{"id":52112,"date":"2026-04-04T10:46:09","date_gmt":"2026-04-04T08:46:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20022-053\/"},"modified":"2026-04-04T10:46:09","modified_gmt":"2026-04-04T08:46:09","slug":"20022-053","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20022-053\/","title":{"rendered":"Ver\u00e4nderungen der Heuschreckenfauna in den Naturschutzgebieten Siebengebirge und Rodderberg in 50 Jahren: Empfehlungen f\u00fcr ein fachgerechtes Naturschutzmanagement vor dem Hintergrund des Landnutzungs- und Klimawandels"},"content":{"rendered":"<p>Den Schwerpunkt meines Dissertationsprojektes bildet eine Wiederholungsuntersuchung der Heuschreckenvorkommen in Zusammenhang mit den mikroklimatischen Verh\u00e4ltnissen an 172 Standorten, welche vor rund 50 Jahren in den Naturschutzgebieten Siebengebirge und Rodderberg untersucht worden sind und in Form einer exzellenten Datengrundlage zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Um die gesamte heutige Spannweite des Mikroklimas im Untersuchungsgebiet und dessen zuk\u00fcnftige Potenziale f\u00fcr Heuschreckengemeinschaften auch unter Einbezug verschiedener Klimaszenarien zu erfassen, werden weitere klimatische Extremstandorte beider NSGs sowie ihrer Umgebung in die Untersuchung einbezogen. Eine weitere Kernaufgabe bildet ein Vergleich von Offenlandfl\u00e4chen, welche im Rahmendes Biotopmanagements der Biologischen Stationen entweder beweidet, gem\u00e4ht oder aus Kapazit\u00e4tsgr\u00fcnden nicht gepflegt werden k\u00f6nnen. Diese werden anhand ihrer Heuschreckendiversit\u00e4ten mit deren funktionellen Eigenschaften und insbesondere dem Auftreten gef\u00e4hrdeter Arten bewertet und auf ihren Nutzen f\u00fcr diese Insektengruppe hinuntersucht.<\/p>\n<p>Die Freilanduntersuchung wird zur Auswertung durch eine datenbankgest\u00fctzte Zusammenf\u00fchrung weiterer Ressourcen in Form von Heuschreckennachweisender Region und ihrer Umgebung seit dem Jahr 1972 und der Ermittlung lokaler und \u00fcberregionaler Klimadaten erg\u00e4nzt. Neben der empirischen Analyse der Ver\u00e4nderungen von Heuschreckengemeinschaften innerhalb der NSGs, wird im Rahmen der Dissertation eine Metaanalyse zum Thema \u201eEinfluss von D\u00fcrreperioden und Trockenstress auf Insektenpopulationen und -gemeinschaften\u201c durchgef\u00fchrt, mit dem Fokus auf die managementbedingte Verst\u00e4rkung oder Abpufferung dieser Einfl\u00fcsse. In diesem Zusammenhang k\u00f6nnen Taxon-spezifische Analysen durchgef\u00fchrt werden (z.B. f\u00fcr Heuschrecken, Schmetterlinge, Laufk\u00e4fer oder andere naturschutzrelevante Taxa). Kenntnisse um generell wirkende Muster unterschiedlicher Managementformen vor dem Hintergrund von D\u00fcrre und Trockenheit auf Insekten werden als Empfehlungen f\u00fcr den Insektenschutz im Untersuchungsgebiet abgeleitet.<\/p>\n<p>Die Heuschreckenuntersuchung bietet kombiniert mit der Metaanalyse die M\u00f6glichkeit der Diskussion von Faktoren, die sich im Laufe der Zeit ge\u00e4ndert haben und sich mit dem Hinzukommen oder dem Verschwinden von Arten sowie der Ver\u00e4nderung der Heuschreckenfauna allgemein in Beziehung setzen lassen. Ferner erm\u00f6glichen die Ergebnisse die Ableitung von Schutzkonzepten insbesondere f\u00fcr seltene oder gef\u00e4hrdete Spezies in Form eines auf deren Bed\u00fcrfnisse angepassten Managements der in den beiden NSGs sowie deren Umfeld vorherrschenden Landnutzungstypen und naturr\u00e4umlich vergleichbarer Gebiete. Zur nachhaltigen und langfristigen F\u00f6rderung der Heuschreckenfauna k\u00f6nnen Konzepten zur, f\u00fcr seltene\/bedrohte Spezies \u00fcberlebensnotwendigen, Wiedervernetzung wertvoller Offenlandhabitate getroffen und Empfehlungen f\u00fcr den forstwirtschaftlichen Umgang mit Kalamit\u00e4tenfl\u00e4chen auf der Habitat- und Landschaftsebene der NSGs formuliert werden. \u00dcber die Anwendung von Klimamodellen vor dem Hintergrund verschiedener Klimaszenarien k\u00f6nnen Zukunftsprognosen f\u00fcr das UG getroffen werden, mit deren Hilfe auch Aussagen zur terminlichen Optimierung des jeweiligen Managements einzelner Standorte m\u00f6glich werden.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse dieser Dissertation werden aufgrund ihrer ausgesprochen angewandten Fragestellungen zum Verst\u00e4ndnis dazu beitragen, wie der praktische Naturschutz in Deutschland auf aktuelle und zuk\u00fcnftige Herausforderungen reagieren kann, um insbesondere bedrohte Heuschreckenarten, aber auch die Biodiversit\u00e4t allgemein, zu sch\u00fctzen. Die Freilanduntersuchungen werden Antworten auf wichtige Fragen im Naturschutz geben, etwa, wie Klimaver\u00e4nderungen zu Habitatver\u00e4nderungen von Heuschrecken f\u00fchren, oder welche Ersatzhabitate f\u00fcr Arten entstehen, wenn Landnutzungs\u00e4nderungen eintreten, beispielsweise durch das Verbot der Kahlschlagswirtschaft oder die Verbrachung der Landschaft aufgrund von Nutzungsaufgabe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Schwerpunkt meines Dissertationsprojektes bildet eine Wiederholungsuntersuchung der Heuschreckenvorkommen in Zusammenhang mit den mikroklimatischen Verh\u00e4ltnissen an 172 Standorten, welche vor rund 50 Jahren in den Naturschutzgebieten Siebengebirge und Rodderberg untersucht worden sind und in Form einer exzellenten Datengrundlage zur Verf\u00fcgung stehen. 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