{"id":135693,"date":"2026-10-23T12:46:14","date_gmt":"2026-10-23T10:46:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20025-006\/"},"modified":"2026-10-23T12:46:16","modified_gmt":"2026-10-23T10:46:16","slug":"20025-006","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20025-006\/","title":{"rendered":"Vorteilsausgleich im V\u00c3\u00b6lkerrecht. Zur ausgewogenen und gerechten Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung von Umweltg\u00c3\u00bctern."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Das Promotionsvorhaben analysiert die Verfestigung von Vorstellungen zur Verteilungsgerechtigkeit in v\u00c3\u00b6lkerrechtliche Normen. Konkreter Untersuchungsgegenstand ist das sich dynamisch entwickelnde Konzept des Vorteilsausgleichs (\u00e2\u20ac\u017ebenefit-sharing\u00e2\u20ac\u0153). Es sieht einen materiellen oder immateriellen Ausgleich f\u00c3\u00bcr die Vorteile vor, die aus der Nutzung von Umweltg\u00c3\u00bctern erwachsen. In den letzten drei Jahrzehnten hat sich benefit-sharing zu einem zentralen Verhandlungsthema des Umweltv\u00c3\u00b6lkerrechts entwickelt, als Antwort auf die bestehende globale materielle Ungleichheit. Es spielt eine entscheidende Rolle bei der Frage, ob eine internationale Zusammenarbeit bei der Bew\u00c3\u00a4ltigung von Umweltproblemen und der Regulierung der Nutzung von Umweltressourcen m\u00c3\u00b6glich ist. Die thematische Spannbreite reicht hierbei vom Schutz der Biodiversit\u00c3\u00a4t \u00c3\u00bcber den Tiefsee- und Asteroidenbergbau bis hin zur Bek\u00c3\u00a4mpfung von Pandemien.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Das Ziel der Arbeit ist es, eine fundierte Kritik des Vorteilsausgleichs auf der Grundlage von Ans\u00c3\u00a4tzen der Third World Approaches to International Law (TWAIL) zu entwickeln. Bestehende Schwachstellen des Konzepts sollen anhand der These untersucht werden, dass der Vorteilsausgleich \u00e2\u20ac\u201c angelehnt an David Kennedy \u00e2\u20ac\u201c sowohl als verbindendes Element (\u00e2\u20ac\u017eKlebstoff\u00e2\u20ac\u0153) zwischen Zentren und Peripherien fungiert, als auch als \u00e2\u20ac\u017eMantel\u00e2\u20ac\u0153, der hierarchische Strukturen verdeckt und bestehende Ungleichheiten eher festigt als aufl\u00c3\u00b6st. Die Analyse soll zugleich offenlegen, welcher Ver\u00c3\u00a4nderungen es bed\u00c3\u00bcrfte, um den Vorteilsausgleich zu einem wirksameren Instrument mit echtem Transformationspotenzial weiterzuentwickeln.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Im Rahmen der Untersuchung werden zudem vertieft zwei Fallbeispiele untersucht, bei denen sich Deutschland zuletzt prominent in die Verhandlungen eingebracht hat. Erstens wird das Regime des Tiefseebergbaus im Rahmen des Seerechts\u00c3\u00bcbereinkommens (UNCLOS) betrachtet. Innerhalb der Internationalen Seebodenbeh\u00c3\u00b6rde wird derzeit an der Konkretisierung der Vorschriften aus UNCLOS gearbeitet. Verschiedene Staaten und private Akteure dr\u00c3\u00a4ngen auf eine Ausbeutung der sogenannten Manganknollen insbesondere im Pazifischen Ozean. Deutschland hat sich f\u00c3\u00bcr ein Moratorium des Tiefseebergbaus bis zur Fertigstellung des sogenannten Mining-Code ausgesprochen. Die Ausgestaltung der Regelungen zum Vorteilsausgleich ist dort noch nicht verhandelt. Zweitens wird der j\u00c3\u00bcngste Durchbruch im Umgang mit Digitalen Sequenzinformationen unter der UN-Biodiversit\u00c3\u00a4tskonvention und dem Nagoya-Protokoll untersucht. Diese Sequenzdaten, die durch die Analyse biologischer Proben generiert und anschlie\u00c3\u0178end in Datenbanken gespeichert werden, wurden durch die Einigung als Ausl\u00c3\u00b6ser f\u00c3\u00bcr Vorteilsausgleichsverpflichtungen anerkannt. Gleichzeitig wurden mit dem geplanten Cali-Fonds die Grundlagen f\u00c3\u00bcr eine neue multilaterale Verwaltungsstruktur f\u00c3\u00bcr benefit-sharing geschaffen. Die konkrete Umsetzung der Verpflichtungen soll in den kommenden Jahren erfolgen. Deutschland hatte sich in den Verhandlungen insbesondere f\u00c3\u00bcr die Bewahrung des freien Zugangs zu den bestehenden Datenbanken eingesetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Promotionsvorhaben analysiert die Verfestigung von Vorstellungen zur Verteilungsgerechtigkeit in v\u00c3\u00b6lkerrechtliche Normen. Konkreter Untersuchungsgegenstand ist das sich dynamisch entwickelnde Konzept des Vorteilsausgleichs (\u00e2\u20ac\u017ebenefit-sharing\u00e2\u20ac\u0153). Es sieht einen materiellen oder immateriellen Ausgleich f\u00c3\u00bcr die Vorteile vor, die aus der Nutzung von Umweltg\u00c3\u00bctern erwachsen. 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