{"id":127697,"date":"2026-02-11T10:46:12","date_gmt":"2026-02-11T09:46:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20024-032\/"},"modified":"2026-02-11T10:46:14","modified_gmt":"2026-02-11T09:46:14","slug":"20024-032","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20024-032\/","title":{"rendered":"Parasitologische Untersuchung von Amphibien in verschiedenen Regionen Deutschlands: Das Erstellen molekularer Datens\u00e4tze und Monitoring-Methoden f\u00fcr Amphibienparasiten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Morphologische und molekulare Bestimmung metazo\u00e4rer Parasiten von Amphibien und deren Nachweis anhand von e-DNA<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Seit Jahren gehen die Best\u00e4nde vieler Amphibienarten drastisch zur\u00fcck. Das aktuelle Amphibiensterben hat seine Ursachen in einer Ansammlung von zahlreichen, gr\u00f6\u00dftenteils von Menschen verursachten Faktoren.\u00a0W\u00e4hrend Umweltgifte und ihr Einfluss auf Amphibienpopulationen in Deutschland noch h\u00e4ufiger betrachtet werden , ist die heimische Parasitenfauna in den letzten Jahrzehnten weitgehend vernachl\u00e4ssigt worden.\u00a0Zwar sind andernorts in Europa und lokal die Parasitengemeinschaften einiger weit verbreiteter Amphibien dokumentiert, jedoch fehlt ein aktuelles Bild der Amphibienparasiten, ihrer Taxonomie, Verbreitung und ihre Auswirkungen auf Amphibienpopulationen in deutschen Lebensr\u00e4umen meist vollst\u00e4ndig oder basiert auf Annahmen.<\/p>\n<p>Basierend auf dem aktuellen Forschungsstand zu Amphibienparasiten liegt Deutschland im speziellen und Westeuropa im Allgemeinen weit hinter osteurop\u00e4ischen oder au\u00dfereurop\u00e4ischen Studien zur\u00fcck. Es fehlt neben molekulare Daten auch das grundlegende Wissen dar\u00fcber, welche Arten in Deutschland in welchen Regionen und Landschaftstypen, bei welchen Wirten und unter welchen Umweltbedingungen vorkommen. Diese Studie soll somit nach 20 Jahren, in denen kaum umfassende Untersuchungen zu Amphibienparasiten in Deutschland durchgef\u00fchrt wurden, sowohl einen aktuellen Status als auch neue Methoden f\u00fcr die weitere Erfassung von Amphibienparasiten geben.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Es sollen heimische Amphibien auf ihre Parasiten untersucht werden, um das Wissen \u00fcber die Biodiversit\u00e4t der Parasitenfauna deutscher Gew\u00e4sser zu erweitern und die damit assoziierten M\u00f6glichkeiten zum Schutz von Amphibien zu verbessern. Diese Arbeit besteht aus drei Arbeitspaketen, die aufeinander aufbauen:<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">1. Analyse des vorhandenen Wissen s\u00fcber Amphibienparasiten in Deutschland wie Europa und Identifikation der Wissensl\u00fccken und Handlungsans\u00e4tze<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">2. Aktualisierung der Parasitenlisten einheimischer Amphibien f\u00fcr verschiedene Regionen Deutschlands und Vergleich der Daten mit denen vorangegangener, ausl\u00e4ndischer Studien durch Sektion von Totfunden verschiedener Amphibienarten. Etablierung bzw.- Erweiterung eines molekularen Datensatzes zu Amphibienparasiten aus Deutschland<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">3. Das Nutzen der gesammelten Daten und Parasiten zur Entwicklung von Methoden, die es erm\u00f6glichen, das Vorkommen von Amphibienparasiten in aquatischen \u00d6kosystemen nachzuweisen, ohne dass Amphibien selbst entnommen und untersucht werden. Dazu sollen die gesammelten Sequenzen und verwendeten Primer benutzt werden, um e-DNA basierte Methoden zu entwickeln, die, mit einer ausreichenden Datengrundlage, erm\u00f6glichen w\u00fcrden, die Parasitenfauna der laichenden Amphibienpopulation an Umweltprooben festzumachen.<\/p>\n<p>Traditionelles Biomonitoring ist zeitaufw\u00e4ndig, erfordert Personal mit der n\u00f6tigen Expertise und ist damit teuer. Beim Monitoring von Endoparasiten besteht das weitere Problem, dass die Wirtstiere get\u00f6tet werden m\u00fcssen, um Proben zu erhalten, sodass die Beschaffung signifikanter Mengen an Proben bei streng gesch\u00fctzten Arten wie den Amphibien nicht nur rechtlich schwierig, sondern auch kontraproduktiv zum eigentlichen Zweck solcher Projekte ist. DNA-Barcoding beschleunigt die morphologische Bestimmungsarbeit, die Notwendigkeit der T\u00f6tung der Wirte besteht allerdings weiterhin.\u00a0eDNA Metabarcoding erlaubt dagegen die schnelle und im Vergleich kosteng\u00fcnstigere M\u00f6glichkeit DNA aus Umweltproben nachzuweisen und eine nicht-invasive Risikobewertung oder Bestandsaufnahme.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Das Projekt soll die Machbarkeit eines eDNA-basierten Monitorings von Amphibien-Endoparasiten evaluieren und in Deutschland testen. Wenn eDNA-basierte Protokolle sich als erfolgreich erweisen, kann das Parasitenmonitoring bei Amphibien effizient und nicht-invasiv durchgef\u00fchrt werden, was eine schnelle Bewertung des Risikofaktors erlaubt, ohne den Wirtsorganismus daf\u00fcr t\u00f6ten zu m\u00fcssen. Dies w\u00fcrde eine gro\u00dfe L\u00fccke in unserer Sicht auf die Gesundheit aquatischer \u00d6kosysteme schlie\u00dfen und eine wichtige Rolle dabei spielen, eine weitere Pandemie unter den Amphibien zu verhindern indem invasive Parasitenarten oder starke Populationswandel fr\u00fchzeitig entdeckt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Dabei wurde die erste Analyse bereits beendet und Synonyme und Unklarheiten in vrohandener Literatur gekl\u00e4rt. Ein konkreter Plan zur Kl\u00e4rung der Taxonomie und Lebenszyklen von Amphibienparasiten erfordert umfassende Untersuchungen der europ\u00e4ischen Amphibienarten sowie molekulare Untersuchungen zus\u00e4tzlich zu morphologischen Bestimmungen. Die Ergebnisse der ersten Analyse sind in der Puplikation:\u00a0Amphibian helminths in Europe revisited: taxonomy, threats, and ecological insights (https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.pt.2025.09.005) zu finden.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morphologische und molekulare Bestimmung metazo\u00e4rer Parasiten von Amphibien und deren Nachweis anhand von e-DNA \u00a0 Seit Jahren gehen die Best\u00e4nde vieler Amphibienarten drastisch zur\u00fcck. 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