{"id":158037,"date":"2026-02-11T10:46:03","date_gmt":"2026-02-11T09:46:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20025-102\/"},"modified":"2026-02-11T10:46:04","modified_gmt":"2026-02-11T09:46:04","slug":"20025-102","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20025-102\/","title":{"rendered":"Gr\u00e4ben \u00fcberwinden f\u00fcr transformativen Wandel: Transdisziplin\u00e4re Nachhaltigkeitsforschung im Kontext polarisierter sozial-\u00f6kologischer Konfliktlagen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Klimawandel, Biodiversit\u00e4tsverlust, Ressourcen\u00fcbernutzung und soziale Ungleichheiten f\u00fchren weltweit zu tiefgreifenden sozial-\u00f6kologischen Krisen, deren Bew\u00e4ltigung eine umfassende gesellschaftliche Transformation erfordert. Transdisziplin\u00e4re Nachhaltigkeitsforschung hat sich als zentraler Forschungsmodus etabliert, um Wissenschaftler:innen verschiedener Disziplinen mit gesellschaftlichen Akteuren zusammenzubringen, praxisnahes Wissen zu generieren und tragf\u00e4hige L\u00f6sungen f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung zu erarbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Doch transdisziplin\u00e4re Prozesse geraten zunehmend in gesellschaftliche Spannungsfelder: Polarisierung, insbesondere affektive Polarisierung, erschweren den Dialog, versch\u00e4rfen emotionale Konflikte und blockieren kooperative Aushandlungsprozesse. Sie gef\u00e4hrden damit die Entwicklung von L\u00f6sungsans\u00e4tzen, reduzieren Perspektivenvielfalt und untergraben transformative Prozesse. Diese Dynamiken zeigen sich besonders bei umweltbezogenen Themen wie Naturschutz, Klimaschutz oder Landnutzung und spitzen sozial-\u00f6kologische Konflikte zu. Erste Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass transdisziplin\u00e4re Ans\u00e4tze auch in affektiv polarisierten sozial-\u00f6kologischen Konflikten Br\u00fccken schlagen und Verst\u00e4ndigung erm\u00f6glichen k\u00f6nnen, indem sie Austauschr\u00e4ume schaffen, Beteiligung erm\u00f6glichen und Perspektivenvielfalt f\u00f6rdern. Systematisches Wissen dar\u00fcber, wie affektive Polarisierung transdisziplin\u00e4re Prozesse in solchen Konflikten beeinflusst, welche Herausforderungen daraus entstehen und wie damit produktiv umgegangen werden kann, fehlt bislang.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Das Promotionsvorhaben untersucht daher, a) welche spezifischen Herausforderungen affektiv polarisierte sozial-\u00f6kologische Konflikte f\u00fcr transdisziplin\u00e4re Prozesse darstellen, b) wie unter solchen Bedingungen Wissensproduktion und L\u00f6sungsfindung gelingen kann und c) wie diese Prozesse zur Transformation der sozial-\u00f6kologischen Konflikte beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Das methodische Vorgehen umfasst vier aufeinander aufbauende Schritte der empirischen Sozialforschung: eine systematische Literaturanalyse, Expert:innen-Interviews, zwei bis drei vertiefende Fallstudien sowie einen abschlie\u00dfenden Syntheseworkshop. Die Literaturanalyse erfasst den Forschungsstand an der Schnittstelle von transdisziplin\u00e4rer Forschung, sozial-\u00f6kologischen Konflikten und affektiver Polarisierung. Anschlie\u00dfend werden Expert:innen aus zwei Gruppen interviewt: Wissenschaftler:innen mit entsprechender transdisziplin\u00e4rer Erfahrung sowie Fachpersonen aus Praxis- und Forschungsfeldern wie Friedensforschung, politischer Bildung oder Mediation.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In den Fallstudien werden transdisziplin\u00e4re Prozesse in ausgew\u00e4hlten, emotional aufgeladenen und polarisierten sozial-\u00f6kologischen Konflikten (z.\u202fB. Naturschutz, Landwirtschaft, Ressourcen) empirisch vertieft untersucht. Wiederholte Feldbesuche dienen der Datenerhebung durch teilnehmende Beobachtung und Interviews. Sie erm\u00f6glichen fundierte Konfliktanalysen und Prozessrekonstruktionen, f\u00f6rdern Vertrauen, st\u00e4rken Forschungsbeziehungen und unterst\u00fctzen ein vertieftes Verst\u00e4ndnis der konflikthaften Kontexte.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Auswertung erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie affektive Polarisierung transdisziplin\u00e4re Prozesse im Kontext sozial-\u00f6kologischer Konflikte beeinflusst und praxisrelevante Hinweise f\u00fcr deren Gestaltung zu entwickeln. Im abschlie\u00dfenden Workshop werden die Ergebnisse mit Expert:innen und Beteiligten reflektiert und weiterentwickelt.<\/p>\n<p>Das Vorhaben leistet einen wissenschaftlich wie gesellschaftlich relevanten Beitrag, indem es aufzeigt, wie affektive Polarisierung transdisziplin\u00e4re Nachhaltigkeitsforschung beeinflusst \u2013 und wie solche Prozesse trotz Polarisierung konstruktiv gestaltet werden k\u00f6nnen. Die Ergebnisse sollen das wissenschaftliche Verst\u00e4ndnis vertiefen und konkrete Impulse f\u00fcr Akteure liefern, die transformative Prozesse in sozial-\u00f6kologischen Konflikten verantwortungsvoll gestalten und L\u00f6sungen f\u00fcr Nachhaltigkeit erm\u00f6glichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klimawandel, Biodiversit\u00e4tsverlust, Ressourcen\u00fcbernutzung und soziale Ungleichheiten f\u00fchren weltweit zu tiefgreifenden sozial-\u00f6kologischen Krisen, deren Bew\u00e4ltigung eine umfassende gesellschaftliche Transformation erfordert. Transdisziplin\u00e4re Nachhaltigkeitsforschung hat sich als zentraler Forschungsmodus etabliert, um Wissenschaftler:innen verschiedener Disziplinen mit gesellschaftlichen Akteuren zusammenzubringen, praxisnahes Wissen zu generieren und tragf\u00e4hige L\u00f6sungen f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung zu erarbeiten. 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