{"id":158034,"date":"2026-04-01T10:46:02","date_gmt":"2026-04-01T08:46:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20025-122\/"},"modified":"2026-04-01T10:46:03","modified_gmt":"2026-04-01T08:46:03","slug":"20025-122","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20025-122\/","title":{"rendered":"Erhalt von Kalkmagerrasen durch extensive Heumahd f\u00fcr Freizeitpferde? Eine Untersuchung zentraler Futterparameter"},"content":{"rendered":"<p>Kalkmagerrasen (FFH Lebensraumtyp 6210) z\u00e4hlen zu den artenreichsten Habitaten der Kulturlandschaft Mitteleuropas. Die Limitierung von Wasser und N\u00e4hrstoffen verhindert, dass konkurrenzkr\u00e4ftige, hochw\u00fcchsige Pflanzenarten zur Dominanz kommen, und f\u00f6rdert die Koexistenz zahlreicher vorwiegend niedrigw\u00fcchsiger, konkurrenzschwacher Arten. Die Anzahl und Fl\u00e4che der Kalkmagerrasen reduzierten sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts stark. Hauptursache ist die vielfache Aufgabe der traditionellen extensiven Nutzung. Die notwendige einsch\u00fcrige Mahd oder extensive Beweidung verbliebener Kalkmagerrasen wird oft nur noch durch Naturschutzgelder und -engagement aufrechterhalten, da aufgrund der geringen Produktivit\u00e4t der Fl\u00e4chen eine \u00f6konomische Nutzung kaum rentabel ist.<\/p>\n<p>Gleichzeitig werden in Deutschland etwa 400.000 Pferde gehalten. Pferde sind an rohfaserreiches und energiearmes Futter angepasst. Da der Gro\u00dfteil der Pferde zu Freizeitzwecken gehalten und somit nur gering k\u00f6rperlich beansprucht wird, bestehen, anders als h\u00e4ufig angenommen, in der Regel nur geringe bis moderate N\u00e4hrstoff- und Energieanforderungen. Daher f\u00fchrt die F\u00fctterung von Pferden mit konventionellem Heu oft zu einer \u00dcberversorgung mit einzelnen Futterinhaltsstoffen, insbesondere Zucker, was langfristig zu Krankheiten f\u00fchrt. Heu von Kalkmagerrasen k\u00f6nnte daher eine pferdegerechte Alternative zum konventionellen Heu von ged\u00fcngtem Wirtschaftsgr\u00fcnland bieten. Dadurch k\u00f6nnte ein neues Interesse an einer extensiven einsch\u00fcrigen Mahd ohne D\u00fcngung f\u00fcr diese Fl\u00e4chen entstehen, das eine Perspektive zum langfristigen Erhalt dieser Lebensr\u00e4ume er\u00f6ffnen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>In meinem Promotionsprojekt wird untersucht, inwiefern Heu von Kalkmagerrasen f\u00fcr Pferde geeignet ist. Bisherige Untersuchungen zu Futterparametern sind weitgehend auf (\u00f6konomisch rentablere) produktive Gr\u00fcnlandtypen und deren Arteninventar beschr\u00e4nkt; Untersuchungen zu Kalkmagerrasen(arten) fehlen, insbesondere hinsichtlich der Futteranspr\u00fcche von Pferden. Das Promotionsprojekt baut auf erste, vielversprechende Ergebnisse meiner Masterarbeit auf. Es zielt dabei einerseits auf gr\u00f6\u00dfere Verallgemeinerbarkeit (durch verschiedene Untersuchungsfl\u00e4chen, -jahre und -zeitpunkte), andererseits auf ein pr\u00e4ziseres wissenschaftliches Verst\u00e4ndnis von Einflussfaktoren (Tageszeit, N\u00e4hrstoffverf\u00fcgbarkeit, Anteil funktioneller Gruppen, typische Arten) auf zentrale Futterparameter.<\/p>\n<p>Die geplante Studie adressiert zum einen die Ebene der Pflanzengemeinschaften. Es soll untersucht werden inwiefern sich dessen Futterparameter durch verschiedene Einflussfaktoren \u00e4ndern. Dazu sind Entnahmen von Heuproben von acht verschiedenen Kalkmagerrasen-Fl\u00e4chen zu mindestens zehn verschiedenen Mahdzeitpunkten \u00fcber zwei Jahre vorgesehen. Die Beprobung erfolgt nach bestimmten funktionellen Gruppen (Gr\u00e4ser, Asteraceae, Leguminosen, \u00fcbrige), um dessen Biomasse-Anteil an der Heuprobe (% Trockengewicht) zu bestimmen. In einem Teil der Studie erfolgt zudem eine Zuordnung der Heuproben zur stand\u00f6rtlichen N\u00e4hrstoffverf\u00fcgbarkeit, durch die Bestimmung der mittleren Ellenberg-Zeigerwerte f\u00fcr Stickstoff. Zum anderen soll auf der Ebene einzelner Arten untersucht werden, inwiefern Futterparameter intraspezifisch durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Dazu werden ausgew\u00e4hlte, h\u00e4ufige Arten von einer Kalkmagerrasen-Fl\u00e4che zu mindestens zehn verschiedenen Mahdzeitpunkten \u00fcber zwei Jahre zu verschiedenen Tageszeiten sowie aus verschiedenen N\u00e4hrstoffbereichen beprobt. Nach Trocknung der Proben (Trockenschrank, 48 h bei 60\u00b0C) werden die Futterparameter aller Proben durch Nahinfrarotspektroskopie (NIRS; Phoenix 5000 Spectrometer, BlueSun Scientific Inc.) bestimmt.<\/p>\n<p>Aus den Erkenntnissen der Studie soll f\u00fcr die Praxis abgeleitet werden, unter welchen Bedingungen sich Heu von Kalkmagerrasen f\u00fcr die F\u00fctterung von Freizeitpferden eignet, und damit f\u00fcr eine extensive Heunutzung von Kalkmagerrasen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kalkmagerrasen (FFH Lebensraumtyp 6210) z\u00e4hlen zu den artenreichsten Habitaten der Kulturlandschaft Mitteleuropas. Die Limitierung von Wasser und N\u00e4hrstoffen verhindert, dass konkurrenzkr\u00e4ftige, hochw\u00fcchsige Pflanzenarten zur Dominanz kommen, und f\u00f6rdert die Koexistenz zahlreicher vorwiegend niedrigw\u00fcchsiger, konkurrenzschwacher Arten. Die Anzahl und Fl\u00e4che der Kalkmagerrasen reduzierten sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts stark. 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