{"id":52123,"date":"2026-04-05T10:46:07","date_gmt":"2026-04-05T08:46:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20022-042\/"},"modified":"2026-04-05T10:46:07","modified_gmt":"2026-04-05T08:46:07","slug":"20022-042","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20022-042\/","title":{"rendered":"Das Ende der Politik? &#8211; Die Klimabewegung und die Black-Box Wissenschaft"},"content":{"rendered":"<p>Warum ist es f\u00fcr Vertreter*innen der Klimabewegungen derart selbstverst\u00e4ndlich, dass die Politik auf &#8220;die Wissenschaft&#8221; h\u00f6ren kann und dieses auch tun sollte? Und was verstehen Aktivist*innen eigentlich unter &#8220;der Wissenschaft&#8221;? Diesen Fragen gehe ich im Rahmen meines Dissertationsvorhabens auf den Grund. Dabei nimmt meine Arbeit jene Perspektive ein, welche Wissenschaft nicht auf eine klar definierbare feste Einheit begrenzt, auf welche sich Akteure im politischen Diskurs lediglich beziehen k\u00f6nnen. Stattdessen werden Bezugnahmen auf &#8220;die Wissenschaft&#8221;, Faktizit\u00e4t und Expert*innenkonsense als Beitr\u00e4ge zur (Neu-)Aushandlung eines verallgemeinerten \u00f6ffentlichkeitswirksamen Wissenschaftsverst\u00e4ndnisses ausgelegt. Damit kombiniert mein Promotionsvorhaben Ans\u00e4tze aus der Wissenschafts- und Technikforschung mit jenen aus der politischen Soziologie sowie Protest- und Bewegungsforschung. Doch wie sehen die Wissenschaftsverst\u00e4ndnisse von Klimaaktivist*innen nun aus? Und inwieweit sind diese mit praktischen Zw\u00e4ngen in der Bewegungspraxis verwoben? Dies suche ich, mithilfe eines ethnografischen Forschungsdesigns und \u00fcber abduktive Theoriebildung im Sinne der Grounded Theory Methodologie genauer zu bestimmen.\u00a0 \u00a0 \u00a0<\/p>\n<p>Erste Zwischenergebnisse meines bisherigen Forschungsprozesses lassen sich folgenderma\u00dfen zusammenfassen: Wissenschaftsverst\u00e4ndnisse werden innerhalb der deutschen Klimabewegung in zwei unterschiedlichen Praxiszusammenh\u00e4ngen verhandelt. Zum einen finden sie sich im Rahmen von internen Auseinandersetzungen um die Rolle von Wissenschaft f\u00fcr die Bewegung. Zum anderen treten sie im Rahmen des Bezugs auf die Wissenschaftlichkeit der politischen Anliegen der Bewegung in \u00f6ffentlichen Rechtfertigungssituationen auf. In beiden F\u00e4llen lassen sich die Verst\u00e4ndnisse von Wissenschaft als alltagsweltlich vermittelt charakterisieren, da auch die allgemeine Frage danach was \u201edie Wissenschaft\u201c eigentlich ist, f\u00fcr Aktivist*innen mit Handlungsdruck verbunden ist. Denn die Autorit\u00e4t wissenschaftlicher Erkenntnis \u2013 welche sowohl die Verl\u00e4sslichkeit verheerender Zukunftsprognosen unterstreicht, als auch allgemein den klimapolitischen Forderungen einen faktischen Status verleiht \u2013 infrage zu stellen, w\u00e4re \u00e4u\u00dferst unklug. Die f\u00fcr das Wissenschaftsverst\u00e4ndnis der Klimabewegung zentralen Teile der Bewegungspraxis lassen sich zusammenfassen als das Imaginieren von und das Intervenieren in politische \u00d6ffentlichkeiten. Wenn Klimaaktivist*innen sich fragen: Was ist eigentlich &#8220;die Wissenschaft&#8221;, dann geschieht diese Besch\u00e4ftigung nicht ausschlie\u00dflich &#8211; wie etwa bei einer soziologischen Wissenschaftsforscherin &#8211; mit dem Ziel der realistischen Repr\u00e4sentation von wissenschaftlichen Praktiken und konkreter Forschungsarbeit. Zus\u00e4tzlich zu dieser ersten Herausforderung m\u00fcssen sich Klimaaktivist*innen immer fragen welche Wissenschaftsverst\u00e4ndnisse politischen \u00d6ffentlichkeiten vermittelbar sind. Diese beispielhafte Gegen\u00fcberstellung von aktivistischen und wissenssoziologischen Wissenschaftsverst\u00e4ndnissen verdeutlicht die Einbettung der Aushandlung und \u00dcbersetzung von Wissenschaftsverst\u00e4ndnissen in aktivistischen Praktiken des Imaginierens von \u00d6ffentlichkeiten. Diese Zwischenergebnisse sollen mittels der noch ausstehenden Feldforschung weiter vertieft und in ihren Beziehungen zueinander ausgebaut werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum ist es f\u00fcr Vertreter*innen der Klimabewegungen derart selbstverst\u00e4ndlich, dass die Politik auf &#8220;die Wissenschaft&#8221; h\u00f6ren kann und dieses auch tun sollte? Und was verstehen Aktivist*innen eigentlich unter &#8220;der Wissenschaft&#8221;? Diesen Fragen gehe ich im Rahmen meines Dissertationsvorhabens auf den Grund. 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