{"id":52102,"date":"2026-02-11T10:46:24","date_gmt":"2026-02-11T09:46:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20023-008\/"},"modified":"2026-02-11T10:46:26","modified_gmt":"2026-02-11T09:46:26","slug":"20023-008","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20023-008\/","title":{"rendered":"Effekte von Extremwetterereignissen auf die Verbreitung und Populationsdynamik von Brutv\u00f6geln in Deutschland und deren Implikationen f\u00fcr den Naturschutz"},"content":{"rendered":"<p>Der Mensch gemachte Klimawandel f\u00fchrt nicht nur zu einem weltweiten Anstieg der Jahresmitteltemperatur und zu einer Umverteilung von Niederschl\u00e4gen, sondern auch zu einem Anstieg von Extremwetterereignissen. Diese Ver\u00e4nderungen im Klimasystem sowie die zunehmende Intensit\u00e4t und Frequenz von Extremwetterereignissen beeinflussen die globale Biodiversit\u00e4t. Deutschland hat sich in mehreren Abkommen der Vereinten Nationen sowie im Zuge des <em>New Green Deal<\/em> der EU dazu verpflichtet, die Biodiversit\u00e4t zu sch\u00fctzen. Erfolgreicher Biodiversit\u00e4tsschutz erfordert eine Identifikation von sch\u00fctzenswerten Naturr\u00e4umen und Zielarten im Vorhinein. Diese Identifikation muss unter der Ber\u00fccksichtigung von zuk\u00fcnftigen Klimawandel bedingten Effekten auf die Biodiversit\u00e4t stattfinden. Momentan beziehen sich fast alle Art- und \u00a0 Schutzgebietsbewertungen auf die Vorhersagen f\u00fcr ein durchschnittliches Klima in der Zukunft. Der Einfluss von Extremwetterereignissen wurde bis jetzt jedoch kaum ber\u00fccksichtigt. Dieses Promotionsvorhaben soll ein Beitrag dazu leisten diese L\u00fccke im Bewertungssystem von Naturr\u00e4umen und Arten zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Effekte von Extremwetterereignissen sollen w\u00e4hrend des Promotionsvorhabens exemplarisch\u00a0 f\u00fcr die Brutvogelwelt Deutschlands analysiert werden. Es ist bekannt, dass Vogelpopulationen stark auf Extremwetterereignisse reagieren. Durch die Funktion von V\u00f6gel als Indikatortaxon sind die Ergebnisse dieses Projektes in ihren Grunds\u00e4tzen ebenfalls auf andere taxonomische Gruppen anwendbar.<\/p>\n<p>Konkret sollen detaillierte neuartige Datens\u00e4tze &#8211; mit knapp 100 Millionen Einzelbeobachtungen \u00fcber die letzten 2 Dekaden &#8211; verwendet werden, um mit modernen Modellierungsmethoden m\u00f6gliche Folgen vergangener und zuk\u00fcnftiger Extremwetterereignisse auf die Vogelwelt Deutschlands Abzusch\u00e4tzen. (1) Im ersten Kapitel der vorgestellten Promotionsarbeit sollen die Effekte von Extremwetterereignissen auf die r\u00e4umliche Verbreitung der Brutvogelarten anhand von Nischenmodellen &#8211; welche die Verbreitung einer Art unter bestimmten Wetter\/Klimabedingungen abbilden k\u00f6nnen &#8211; evaluiert werden. \u00dcber die Ergebnisse werden die Arten und Gruppen identifiziert, die besonders sensibel auf Extremwetterereignisse der vergangen 20 Jahre reagiert haben und in Zukunft durch Extremwetterereignisse bedroht sind. (2) Im zweiten Kapitel sollen zus\u00e4tzlich zur r\u00e4umlichen Analyse und Bewertung von Arten und Fl\u00e4chen die f\u00fcr den Naturschutz relevanten Kenngr\u00f6\u00dfen wie Populationstrends, Populationsgr\u00f6\u00dfe oder vorhergesagte Zeit bis zum (regionalen) Aussterbezeitpunkt im Kontext von Extremwetterereignissen quantifiziert werden. Daf\u00fcr werden Populationsmodelle f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Vogelarten angewandt und unter verschiedenen Extremwetterereignisszenarien (Typ, Frequenz und Intensit\u00e4t) verglichen. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen demographische Parameter identifiziert werden, welche f\u00fcr das Abpuffern von Extremwetter-bedingten Effekten auf Popualtionen besonders wichtig sind. (3) Im dritten Kapitel soll der Einfluss des Schutzgrades sowie der Einfluss des gesch\u00fctzten Habitats auf die Resilienz oder Vulnerabilit\u00e4t eines Schutzgebietes hinsichtlich verschiedener Extremwetterereignisse anhand der Ergebnisse der Nischenmodellierung abgesch\u00e4tzt werden. Weiter soll eine Gesamtbewertung der Brutv\u00f6gel Deutschlands anhand eines kombinierten Messwertes, der sowohl die Erkenntnisse \u00fcber wichtige demographische Parameter der Populationsmodellierung als auch die Ergebnissen der Nischenmodelle ber\u00fccksichtigt, stattfinden.<\/p>\n<p>Mithilfe der erwarteten Ergebnisse k\u00f6nnen deutschlandweit Naturschutzempfehlungen hinsichtlich des Fl\u00e4chenschutzes sowie des Artschutzes formuliert werden. Die M\u00f6glichkeit Effekte des Klimawandels auf die deutsche Biodiversit\u00e4t abzusch\u00e4tzen, bekommt mit diesem Projekt &#8211; der Implementierung von Extremwetterereignissen in den Bewertungsprozess f\u00fcr den Naturschutz von Fl\u00e4chen und Arten &#8211;\u00a0 eine neue Dimension, welche bis jetzt kaum in der Anwendung ber\u00fccksichtigt wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mensch gemachte Klimawandel f\u00fchrt nicht nur zu einem weltweiten Anstieg der Jahresmitteltemperatur und zu einer Umverteilung von Niederschl\u00e4gen, sondern auch zu einem Anstieg von Extremwetterereignissen. Diese Ver\u00e4nderungen im Klimasystem sowie die zunehmende Intensit\u00e4t und Frequenz von Extremwetterereignissen beeinflussen die globale Biodiversit\u00e4t. 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