{"id":61413,"date":"2026-04-18T10:32:40","date_gmt":"2026-04-18T08:32:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/39370-01\/"},"modified":"2026-04-18T10:32:40","modified_gmt":"2026-04-18T08:32:40","slug":"39370-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/39370-01\/","title":{"rendered":"SUSKEY &#8211; Sustainability KPIs zur Messung und Steuerung der Nachhaltigkeit im Werkzeugbau"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Forschungsvorhabens SUSKEY war die Entwicklung eines branchenspezifischen Kennzahlensystems, mit dem die Nachhaltigkeit von Werkzeugbaubetrieben systematisch messbar, bewertbar und steuerbar gemacht werden kann. Grundlage hierf\u00fcr ist ein FESG-basiertes Zielbild, das die vier Dimensionen Finanzen, Umwelt, Soziales und Governance integriert und die Kreislaufwirtschaft als zentralen Hebel f\u00fcr die nachhaltige Transformation des Werkzeugbaus ber\u00fccksichtigt. Vor dem Hintergrund steigender regulatorischer Anforderungen, insbesondere durch EU-Taxonomie, Lieferkettensorgfaltspflichten, CSRD und ESRS, sollte ein praxistauglicher Ansatz geschaffen werden, der sowohl die betriebliche Steuerung als auch die Erf\u00fcllung externer Berichtspflichten unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAusgehend von einem FESG-basierten Zielbild wurde das Projekt in sieben aufeinander aufbauende Arbeitspakete gegliedert, um ein branchenspezifisches Kennzahlensystem f\u00fcr einen nachhaltigen und kreislauforientierten Werkzeugbau zu entwickeln. Im ersten Arbeitspaket (AP 1) wurde ein Zielbild f\u00fcr einen nachhaltigen und kreislauforientierten Werkzeugbau entwickelt. Grundlage waren die systematische Erfassung von Stakeholderanforderungen sowie die Analyse relevanter regulatorischer und branchenspezifischer Rahmenbedingungen. Im zweiten Arbeitspaket (AP 2) wurden auf Basis des Zielbilds Erfolgsfaktoren und zugeh\u00f6rige Einflussfaktoren identifiziert, die f\u00fcr die Umsetzung von Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft im Werkzeugbau ma\u00dfgeblich sind. Dies erfolgte in engem Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Werkzeugbaubranche. Im nachfolgenden Arbeitspaket (AP 3) wurden die Erfolgs- und Einflussfaktoren in ein strukturiertes Nachhaltigkeitskennzahlensystem \u00fcberf\u00fchrt. Hierzu wurden Erfolgsfaktoren gewichtet, geeignete Kennzahlen abgeleitet, Relationen zwischen Kennzahlen und Erfolgsfaktoren erfasst und im QFD-Haus zu einer durchg\u00e4ngigen Systemlogik zusammengef\u00fchrt. Daraufhin wurden im vierten Arbeitspaket (AP 4) die f\u00fcr die Berechnung der Kennzahlen erforderlichen Eingangsdaten bestimmt, Datenquellen identifiziert und die Beziehungen zwischen Eingangsgr\u00f6\u00dfen und Kennzahlen systematisch dokumentiert. Erg\u00e4nzend wurde ein Datenqualit\u00e4tsrahmen entwickelt, um die Verl\u00e4sslichkeit gemessener und gesch\u00e4tzter Daten in der Bewertung zu ber\u00fccksichtigen. Im f\u00fcnften Arbeitspaket (AP 5) wurde erarbeitet, wie Informationen aus dem Kennzahlensystem unterschiedlichen Abteilungen entsprechend ihrer Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsbedarfe bereitgestellt werden k\u00f6nnen. Dazu wurden Informationsbedarfe erhoben, relevante Kennzahlen f\u00fcr die Kreislauff\u00e4higkeit identifiziert und erste nutzerorientierte Darstellungs- und Visualisierungskonzepte entwickelt. Im darauffolgenden Arbeitspaket (AP 6) wurden die Kennzahlen in betriebliche Handlungsfelder \u00fcberf\u00fchrt und mit ersten Ma\u00dfnahmenlogiken verkn\u00fcpft. Dabei wurden insbesondere f\u00fcr das Handlungsfeld Kreislaufwirtschaft abteilungsspezifische Ma\u00dfnahmenketten und Rollenmodelle zur Umsetzung und Einflussnahme entwickelt. Im letzten Arbeitspaket (AP 7) wurde das Kennzahlensystem fortlaufend mit Unternehmenspartnern validiert und hinsichtlich Plausibilit\u00e4t, betrieblicher Anschlussf\u00e4higkeit und praktischer Anwendbarkeit gesch\u00e4rft. Ein besonderer Fokus lag auf der Validierung des Handlungsfelds Kreislaufwirtschaft und der zugeh\u00f6rigen Ma\u00dfnahmen- und Kennzahlenlogik.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Ergebnis wurde ein FESG-orientiertes Zielbild mit 14 strategischen Zielen entwickelt. Darauf aufbauend wurden 47 Erfolgsfaktoren identifiziert und in ein branchenspezifisches Nachhaltigkeitskennzahlensystem f\u00fcr den Werkzeugbau \u00fcberf\u00fchrt. Ein wesentlicher methodischer Baustein ist die Suskey-Methodik, die eine unternehmensspezifische Gewichtung und Priorisierung von Nachhaltigkeitsthemen erm\u00f6glicht. F\u00fcr die Anwendung des Systems wurden 84 erforderliche Eingangsdaten identifiziert, in 16 Datenklassen gegliedert und potenziellen betrieblichen Datenquellen zugeordnet. Erg\u00e4nzend wurden Ans\u00e4tze zur bedarfsgerechten Informationsbereitstellung entwickelt und Handlungsfelder mit abteilungsspezifischen Ma\u00dfnahmenketten abgeleitet. Besonders vertieft wurde das Handlungsfeld Kreislaufwirtschaft, f\u00fcr das konkrete Verbesserungsans\u00e4tze und zugeh\u00f6rige Kennzahlen herausgearbeitet wurden. Die Validierung mit Unternehmenspartnern zeigte, dass das System fachlich plausibel, betrieblich anschlussf\u00e4hig und grunds\u00e4tzlich f\u00fcr die Praxis im Werkzeugbau nutzbar ist. Grenzen bestehen vor allem weiterhin bei der Datenverf\u00fcgbarkeit, insbesondere bei emissions- und energierelevanten Eingangsdaten mit Auftragsbezug, sowie bei der noch ausstehenden technischen Implementierung in bestehende IT-Landschaften.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens wurden sowohl \u00fcber wissenschaftliche und fachliche Publikationsformate, etwa Konferenzbeitr\u00e4ge, als auch praxisnah im Rahmen von Fachtagungen und bestehenden Transferformaten der WBA unter direkter Einbindung von Unternehmen der Werkzeugbaubranche verbreitet. Dar\u00fcber hinaus wurden die Projektergebnisse regelm\u00e4\u00dfig im Rahmen von Jahres- und Halbjahrestreffen der WBA vorgestellt. Erg\u00e4nzend erfolgte ein Wissenstransfer \u00fcber Ver\u00f6ffentlichungen in Fachmedien sowie \u00fcber die Einbindung der Projektergebnisse in Lehr- und Weiterbildungsformate von WZL und WBA.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Vorhaben SUSKEY hat gezeigt, dass ein branchenspezifisches, FESG-orientiertes Kennzahlensystem f\u00fcr den Werkzeugbau fachlich fundiert und praktisch anschlussf\u00e4hig entwickelt werden kann. Die gew\u00e4hlte Vorgehensweise aus Zielbild, Erfolgsfaktoren, Kennzahlen, Datenbasis, Informationsbereitstellung, Handlungsfeldern und fortlaufender Validierung hat sich bew\u00e4hrt. Die urspr\u00fcngliche Zielsetzung blieb im Projektverlauf bestehen und konnte methodisch weiter konkretisiert werden. Insgesamt schafft SUSKEY eine belastbare Grundlage, um Nachhaltigkeitsleistung im Werkzeugbau systematisch zu bewerten, betriebliche Handlungsfelder zu priorisieren und Verbesserungsma\u00dfnahmen strukturiert abzuleiten. F\u00fcr die weitere Nutzung erscheinen insbesondere Pilotanwendungen, die weitere Digitalisierung der Suskey-Logik sowie die Vertiefung weiterer Handlungsfelder sinnvoll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Forschungsvorhabens SUSKEY war die Entwicklung eines branchenspezifischen Kennzahlensystems, mit dem die Nachhaltigkeit von Werkzeugbaubetrieben systematisch messbar, bewertbar und steuerbar gemacht werden kann. 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