{"id":157731,"date":"2026-10-23T12:46:11","date_gmt":"2026-10-23T10:46:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20025-096\/"},"modified":"2026-10-23T12:46:11","modified_gmt":"2026-10-23T10:46:11","slug":"20025-096","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20025-096\/","title":{"rendered":"Steinernema kraussei zur biologischen Bek\u00c3\u00a4mpfung des Dickmaulr\u00c3\u00bcsslers (Otiorhynchus spp.) bei kalten Temperaturen: Industrielle in-vitro-Produktion und Bodenmikrobiom-Zusammensetzung nach Applikation"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Der Gefurchte Dickmaulr\u00c3\u00bcssler (<em>Otiorhynchus sulcatus<\/em>) ist ein bedeutender Sch\u00c3\u00a4dling im europ\u00c3\u00a4ischen Zierpflanzen- und Beerenanbau. Besonders die im Boden lebenden Larvenstadien verursachen durch Wurzelfra\u00c3\u0178 erhebliche Ertragsverluste. Der Einsatz chemischer Insektizide zur Bek\u00c3\u00a4mpfung ist aufgrund ihrer Persistenz, der Toxizit\u00c3\u00a4t gegen\u00c3\u00bcber Nicht-Zielorganismen (z.B. Best\u00c3\u00a4ubern oder S\u00c3\u00a4ugetieren) sowie der nachgewiesenen negativen Auswirkungen auf die Diversit\u00c3\u00a4t des Bodenmikrobioms sowohl \u00c3\u00b6kologisch als auch regulatorisch problematisch. Der Bedarf an wirksamen und nachhaltigen Alternativen ist daher dringend. Entomopathogene Nematoden (EPN) der Gattungen <em>Steinernema<\/em> und <em>Heterorhabditis<\/em> gelten als umweltvertr\u00c3\u00a4gliche und r\u00c3\u00bcckstandsfreie biologische Pflanzenschutzmittel. Die bisher etablierten Arten zeigen jedoch bei k\u00c3\u00bchlen Temperaturen (unter 12 \u00c2\u00b0C) eine unzureichende Aktivit\u00c3\u00a4t, sodass eine Bek\u00c3\u00a4mpfung der Larven, wenn sie am anf\u00c3\u00a4lligsten f\u00c3\u00bcr eine Infektion sind (im Fr\u00c3\u00bchjahr und Herbst), unwirksam ist. <em>Steinernema kraussei<\/em> hingegen bleibt auch bei Temperaturen unter 10 \u00c2\u00b0C hochvirulent und eignet sich daher zur effizienten Bek\u00c3\u00a4mpfung des Dickmaulr\u00c3\u00bcsslers sowohl bei niedrigen als auch bei h\u00c3\u00b6heren Temperaturen. Trotz dieses Potenzials ist <em>S. kraussei <\/em>bislang nur aus <em>in<\/em>&#8211;<em>vivo<\/em>-Produktion erh\u00c3\u00a4ltlich, die nicht skalierbar und unzuverl\u00c3\u00a4ssig ist. Um <em>S. kraussei<\/em> langfristig als biologische Alternative gegen den Dickmaulr\u00c3\u00bcssler einsetzen zu k\u00c3\u00b6nnen, ist die Etablierung einer effizienten und ertragreichen <em>in<\/em>&#8211;<em>vitro<\/em>-Fl\u00c3\u00bcssigkultur unerl\u00c3\u00a4sslich.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ziel dieser Doktorarbeit ist es, die industrielle <em>in<\/em>&#8211;<em>vitro<\/em>-Produktion von <em>S. kraussei<\/em> zu etablieren, um langfristig den Eintrag chemischer Insektizide zu reduzieren. Erg\u00c3\u00a4nzend soll erstmals systematisch die Auswirkung der Applikation von <em>S. kraussei<\/em> auf das Bodenmikrobiom, die Enzymaktivit\u00c3\u00a4t sowie die Pflanzengesundheit anhand von Erdbeerkulturen untersucht werden. Daf\u00c3\u00bcr werden zun\u00c3\u00a4chst geeignete <em>Xenorhabdus<\/em>-Symbionten aus einer umfangreichen Isolat-Sammlung der e-nema GmbH charakterisiert und in Kombination mit verschiedenen <em>S. kraussei<\/em>-St\u00c3\u00a4mmen auf ihre Kompatibilit\u00c3\u00a4t getestet. Anschlie\u00c3\u0178end erfolgt eine Optimierung des Kulturmediums unter Anwendung genetischer Algorithmen sowie ein Scale-up der Fl\u00c3\u00bcssigkultur (bis 500\u00e2\u20ac\u00afL). Parallel dazu werden Gew\u00c3\u00a4chshaus- und Freilandversuche in Rhizoboxen durchgef\u00c3\u00bchrt, bei denen mithilfe von Zymographie und molekularbiologischen Methoden untersucht wird, wie sich die Applikation von <em>S. kraussei<\/em> auf die mikrobielle Diversit\u00c3\u00a4t des Bodenmikrobioms, die enzymatische Aktivit\u00c3\u00a4t in der Rhizosph\u00c3\u00a4re und die Pflanzengesundheit auswirkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gefurchte Dickmaulr\u00c3\u00bcssler (Otiorhynchus sulcatus) ist ein bedeutender Sch\u00c3\u00a4dling im europ\u00c3\u00a4ischen Zierpflanzen- und Beerenanbau. Besonders die im Boden lebenden Larvenstadien verursachen durch Wurzelfra\u00c3\u0178 erhebliche Ertragsverluste. Der Einsatz chemischer Insektizide zur Bek\u00c3\u00a4mpfung ist aufgrund ihrer Persistenz, der Toxizit\u00c3\u00a4t gegen\u00c3\u00bcber Nicht-Zielorganismen (z.B. 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