{"id":135648,"date":"2026-10-23T12:46:14","date_gmt":"2026-10-23T10:46:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20025-017\/"},"modified":"2026-10-23T12:46:14","modified_gmt":"2026-10-23T10:46:14","slug":"20025-017","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20025-017\/","title":{"rendered":"Die Bedeutung von Mykobiomen f\u00c3\u00bcr die Gesundheit von B\u00c3\u00a4umen in Zeiten des Klimawandels"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Der Klimawandel bedroht die Welt, wie wir sie kennen, auf verschiedenste Arten. Dieses Projekt soll sich mit dessen Auswirkungen auf die Waldgesundheit befassen. Durch Folgen wie Hitze und D\u00c3\u00bcrren sind unsere W\u00c3\u00a4lder geschw\u00c3\u00a4cht. Der N\u00c3\u00a4hrstoff- und Wassermangel erh\u00c3\u00b6ht die Anf\u00c3\u00a4lligkeit der B\u00c3\u00a4ume f\u00c3\u00bcr Infektionen durch Pathogene. Im \u00c3\u2013kosystem Wald spielen besonders pilzliche Pathogene eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ein wichtiger Vertreter dieser Pilze ist <em>Diplodia sapinea<\/em>. Dieser kommt normalerweise endophytisch auf Kiefern (<em>Pinus <\/em>sp.) vor. Die ver\u00c3\u00a4nderten Klimabedingungen sorgen jedoch daf\u00c3\u00bcr, dass der Pilz auch pathogenes Verhalten zeigt, das verschiedene Erkrankungen bei dem Baum hervorrufen und sogar zu dessen Tod f\u00c3\u00bchren kann.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Zuvor verursachte <em>Diplodia sapinea<\/em> besonders in der s\u00c3\u00bcdlichen Hemisph\u00c3\u00a4re Probleme in der Forstwirtschaft. In den letzten Jahren breitete sich der Pilz auch in weiten Teilen Europas aus.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die weitere Erforschung von Waldgesundheit ist ein wichtiges Thema der Zukunft. Verglichen mit der Phytopathologie der Agrarwirtschaft h\u00c3\u00a4ngt die Waldpathologie teilweise Jahrzehnte zur\u00c3\u00bcck. So ist beispielsweise kein Modell-Organismus f\u00c3\u00bcr pilzliche Baumpathogene vorhanden. Die verbreiteten Methoden der Pathogenkontrolle aus der Landwirtschaft \u00e2\u20ac\u201c so der Einsatz von Fungiziden \u00e2\u20ac\u201c k\u00c3\u00b6nnen jedoch auf diese Art keine Anwendung in den W\u00c3\u00a4ldern finden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Konkret sollen in diesem Projekt zwei Schwerpunkte in Form von sechs Arbeitspaketen untersucht werden. Einen Schwerpunkt und das erste Arbeitspaket stellt die Untersuchung des bisher unbekannten Infektionsmechanismus von <em>Diplodia sapinea<\/em> dar. Hierf\u00c3\u00bcr soll <em>in planta<\/em> Mikroskopie angewandt werden. Die daf\u00c3\u00bcr notwendigen Methoden wurden erst im letzten Jahr in der Arbeitsgruppe von Prof. Flei\u00c3\u0178ner etabliert, sodass es sich hierbei um Experimente handelt, die zuvor nicht durchgef\u00c3\u00bchrt werden konnten.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Im vergangenen Jahr habe ich daran gearbeitet, zwei fluoreszenzmarkierte\u00c2\u00a0<em>D. sapinea<\/em> St\u00c3\u00a4mme zu generieren, mit denen die Mikroskopie durchgef\u00c3\u00bchrt werden kann. Beide St\u00c3\u00a4mme stehen nun kurz vor der Fertigstellung.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Den zweiten Schwerpunkt bildet die Untersuchung der Auswirkungen des Mykobioms der Kiefer auf die Infektion mit <em>Diplodia sapinea<\/em>. Die Experimente setzen sich zusammen aus Dekonstruktion des Mykobioms, Konfrontationsassays, Rekonstruktion des Mykobioms und Ko-Infektion mit <em>Diplodia sapinea<\/em>. Es sollen Erkenntnisse \u00c3\u00bcber m\u00c3\u00b6gliche Abwehrfunktionen des Mykobioms gewonnen werden. Au\u00c3\u0178erdem kann zugleich die Basis f\u00c3\u00bcr potenzielle Methoden der Pathogenkontrolle im Wald durch Biocontrol Agents geschaffen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Mit der Probennahme in einem nahegelegenen Forschungswald wurden die ersten Schritte f\u00c3\u00bcr dieses Vorhaben bereits durchgef\u00c3\u00bchrt. Das Mykobiom der Kiefern wurde isoliert und die einzelnen Pilze werden nun in Reinkultur gebracht und mittels molekularer Marker identifiziert.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ebenfalls habe ich mit der Anzucht von sterilen\u00c2\u00a0<em>in vitro<\/em>\u00c2\u00a0Kiefern aus Samen begonnen. Das Protokoll zeigt vielversprechende erste Ergebnisse. Als n\u00c3\u00a4chster Schritt folgt nun die Etablierung steriler klonaler Linien der Kiefern.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">\u00c2\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Klimawandel bedroht die Welt, wie wir sie kennen, auf verschiedenste Arten. 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