutz der Arten.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Von einer vollst\u00e4ndigen Inventarisierung aller Lebewesen sind wir heutzutage noch weit entfernt. Bisher sind weltweit \u00fcber 1,5 Mio. Arten beschrieben. Sch\u00e4tzungen gehen allerdings von einer weit h\u00f6heren Gesamtzahl, n\u00e4mlich 5-8 Mio. Arten aus. Insbesondere von den Insekten, die mit \u00fcber 1 Mio. beschriebenen Arten die artenreichste Organismengruppe der Erde bilden, sind noch unz\u00e4hlige Arten unbekannt.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Insekten sind nicht nur besonders artendivers, sondern auch oftmals stark bedroht. Klimawandel, Zerst\u00f6rung von Habitaten und Umweltverschmutzung gef\u00e4hrden in einem noch nie da gewesenen Tempo eine Vielzahl von Arten. Diese k\u00f6nnten aussterben, bevor wir von ihrer Existenz erfahren. Durch ihr Verschwinden werden Nahrungsnetzwerke destabilisiert und wichtige \u00d6kosystemfunktionen wie Best\u00e4ubung und Parasitismus gehen verloren. Aus diesem Grund sollte eine z\u00fcgige und effiziente Erfassung m\u00f6glichst vieler unbeschriebener Insektenarten eine Top-Priorit\u00e4t der modernen Taxonomie bilden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In dem hier vorgestellten Promotionsprojekt soll ein standardisierter und leicht reproduzierbarer Arbeitsablauf f\u00fcr eine z\u00fcgige und detaillierte Beschreibung neuer Insektenarten entwickelt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden integrative Taxonomie, moderne nichtinvasive Untersuchungsmethoden und Cybertaxonomie miteinander kombiniert. Der taxonomische Workflow wird an Vertretern mehrerer Insektenordnungen erarbeitet. Dies soll gew\u00e4hrleisten, dass der Workflow auf ein m\u00f6glichst breites Artenspektrum von Insekten anwendbar ist und helfen, die Morphologie der Gruppen besser zu verstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Grundlage dieses Workflows bildet ein Protokoll zur effizienten Erfassung bestimmungsrelevanter morphologischer Merkmale. Dieses wird an Vertretern der F\u00e4cherfl\u00fcgler (Strepsiptera), einem f\u00fcr die Wissenschaft wichtigen Modellorganismus dem Rotbraunen Reismehlk\u00e4fer (<em>Tribolium castaneum<\/em>) und an Bernsteinfossilien aus den Gruppen der Ameisen (Formicidae), K\u00e4fern (Coleoptera) und Staubl\u00e4usen (Psocodea) erarbeitet. Hierbei kommen verschiedene moderne Bildgebungsverfahren der Morphologie zum Einsatz. Mit Microcomputertomografie werden 3D-Modelle aller Tiere erstellt, Konfokale Laserscanningmikroskopie wird eingesetzt um die miniaturisierten Prim\u00e4rlarven der F\u00e4cherfl\u00fcgler aufzunehmen, Details der K\u00f6rperoberfl\u00e4che werden mit Rasterelektronenmikroskopie dokumentiert.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der Einsatz nicht invasiver Methoden stellt eine effiziente und schonende Nutzung von wertvollen und in vielen F\u00e4llen seltenen Sammlungsexemplaren sicher. Anschlie\u00dfend soll das ausgearbeitete Protokoll mit der molekulartaxonomischen Methode des DNA-Barcoding in einem integrativen taxonomischen Workflow verbunden werden, um bisher unbeschriebene Arten der F\u00e4cherfl\u00fcgler (Strepsiptera) neu zu beschreiben und bestehende Verwandschaftshypothesen neu zu bewerten. Konkret soll eine neue Strepsipterenart der Gattung <em>Halictophagus <\/em>beschrieben und die Gattung einer Revesion (Neubewertung der Verwandschaftsverh\u00e4ltnisse ) unterzogen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Kombination von morphologischen und molekularen Methoden soll hierbei die Objektivit\u00e4t und Genauigkeit der Artabgrenzung maximieren. Abschlie\u00dfend werden die Daten aus allen Teilprojekten in freizug\u00e4ngliche Onlinedatenbanken eingespeist. Dies erm\u00f6glicht es anderen Wissenschaftler*innen f\u00fcr aufbauende Studien leicht auf die Daten zuzugreifen und vernetzt das neu gewonnene Wissen mit bereits bestehendem.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Durch die Synthese der verschiedenen Methoden und Vorgehensweisen soll mit diesem Projekt ein wichtiger Beitrag zur z\u00fcgigen und detailreichen Erfassung der Artenvielfalt unseres Planeten geleistet werden. Dies macht moderne Taxonomie zu einem wertvollen Werkzeug im Kampf gegen das weltweite Artensterben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Entdeckung, Benennung und Klassifizierung der gesamten Biodiversit\u00e4t unserer Erde ist das fundamentale Ziel der Taxonomie. Eine wissenschaftliche Artbeschreibung umfasst die Vergabe eines wissenschaftlichen Namens und die Beschreibung von diagnostischen Merkmalen, die die Art eindeutig von nah verwandten Arten abgrenzt. 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