{"id":127683,"date":"2026-04-05T10:46:04","date_gmt":"2026-04-05T08:46:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20024-050\/"},"modified":"2026-04-05T10:46:04","modified_gmt":"2026-04-05T08:46:04","slug":"20024-050","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20024-050\/","title":{"rendered":"Chancen und Risiken f\u00fcr Spinnengemeinschaften der Alpen im Klimawandel durch anthropogene Beweidung, Erholungsnutzung und wechselndes Nahrungsangebot im Nationalpark Berchtesgaden"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Gebirgs\u00f6kosysteme und ihre Bewohner sind in Zeiten von Klimaerw\u00e4rmung, Intensivierung der menschlichen Nutzung und Biodiversit\u00e4tsverlust einem starkem Belastungsdruck ausgesetzt, effektive Schutzma\u00dfnahmen sind allerdings f\u00fcr viele Tiergruppen oft nur mangelhaft bis gar nicht vorhanden. Eine dieser Gruppen sind die Spinnen, die trotz ihrer hohen Diversit\u00e4t und wichtigen Schl\u00fcsselrolle als Arthropodenr\u00e4uber und ganzj\u00e4hrig stabile Futterquelle f\u00fcr viele Vertebraten in allen terrestrischen \u00d6kosystemen, im Naturschutz, verglichen mit jenen Wirbeltieren und vielen Insektenordnungen, stark unterrepr\u00e4sentiert sind. Durch meine Promotionsarbeit sollen wichtige Umweltfaktoren, namentlich abiotische und biotische Habitateinfl\u00fcsse, anthropogene Einfl\u00fcsse und die Rolle von Nahrungsressourcen f\u00fcr mitteleurop\u00e4ische Spinnen in Gebirgs\u00f6kosystemen im Nationalpark Berchtesgaden erfasst und deren Relevanz f\u00fcr den angewandten Naturschutz evaluiert werden, um in Zukunft f\u00fcr Spinnen signifikante Habitate und Ressourcen besser sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen und um das Wissen \u00fcber wichtige Diversit\u00e4tstreiber f\u00fcr Spinnen im alpinen und montanem Raum zu verstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Um das Ziel des effektiven, angewandten Spinnenschutzes zu erreichen, werden folgende Ans\u00e4tze verfolgt: Zum einen werden die Spinnen aus einer bereits im Jahr 2021 im Nationalpark Berchtesgaden erfolgten, umfassenden Beprobung von 213 Fl\u00e4chen in allen relevanten Habitaten ausgewertet, um den Einfluss von mikro- und makroklimatischen Umweltvariablen wie Temperatur, Feuchtigkeit und Vegetationsstruktur \u00fcber den gesamten H\u00f6hengradienten auf die Spinnendiversit\u00e4t zu untersuchen. Au\u00dferdem werden auf jeweils 20 Fl\u00e4chen in den Jahren 2025 und 2026 die menschlichen Einfl\u00fcsse im Nationalpark in Form von Beweidung und Erholungsnutzung auf die heimische Spinnenfauna durch Beprobung mit Barberfallen und Transektg\u00e4ngen untersucht. Auf denselben Fl\u00e4chen wird zus\u00e4tzlich das Nahrungsspektrum von funktionell unterschiedlichen Spinnenarten durch Metabarcoding ihres Darminhalts untersucht, um die Verf\u00fcgbarkeit und Vielf\u00e4ltigkeit von Nahrungsressourcen in verschiedenen H\u00f6henstufen f\u00fcr die Spinnengemeinschaft offenzulegen. Aus diesen Erkenntnissen k\u00f6nnen angewandte Konzepte zum Schutz von sowohl besonders gef\u00e4hrdeten Spinnenarten als auch von der einzigartigen alpinen Spinnenfauna erarbeitet werden. Dies kann vom Schutz hochdiverser Lebensraumtypen \u00fcber die Koexistenz mit dem Menschen durch extensive Beweidung und die Natur schonenden Tourismus bis zum Schutz gezielter Beutetiere reichen, anwendbar im makroklimatischen Gradienten sowohl in Tal- als auch Gipfelhabitaten. Durch die Implementierung solcher Schutzma\u00dfnahmen profitieren sowohl die Spinnen als auch viele ihrer in der Nahrungskette und im Naturschutz h\u00f6her gestellten R\u00e4uber wie seltene Amphibien-, Reptilien- und Vogelarten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gebirgs\u00f6kosysteme und ihre Bewohner sind in Zeiten von Klimaerw\u00e4rmung, Intensivierung der menschlichen Nutzung und Biodiversit\u00e4tsverlust einem starkem Belastungsdruck ausgesetzt, effektive Schutzma\u00dfnahmen sind allerdings f\u00fcr viele Tiergruppen oft nur mangelhaft bis gar nicht vorhanden. 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