{"id":135691,"date":"2026-03-24T10:46:05","date_gmt":"2026-03-24T09:46:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20025-008\/"},"modified":"2026-03-24T10:46:05","modified_gmt":"2026-03-24T09:46:05","slug":"20025-008","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20025-008\/","title":{"rendered":"Politische \u00d6kologie der Wasserstoffinfrastrukturierung in Schleswig-Holstein und der Normandie &#8211; Eine Untersuchung des transformativen Potenzials von Wasserstoffinfrastrukturen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">In diesem Promotionsvorhaben werden die Governance-Strukturen und Planungsprozesse von Wasserstoffinfrastrukturen in Schleswig-Holstein, Deutschland und der Normandie, Frankreich untersucht. Dabei wird eine Politische \u00d6kologie der Wasserstoffinfrastrukturierung formuliert und ein qualitativer ethnografischer Forschungsansatz im Rahmen einer \u201amulti-sited comparison\u2018<em> <\/em>verwendet.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Gr\u00fcner Wasserstoff wird als wichtige Technologie f\u00fcr den \u00dcbergang zu erneuerbaren Energien und die Dekarbonisierung der Industrie gesehen. Staaten investieren viel in die Technologie sowie in den Aufbau der daf\u00fcr notwendigen Infrastruktur, da diese als entscheidend f\u00fcr den Markthochlauf gilt. Wasserstoff-Regionen erhoffen sich wirtschaftlichen Aufschwung durch den Ausbau von Energieinfrastrukturen und die Ansiedlung \u201agr\u00fcner Industrie\u2018. Sozialwissenschaftliche Infrastrukturforschung betont jedoch die Notwendigkeit, Infrastrukturen kritisch zu hinterfragen und ihre r\u00e4umlichen und zeitlichen Auswirkungen zu untersuchen. Au\u00dferdem heben kritische Forscher:innen sozial-\u00f6kologische Risiken der aufkommenden Wasserstoffwirtschaft hervor, wie Energiekolonialismus, gr\u00fcner Extraktivismus und Umweltungerechtigkeiten. Wasserstoffregionen stehen daher vor gro\u00dfen Herausforderungen, wie der Bereitstellung von Ressourcen (z.B. Wasser und Land), der Abstimmung mit den Bed\u00fcrfnissen der Bev\u00f6lkerung und der Achtung von Gerechtigkeits- und Umweltschutzzielen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Dieses Promotionsvorhaben verfolgt zwei Hauptziele: Erstens werden die regional gewachsenen Governance-Konstellationen der Wasserstoffwirtschaft analysiert und L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr das \u201aHenne-Ei-Problem\u2018 (keine Nachfrage, kein Angebot, keine Transportinfrastruktur) des Markthochlaufs untersucht. Zweitens findet eine Abw\u00e4gung des transformativen Potenzials von gr\u00fcnem Wasserstoff gegen\u00fcber sozial-\u00f6kologischen Risiken statt, einschlie\u00dflich der Untersuchung von Demokratie- und Gerechtigkeitsfragen bei Planungsprozessen sowie der umweltbezogenen Folgen des Infrastrukturausbaus.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die sozialwissenschaftliche Forschung zu gr\u00fcnem Wasserstoff weist noch erhebliche L\u00fccken auf, insbesondere hinsichtlich sozialer und \u00f6kologischer Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften, Gerechtigkeitsfragen in Wasserstoffpartnerschaften zwischen Globalem Norden und S\u00fcden, kritischer Analyse der EU-Wasserstoffpolitik sowie \u00f6ffentlicher Beteiligung und Akzeptanz. Diese Studie zielt darauf ab, diese Forschungsl\u00fccken zu adressieren und zu einer ausgewogeneren, sozialwissenschaftlichen Betrachtung von gr\u00fcnem Wasserstoff in der EU beizutragen. Au\u00dferdem soll eine Etablierung der Technologie unter Ber\u00fccksichtigung sozial-\u00f6kologischer Folgen in den Planungsprozessen erm\u00f6glicht und neue Konzepte f\u00fcr transformative Infrastrukturen im Rahmen einer sozial-\u00f6kologischen Transformation diskutiert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Forschungsziele werden mit der folgenden zentralen Fragestellung untersucht:<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Wie werden Infrastrukturpolitiken der gr\u00fcnen Wasserstoffwirtschaft in Schleswig-Holstein und der Normandie gestaltet, welche sozial-\u00f6kologischen Folgen hat dies bisher und wie werden diese Folgen in den Planungsprozessen ber\u00fccksichtigt? Welche Verbesserungspotenziale gibt es hier?<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Theoretisch st\u00fctzt sich das Vorhaben auf Konzepte der Politischen \u00d6kologie und der sozialwissenschaftlichen Infrastrukturierungsforschung. Es ber\u00fccksichtigt auch Ideen zu Postwachstums\u00f6konomien, Suffizienz und innovativen Infrastrukturkonzepten. Methodisch kombiniert die Forschung ethnografische und qualitativ-empirische Methoden mit Dokumentanalysen. In zwei Forschungsaufenthalten in der Normandie sowie w\u00e4hrend regelm\u00e4\u00dfiger Empirie in Schleswig-Holstein werde ich vor allem Interviews mit unterschiedlichen Akteuren und B\u00fcrger:innen f\u00fchren und Beobachtungen bei Wasserstoffprojekten und auf Veranstaltungen durchf\u00fchren. Der Vergleich zwischen den beiden Regionen soll sowohl regionale Besonderheiten als auch effektive Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Implementierung von gr\u00fcnem Wasserstoff aufzeigen und zu einem besseren Verst\u00e4ndnis regionaler sozial-\u00f6kologischer Auswirkungen der EU-Politik beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Promotionsvorhaben werden die Governance-Strukturen und Planungsprozesse von Wasserstoffinfrastrukturen in Schleswig-Holstein, Deutschland und der Normandie, Frankreich untersucht. 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