{"id":135647,"date":"2026-02-11T10:46:06","date_gmt":"2026-02-11T09:46:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20025-019\/"},"modified":"2026-02-11T10:46:07","modified_gmt":"2026-02-11T09:46:07","slug":"20025-019","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20025-019\/","title":{"rendered":"K\u00f6nnen sich diversere W\u00e4lder besser verteidigen? Untersuchungen zu den Effekten von Baumdiversit\u00e4t auf Verteidigungs- und Schutz-assoziierte Sekund\u00e4rmetabolite mit Hilfe von Nahinfrarotspektroskopie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Im aktuellen Kontext von Klimawandel und Biodiversit\u00e4tskrise spielen Wald\u00f6kosysteme als Biodiversit\u00e4tshotspots eine zentrale Rolle f\u00fcr den Erhalt unserer Lebensgrundlage. Dies ist insbesondere f\u00fcr eine nachhaltige Forstwirtschaft von Bedeutung, da artenreiche W\u00e4lder im Vergleich zu Monokulturen sowohl produktiver als auch widerstandsf\u00e4higer gegen\u00fcber nat\u00fcrlichen St\u00f6rungen sind. Derzeit sind die W\u00e4lder in Deutschland stark durch hohe von Herbivoren und Pathogenen ausgel\u00f6ste Mortalit\u00e4tsraten gepr\u00e4gt, wobei vor allem sekund\u00e4rer Sch\u00e4dlingsbefall an bereits durch Trockenstress vorgesch\u00e4digten B\u00e4umen eine wichtige Rolle spielt. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Problematik im Laufe des Klimawandels weiter versch\u00e4rfen wird. Daher ist die Resistenz zuk\u00fcnftiger W\u00e4lder gegen\u00fcber Herbivoren und Pathogenen ausgesprochen relevant f\u00fcr einen nachhaltigen Waldumbau.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In diesem Zusammenhang sind Sekund\u00e4rmetabolite, die von B\u00e4umen zur Verteidigung und zum Schutz gebildet werden, von besonderem Interesse. Insbesondere phenolische Verbindungen wie Tannine und Flavonoide, aber auch Alkaloide spielen eine zentrale Rolle in der chemischen Abwehr von Geh\u00f6lzen. Die Konzentration verschiedener Sekund\u00e4rmetabolite in den Bl\u00e4ttern ist einerseits artspezifisch, wird andererseits auch von Umweltbedingungen wie Biodiversit\u00e4t und Lichtverf\u00fcgbarkeit beeinflusst. Der Zusammenhang zwischen Baumartenreichtum, Sekund\u00e4rmetaboliten und Sch\u00e4dlingsbefall ist bisher unzureichend erforscht und stellt eine Forschungsl\u00fccke in der Biodiversit\u00e4tsforschung dar, die unbedingt geschlossen werden sollte. Ein wesentlicher Grund hierf\u00fcr liegt in der aufw\u00e4ndigen und kostenintensiven Analyse von Sekund\u00e4rmetaboliten im Labor, welche die Untersuchung gro\u00dfer Probens\u00e4tze erschwert. Um dieses Problem zu l\u00f6sen, plane ich in meinem Promotionsvorhaben den Einsatz moderner Hochdurchsatzmethoden wie der Nahinfrarotspektroskopie (NIRS). Diese nachhaltige, ressourcenschonende und innovative Methode erm\u00f6glicht eine effiziente und umfangreiche Analyse von Sekund\u00e4rmetaboliten in Blattproben.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">F\u00fcr meine Untersuchungen werde ich gr\u00f6\u00dftenteils Blattproben aus verschiedenen Biodiversity-Ecosystem-Functioning -Experimenten (BEF-Experimente) des TreeDivNet-Netzwerks nutzen, die bereits im Labor vorliegen. Im ersten Teilprojekt werde ich die Nahinfrarotspektroskopie zun\u00e4chst auf den Gesamtphenolgehalt, Tannine, Flavonoide sowie den Gesamtalkaloidgehalt kalibrieren, wof\u00fcr etablierte nasschemische Methoden verwendet werden. Mithilfe der daraus abgeleiteten Vorhersagemodelle werde ich im zweiten Teilprojekt umfangreiche Probens\u00e4tze aus weltweiten BEF-Experimenten analysieren, um allgemeine \u00f6kologische Zusammenh\u00e4nge zu entschl\u00fcsseln, wobei der Fokus auf den sechs deutschen BEF-Experimenten des TreeDivNet-Netzwerkes liegen wird. Daf\u00fcr werde ich auch eigene Gel\u00e4ndearbeit im HighDiv-SRC Experiment in Freiburg durchf\u00fchren, um Blattproben zu nehmen, sowie den Herbivorie- und Pathogenbefall der Bl\u00e4tter zu bestimmen. Um potenzielle Mechanismen besser zu verstehen, werde ich in einem dritten Teilprojekt ein Gew\u00e4chshausexperiment mit drei wichtigen heimischen Waldbaumarten (<em>Acer pseudoplatanus<\/em>, <em>Betula pendula, Carpinus betulus<\/em>) durchf\u00fchren, welches untersucht inwieweit Lichtintensit\u00e4t biodiversit\u00e4ts- und herbivorie-induzierte Effekte auf den Gehalt verschiedener Sekund\u00e4rmetabolite in Bl\u00e4ttern beeinflusst.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Das geplante Promotionsprojekt erm\u00f6glicht zum einen die Untersuchung allgemeiner \u00f6kologischer Zusammenh\u00e4nge welche essenziell sind um L\u00fccken in der Grundlagenforschung zu schlie\u00dfen. Zum anderen k\u00f6nnen die Erkenntnisse dazu beitragen, die Widerstandsf\u00e4higkeit zuk\u00fcnftiger W\u00e4lder gegen\u00fcber Sch\u00e4dlingsbefall zu erh\u00f6hen, da direkt praktische forstwirtschaftliche Empfehlungen f\u00fcr geeignete Baumartenmischungen abgeleitet werden k\u00f6nnen. Dies ist aus forstwirtschaftlicher und naturschutzfachlicher Sicht au\u00dferordentlich relevant f\u00fcr die Transformation unserer W\u00e4lder in Zeiten des globalen Wandels.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im aktuellen Kontext von Klimawandel und Biodiversit\u00e4tskrise spielen Wald\u00f6kosysteme als Biodiversit\u00e4tshotspots eine zentrale Rolle f\u00fcr den Erhalt unserer Lebensgrundlage. Dies ist insbesondere f\u00fcr eine nachhaltige Forstwirtschaft von Bedeutung, da artenreiche W\u00e4lder im Vergleich zu Monokulturen sowohl produktiver als auch widerstandsf\u00e4higer gegen\u00fcber nat\u00fcrlichen St\u00f6rungen sind. 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