{"id":44596,"date":"2023-07-24T10:32:08","date_gmt":"2023-07-24T08:32:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23495-01\/"},"modified":"2023-07-24T10:32:08","modified_gmt":"2023-07-24T08:32:08","slug":"23495-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23495-01\/","title":{"rendered":"Naturvertr\u00e4glicher Tourismus an der t\u00fcrkischen K\u00fcste  &#8211; Solarboote statt Dieselschiffe"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Region um Dalyan an der K\u00fcste der S\u00fcdwest-T\u00fcrkei ist eine der Hauptattraktionen des Tourismus im Lande. Die Touristen werden mit dieselbetriebenen Holzbooten zu den Sehensw\u00fcrdigkeiten transportiert, die der Umwelt schwere Sch\u00e4den zuf\u00fcgen (Wellenbildung, Emissionen, \u00d6leintrag, L\u00e4rm). Besonders die seltenen Meeresschildkr\u00f6ten (Eiablageplatz) leiden darunter. Deshalb soll als Pilotvorhaben ein Boot str\u00f6mungstechnisch umger\u00fcstet und mit Elektromotor und Solarmodulen betrieben werden. Der Umbau soll die Machbarkeit der Ma\u00dfnahme demonstrieren und zu einer Optimierung des Bootsrumpfes, des Fahrprofiles und des Solargenerators f\u00fchren. Auf dieser Grundlage sollen mittelfristig m\u00f6glichst viele dieselbetriebene Schiffe umger\u00fcstet werden.<br \/>\nKostenersparnis in 15 Betriebsjahren mehr als 10.000,- Euro f\u00fcr den Schiffseigner.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuslegung und Planung der Solar- und Antriebsanlage<br \/>\nFestlegen der Messpunkte und Planung der Messfahrten, Wahl der Messtechnik<br \/>\nUntersuchung des Bootsrumpfes vor Ort, Festlegung der Rumpf\u00e4nderungen, Umbau eines Bootes<br \/>\nAufbau der Solaranlage, Aufbau der elektrischen Antriebsanlage vor Ort<br \/>\nMessfahrten (Widerstandsmessung), Auswertung und gegebenenfalls Optimierung<br \/>\nSchulung eines Mitarbeiters vor Ort<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das dieselbetriebene Boot wurde umger\u00fcstet und mit folgenden Komponenten ausgestattet: PV-Generator mit einer Leistung von 2,1 kWp, Elektroantrieb (Gleichstrom) mit einer Leistung von 4,8 kW, Batterie (Gel) mit einer Kapazit\u00e4t von 240 Ah, Bugwulst zur Verringerung des Widerstandes um ca. 15%, Ruderanpassung zur Verringerung des Widerstandes um ca. 5%.<br \/>\nMehrw\u00f6chige Testfahrten ergaben, dass die Auslegung der Photovoltaikanlage, der Batterie, des Antriebes und die Arbeiten zur Verringerung des Rumpfwiderstandes die Erwartungen erf\u00fcllt haben und einen dauerhaften und nachhaltigen Bootsbetrieb bei der im Sommer hohen Globalstrahlung der Sonne erm\u00f6glichen. Dabei m\u00fcssen die folgenden Randbedingungen eingehalten werden:<br \/>\nEs ist ein regelm\u00e4\u00dfiges Logbuch zu f\u00fchren, in dem die Fahrtdauer, die Anzahl der Passagiere, der Batterieladezustand bei Start und Stop sowie das Fahrtziel angegeben wird. Besonderheiten wie Str\u00f6mung und Wind sollten ebenfalls festgehalten werden. \u00c4nderungen im Fahrverhalten des Bootes sind zu protokollieren, die Ursachen sollten zeitnah erfasst werden. Die Batterieentladetiefe sollte 50% nicht unterschreiten. Die Fahrgeschwindigkeit des Bootes sollte die auf dem Fluss vorgeschriebene H\u00f6chstgeschwindigkeit von 4,5 Seemeilen\/h nicht \u00fcberschreiten. Nachtfahrten und Fahrten am Morgen sind zul\u00e4ssig, aber sorgf\u00e4ltig zu planen. Alle Fahrten sind in Abh\u00e4ngigkeit vom aktuellen Batteriezustand und den Windverh\u00e4ltnissen zu planen. Das Boot sollte im Sommer einmal pro Woche einen Ruhetag einlegen, um die Batterie auf 100% zu laden. Im Winter sollte diese Prozedur auf zwei Tage ausgedehnt werden.<br \/>\nDer Bugwulst sollte aus Vollholz gefertigt werden.<br \/>\nEs wird unter den gegebenen Randbedingungen erwartet, dass die Batterie eine Lebensdauer von ca. 6 Jahren hat.<br \/>\nF\u00fcr die Verschraubung (Module) sollten salzwasserbest\u00e4ndige Materialien eingesetzt werden.<br \/>\nTeilweise mit Problemen behaftet war die Kommunikation mit den Personen vor Ort (Bootseigner etc.).<br \/>\nDies hatte im Wesentlichen sprachliche Ursachen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Pr\u00e4sentation des ersten Bootes zum Schifferfest in Dalyan am 2.7.2005<br \/>\nBootsfahrt mit dem t\u00fcrkischen Minister f\u00fcr Tourismus, Atilla Koc, am 5.8.2005<br \/>\nDazu diverse Ver\u00f6ffentlichungen in t\u00fcrkischen Medien (siehe Anhang) und Fernsehberichte<br \/>\nNotiz in Haus und Energie Herbst 2005 (siehe Anhang)<br \/>\nNotiz in Photon August 2005 (siehe Anhang)<br \/>\nMeldung im newsletter DGS vom 7.7.2005 (siehe Anhang)<br \/>\nNotiz in Berliner Impulse August 2005 (siehe Anhang)<br \/>\nVortrag von W. Appel auf der Interboot in Friedrichshafen im September 2005<br \/>\nNotiz in Wirtschaftswoche 21.7.2005 (siehe Anhang)<br \/>\nNotiz in AGA Info Nr.3 \/2005 (siehe Anhang)<br \/>\nVorstellung des Projektes auf der ITB Berlin M\u00e4rz 2006 durch den Bootseigner \u00d6zay Akdogan.<br \/>\nWeitere Ziele:<br \/>\n1.\tDurchf\u00fchrung eines workshops in Mugla (Provinzhauptstadt) an der Universit\u00e4t im Sommer 2006 zur weiteren Verbreitung der Ergebnisse in der Region f\u00fcr Bootsbesitzer<br \/>\n2.\tVer\u00f6ffentlichung der Ergebnisse in diversen deutschen Fachmagazinen<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem Projekt wurde gezeigt, dass der Umbau von dieselbetriebenen Holzbooten f\u00fcr den Transport von Touristen im Naturschutzgebiet von Dalyan, T\u00fcrkei, in elektrisch betriebenen und mit Solarenergie versorgten Booten mit geringem Aufwand m\u00f6glich ist. Wesentliche Schritte waren: Widerstandsverringerung des Bootsrumpfes, Einbau eines Elektromotors, Einbau einer Batterie, Einbau einer Photovoltaikanlage.<br \/>\nVor dem Hintergrund der hohen Solarstrahlung in der Region von M\u00e4rz bis Oktober ist der Betrieb von Solarbooten bei Beachtung bestimmter Randbedingungen (Fahrprofile, Ladezustand Batterie) ohne Probleme m\u00f6glich und erschlie\u00dft einen naturvertr\u00e4glichen (kein Eintrag von Diesel\u00f6l in das Wasser, starke Reduktion der Wellenbildung, lautlose Fahrt, keine Emissionen) Tourismus.     Hierdurch ergeben sich f\u00fcr Besitzer von Solarbooten erhebliche Wettbewerbsvorteile.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Region um Dalyan an der K\u00fcste der S\u00fcdwest-T\u00fcrkei ist eine der Hauptattraktionen des Tourismus im Lande. 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