{"id":52112,"date":"2026-10-23T12:46:33","date_gmt":"2026-10-23T10:46:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20022-053\/"},"modified":"2026-10-23T12:46:36","modified_gmt":"2026-10-23T10:46:36","slug":"20022-053","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20022-053\/","title":{"rendered":"Ver\u00c3\u00a4nderungen der Heuschreckenfauna in den Naturschutzgebieten Siebengebirge und Rodderberg in 50 Jahren: Empfehlungen f\u00c3\u00bcr ein fachgerechtes Naturschutzmanagement vor dem Hintergrund des Landnutzungs- und Klimawandels"},"content":{"rendered":"<p>Den Schwerpunkt meines Dissertationsprojektes bildet eine Wiederholungsuntersuchung der Heuschreckenvorkommen in Zusammenhang mit den mikroklimatischen Verh\u00c3\u00a4ltnissen an 172 Standorten, welche vor rund 50 Jahren in den Naturschutzgebieten Siebengebirge und Rodderberg untersucht worden sind und in Form einer exzellenten Datengrundlage zur Verf\u00c3\u00bcgung stehen.<\/p>\n<p>Um die gesamte heutige Spannweite des Mikroklimas im Untersuchungsgebiet und dessen zuk\u00c3\u00bcnftige Potenziale f\u00c3\u00bcr Heuschreckengemeinschaften auch unter Einbezug verschiedener Klimaszenarien zu erfassen, werden weitere klimatische Extremstandorte beider NSGs sowie ihrer Umgebung in die Untersuchung einbezogen. Eine weitere Kernaufgabe bildet ein Vergleich von Offenlandfl\u00c3\u00a4chen, welche im Rahmendes Biotopmanagements der Biologischen Stationen entweder beweidet, gem\u00c3\u00a4ht oder aus Kapazit\u00c3\u00a4tsgr\u00c3\u00bcnden nicht gepflegt werden k\u00c3\u00b6nnen. Diese werden anhand ihrer Heuschreckendiversit\u00c3\u00a4ten mit deren funktionellen Eigenschaften und insbesondere dem Auftreten gef\u00c3\u00a4hrdeter Arten bewertet und auf ihren Nutzen f\u00c3\u00bcr diese Insektengruppe hinuntersucht.<\/p>\n<p>Die Freilanduntersuchung wird zur Auswertung durch eine datenbankgest\u00c3\u00bctzte Zusammenf\u00c3\u00bchrung weiterer Ressourcen in Form von Heuschreckennachweisender Region und ihrer Umgebung seit dem Jahr 1972 und der Ermittlung lokaler und \u00c3\u00bcberregionaler Klimadaten erg\u00c3\u00a4nzt. Neben der empirischen Analyse der Ver\u00c3\u00a4nderungen von Heuschreckengemeinschaften innerhalb der NSGs, wird im Rahmen der Dissertation eine Metaanalyse zum Thema \u00e2\u20ac\u017eEinfluss von D\u00c3\u00bcrreperioden und Trockenstress auf Insektenpopulationen und -gemeinschaften\u00e2\u20ac\u0153 durchgef\u00c3\u00bchrt, mit dem Fokus auf die managementbedingte Verst\u00c3\u00a4rkung oder Abpufferung dieser Einfl\u00c3\u00bcsse. In diesem Zusammenhang k\u00c3\u00b6nnen Taxon-spezifische Analysen durchgef\u00c3\u00bchrt werden (z.B. f\u00c3\u00bcr Heuschrecken, Schmetterlinge, Laufk\u00c3\u00a4fer oder andere naturschutzrelevante Taxa). Kenntnisse um generell wirkende Muster unterschiedlicher Managementformen vor dem Hintergrund von D\u00c3\u00bcrre und Trockenheit auf Insekten werden als Empfehlungen f\u00c3\u00bcr den Insektenschutz im Untersuchungsgebiet abgeleitet.<\/p>\n<p>Die Heuschreckenuntersuchung bietet kombiniert mit der Metaanalyse die M\u00c3\u00b6glichkeit der Diskussion von Faktoren, die sich im Laufe der Zeit ge\u00c3\u00a4ndert haben und sich mit dem Hinzukommen oder dem Verschwinden von Arten sowie der Ver\u00c3\u00a4nderung der Heuschreckenfauna allgemein in Beziehung setzen lassen. Ferner erm\u00c3\u00b6glichen die Ergebnisse die Ableitung von Schutzkonzepten insbesondere f\u00c3\u00bcr seltene oder gef\u00c3\u00a4hrdete Spezies in Form eines auf deren Bed\u00c3\u00bcrfnisse angepassten Managements der in den beiden NSGs sowie deren Umfeld vorherrschenden Landnutzungstypen und naturr\u00c3\u00a4umlich vergleichbarer Gebiete. Zur nachhaltigen und langfristigen F\u00c3\u00b6rderung der Heuschreckenfauna k\u00c3\u00b6nnen Konzepten zur, f\u00c3\u00bcr seltene\/bedrohte Spezies \u00c3\u00bcberlebensnotwendigen, Wiedervernetzung wertvoller Offenlandhabitate getroffen und Empfehlungen f\u00c3\u00bcr den forstwirtschaftlichen Umgang mit Kalamit\u00c3\u00a4tenfl\u00c3\u00a4chen auf der Habitat- und Landschaftsebene der NSGs formuliert werden. \u00c3\u0153ber die Anwendung von Klimamodellen vor dem Hintergrund verschiedener Klimaszenarien k\u00c3\u00b6nnen Zukunftsprognosen f\u00c3\u00bcr das UG getroffen werden, mit deren Hilfe auch Aussagen zur terminlichen Optimierung des jeweiligen Managements einzelner Standorte m\u00c3\u00b6glich werden.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse dieser Dissertation werden aufgrund ihrer ausgesprochen angewandten Fragestellungen zum Verst\u00c3\u00a4ndnis dazu beitragen, wie der praktische Naturschutz in Deutschland auf aktuelle und zuk\u00c3\u00bcnftige Herausforderungen reagieren kann, um insbesondere bedrohte Heuschreckenarten, aber auch die Biodiversit\u00c3\u00a4t allgemein, zu sch\u00c3\u00bctzen. Die Freilanduntersuchungen werden Antworten auf wichtige Fragen im Naturschutz geben, etwa, wie Klimaver\u00c3\u00a4nderungen zu Habitatver\u00c3\u00a4nderungen von Heuschrecken f\u00c3\u00bchren, oder welche Ersatzhabitate f\u00c3\u00bcr Arten entstehen, wenn Landnutzungs\u00c3\u00a4nderungen eintreten, beispielsweise durch das Verbot der Kahlschlagswirtschaft oder die Verbrachung der Landschaft aufgrund von Nutzungsaufgabe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Schwerpunkt meines Dissertationsprojektes bildet eine Wiederholungsuntersuchung der Heuschreckenvorkommen in Zusammenhang mit den mikroklimatischen Verh\u00c3\u00a4ltnissen an 172 Standorten, welche vor rund 50 Jahren in den Naturschutzgebieten Siebengebirge und Rodderberg untersucht worden sind und in Form einer exzellenten Datengrundlage zur Verf\u00c3\u00bcgung stehen. 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