{"id":44010,"date":"2025-06-25T10:36:15","date_gmt":"2025-06-25T08:36:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/38912-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:36:16","modified_gmt":"2025-06-25T08:36:16","slug":"38912-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/38912-01\/","title":{"rendered":"Planetary Health Kongress \u0096 Auf dem Weg zu Gesundheit innerhalb planetarer Grenzen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Auswirkungen menschlichen Handelns in politischen, \u00f6konomischen und sozialen Systemen im 21. Jahrhundert stellen den gr\u00f6\u00dften Einflussfaktor sowohl auf die nat\u00fcrliche Umwelt als auch auf die menschliche und tierische Gesundheit dar. Die Umwelt kann ohne uns \u0096 wir aber nicht ohne sie. Die Folgen zeigen sich bereits jetzt in zunehmenden Todesf\u00e4llen und erh\u00f6hter Krankheitslast in allen Fachgebieten der Medizin. So wirken sich beispielsweise verschlechterte Luft- und Wasserqualit\u00e4t, Extremwetterereignisse wie \u00dcberflutungen und Hitzewellen sowie ver\u00e4nderte Muster in der Ausbreitung von Infektionskrankheiten direkt und indirekt auf die menschliche Gesundheit aus. Gleichzeitig ist das Gesundheitssystem selbst f\u00fcr ca. 5 Prozent der nationalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich.<\/p>\n<p>Planetare Gesundheit ist einerseits eine Vision der Zukunft, in der politische, soziale und \u00f6konomische Systeme allen Menschen ein Leben in Gesundheit, W\u00fcrde und Sicherheit erm\u00f6glichen, w\u00e4hrend \u00f6kologische Belastungsgrenzen nicht mehr durch menschliche Aktivit\u00e4ten \u00fcberschritten werden. Andererseits ist planetare Gesundheit auch ein holistisches Gesundheitsverst\u00e4ndnis. Es beschreibt die Abh\u00e4ngigkeit menschlicher Gesundheit von Tierwelt und \u00d6kosystemen und umfasst ein breites, transdisziplin\u00e4res Verst\u00e4ndnis der Einfl\u00fcsse auf und Bedingungen f\u00fcr die Gesundheit heutiger und zuk\u00fcnftiger Generationen. Es impliziert, dass tiefgreifender Wandel der Rahmenbedingungen f\u00fcr menschliches Handeln in politischen, sozialen und \u00f6konomischen Systemen dringend notwendig ist. Das gro\u00dfe Interesse, das die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e.V. seit einigen Jahren erf\u00e4hrt, ihre steigenden Mitgliederzahlen sowie die Gr\u00fcndung des Centre for Planetary Health Policy und \u00e4hnlicher Institutionen zeigen, dass die Bedeutung des Konzeptes innerhalb des Gesundheitswesens und dar\u00fcber hinaus zunimmt. Ebenso w\u00e4chst die Zahl transformationsorientierter Projekte, die auf planetare Gesundheit hinarbeiten, darunter solche zur Klimaneutralit\u00e4t des Gesundheitssektors, zur Umstellung auf planetar gesunde Ern\u00e4hrungssysteme oder zum Potenzial naturbasierter L\u00f6sungen.<\/p>\n<p>Es gibt bereits umfassendes Wissen \u00fcber die beschriebenen Zusammenh\u00e4nge und die m\u00f6glichen Transformationspfade. Dennoch fehlt es noch immer in der Breite an ambitionierter Umsetzung in Politik und Praxis. Ambitionierte Ma\u00dfnahmen sollten so entwickelt und ausgestaltet sein, dass Mehrgewinne, sogenannte \u0084Co-Benefits\u0093, entstehen: Durch sie wird Gesundheit gef\u00f6rdert und gleichzeitig auch die Umwelt und das Klima gesch\u00fctzt. Das Schmieden wirkungsvoller Allianzen \u00fcber Sektorengrenzen hinweg sowie der Austausch \u00fcber \u0084Best Practices\u0093 und handlungsf\u00f6rdernde Umsetzungsfaktoren kann entscheidend dazu beitragen, die gesellschaftliche Transformation zu planetarer Gesundheit zu beschleunigen. Weiterhin sind moderierte, partizipativ gestaltete Diskussionsformate mit Vertreter:innen aus Politik, Praxis und Zivilgesellschaft entscheidend, um breiten gesellschaftlichen Konsens \u00fcber die Ziele von Transformationsprozessen und die dabei unweigerlich entstehenden Zielkonflikte sowie deren Aushandlung zu schaffen. Vor diesem Hintergrund hatte sich das zweit\u00e4gige Planetary Health Forum (PHF) in Berlin zum Ziel gesetzt, Raum f\u00fcr diese Art von Austausch, die kreative Entwicklung neuer Ideen und die Vernetzung zwischen Akteur:innen zu schaffen.<\/p>\n<p>Mit dem Planetary Health Forum (PHF) wurden insbesondere die folgenden Ziele verfolgt:<br \/>\n1. Outreach: Mit der Konferenz sollte die Anzahl der Akteur:innen erh\u00f6ht werden, die sich mit dem Konzept der planetaren Gesundheit und den mit ihm verbundenen Handlungsm\u00f6glichkeiten und Projekten auseinandersetzen und insbesondere (Schl\u00fcssel-)Akteur:innen jenseits des Gesundheitswesens und bestehender Partnerschaften aktiviert und vernetzt werden.<br \/>\n2. Plattform f\u00fcr Austausch und ungew\u00f6hnliche Partnerschaften: Das Forum wurde als Ort konzipiert, an dem sich Akteur:innen aus allen Politikfeldern, Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft begegnen, intensiv diskutieren, gemeinsame Narrative und Zukunftsvisionen entwickeln, und an dem sich neue, ungew\u00f6hnliche Partnerschaften ergeben k\u00f6nnen.<br \/>\n3. Transformationspfade entwickeln und skalieren: Viele L\u00f6sungswege sind bekannt, scheitern in ihrer Umsetzung jedoch an politischer Realit\u00e4t, Beharrungskr\u00e4ften, mangelnder Priorisierung oder schlussendlich doch an fehlender Wirksamkeit. Vor, w\u00e4hrend und nach der Konferenz sollten daher intensive Debatten \u00fcber Mehrgewinnstrategien (\u0084Co-Benefits\u0093) gef\u00fchrt und diskutiert werden, wie Zielkonflikte zwischen Gesundheitsf\u00f6rderung, sozialer Sicherung, Klima- und Umweltschutz sowie Adaptation gesellschaftlich und politisch ausgehandelt werden k\u00f6nnen.<br \/>\n4. Koordinierungsmechanismen \u00fcberpr\u00fcfen und weiterentwickeln: Um politisches, praktisches und wissenschaftliches Handeln st\u00e4rker auf das Ziel menschlichen Wohlergehens innerhalb planetarer Grenzen und die hierf\u00fcr relevanten sektor\u00fcbergreifenden Wirkketten auszurichten, braucht es auf allen Ebenen effektivere Koordinierungsmechanismen. Unser Ziel war es, die bestehenden Governance-Strukturen politischer, sozialer und \u00f6konomischer Systeme auf den Pr\u00fcfstand zu stellen und neue Rahmenbedingungen f\u00fcr menschliches Zusammenleben in Hinblick auf diese Zielstellung zu entwerfen.<br \/>\n5. Gelegenheitsfenster nutzen: In der Auswahl von Inhalten und Teilnehmenden haben wir uns an aktuellen politischen und wissenschaftlichen Initiativen orientiert. Diese sollten im Rahmen des Forums aufgegriffen und kritisch-konstruktiv diskutiert werden. Gleichzeitig war es unser Ziel, mit der Konferenz eine Plattform f\u00fcr innovatives und langfristiges, an der Zukunft orientiertes Denken zu bieten; wir wollten Gelegenheitsfenster nicht nur nutzen, sondern auch dazu beitragen, neue aufzusto\u00dfen.<\/p>\n<p>Ein zentrales Anliegen des PHFs war es, dass sich die Teilnehmenden durch Austausch gegenseitig bef\u00e4higen, als \u0084Change Agents\u0093 zu wirken \u0096 um auf diese Weise dazu beizutragen, die Transformation hin zu planetarer Gesundheit zu beschleunigen. Damit wollten wir neue Ideen und gemeinsame Narrative \u00fcber eine planetar-gesunde Zukunft und den Weg dorthin entwickeln und gleichzeitig die Bildung ungew\u00f6hnlicher Allianzen bef\u00f6rdern. Hierf\u00fcr sollten Debatten um Mehrgewinne und Zielkonflikte im Rahmen des PHFs partizipativ und l\u00f6sungsorientiert gef\u00fchrt und konkrete Ma\u00dfnahmen vorgestellt und diskutiert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm maximale Wirkung zu entfalten, haben wir die Konferenz eingebettet: in vor- und nachgelagerte Aktivit\u00e4ten der Vernetzung und des Austauschs, eine ko-kreative Erarbeitung wirkungsvoller Mehrgewinnl\u00f6sungen, begleitende Kommunikation sowie die Diskussion der gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse. Dabei haben wir gro\u00dfen Wert auf Nachhaltigkeit und eine m\u00f6glichst ressourcenschonende Vorgehensweise bei der Konzeption und Durchf\u00fchrung des Planetary Health Forums gelegt. Ein zentrales Element war die Organisation von vorbereitenden und nachbereitenden Workshops, in denen die Teilnehmenden gemeinsam die inhaltlichen Schwerpunkte der Konferenz entwickeln bzw. nachbesprechen konnten. Die Mitgestaltung stand allen Interessierten dauerhaft offen.<\/p>\n<p>Gleich zu Beginn der ko-kreativen Vorbereitungsphase konnten wir das Bundesgesundheitsministerium mit Prof. Karl Lauterbach und das Bundesumweltministerium mit Steffi Lemke f\u00fcr die gemeinsame Schirmherr:innenschaft gewinnen. Mit der Co-Schirmherr:innenschaft ist es uns zusammen mit beiden Ministerien gelungen, die Wichtigkeit der st\u00e4rkeren Verzahnung beider Politikfelder zu betonen.<\/p>\n<p>Das trans- und interdisziplin\u00e4re Eventteam, bestehend aus hauptamtlichen Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen, koordinierte die organisatorischen und inhaltlichen Abl\u00e4ufe des Forums. Besondere Aufmerksamkeit galt der Integration junger Stimmen, wof\u00fcr ein spezifisches Jugend-F\u00f6rderprogramm entwickelt wurde. Dieses Programm bot f\u00fcnf jungen Menschen die M\u00f6glichkeit, aktiv an den Diskussionen teilzunehmen und ihre Perspektiven und Ideen einzubringen.<\/p>\n<p>Um die Diversit\u00e4t der Teilnehmenden zu bef\u00f6rdern, haben wir uns daher f\u00fcr ein aufwendiges, mehrstufiges Ticketvergabeverfahren entschieden. Die Online-Teilnahme war einer unbegrenzten Anzahl von Personen offen. Angesichts des gro\u00dfen Interesses an der Veranstaltung und der begrenzten Platzkapazit\u00e4ten des Veranstaltungsorts war die Vor-Ort-Teilnahme erst nach vorheriger Interessenbekundung \u00fcber ein Registrierungsformular m\u00f6glich. Eine Aufteilung in sieben Kategorien von Teilnehmenden sollte eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Diversit\u00e4t der anwesenden Teilnehmenden sicherstellen.<\/p>\n<p>Als weiterer Baustein des Forums wurden Organisationen und Personen angesprochen, die Veranstaltung als Partner:innen und Multiplikator:innen sichtbar zu unterst\u00fctzen, zu bewerben und sich mit der eigenen Expertise einzubringen. So konnten im Vorfeld des Forums 29 Partner:innen aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Medien gewonnen werden, die sich unter anderem auf der Webseite des Forums als Unterst\u00fctzer:innen pr\u00e4sentierten und sich auch insbesondere bei der Planung und der Ausgestaltung der Workshop intensiv beteiligten. Das Planetary Health Forum bot \u00fcber den \u0093Markt der M\u00f6glichkeiten\u0093 zudem die M\u00f6glichkeit, Projekte und Initiativen mit St\u00e4nden und vorbereiteten Postern vorzustellen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltministerin Steffi Lemke und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach fand am 30. November und 1. Dezember 2023 das Planetary Health Forum im als nachhaltig zertifizierten Umweltforum und der Neuen M\u00e4lzerei in Berlin und online statt. Auf der ersten Konferenz f\u00fcr planetare Gesundheit in Deutschland kamen Akteur:innen aus den Bereichen Gesundheit, Klima- und Umweltschutz zusammen \u0096 aus Politik, Praxis, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Insgesamt nahmen rund 1000 registrierten Teilnehmende an der zweit\u00e4gigen Konferenz teil. 250 Personen waren pro Tag vor. Die hybride Veranstaltungsform erm\u00f6glichte eine breite Partizipation und den Austausch \u00fcber geografische Grenzen hinweg. <\/p>\n<p>Die Keynotes und Podiumsdiskussionen auf der Hauptb\u00fchne deckten eine breite thematische Palette ab, beispielsweise die Rolle des Gesundheitssektors in der Klimapolitik und die Bedeutung der Biodiversit\u00e4t f\u00fcr die Gesundheit. <\/p>\n<p>24 hochkar\u00e4tige Keynote- und Podiumssprecher:innen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft haben das Programm auf der Hauptb\u00fchne mit ihren Perspektiven bereichert. Zu den Input-Gebenden geh\u00f6rten u.a. die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, welche eine Gru\u00dfbotschaft von der Weltklimakonferenz in Dubai schickte, Transformationsforscherin Maja G\u00f6pel, der Leiter des Potsdamer Instituts f\u00fcr Klimafolgenforschung Stefan Rahmstorf und Francesca Racioppi, die Leiterin des WHO Regionalb\u00fcros Europa. Die Podiumsdiskussionen, bei denen u.a. Alexander Bonde, Generalsekret\u00e4r der Deutschen Bundesstiftung Umwelt sowie der Pr\u00e4sident der Bundes\u00e4rztekammer Klaus Reinhardt mitdiskutierten, widmeten sich zun\u00e4chst den \u0084Herausforderungen und Priorit\u00e4ten\u0093 und anschlie\u00dfend den \u0084Zukunftsvisionen\u0093 f\u00fcr Gesundheit innerhalb planetarer Grenzen. Im Rahmen des Abschlusspanels wagten u.a. Bettina Hoffmann, Staatssekret\u00e4rin im Bundesministerium f\u00fcr Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz sowie Doris Pfeiffer, Vorsitzende des GKV Spitzenverbands gemeinsam mit den Teilnehmenden den Blick nach vorn: Sie diskutierten dar\u00fcber, welche konkreten n\u00e4chsten Schritte es jetzt braucht, um die Vision von Gesundheit innerhalb planetarer Grenzen baldm\u00f6glichst Realit\u00e4t werden zu lassen. <\/p>\n<p>Das Herzst\u00fcck der zweit\u00e4gigen Konferenz bildeten die beiden Workshop-Phasen. Die insgesamt 17 Workshops, die gemeinsam mit externen Partner:innen und Referent:innen erarbeitet worden waren, erm\u00f6glichten eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit den vielf\u00e4ltigen Aspekten der planetaren Gesundheit.<\/p>\n<p>Um der Komplexit\u00e4t und Dringlichkeit der gew\u00e4hlten Themen gerecht zu werden, waren die Konferenz-Inhalte f\u00fcr die Teilnehmenden auch jenseits der klassischen Konferenz-Formate erlebbar. Eine Graphic-Recording-Person begleitete und dokumentierte die Veranstaltung visuell, insbesondere die Entwicklung des \u0084Memorandums\u0093. Die Live-Performance des dokumentarischen Theaterst\u00fcckes \u0084Klima-Monologe\u0093 griff Themen des Planetary Health Forums auf und machte sie emotional erfahrbar. <\/p>\n<p>Das Planetary Health Forum erzielte bemerkenswerte Ergebnisse, sowohl bez\u00fcglich der inhaltlichen Diskussionen als auch mit Blick auf nachhaltigere Auswirkungen auf die Netzwerke und Kooperationen der Teilnehmenden. Ein herausragendes Resultat des Forums war das gemeinsam mit den Teilnehmenden erarbeitete und verabschiedete \u0084Memorandum f\u00fcr Gesundheit und Wohlergehen innerhalb planetarer Grenzen\u0093 das als transformatives Abschlussdokument vor, nach und w\u00e4hrend der Konferenz entstanden ist. Das Memorandum ist als Hilfestellung oder Handreichung gedacht, um institutionelle Ver\u00e4nderungsprozesse zu initiieren und zu gestalten. Jede:r Interessierte \u0096 sowohl Einzelpersonen als auch Organisationen \u0096 ist eingeladen, die vorliegende Version des Memorandums weiterzuentwickeln und an ihre individuellen und\/oder institutionellen Bed\u00fcrfnisse anzupassen Das Memorandum wurde in den ersten sechs Monaten bereits von mehr als 200 Organisationen und Einzelpersonen unterzeichnet und wird im Sommer 2024 an die Schirmherr:innen des Planetary Health Forums \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Ein weiteres wichtiges Ergebnis des Forums war die Bildung neuer Allianzen und Kooperationen. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, sich zu vernetzen und gemeinsame Projekte zu initiieren. Diese neuen Verbindungen werden die Umsetzung der im Memorandum formulierten Ziele und Ma\u00dfnahmen unterst\u00fctzen und die langfristige Wirkung des Forums sicherstellen.<\/p>\n<p>Die Diskussionen auf dem Planetary Health Forum waren gepr\u00e4gt von der Suche nach l\u00f6sungsorientierten Ans\u00e4tzen zur Bew\u00e4ltigung der komplexen Herausforderungen, die mit dem Konzept der planetaren Gesundheit verbunden sind. Ein zentrales Thema war die Identifizierung und \u00dcberwindung von Zielkonflikten, die beispielsweise zwischen Umwelt- und Gesundheitszielen bestehen k\u00f6nnen. Die Teilnehmenden diskutierten verschiedene Strategien, um solche Konflikte zu minimieren und Mehrgewinne zu maximieren. Ein wesentlicher Aspekt der Diskussionen war die Bedeutung der Zusammenarbeit und des Austauschs zwischen verschiedenen Disziplinen und Sektoren. Die Teilnehmenden betonten, dass eine erfolgreiche Transformation nur durch enge Kooperation und den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik, Praxis und Zivilgesellschaft erreicht werden kann. Erst diese interdisziplin\u00e4re und sektor\u00fcbergreifende Zusammenarbeit erm\u00f6glicht es, umfassende und nachhaltige L\u00f6sungen zu entwickeln, die den vielf\u00e4ltigen Herausforderungen gerecht werden.<\/p>\n<p>Die Evaluation des Forums durch eine Teilnehmendenbefragung zeigt, dass die Veranstaltung erfolgreich einen Raum f\u00fcr Austausch und Vernetzung geschaffen hat. Die Umfrageergebnisse best\u00e4tigen, dass die Auswahl der Themen und Sprecher:innen den Interessen der Teilnehmenden entsprach und die Inhalte als relevant und inspirierend empfunden wurden. Kritische R\u00fcckmeldungen betreffen die F\u00fclle der Themen, die teilweise als zu unkonkret empfundenen Ergebnisse des Memorandums oder die als zu gering erachtete Einbindung von Online-Teilnehmenden. Diese R\u00fcckmeldungen werden gezielt in die Planung zuk\u00fcnftiger Veranstaltungen einflie\u00dfen. Ein weiterer mehrfach erw\u00e4hnter Aspekt ist die Notwendigkeit, die Ergebnisse und Erkenntnisse des Forums in die Praxis zu \u00fcberf\u00fchren. Im Rahmen der Befragung betonen die Teilnehmenden, dass es nicht ausreiche, theoretische Konzepte und Empfehlungen zu entwickeln; diese m\u00fcssten auch in konkrete Ma\u00dfnahmen und Projekte umgesetzt werden. Hierbei spielen Netzwerke und Allianzen eine entscheidende Rolle, da sie die Umsetzung und Verbreitung der entwickelten Ideen unterst\u00fctzten.<\/p>\n<p>Das Planetary Health Forum war von Beginn an als ko-kreativer, gemeinschaftlicher Prozess geplant und wurde in der Entwicklung der einzelnen Elemente (vorbereitende Workshops, Hauptveranstaltung, nachgelagerter Workshop) sowie des Memorandums umgesetzt. Die M\u00f6glichkeit zur R\u00fcckmeldung zur Veranstaltung und zum gesamten Prozess war entsprechend von zentraler Bedeutung f\u00fcr die Messung unserer Wirkung im Feld und dar\u00fcber hinaus, aber auch f\u00fcr die Planung und Gestaltung m\u00f6glicher Fortsetzungsveranstaltungen. Dem Feedback der Teilnehmenden entnehmen wir, dass wir das Hauptziel des PHFs erreicht haben: Wir haben mit der Veranstaltung einen Raum f\u00fcr Austausch, die kreative Entwicklung neuer Ideen und f\u00fcr die Vernetzung zwischen Akteur:innen geschaffen, die sich mit planetarer Gesundheit (und benachbarten Feldern) besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Um die Wirkung des ko-kreativen und kollaborativen Prozesses des Planetary Health Forums zu bef\u00f6rdern, Transparenz zu gew\u00e4hrleisten und allen Interessierten jederzeit die M\u00f6glichkeit zu geben, sich \u00fcber Themen und Formate zu informieren und diese mitzugestalten, war die projektbegleitende \u00d6ffentlichkeitsarbeit ein zentrales und kontinuierliches Element unserer Arbeit. Wir haben f\u00fcr das PHF eine eigene visuelle Identit\u00e4t entwickelt und darauf basierend die Veranstaltungswebsite www.planetaryhealthforum.de konzipiert und laufend mit Leben gef\u00fcllt. Weiterhin haben wir ein Mailing-Format entwickelt, mit dem wir regelm\u00e4\u00dfig zun\u00e4chst \u00fcber unsere Pl\u00e4ne, dann \u00fcber die gemeinsame Entwicklung und Highlights des Programms sowie \u00fcber Updates zu (vorbereitenden) Workshops, Partner:innen, unser Jugendf\u00f6rderprogramm sowie die fortschreitende Entwicklung des Memorandums informiert und f\u00fcr die Teilnahme geworben haben. \u00dcber die Mailings erreichten wir anfangs vor allem die eigenen, bereits umfassenden Netzwerke von KLUG und CPHP; im weiteren Verlauf ist es uns gelungen \u0096 u.a. \u00fcber die Aktivierung unserer Partner:innen \u0096 \u00fcber 1000 registrierte Teilnehmende mit Neuigkeiten und Infos rund um das Event zu versorgen. Dieses neue Format und die Website haben wir durch die Nutzung unserer bestehender Kommunikationskan\u00e4le komplettiert. <\/p>\n<p>Das Memorandum war fortlaufend fest integrierter Bestandteil unserer Kommunikation \u0096 sowohl mit den registrierten Teilnehmende des PHF als auch mit unseren origin\u00e4ren Netzwerken. \u00dcber die o.g. Kan\u00e4le haben wir kontinuierlich zur Teilnahme und Mitgestaltung eingeladen und \u00fcber den jeweils aktuellen Stand des Dokuments informiert. <\/p>\n<p>Weiterhin haben wir f\u00fcr die Kommunikation der Ergebnisse und Erfahrungen rund um das PHF u.a. eine gemeinsame Pressemitteilung mit der DBU direkt vor der Hauptveranstaltung, Medienpartnerschaften mit Climate.Table und dem Newsletter Tagesspiegel Background Gesundheit &#038; E-Health sowie einen \u00f6ffentlichen virtuellen Roundtable in Kooperation mit Climate.Table im direkten Nachgang zum Planetary Health Forum und zur Weltklimakonferenz COP28 genutzt. <\/p>\n<p>Im Nachgang des PHF wurden wir au\u00dferdem vermehrt f\u00fcr Formate bzw. Medien aus dem Umweltsektor angefragt. Daraus entstand unter anderem ein Beitrag von Maike Voss in der Zeitschrift politischen \u00d6kologie (Oekom Verlag), die sich in ihrer Ausgabe 2\/24 dem Thema \u0084Planetare Gesundheit &#8211; Wie Mensch und \u00d6kosystem gesunden\u0093 widmet, sowie Interviews mit Maike Voss im Greenpeace Magazin sowie im Newsletter des Deutschen Naturschutzrings.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Planetary Health Forum \u0096 verstanden als Prozess von der kollaborativen Entwicklung bis zur eigentlichen Konferenz inklusive der nachbereitenden Veranstaltungen \u0096 hat deutlich gezeigt, dass die Integration von Gesundheits-, Klima- und Umweltschutzthemen (im Rahmen einer Konferenz) nicht nur dringend geboten ist, sondern \u00fcberdies einen gewinnbringenden und offensichtlich erw\u00fcnschten Austausch zwischen bisher noch zu h\u00e4ufig \u0084in Silos\u0093 denkenden und arbeitenden Gruppen f\u00f6rdert. Die Teilnahme von etwa 1000 Personen, darunter 250 pro Tag vor Ort, haben das gro\u00dfe Interesse und den Bedarf an solchen interdisziplin\u00e4ren Austauschformaten klar gezeigt. Unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltministerin Steffi Lemke und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ist es uns gelungen, mit der Konferenz eine Vielzahl von Akteur:innen aus Politik, Praxis, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenzubringen, um gemeinsam sektor\u00fcbergreifende L\u00f6sungen f\u00fcr die dr\u00e4ngenden planetaren Krisen unserer Zeit zu entwickeln<br \/>\nund zu diskutieren.<\/p>\n<p>In Kurzvortr\u00e4gen, Diskussionsrunden und insbesondere w\u00e4hrend der interaktiven Workshop-Phasen konnten die Teilnehmenden neue Ideen und Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Gesundheit und Wohlergehen innerhalb planetarer Grenzen erarbeiten und intersektoral diskutieren. Besonders hervorzuheben ist hier die kollaborative Entwicklung des \u0084Memorandums f\u00fcr Gesundheit und Wohlergehen innerhalb planetarer Grenzen\u0093, das im Sommer 2024 den Schirmherr:innen des Forums \u00fcbergeben wird und als Leitfaden f\u00fcr zuk\u00fcnftige transformative Handlungen in unterschiedlichsten institutionellen Kontexten bereits genutzt wird. <\/p>\n<p>Die zweit\u00e4gige Konferenz hat klar veranschaulicht, dass sektor\u00fcbergreifende Zusammenarbeit und innovative Allianzen unabdingbar sind, aber auch viel Planung, einen langen Atem, ein auf einander zugehen der unterschiedlichen Sektoren und Akteuren und deren Zusammenarbeit ben\u00f6tigen, um den komplexen Herausforderungen der multidimensionalen planetaren Krisen effektiv entgegentreten zu k\u00f6nnen und lieferte wertvolle Impulse f\u00fcr zuk\u00fcnftige interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Auswirkungen menschlichen Handelns in politischen, \u00f6konomischen und sozialen Systemen im 21. 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