{"id":52144,"date":"2026-10-23T12:46:43","date_gmt":"2026-10-23T10:46:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20022-021\/"},"modified":"2026-10-23T12:46:44","modified_gmt":"2026-10-23T10:46:44","slug":"20022-021","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20022-021\/","title":{"rendered":"Animal-free in vitro &#8211; Tierkomponenten-freie Zellkultur zur Bewertung von endokrinen Effekten unter Einbezug von Schadstoff-Metabolismus"},"content":{"rendered":"<p>Substanzen mit hormoneller Wirkung (endokrine Disruptoren) k\u00c3\u00b6nnen in der Umwelt in komplexen Mischungen vorliegen und bereits in geringsten Konzentrationen ein Risiko f\u00c3\u00bcr den Organismus und auch ganze \u00c3\u2013kosysteme darstellen. Somit ist die Bewertung von Umweltproben bzw. von Einzelsubstanzen vor der Zulassung hinsichtlich ihrer endokrinen Wirkung von zentraler (\u00c3\u00b6ko-)toxikologischer Bedeutung. Eine M\u00c3\u00b6glichkeit f\u00c3\u00bcr die Evaluierung sind zum Beispiel standardisierte, zell-basierte <em>in vitro<\/em>-Tests nach OECD TG 455\/458, bei denen eine Bindung\/Hemmung des Estrogen- bzw. Androgenrezeptors nach Zugabe der Probe detektiert werden kann. Diese <em>in vitro<\/em>-Testverfahren haben jedoch folgende Nachteile: 1) Die <em>in vitro<\/em>-generierten Ergebnisse zur endokrinen Wirkung lassen sich meist schwer auf die tats\u00c3\u00a4chliche Wirkung <em>in vivo<\/em> \u00c3\u00bcbertragen, da diese stark von den gew\u00c3\u00a4hlten Testbedingungen\/-komponenten abh\u00c3\u00a4ngen. Als Beispiel kann hier das Zellkultur-Medium aufgef\u00c3\u00bchrt werden, dem f\u00c3\u00bcr das Wachstum der Zellen f\u00c3\u00b6tales K\u00c3\u00a4lberserum (FKS) zugesetzt wird. Dabei ist das FKS sowohl aus wissenschaftlicher Sicht (hohe Variabilit\u00c3\u00a4t in der Zusammensetzung, Interaktion mit Testsubstanzen, mikrobielle Kontaminationen) als auch aus ethischer Sicht zu vermeiden. 2) Diese <em>in vitro<\/em> Testverfahren werden mit Zell-Linien durchgef\u00c3\u00bchrt, welche die metabolischen F\u00c3\u00a4higkeiten eines gesamten Organismus nicht vollst\u00c3\u00a4ndig ber\u00c3\u00bccksichtigen. So kann es durch eine fehlende Darstellung des Metabolismus zu einer starken \u00c3\u0153ber- oder Untersch\u00c3\u00a4tzung der hormonellen Wirkung einer Probe kommen. In dem hier vorgestellten Dissertationsvorhaben sollen die Methoden nach OECD TG 455\/458 verbessert werden, indem zwei der OECD-relevanten Zell-Linien ER-alphaCALUX\u00c2\u00ae und AR-CALUX\u00c2\u00ae an eine Durchf\u00c3\u00bchrung unter definierten Bedingungen und ohne Zusatz von tierischen Komponenten adaptiert werden. Nach der Adaptation sollen die Zell-Linien auf ihre Sensitivit\u00c3\u00a4t gegen\u00c3\u00bcber der jeweiligen Referenz-Substanzen \u00c3\u00bcberpr\u00c3\u00bcft werden, um die Eignung der adaptierten Zellen f\u00c3\u00bcr eine OECD 455\/458-konformeTestdurchf\u00c3\u00bchrung zu pr\u00c3\u00bcfen. Weiterhin sollen die Methoden um Metabolisierungs-Produkte (Ratten-S9, humanes S9 und deren tierfreien Alternativen ewoS9R und ewoS9H)\u00c2\u00a0erg\u00c3\u00a4nzt werden, sodass die hormonelle Wirkung der Probe nach Metabolisierung erfasst werden kann. Diese sollen in Kombination mit ausgew\u00c3\u00a4hlten Modellsubstanzen und Umweltproben angewendet werden. Insgesamt sollen dann die Effekte ohne\/mit Metabolisierung und ohne\/mit adaptierten Zell-Linien verglichen werden, um die \u00c3\u201enderungen am Testsystem und deren Auswirkungen auf die Risikoeinsch\u00c3\u00a4tzung bewerten zu k\u00c3\u00b6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Substanzen mit hormoneller Wirkung (endokrine Disruptoren) k\u00c3\u00b6nnen in der Umwelt in komplexen Mischungen vorliegen und bereits in geringsten Konzentrationen ein Risiko f\u00c3\u00bcr den Organismus und auch ganze \u00c3\u2013kosysteme darstellen. Somit ist die Bewertung von Umweltproben bzw. von Einzelsubstanzen vor der Zulassung hinsichtlich ihrer endokrinen Wirkung von zentraler (\u00c3\u00b6ko-)toxikologischer Bedeutung. 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