{"id":52135,"date":"2026-03-09T10:46:08","date_gmt":"2026-03-09T09:46:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20022-030\/"},"modified":"2026-03-09T10:46:08","modified_gmt":"2026-03-09T09:46:08","slug":"20022-030","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20022-030\/","title":{"rendered":"Eine sozialpsychologische Untersuchung davon, was Visionen motivierend macht, wie sie wirken und welche Rolle sie bei der F\u00f6rderung kollektiven Handelns f\u00fcr die sozial-\u00f6kologische Transformation spielen"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWe are unstoppable, another world is possible\u201c, der aus der Occupy-Wall-Street-Bewegung stammende Spruch ist gegenw\u00e4rtig h\u00e4ufig auf Fridays-for-Future-Demonstrationen zu h\u00f6ren. Er steht symbolisch f\u00fcr die Schl\u00fcsselfunktion, die Visionen f\u00fcr gesellschaftlichen Wandel haben. Um breite Mehrheiten f\u00fcr strukturelle Ver\u00e4nderungen wie die gro\u00dfe Transformation zur Nachhaltigkeit zu mobilisieren, braucht es eine Vorstellung davon, wo es hingehen soll. Bislang fehlt uns allerdings ein sozialpsychologisches Verst\u00e4ndnis der Wirksamkeit und Wirkungsweise von Visionen als Treiber sozial-\u00f6kologischer Transformation. Mit diesem Vorhaben will ich deshalb beantworten, (1) inwieweit Nachhaltigkeitsvisionen zur <em>F\u00f6rderung<\/em> transformationsrelevanten Handelns beitragen, (2) welche <em>Merkmale<\/em> eine Vision motivierend machen und (3) \u00fcber welche <em>sozialen Identit\u00e4tsprozesse<\/em> sie zu kollektivem Handeln f\u00fchren. ). Zur Untersuchung dieser Fragestellungen dienen sieben Experimente, zwei Feldstudien mit Messwiederholungsdesign, eine gro\u00dfangelegte L\u00e4ngsschnittstudie und eine Neuauswertung bereits vorliegender Evaluationsdaten.<\/p>\n<p>Nach dem zweiten F\u00f6rderjahr l\u00e4sst sich auf Basis meiner Ergebnisse schlussfolgern, dass Visionen ein gro\u00dfes Potenzial haben, um gesellschaftliche Mehrheiten f\u00fcr die sozial-\u00f6kologische Transformation zu mobilisieren.<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der <em>Wirksamkeit<\/em> (FS1) von Visionen zeigen meine Studien, dass die erh\u00f6hte Vorstellbarkeit einer sozial und \u00f6kologisch gerechten Gesellschaft sowohl die Motivation f\u00fcr transformationsrelevantes kollektives Handeln als auch die Unterst\u00fctzung umweltpolitischer Ma\u00dfnahmen st\u00e4rkt. Dieser Visionseffekt ist st\u00e4rker als das (kritische) Reflektieren des gesellschaftlichen Status-Quos (FS_n1) und tritt unabh\u00e4ngig von der politischen Orientierung der Menschen auf.<\/p>\n<p>Die motivierende Wirkung von Visionen scheint dabei auf zwei <em>Prozessen<\/em> (FS3) zu beruhen: Zum einen zeigt eine Vision, wie die Gesellschaft sein sollte. Es findet eine moralische Aktivierung statt: Menschen f\u00fchlen sich st\u00e4rker verpflichtet, sich f\u00fcr die sozial-\u00f6kologische Transformation einzusetzen. Zum anderen realisieren die Menschen durch die erh\u00f6hte Vorstellbarkeit einer sozial und \u00f6kologisch gerechten Gesellschaft, dass diese w\u00fcnschenswerte Ver\u00e4nderung erreichbar ist. Ihnen wird bewusst, dass sie gemeinsam zur sozial-\u00f6kologischen Transformation beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In Bezug darauf, welche <em>Merkmale<\/em> (FS2) eine Vision motivierend machen, deutet sich an, dass die motivierende Wirkung einer sozial-\u00f6kologischen Vision davon abh\u00e4ngt, inwieweit die Menschen eine derartige Ver\u00e4nderung plausibel finden. Je schwieriger es den Menschen f\u00e4llt, sich eine w\u00fcnschenswerte sozial und \u00f6kologisch gerechte Gesellschaft vorzustellen, desto geringer die Motivation, sich daf\u00fcr einzusetzen. Die qualitativen Erkenntnisse (FS_n2) aus meinen Studien illustrieren, dass diese Art der M\u00f6glichkeitswahrnehmung weniger von der Bewertung gegenw\u00e4rtiger gesellschaftlicher Entwicklungen abh\u00e4ngt, sondern von Kern\u00fcberzeugungen \u00fcber Mensch und Gesellschaft; zum Beispiel \u201cDer Mensch ist von Natur aus egoistisch\u201d. In einer ersten experimentellen Interventionsstudie konnte ich zeigen, dass auch solche grundlegenden \u00dcberzeugungen ver\u00e4nderbar sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWe are unstoppable, another world is possible\u201c, der aus der Occupy-Wall-Street-Bewegung stammende Spruch ist gegenw\u00e4rtig h\u00e4ufig auf Fridays-for-Future-Demonstrationen zu h\u00f6ren. Er steht symbolisch f\u00fcr die Schl\u00fcsselfunktion, die Visionen f\u00fcr gesellschaftlichen Wandel haben. Um breite Mehrheiten f\u00fcr strukturelle Ver\u00e4nderungen wie die gro\u00dfe Transformation zur Nachhaltigkeit zu mobilisieren, braucht es eine Vorstellung davon, wo es hingehen soll. 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