{"id":127692,"date":"2026-10-23T12:46:17","date_gmt":"2026-10-23T10:46:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20024-044\/"},"modified":"2026-10-23T12:46:18","modified_gmt":"2026-10-23T10:46:18","slug":"20024-044","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20024-044\/","title":{"rendered":"Grenzenloses Reisen oder \u00e2\u20ac\u0161staycation\u00e2\u20ac\u02dc? Urlaubsmobilit\u00c3\u00a4t im Konsum-Korridor"},"content":{"rendered":"<p>Angesichts der globalen Klimakrise ist die Reduktion der Treibhausgasemissionen unseres Konsums zentral. Gleichzeitig ist neben der Begrenzung unseres Konsums eine gerechte Befriedigung von Grundbed\u00c3\u00bcrfnissen n\u00c3\u00b6tig. Somit sind zur Bew\u00c3\u00a4ltigung der vorherrschenden gesellschaftlichen Herausforderungen Konsumkorridore n\u00c3\u00b6tig, die Ober- und Untergrenzen des Konsums definieren. Erste Forschungsergebnisse zeigen, dass Vorschl\u00c3\u00a4ge f\u00c3\u00bcr Konsumkorridore auf Akzeptanz in der Bev\u00c3\u00b6lkerung sto\u00c3\u0178en, wenn sie bestimmte Kriterien erf\u00c3\u00bcllen (Defila &#038; Di Giulio, 2020). Wichtig ist jedoch, dass Ober- und Untergrenzen aufgrund unterschiedlicher kultureller, sozialer und politischer Gegebenheiten nicht normativ vorgeschrieben werden k\u00c3\u00b6nnen, sondern sie m\u00c3\u00bcssen im Rahmen von deliberativen Diskussionen auf gesellschaftlicher Ebene ausgehandelt und definiert werden. Die Urlaubsmobilit\u00c3\u00a4t tr\u00c3\u00a4gt wesentlich zu den globalen Treibhausgasemissionen bei. Davon ist ein \u00c3\u00bcberproportionaler Teil auf wohlhabende Personen zur\u00c3\u00bcckzuf\u00c3\u00bchren. Auch wenn Urlaubsmobilit\u00c3\u00a4t im Gegensatz zur Alltagsmobilit\u00c3\u00a4t nur an wenigen Tagen im Jahr stattfindet, ist sie aufgrund der oft langen Distanzen und Flugreisen ein relevanter Konsumbereich. Au\u00c3\u0178erdem gibt es Erkenntnisse dar\u00c3\u00bcber, dass Vorstellungen, Bed\u00c3\u00bcrfnisse aber auch Konsumg\u00c3\u00bcter von Einzelereignissen wie einer Reise die Alltagsmobilit\u00c3\u00a4t ver\u00c3\u00a4ndern k\u00c3\u00b6nnen. Die Definition von Ober- und Untergrenzen f\u00c3\u00bcr die Urlaubsmobilit\u00c3\u00a4t leistet daher einen wesentlichen Beitrag zur Minderung der Klimakrise.<\/p>\n<p>Das vorliegende Promotionsprojekt verfolgt daher die Beantwortung der Frage, wie ein Konsum-Korridor f\u00c3\u00bcr den Bereich der Urlaubsmobilit\u00c3\u00a4t aussehen k\u00c3\u00b6nnte. Dadurch tr\u00c3\u00a4gt es zur aktuellen Forschung zu Urlaubsmobilit\u00c3\u00a4t und Konsum-Korridoren bei, welche in Kombination bis heute kaum erforscht wurden. Zur Beantwortung der \u00c3\u00bcbergeordneten Frage bedient sich das Promotionsprojekt der Theorie der sozialen Praktiken und dem Konzept der Konsum-Korridore, welche im Gegensatz zu den in der Urlaubsforschung verbreiteten individualistischen Perspektiven die Mobilit\u00c3\u00a4t als Mittel zum Zweck betrachten. Die Analyse befasst sich daher mit der Verkn\u00c3\u00bcpfung von Urlaubsmobilit\u00c3\u00a4t mit anderen Aktivit\u00c3\u00a4ten, Bed\u00c3\u00bcrfnissen und Vorstellungen. Das dreij\u00c3\u00a4hrige Promotionsprojekt umfasst zum einen eine interdisziplin\u00c3\u00a4re Aufbereitung desaktuellen Wissensstandes zur Urlausmobilit\u00c3\u00a4t und zum anderen die Ausgestaltung und Durchf\u00c3\u00bchrung von deliberativen Fokusgruppen \u00c3\u00bcber m\u00c3\u00b6gliche Ober- und Untergrenzen der Urlaubsmobilit\u00c3\u00a4t. Als Ergebnis soll eine detaillierte Erfassung und Darstellung der Urlaubsmobilit\u00c3\u00a4t sowie der damit verbundenen Praktiken, Konsumlevels, Bed\u00c3\u00bcrfnisse und Bed\u00c3\u00bcrfnisbefriedigungsarten aufbereitet werden und deren Kontrast zur Alltagsmobilit\u00c3\u00a4t aufgezeigt werden. Weiter soll ein durch Experten und Individuen gest\u00c3\u00bctzter Konsum-Korridor f\u00c3\u00bcr Urlaubsmobilit\u00c3\u00a4t skizziert werden. Zus\u00c3\u00a4tzlich zu diesen Ergebnissen aus der Empirie soll das Projekt Erkenntnisse dazu liefern, inwiefern sich die Methode der deliberativen Fokusgruppen als transformatives Tool eignet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angesichts der globalen Klimakrise ist die Reduktion der Treibhausgasemissionen unseres Konsums zentral. Gleichzeitig ist neben der Begrenzung unseres Konsums eine gerechte Befriedigung von Grundbed\u00c3\u00bcrfnissen n\u00c3\u00b6tig. 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