{"id":44008,"date":"2026-03-05T10:32:15","date_gmt":"2026-03-05T09:32:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/38818-01\/"},"modified":"2026-03-05T10:32:15","modified_gmt":"2026-03-05T09:32:15","slug":"38818-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/38818-01\/","title":{"rendered":"Erhalt und Umwandlung von Siloanlagen am Flensburger Ballastkai in gef\u00f6rderten Wohnraum und Energiespeicher, ggf. Fl\u00e4che f\u00fcr Gemeinbedarf"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die bestehenden Siloanlagen in der Flensburger F\u00f6rde sollen im Rahmenplan \u201eHafen-Ost\u201c abgerissen werden und durch rund 1.000 neuen Wohnungen ersetzt werden. Wir haben auf eigene Initiative eine Studie zum Erhalt der Siloanlagen angefertigt.<br \/>\nDie selbst gestellte Aufgabe lautete, die Bestandsgeb\u00e4ude sinnvoll in den bestehenden Rahmenplan Hafen-Ost einzubetten, also eine m\u00f6gliche Nachnutzung ohne Abriss zu definieren. Ergebnis ist, dass wir mit vertretbarem Umbau-Aufwand mehr Fl\u00e4che zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnen, als der Rahmenplan bei Abriss auf der Grundfl\u00e4che der Silos vorsieht. Dies bei mindestens 67 % geringerem CO2-Verbrauch, bezogen auf die Erstellung des im Rahmenplan angenommenen Bauvolumens in Holz-Hybridbauweise. Im Rahmenplan ist kein Stromspeicher o. \u00e4. vorgesehen.<br \/>\nOhne Abriss entsteht kein bzw. deutlich weniger M\u00fcll bzw. Bauschutt. Zudem k\u00f6nnen wir in den ehemaligen Industrieanlagen Batteriespeicher vorsehen, die 17.000 Haushalte f\u00fcr einen Tag mit gespeichertem [und vorzugsweise regenerativen] Strom versorgen.<br \/>\nHauptgegenst\u00e4nde der Studie sind die Voruntersuchungen, ob die Bestandsgeb\u00e4ude f\u00fcr den Einbau der ben\u00f6tigten Wohnungen geeignet sind und ob sich Energiespeichersysteme direkt neben dem Wohnen betreiben lassen. Weiter untersuchen wir die Moderation der Akteure sowie die Wirtschaftlichkeit und Vorbildwirkung des Projekts. Dieses DBU-F\u00f6rderprojekt begleitet das reale Vorhaben bereits in der Projektentwicklungsphase. <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenArbeitsschritte:<br \/>\n1.\tRecherche allgemein:<br \/>\n1.1.\tUntersuchung der Projektstruktur: Kl\u00e4rung der Besitz- und Nutzer*innenverh\u00e4ltnisse<br \/>\n1.2.\tProgramm: Er\u00f6rterung des Wohnungsbedarfs mit Politik und Verwaltung<br \/>\n1.3.\tMarktrecherche Situation vor Ort<br \/>\n1.4.\tUntersuchung \u00dcbertragbarkeit auf andere Orte \u2013 Vorkommen \u00e4hnlicher Geb\u00e4udestrukturen in vergleichbaren Lagen<br \/>\n2.\tGrundlagenuntersuchung \u2013 \u00e4hnlich Grundlagenermittlung in der Architektur:<br \/>\n2.1.\t Aufkl\u00e4rung der Historie von Bausubstanz und deren Nutzung (zur Absch\u00e4tzung von Lasten etc.)<br \/>\n2.2.\tAnalyse Tragwerk<br \/>\n2.3.\tAnalyse Eignung der Geb\u00e4udestruktur f\u00fcr Wohnraum im Allgemeinen (z. B. Erschlie\u00dfung)<br \/>\n2.4.\tAnalyse Wohnungsanzahl und Abgleich mit Planung Hafen-Ost<br \/>\n2.5.\tEinordnung planungsrechtlicher Parameter<br \/>\n2.6.\tAbstimmung mit Tr\u00e4gern \u00f6ffentlicher Belange<br \/>\n2.7.\tPlanungsrechtliche Einordnung<br \/>\n2.8.\tDenkmalrechtliche Einordnung<br \/>\n3.\tStudien architektonisch<br \/>\n3.1.\tEntwurf Grundrisse gem. Wohnungsschl\u00fcssel auf Regelgrundriss und Abgleich mit planungsrechtlichen Parametern<br \/>\n3.2.\tEntwurf einzelner Fassaden<br \/>\n3.3.\tEntwurf Fassadenstruktur<br \/>\n3.4.\tEntwurf m\u00f6glichen Montageablaufs<br \/>\n4.\tStudie zur Integration verschiedener Batteriespeichersysteme in die Silostruktur<br \/>\n4.1.\tVergleich unterschiedlicher Batteriesysteme<br \/>\n4.2.\tAnalyse verschiedener Technologien zur Energiegewinnung<br \/>\n4.3.\t\u00dcberschl\u00e4gige Berechnung der Kapazit\u00e4ten<br \/>\n5.\tStudien zum Tragwerk und Auswirkungen alternativer Lastf\u00e4lle<br \/>\n5.1.\tAbsch\u00e4tzung Tragf\u00e4higkeit<br \/>\n5.2.\tGrobkonzept Tragwerk<br \/>\n6.\t\u00d6kobilanzielle Betrachtung<br \/>\n6.1.\tVergleich Szenario Erhalt vs. Abriss und \u201eHafen-Ost\u201c<br \/>\n7.\t\u00d6konomisches Konzept<br \/>\n8.\tPr\u00e4sentation und Diskussion mit Politik<br \/>\n8.1.\tAbstimmungsrunden mit Stadtplanung, IhrSan und sonstigen<br \/>\n8.2.\tPr\u00e4sentation vor Ausschuss f\u00fcr Umwelt, Planung und Stadtentwicklung<\/p>\n<p>Methoden:<br \/>\n\u2022\tLiteratur- und Internetrecherche<br \/>\n\u2022\tMarktrecherche (Anbieter von Batteriesystemen)<br \/>\n\u2022\tInterviewen von Forscherinnen und Forschern<br \/>\n\u2022\tMarktrecherche (lokaler Immobilienmarkt)<br \/>\n\u2022\tArchitektonische, tragwersktechnsiche, bauphysikalische, brandschutztechnische, energetische und allg. technische Untersuchung<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Anf\u00e4nglich gibt es Skepsis einiger Fraktionen im Ausschuss f\u00fcr Umwelt, Planung und Stadtentwicklung gegen\u00fcber dem Erhalt. Die Bedenken scheinen weniger inhaltlich-sachlichen als prozessual-organisatorischen Ursprungs: Im Rat geht es meist nicht um die Silos, sondern um das Gesamtprojekt Hafen-Ost und dessen Umsetzbarkeit im Allgemeinen. Hier halten etwa 50 % des Rates die f\u00fcr die Realisierung von Hafen-Ost notwendige Umwidmung des Hafengebiets und die damit verbundenen Auswirkungen auf das Gebiet f\u00fcr nicht tragbar. Bedenken gibt es neben den oben genannten u. a. hinsichtlich der in den \u201eVorbereitende(n) Untersuchungen nach \u00a7141 BauGB\u201c Einordnung der Anlagen als ma\u00dfstabssprengende Geb\u00e4udekomplexe, die die Erlebbarkeit des Denkmals (Ballastkai) mindern. Weiter gelte es, die Tragf\u00e4higkeit der Kaimauer zu untersuchen (geschieht in separatem Gutachten im Auftrag der Stadt Flensburg).<br \/>\nDie Idee, die Geb\u00e4ude mit Energiespeichern zu versehen, wird als interessant, ggf. aber nicht etabliert aufgefasst. Zu Beginn des Projekts sind sowohl reine W\u00e4rmespeicher (Wasser) als auch Batteriespeicher f\u00fcr Elektrizit\u00e4t im Gespr\u00e4ch. Im weiteren Verlauf des Projekts nehmen wir vom Warmwasserspeicher Abstand, da die Stadtwerke Flensburg bereits \u00fcber zwei gro\u00dfe W\u00e4rmespeicher verf\u00fcgt.<br \/>\nIn mehreren Pr\u00e4sentationen und \u00dcberarbeitungen k\u00f6nnen wir den Fokus auf die Silos legen und die Bedenken gegen\u00fcber deren Erhalt sukzessive ausr\u00e4umen. Wir zeigen auf, dass wir mit dem Erhalt etwa 25 % mehr Wohnungen auf gleicher Fl\u00e4che erreichen als mit der in Hafen-Ost skizzierten Planung. Dabei emittieren wir voraussichtlich 67 % weniger CO2. Der in der Voruntersuchung aufgezeigte Ma\u00dfstabssprung scheint subjektiv ausgelegt. Hierzu soll der Gestaltungsbeirat der Stadt Flensburg konsultiert werden.<br \/>\nIn der Sitzung vom 10.10.2023 spricht sich der SUPA f\u00fcr den Erhalt der Silos aus. <\/p>\n<p>Im Telefonat mit dem K\u00e4mmerer und B\u00fcrgermeister der Stadt Flensburg zeigt sich, dass es strukturelle \u00c4nderungen in der Stadtverwaltung geben wird: Die Verwaltungsspitze des Stadtplanungsamtes wird zum dritten Quartal 2025 umstrukturiert, es soll fortan eine gew\u00e4hlte Stadtbaur\u00e4t*in geben. Bislang wurde die Leitung des Amtes f\u00fcr Stadtentwicklung aus der Verwaltung besetzt. Scheinbar parallel zu dieser \u00c4nderung gibt es Bestrebungen, das Projekt Hafen-Ost abzu\u00e4ndern, wohl weil es zwischen seiner Entstehung 2018 und heute keine angemessenen Fortschritte zu verzeichnen hat. Es soll nun an die neuen Bedingungen angepasst werden (keine Umwidmung des Hafens, kleinerer Umfang, keine Verlegung von Stra\u00dfen etc.).<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>. Pr\u00e4sentation auf Konferenz CONBAU NORD  am 11.09.2025<br \/>\n. Eigene Ver\u00f6ffentlichung steht noch aus<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Untersuchung bestehender Geb\u00e4udesubstanz aus dem Logistik- und Industriebereich als Option f\u00fcr den Einbau von Wohnungen scheint angemessen hinsichtlich der Wohnungsfrage auf der einen, Fl\u00e4chenversiegelung und Energieverbrauch bei Abriss und Neubau auf der anderen Seite. Im Bericht zeigen wir weitere Standorte mit \u00e4hnlichen Geb\u00e4uden auf. Die Untersuchung scheint auf viele der Situationen \u00fcbertragbar. Da sich die Recherche auf Silostandorte in Hafen- und Innenstadtn\u00e4he beschr\u00e4nkt, kann davon ausgegangen werden, dass es auch in anderen (Industrie)Bereichen Potenziale \u00e4hnlichen Ausma\u00dfes und \u00e4hnlicher Qualit\u00e4t gibt.<br \/>\nDie Untersuchung aus stadtplanerischer, architektonischer, energetischer und \u00f6kobilanzieller Sicht vergr\u00f6\u00dfert die Flexibilit\u00e4t der Nachnutzung betr\u00e4chtlich. Die Entscheidung pro oder contra Abriss der Silos kann dank Vorlage der Arbeit fundierter getroffen werden.<br \/>\nDies scheint schon deshalb sinnvoll, da die bislang heranzuziehenden Disziplinen Stadtplanung, T\u00d6B, Umweltamt etc. zwar ihre jeweils fundierten Stellungnahmen verfassen, die Zusammenf\u00fchrung jedoch nicht hinsichtlich \u00f6kobilanziell-energetischer Aspekte ausgewertet wird.<br \/>\nDie Idee, tiefe Geb\u00e4udevolumen mit Energiespeichern (in diesem Fall Batteriespeicher) trifft auf gro\u00dfes Interesse in Politik und Forschungslandschaft. Grund daf\u00fcr scheinen die Verbesserung der lokalen Infrastruktur (Bereitstellung gro\u00dfer Energiemengen aus regenerativ erzeugter Energie) sowie auch die Erh\u00f6hung der Redundanz in der Energieversorgung zu sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die bestehenden Siloanlagen in der Flensburger F\u00f6rde sollen im Rahmenplan \u201eHafen-Ost\u201c abgerissen werden und durch rund 1.000 neuen Wohnungen ersetzt werden. Wir haben auf eigene Initiative eine Studie zum Erhalt der Siloanlagen angefertigt. 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