{"id":52135,"date":"2026-10-23T12:46:38","date_gmt":"2026-10-23T10:46:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20022-030\/"},"modified":"2026-10-23T12:46:42","modified_gmt":"2026-10-23T10:46:42","slug":"20022-030","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20022-030\/","title":{"rendered":"Eine sozialpsychologische Untersuchung davon, was Visionen motivierend macht, wie sie wirken und welche Rolle sie bei der F\u00c3\u00b6rderung kollektiven Handelns f\u00c3\u00bcr die sozial-\u00c3\u00b6kologische Transformation spielen"},"content":{"rendered":"<p>\u00e2\u20ac\u017eWe are unstoppable, another world is possible\u00e2\u20ac\u0153, der aus der Occupy-Wall-Street-Bewegung stammende Spruch ist gegenw\u00c3\u00a4rtig h\u00c3\u00a4ufig auf Fridays-for-Future-Demonstrationen zu h\u00c3\u00b6ren. Er steht symbolisch f\u00c3\u00bcr die Schl\u00c3\u00bcsselfunktion, die Visionen f\u00c3\u00bcr gesellschaftlichen Wandel haben. Um breite Mehrheiten f\u00c3\u00bcr strukturelle Ver\u00c3\u00a4nderungen wie die gro\u00c3\u0178e Transformation zur Nachhaltigkeit zu mobilisieren, braucht es eine Vorstellung davon, wo es hingehen soll. Bislang fehlt uns allerdings ein sozialpsychologisches Verst\u00c3\u00a4ndnis der Wirksamkeit und Wirkungsweise von Visionen als Treiber sozial-\u00c3\u00b6kologischer Transformation. Mit diesem Vorhaben will ich deshalb beantworten, (1) inwieweit Nachhaltigkeitsvisionen zur <em>F\u00c3\u00b6rderung<\/em> transformationsrelevanten Handelns beitragen, (2) welche <em>Merkmale<\/em> eine Vision motivierend machen und (3) \u00c3\u00bcber welche <em>sozialen Identit\u00c3\u00a4tsprozesse<\/em> sie zu kollektivem Handeln f\u00c3\u00bchren. ). Zur Untersuchung dieser Fragestellungen dienen sieben Experimente, zwei Feldstudien mit Messwiederholungsdesign, eine gro\u00c3\u0178angelegte L\u00c3\u00a4ngsschnittstudie und eine Neuauswertung bereits vorliegender Evaluationsdaten.<\/p>\n<p>Nach dem zweiten F\u00c3\u00b6rderjahr l\u00c3\u00a4sst sich auf Basis meiner Ergebnisse schlussfolgern, dass Visionen ein gro\u00c3\u0178es Potenzial haben, um gesellschaftliche Mehrheiten f\u00c3\u00bcr die sozial-\u00c3\u00b6kologische Transformation zu mobilisieren.<\/p>\n<p>Bez\u00c3\u00bcglich der <em>Wirksamkeit<\/em> (FS1) von Visionen zeigen meine Studien, dass die erh\u00c3\u00b6hte Vorstellbarkeit einer sozial und \u00c3\u00b6kologisch gerechten Gesellschaft sowohl die Motivation f\u00c3\u00bcr transformationsrelevantes kollektives Handeln als auch die Unterst\u00c3\u00bctzung umweltpolitischer Ma\u00c3\u0178nahmen st\u00c3\u00a4rkt. Dieser Visionseffekt ist st\u00c3\u00a4rker als das (kritische) Reflektieren des gesellschaftlichen Status-Quos (FS_n1) und tritt unabh\u00c3\u00a4ngig von der politischen Orientierung der Menschen auf.<\/p>\n<p>Die motivierende Wirkung von Visionen scheint dabei auf zwei <em>Prozessen<\/em> (FS3) zu beruhen: Zum einen zeigt eine Vision, wie die Gesellschaft sein sollte. Es findet eine moralische Aktivierung statt: Menschen f\u00c3\u00bchlen sich st\u00c3\u00a4rker verpflichtet, sich f\u00c3\u00bcr die sozial-\u00c3\u00b6kologische Transformation einzusetzen. Zum anderen realisieren die Menschen durch die erh\u00c3\u00b6hte Vorstellbarkeit einer sozial und \u00c3\u00b6kologisch gerechten Gesellschaft, dass diese w\u00c3\u00bcnschenswerte Ver\u00c3\u00a4nderung erreichbar ist. Ihnen wird bewusst, dass sie gemeinsam zur sozial-\u00c3\u00b6kologischen Transformation beitragen k\u00c3\u00b6nnen.<\/p>\n<p>In Bezug darauf, welche <em>Merkmale<\/em> (FS2) eine Vision motivierend machen, deutet sich an, dass die motivierende Wirkung einer sozial-\u00c3\u00b6kologischen Vision davon abh\u00c3\u00a4ngt, inwieweit die Menschen eine derartige Ver\u00c3\u00a4nderung plausibel finden. Je schwieriger es den Menschen f\u00c3\u00a4llt, sich eine w\u00c3\u00bcnschenswerte sozial und \u00c3\u00b6kologisch gerechte Gesellschaft vorzustellen, desto geringer die Motivation, sich daf\u00c3\u00bcr einzusetzen. Die qualitativen Erkenntnisse (FS_n2) aus meinen Studien illustrieren, dass diese Art der M\u00c3\u00b6glichkeitswahrnehmung weniger von der Bewertung gegenw\u00c3\u00a4rtiger gesellschaftlicher Entwicklungen abh\u00c3\u00a4ngt, sondern von Kern\u00c3\u00bcberzeugungen \u00c3\u00bcber Mensch und Gesellschaft; zum Beispiel \u00e2\u20ac\u0153Der Mensch ist von Natur aus egoistisch\u00e2\u20ac\u009d. In einer ersten experimentellen Interventionsstudie konnte ich zeigen, dass auch solche grundlegenden \u00c3\u0153berzeugungen ver\u00c3\u00a4nderbar sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00e2\u20ac\u017eWe are unstoppable, another world is possible\u00e2\u20ac\u0153, der aus der Occupy-Wall-Street-Bewegung stammende Spruch ist gegenw\u00c3\u00a4rtig h\u00c3\u00a4ufig auf Fridays-for-Future-Demonstrationen zu h\u00c3\u00b6ren. Er steht symbolisch f\u00c3\u00bcr die Schl\u00c3\u00bcsselfunktion, die Visionen f\u00c3\u00bcr gesellschaftlichen Wandel haben. 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