{"id":135690,"date":"2026-02-22T10:46:03","date_gmt":"2026-02-22T09:46:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20025-010\/"},"modified":"2026-02-22T10:46:04","modified_gmt":"2026-02-22T09:46:04","slug":"20025-010","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20025-010\/","title":{"rendered":"Schadstoffeliminierung in Abw\u00e4ssern durch heimische Makroalgen: Stressphysiologische Reaktionen und Sanierungspotenzial"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Anthropogene Mikroschadstoffe wie Pestizide, Bisphenole, Hormone und PFAS belasten zunehmend aquatische \u00d6kosysteme und stellen ein wachsendes Risiko f\u00fcr Umwelt und menschliche Gesundheit dar. Diese Substanzen gelangen \u00fcber diffuse Eintragsquellen in Gew\u00e4sser, wo sie sich negativ auf Wasserorganismen und das \u00f6kologische Gleichgewichte auswirken. Durch Bioakkumulation entlang der Nahrungskette sind auch h\u00f6here Lebewesen gef\u00e4hrdet. In konventionelle Kl\u00e4ranlagen kommt es zu einer unzureichenden Entfernung anthropogener Schadstoffe. Im Rahmen der 4. Reinigungsstufe soll die Effizienz von Kl\u00e4ranlagen gesteigert werden. Bisherige Prozesse ben\u00f6tigen h\u00e4ufig zus\u00e4tzliche Chemikalien, weisen einen hohen Energiebedarf auf und sind mit erheblichen Kosten verbunden. Es besteht daher ein dringender Bedarf an nachhaltigen, ressourcenschonenden Alternativen zur Reduktion von Mikroschadstoffen in Gew\u00e4ssern. Ein vielversprechender Ansatz zur umweltfreundlichen Abwassersanierung ist die Nutzung von Makroalgen der Gattung <em>Ulva<\/em>. Diese Algen zeichnen sich durch hohe Wachstumsraten, Anpassungsf\u00e4higkeit und die F\u00e4higkeit zur Akkumulation und zum Abbau von Schadstoffen aus. Zus\u00e4tzlich bindet <em>Ulva<\/em> Mikron\u00e4hrstoffe wie Stickstoff und Phosphat in ihrer Biomasse, welche in der Nahrungsmittel- und Chemikalienproduktion sowie Energiegewinnung vielseitig einsetzbar ist. Meine Forschung untersucht die Eignung heimischer S\u00fc\u00dfwasser <em>Ulva<\/em> Arten zur Entfernung und zum Abbau von Mikroschadstoffen in Abw\u00e4ssern. Ziel ist die Etablierung eines nachhaltigen, biologischen Modellsystems, das bestehende Reinigungstechnologien erg\u00e4nzt. Bisherige Forschungsergebnisse zeigen, dass <em>Ulva<\/em> eine Vielzahl von Schadstoffen aufnehmen kann, jedoch wurde der Abbau nur selten untersucht. Die Kombination von biologischen und chemischen Analysen erm\u00f6glicht ein tiefgreifendes Verst\u00e4ndnis der Schadstoffabbauprozesse.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><u>Dabei stehen folgende Aspekte im Fokus<\/u>:<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>Etablierung eines Modellsystems<\/strong>: Kultivierung von <em>Ulva<\/em> unter kontrollierten Bedingungen sowie Charakterisierung der Alge und ihrer assoziierten Bakterien (<em>tufA<\/em>&#8211; und 16S rRNA-Sequenzierung).<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>\u00d6kotoxikologische Analysen<\/strong>: Untersuchung der Schadstoff Organismus Interaktion anhand unterschiedlicher Faktoren sowie die Quantifizierung der Mikroschadstoffe mittels einer Hoch-Durchsatz-Plattform mit automatisierter Probenvorbereitung durch den CyBio\u00ae FeliX\u2122 (Analytik Jena GmbH, Kooperation im Rahmen des BMBF Projekts ThWIC) unter Verwendung hochaufl\u00f6sender Massenspektrometer (UHPLC-ESI-MS-Orbitrap und GC-EI-MS-Orbitrap).<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>Akkumulations- und Abbaustudien<\/strong>: Identifikation und Charakterisierung der Schadstoffaufnahme, Transformations- und Abbauprodukte unter Verwendung von <sup>13<\/sup>XCMS und DeltaMS mittels hochaufl\u00f6sender Massenspektrometrie.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>Labor zur Praxis<\/strong>: Testung der realen Anwendbarkeit der Kultivierung der Makroalge und den Abbau von organischen Spurenstoffen in Kl\u00e4rw\u00e4ssern des Lehr- und Forschungskl\u00e4rwerks der Universit\u00e4t Stuttgart (B\u00fcsnau).<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><em>Mit einem innovativen und nachhaltigen Ansatz zur Nutzung von der Makroalge <\/em>Ulva<em> zielt mein Forschungsvorhaben im Rahmen meiner Promotion darauf ab, eine energieeffiziente, skalierbare L\u00f6sung zur Gew\u00e4ssersanierung zu entwickeln, die gleichzeitig \u00f6kologische und \u00f6konomische Vorteile bietet.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anthropogene Mikroschadstoffe wie Pestizide, Bisphenole, Hormone und PFAS belasten zunehmend aquatische \u00d6kosysteme und stellen ein wachsendes Risiko f\u00fcr Umwelt und menschliche Gesundheit dar. 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