{"id":52131,"date":"2026-03-28T10:46:11","date_gmt":"2026-03-28T09:46:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20022-034\/"},"modified":"2026-03-28T10:46:11","modified_gmt":"2026-03-28T09:46:11","slug":"20022-034","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20022-034\/","title":{"rendered":"\u00d6kologische Charakterisierung und funktionelle Reaktionsdynamik einer invasiven S\u00fc\u00dfwasserqualle: Craspedacusta sowerbii"},"content":{"rendered":"<p>Die invasive S\u00fc\u00dfwasserqualle <em>Craspedacusta sowerbii<\/em>, die urspr\u00fcnglich in China beheimatet ist, hat sich in Seen auf der ganzen Welt ausgebreitet. Die Einf\u00fchrung der Qualle in europ\u00e4ische Seen vor etwa 110 Jahren hat auch zu einer neuen Nahrungsnetzgilde gef\u00fchrt, da Quallen in limnischen Systemen in Europa zuvor nicht vorgekommen sind. Generell kann die Einf\u00fchrung invasiver Arten in \u00d6kosysteme eine Vielzahl negativer Auswirkungen haben. Die potenziellen Folgen der Invasion von <em>Craspedacusta <\/em>k\u00f6nnten vielf\u00e4ltig sein, sind noch nicht genauer erforscht, daher ist eine wesentlich bessere biologische Charakterisierung der Art erforderlich. <em>Craspedacusta <\/em>besitzt zwei Hauptlebensstadien, einen sessilen Polypen und eine freischwimmende Meduse. Der Polyp vermehrt sich ungeschlechtlich und bildet klonale Kolonien, das Medusenstadium pflanzt sich hingegen geschlechtlich fort. Dies ist aber in Seen au\u00dferhalb ihres Heimatgebiets in China \u00e4u\u00dferst selten, da bei erwachsenen Medusen in den Seen meisten nur ein Geschlecht vorkommt. In Mitteleuropa sind zwei genetische Linien eingewandert, die evtl. auch eigene Spezies darstellen k\u00f6nnten. Innerhalb jeder dieser Kladen wurden zwei unterschiedliche Haplotypen gefunden, die mit dem Geschlecht der Meduse einhergehen: ein m\u00e4nnlicher und ein weiblicher mtDNA-Haplotyp. Diese Linien bzw. Haplotypen k\u00f6nnten sich in ihrer trophischen Position und der von ihnen bewohnten Nische unterscheiden. Die bekannte positive Temperaturabh\u00e4ngigkeit der Medusenproduktion durch Polypen k\u00f6nnte sogar zu einer k\u00fcnftigen Ausdehnung des Medusenstadiums aufgrund des Klimawandels f\u00fchren. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnte sich der Temperaturanstieg auch auf die Konkurrenz zwischen dem einheimischen S\u00fc\u00dfwasserpolypen <em>Hydra <\/em>und den invasiven <em>Craspedacusta<\/em>&#8211; Polypen auswirken, da beide eine \u00e4hnliche benthische Umgebung bewohnen und beide R\u00e4uber mit \u00e4hnlichem Nahrungsbedarf sind. Um diese Fragen zu beantworten, werden verschiedene Analysen durchgef\u00fchrt. In bayerischen Seen werden Proben von <em>Craspedacusta<\/em>&#8211; und Hydra-Polypen aus verschiedenen Substraten genommen, um festzustellen, ob die beiden Gattungen und die <em>Craspedacusta<\/em>-Linien unterschiedliche Substratpr\u00e4ferenzen haben. Stabile Isotopenanalysen werden durchgef\u00fchrt, um zu analysieren, welche trophische Position und Nische die Polypen von <em>Craspedacusta <\/em>und <em>Hydra <\/em>einnehmen. Dar\u00fcber hinaus werde ich F\u00fctterungsexperimente bei verschiedenen Temperaturen durchf\u00fchren, um die funktionellen Reaktionen der verschiedenen mtDNA Linien zu charakterisieren. Um die Verbreitung dieser Art genauer zu beschreiben, werde ich ein Protokoll zur Detektion via environmental-DNA entwickeln und optimieren. Gerade die Detektion des schwer zu findenden Polypen steht hierbei im Fokus. Die oben genannten Analysen werden es erm\u00f6glichen, ein fundiertes Nischenmodell nicht nur auf der Ebene der Arten, sondern auch auf der Ebene der Haplotypen zu erstellen und dabei erstmals auch die unauff\u00e4lligen Polypen ber\u00fccksichtigen. Dies ist von gro\u00dfer Bedeutung, da sich die Haplotypen in ihrer F\u00e4higkeit, Medusen zu produzieren, unterscheiden. Neben der Vorhersage von Verbreitungsgebieten wird meine Arbeit auch wichtige Einblicke in die Invasionsmechanismen gebietsfremder Arten geben, indem ich die funktionelle Reaktion und die benthische Umwelt von <em>Hydra <\/em>und <em>Craspedacusta <\/em>vergleiche. Dies wird zum Verst\u00e4ndnis der Auswirkungen beitragen, die die Einf\u00fchrung von <em>Craspedacusta <\/em>auf die heimischen \u00d6kosysteme hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die invasive S\u00fc\u00dfwasserqualle Craspedacusta sowerbii, die urspr\u00fcnglich in China beheimatet ist, hat sich in Seen auf der ganzen Welt ausgebreitet. Die Einf\u00fchrung der Qualle in europ\u00e4ische Seen vor etwa 110 Jahren hat auch zu einer neuen Nahrungsnetzgilde gef\u00fchrt, da Quallen in limnischen Systemen in Europa zuvor nicht vorgekommen sind. Generell kann die Einf\u00fchrung invasiver Arten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-52131","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20022\/034","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"Dehos","dbu_stipendiaten_vorname":"Stefan","dbu_stipendiaten_titel":"","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2022-12-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2025-11-30 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen (LMU)","dbu_stipendiaten_betreuer":"Prof. Dr. Herwig Stibor","dbu_stipendiaten_email_dienst":"stefan.dehos@online.de"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52131","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52131\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58143,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52131\/revisions\/58143"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52131"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52131"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52131"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}