{"id":52102,"date":"2026-10-23T12:46:33","date_gmt":"2026-10-23T10:46:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20023-008\/"},"modified":"2026-10-23T12:46:34","modified_gmt":"2026-10-23T10:46:34","slug":"20023-008","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20023-008\/","title":{"rendered":"Effekte von Extremwetterereignissen auf die Verbreitung und Populationsdynamik von Brutv\u00c3\u00b6geln in Deutschland und deren Implikationen f\u00c3\u00bcr den Naturschutz"},"content":{"rendered":"<p>Der Mensch gemachte Klimawandel f\u00c3\u00bchrt nicht nur zu einem weltweiten Anstieg der Jahresmitteltemperatur und zu einer Umverteilung von Niederschl\u00c3\u00a4gen, sondern auch zu einem Anstieg von Extremwetterereignissen. Diese Ver\u00c3\u00a4nderungen im Klimasystem sowie die zunehmende Intensit\u00c3\u00a4t und Frequenz von Extremwetterereignissen beeinflussen die globale Biodiversit\u00c3\u00a4t. Deutschland hat sich in mehreren Abkommen der Vereinten Nationen sowie im Zuge des <em>New Green Deal<\/em> der EU dazu verpflichtet, die Biodiversit\u00c3\u00a4t zu sch\u00c3\u00bctzen. Erfolgreicher Biodiversit\u00c3\u00a4tsschutz erfordert eine Identifikation von sch\u00c3\u00bctzenswerten Naturr\u00c3\u00a4umen und Zielarten im Vorhinein. Diese Identifikation muss unter der Ber\u00c3\u00bccksichtigung von zuk\u00c3\u00bcnftigen Klimawandel bedingten Effekten auf die Biodiversit\u00c3\u00a4t stattfinden. Momentan beziehen sich fast alle Art- und \u00c2\u00a0 Schutzgebietsbewertungen auf die Vorhersagen f\u00c3\u00bcr ein durchschnittliches Klima in der Zukunft. Der Einfluss von Extremwetterereignissen wurde bis jetzt jedoch kaum ber\u00c3\u00bccksichtigt. Dieses Promotionsvorhaben soll ein Beitrag dazu leisten diese L\u00c3\u00bccke im Bewertungssystem von Naturr\u00c3\u00a4umen und Arten zu schlie\u00c3\u0178en.<\/p>\n<p>Die Effekte von Extremwetterereignissen sollen w\u00c3\u00a4hrend des Promotionsvorhabens exemplarisch\u00c2\u00a0 f\u00c3\u00bcr die Brutvogelwelt Deutschlands analysiert werden. Es ist bekannt, dass Vogelpopulationen stark auf Extremwetterereignisse reagieren. Durch die Funktion von V\u00c3\u00b6gel als Indikatortaxon sind die Ergebnisse dieses Projektes in ihren Grunds\u00c3\u00a4tzen ebenfalls auf andere taxonomische Gruppen anwendbar.<\/p>\n<p>Konkret sollen detaillierte neuartige Datens\u00c3\u00a4tze &#8211; mit knapp 100 Millionen Einzelbeobachtungen \u00c3\u00bcber die letzten 2 Dekaden &#8211; verwendet werden, um mit modernen Modellierungsmethoden m\u00c3\u00b6gliche Folgen vergangener und zuk\u00c3\u00bcnftiger Extremwetterereignisse auf die Vogelwelt Deutschlands Abzusch\u00c3\u00a4tzen. (1) Im ersten Kapitel der vorgestellten Promotionsarbeit sollen die Effekte von Extremwetterereignissen auf die r\u00c3\u00a4umliche Verbreitung der Brutvogelarten anhand von Nischenmodellen &#8211; welche die Verbreitung einer Art unter bestimmten Wetter\/Klimabedingungen abbilden k\u00c3\u00b6nnen &#8211; evaluiert werden. \u00c3\u0153ber die Ergebnisse werden die Arten und Gruppen identifiziert, die besonders sensibel auf Extremwetterereignisse der vergangen 20 Jahre reagiert haben und in Zukunft durch Extremwetterereignisse bedroht sind. (2) Im zweiten Kapitel sollen zus\u00c3\u00a4tzlich zur r\u00c3\u00a4umlichen Analyse und Bewertung von Arten und Fl\u00c3\u00a4chen die f\u00c3\u00bcr den Naturschutz relevanten Kenngr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178en wie Populationstrends, Populationsgr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e oder vorhergesagte Zeit bis zum (regionalen) Aussterbezeitpunkt im Kontext von Extremwetterereignissen quantifiziert werden. Daf\u00c3\u00bcr werden Populationsmodelle f\u00c3\u00bcr ausgew\u00c3\u00a4hlte Vogelarten angewandt und unter verschiedenen Extremwetterereignisszenarien (Typ, Frequenz und Intensit\u00c3\u00a4t) verglichen. Zus\u00c3\u00a4tzlich k\u00c3\u00b6nnen demographische Parameter identifiziert werden, welche f\u00c3\u00bcr das Abpuffern von Extremwetter-bedingten Effekten auf Popualtionen besonders wichtig sind. (3) Im dritten Kapitel soll der Einfluss des Schutzgrades sowie der Einfluss des gesch\u00c3\u00bctzten Habitats auf die Resilienz oder Vulnerabilit\u00c3\u00a4t eines Schutzgebietes hinsichtlich verschiedener Extremwetterereignisse anhand der Ergebnisse der Nischenmodellierung abgesch\u00c3\u00a4tzt werden. Weiter soll eine Gesamtbewertung der Brutv\u00c3\u00b6gel Deutschlands anhand eines kombinierten Messwertes, der sowohl die Erkenntnisse \u00c3\u00bcber wichtige demographische Parameter der Populationsmodellierung als auch die Ergebnissen der Nischenmodelle ber\u00c3\u00bccksichtigt, stattfinden.<\/p>\n<p>Mithilfe der erwarteten Ergebnisse k\u00c3\u00b6nnen deutschlandweit Naturschutzempfehlungen hinsichtlich des Fl\u00c3\u00a4chenschutzes sowie des Artschutzes formuliert werden. Die M\u00c3\u00b6glichkeit Effekte des Klimawandels auf die deutsche Biodiversit\u00c3\u00a4t abzusch\u00c3\u00a4tzen, bekommt mit diesem Projekt &#8211; der Implementierung von Extremwetterereignissen in den Bewertungsprozess f\u00c3\u00bcr den Naturschutz von Fl\u00c3\u00a4chen und Arten -\u00c2\u00a0 eine neue Dimension, welche bis jetzt kaum in der Anwendung ber\u00c3\u00bccksichtigt wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mensch gemachte Klimawandel f\u00c3\u00bchrt nicht nur zu einem weltweiten Anstieg der Jahresmitteltemperatur und zu einer Umverteilung von Niederschl\u00c3\u00a4gen, sondern auch zu einem Anstieg von Extremwetterereignissen. Diese Ver\u00c3\u00a4nderungen im Klimasystem sowie die zunehmende Intensit\u00c3\u00a4t und Frequenz von Extremwetterereignissen beeinflussen die globale Biodiversit\u00c3\u00a4t. 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