{"id":127685,"date":"2026-03-23T10:46:05","date_gmt":"2026-03-23T09:46:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20024-030\/"},"modified":"2026-03-23T10:46:05","modified_gmt":"2026-03-23T09:46:05","slug":"20024-030","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20024-030\/","title":{"rendered":"Bedeutung von Wild- und Zuchtformen als Nahrungsquelle f\u00fcr Insektenbest\u00e4uber in Hinblick auf Best\u00e4uber-Pr\u00e4ferenzen, Sammeleffizienz und Quantit\u00e4t sowie Qualit\u00e4t des Nektarangebots"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Die Best\u00e4ubung durch Bl\u00fctenpflanzen, durch Insekten ist eine mutualistische Interaktion, welche schon seit Jahrmillionen dem Prozess der Evolution unterliegt. Dabei locken Pflanzen mit ihren visuell auff\u00e4lligen Bl\u00fcten Best\u00e4uber an, welche beim Bl\u00fctenbesuch Pollen aufnehmen und zur n\u00e4chsten Pflanze bef\u00f6rdern. Somit befruchten sie die Pflanzen einer Art und erhalten daf\u00fcr eine Belohnung in Form des auf der Bl\u00fcte erh\u00e4ltlichem Nektars. Die visuellen Aspekte der Bl\u00fcte sind in dieser Interaktion von h\u00f6chster Wichtigkeit. Best\u00e4uber benutzen sie, um Bl\u00fcten zu erkennen und auszuw\u00e4hlen, sowie zur effektiven Nektaraufnahme.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Jedoch findet auch der Mensch Nutzen f\u00fcr die \u00c4sthetik von Bl\u00fctenpflanzen. Schon seit Jahrtausenden z\u00fcchtet und kultiviert er Zierpflanzen, um ihre visuellen Aspekte zu ver\u00e4ndern oder hervorzuheben. Es ist jedoch bisher ungekl\u00e4rt, wie sich dieser Eingriff in die \u00c4sthetik der Bl\u00fcten auf ihre Interaktion mit Insektenbest\u00e4ubern auswirkt.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Dass Insektenbest\u00e4uber sich schon lange im R\u00fcckgang befinden und dieser Umstand auf den Menschen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, ist schon lange allgemein bekannt. Vor allem die Leistung, welche Insektenbest\u00e4uber f\u00fcr Mensch und Umwelt erbringen, ist vom Insektensterben beeinflusst. Dies ist vor allem bedenklich, da Zier- und Zuchtpflanzen in gro\u00dfen Mengen in Einflussgebieten des Menschen, wie St\u00e4dten und D\u00f6rfern angepflanzt werden. Zudem kommen sie in Naturschutzma\u00dfnahmen, wie Bl\u00fchstreifen an Ackerr\u00e4ndern oder Parks in St\u00e4dten, zum Einsatz. In diesen Situationen, fungieren Zier- und Zuchtpflanzen oft als einzige oder gr\u00f6\u00dfte Quelle f\u00fcr Nahrung von Insektenbest\u00e4ubern. Der Mensch sollte daher sichergehen, dass die Ma\u00dfnahmen, welche er f\u00fcr den Schutz und Erhalt von Insektenbest\u00e4ubern ergreift, die bestm\u00f6gliche Leistung in dieser Hinsicht bringen. Es ist jedoch nicht klar, ob dies \u00fcber den Einsatz von Zier- und Zuchtpflanzen gew\u00e4hrleistet werden kann. Daher widme ich mich in diesem Projekt der Aufkl\u00e4rung der Frage, welche Bedeutung Zuchtpflanzen als Nahrungsquelle f\u00fcr Insektenbest\u00e4uber haben und wie sich ihre Bedeutung mit der, ihrer Wildformen vergleicht. Die Erkenntnisse dieses Projekts werden eine Grundlage liefern, den Wert von Zuchtpflanzen als Nahrungsquelle f\u00fcr Insektenbest\u00e4uber zu ermitteln und ihn auf die einzelnen Merkmale der Bl\u00fcten zur\u00fcckzuf\u00fchren. Somit wird in diesem Projekt ein Bewusstsein \u00fcber den gezielten Einsatz von Bl\u00fchpflanzen geschaffen, welches nicht nur f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Naturschutz, sondern auch f\u00fcr private Gartenbesitzer von Bedeutung ist, um den Insektensterben Einhalt zu gebieten.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Um die Bedeutung von Wild- und Zuchtpflanzen als Nahrungsquelle f\u00fcr Insektenbest\u00e4uber zu untersuchen, sollen in diesem Projekt dunkle Erdhummeln und Taubenschw\u00e4nzchen, als Stellvertreter f\u00fcr best\u00e4ubende Insekten stehen. Die Arten repr\u00e4sentieren zwei der gr\u00f6\u00dften und wichtigsten Best\u00e4ubergruppen und zeichnen sich durch ihre Unterschiede im Sammelverhalten als Stellvertreter f\u00fcr andere Best\u00e4ubergruppen aus.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die durchzuf\u00fchrenden Versuche dienen zur Beantwortung einzelner Fragestellungen. Um zu kl\u00e4ren, ob Wild- oder Zuchtpflanzen attraktiver f\u00fcr Insektenbest\u00e4uber erscheinen, wird die Pr\u00e4ferenz von Hummeln und Schw\u00e4rmern sowohl f\u00fcr das nat\u00fcrliche Erscheinungsbild als auch die einzelnen visuellen Aspekte der Bl\u00fctenpflanzen untersucht. Zur Unterst\u00fctzung dieser Versuche wird im Vorfeld die Datenbank von Naturgucker.de ausgewertet, um weiteren Aufschluss \u00fcber die Bl\u00fctenselektion der gew\u00e4hlten Best\u00e4uberarten zu erhalten. Die Frage nach der unterschiedlichen Sammeleffizienz auf Wild- und Zuchtpflanzen wird, durch das Abfilmen und Auswerten der einzelnen Bl\u00fctenbesuche, vor allem im Hinblick auf zeitliche Unterschiede beantwortet. Zuletzt wird sich der Frage nach dem unterschiedlichen Nahrungsangebot von Wild- und Zuchtpflanzen gewidmet. Hierzu werden Wild- und Zuchtformen Nektarproben entnommen, welche auf ihre Quantit\u00e4t, sowie Qualit\u00e4t untersucht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Durch die Experimente wird es m\u00f6glich sein zu kl\u00e4ren, welche Bedeutung Wild- und Zuchtpflanzen als Nahrungsquellen f\u00fcr Insektenbest\u00e4uber haben und auf welchen Grundlagen diese Bedeutung aufbaut.<\/p>\n<p>Im bisherigen Verlauf des Projekts wurden Pflanze-Best\u00e4uber-Interaktionen \u00fcber die Analyse von Citizen-Science-Data untersucht. Dabei wurde insbesondere Wert auf eine stellvertretende Art der Schwebfliegen, Hummeln, Schw\u00e4rmer und Schmetterlinge gelegt.<br \/>Die Untersuchungen ergaben, dass alle Best\u00e4uber ein einzigartiges Profil an pr\u00e4ferierten Pflanzenfamilien und -farben besitzen. Au\u00dferdem zeigen die Best\u00e4uber unterschiedliche Interaktionsmuster mit visuellen Bl\u00fctenmerkmalen, wie Bl\u00fctenmustern. Die Best\u00e4uber lie\u00dfen sich, basierend auf der Anzahl an besuchten Pflanzenarten in unterschiedliche \u00f6kologische Strategietypen einteilen. Dabei zeigten sich Hummeln und Schwebfliegen als eher generalistisch, w\u00e4hrend Schw\u00e4rmer und Schmetterlinge eher spezialisierte Strategien verfolgen. Weiterhin wurde der floristische Status von besuchten Pflanzen bestimmt. Dabei ergaben sich starke Unterschiede in Best\u00e4uberbesuchen. W\u00e4hrend Schwebfliegen und in geringerem Ma\u00df auch Hummeln und Schmetterlinge haupts\u00e4chlich in Deutschland einheimische Pflanzen besuchen, fokussieren sich Schw\u00e4rmer in ihren Bl\u00fctenbesuchen auf nicht einheimische und Zierpflanzen. Ein Vergleich der von Best\u00e4ubern in der Natur besuchten und in Saatgutmischungen enthaltenen Pflanzen zeigte nur eine moderate \u00dcberschneidung von Pflanzengattungen. Das deutet auf eine verbesserungsw\u00fcrdige Naturschutzleistung dieser Best\u00e4uber-unterst\u00fctzenden Ma\u00dfnahmen hin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Best\u00e4ubung durch Bl\u00fctenpflanzen, durch Insekten ist eine mutualistische Interaktion, welche schon seit Jahrmillionen dem Prozess der Evolution unterliegt. Dabei locken Pflanzen mit ihren visuell auff\u00e4lligen Bl\u00fcten Best\u00e4uber an, welche beim Bl\u00fctenbesuch Pollen aufnehmen und zur n\u00e4chsten Pflanze bef\u00f6rdern. 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