{"id":28061,"date":"2026-04-18T10:32:29","date_gmt":"2026-04-18T08:32:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/38579-01\/"},"modified":"2026-04-18T10:32:30","modified_gmt":"2026-04-18T08:32:30","slug":"38579-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/38579-01\/","title":{"rendered":"Separation und Wiederverwendung gas- und partikelf\u00f6rmiger Borverbindungen aus Glasschmelzen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bei der Herstellung borhaltiger Gl\u00e4ser (C-Glas, E-Glas, Spezialglas, Wirtschaftsglas, Emaille) treten staub- und gasf\u00f6rmige Boremissionen auf, wobei jedoch insbesondere gasf\u00f6rmigen Boremissionsanteile mit den etablierten Trockenfiltrationsverfahren nur unzureichend abgereinigt werden k\u00f6nnen. Sowohl Bors\u00e4ure als auch Borate gelten auf EU-Ebene gem\u00e4\u00df Richtlinie 1272\/2008\/EG (sog. CLP-Verordnung) als gesundheitsgef\u00e4hrdend; Letzteres sogar als fruchtsch\u00e4digend. Dar\u00fcber hinaus wurden sch\u00e4digende Wirkungen auf verschiedene Pflanzen- und Tierarten bereits mehrfach dokumentiert, weshalb insbesondere gasf\u00f6rmige Boremissionen aufgrund ihrer bis dato mangelhafte Abscheidung aus Abluftstr\u00f6men eine sehr hohe Umwelt- und \u00d6kosystemrelevanz aufweisen. Aufgrund der unzureichenden Reinigungseffizienz bestehender Anlagen ist daher die Entwicklung eines effizienten Abluftreinigungsverfahrens dringend erforderlich. <\/p>\n<p>Im Rahmen des Projekts SeWieBorG wird der Ansatz verfolgt mittels eines alkalischen bzw. neutralen W\u00e4schers sowohl gasf\u00f6rmige als auch partikul\u00e4re Boremissionen aus dem Abluftstrom zu separieren, abgeschiedenes Bor f\u00fcr eine R\u00fcckgewinnung aufzukonzentrieren und schwach Bor beladene Abwasserflotten durch Ionentauscher zwecks Boreliminierung nachzubehandeln, so dass eine gefahrlose Einleitung in die Kanalisation m\u00f6glich ist. Die Separation des Bors, welches als Natriumborat im relevanten Temperatur- und pH-Bereich vorliegt, soll unter Ausnutzung der um einen Faktor 5 unterschiedlichen L\u00f6slichkeiten von Bors\u00e4ure und Natriumborat, durch Ans\u00e4uerung gef\u00e4llt und abgetrennt werden. <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm ersten Schritt der Phase I wurde mit Hilfe eines W\u00e4schers das gasf\u00f6rmige und partikul\u00e4re Bor aus der Abluft in die w\u00e4ssrige Phase abgeschieden. Die Versuche haben gezeigt, dass dies sowohl in einem alkalischen als auch neutralem Bereich funktioniert. Das durch Versuche vor Ort gewonnene Abwasser wurde f\u00fcr weitere Versuche gesammelt.<\/p>\n<p>Parallel wurden insgesamt f\u00fcnf verschiedene Ionentauscher zun\u00e4chst mit artifiziellem Abwasser beladen und Durchbruchskurven erstellt. Ebenso wurden diese Ionentauscher regeneriert und so der Reduktionsfaktor bestimmt, da f\u00fcr eine Weiterbehandlung die Borkonzentration m\u00f6glich hoch aufkonzentriert werden muss.<br \/>\nDieser Versuch wurde mit dem Abwasser aus dem W\u00e4scherversuch wiederholt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es konnte erfolgreich gezeigt werden, dass eine Abscheidung des gasf\u00f6rmigen und partikul\u00e4ren Bors in der Abluft sowohl im alkalischen als auch neutralen W\u00e4scher m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Bei den Versuchen mit artifiziellem Abwasser, bei dem eine spezifische Borkonzentration eingestellt war, erwiesen sich alle f\u00fcnf Ionentauscher als geeignet, wobei zwei Ionentauscher die h\u00f6chste Beladbarkeit aufwiesen.<\/p>\n<p>Die Versuche mit dem Realabwasser zeigten, dass in dem Realabwasser weitere Abwasserkomponenten enthalten sind, die die Abscheidung in den Ionentauscher erheblich beeinflussen k\u00f6nnen. Die beiden Ionentauscher, die bei der Beladung mit artifiziellem Abwasser die h\u00f6chste Aufnahmekapazit\u00e4t auswiesen und somit auch den besten Reduktionsfaktor ergaben, schw\u00e4chelten mit Realabwasser so sehr, dass deren Einsatz im industriellen Einsatz vermutlich keinen Sinn macht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Es ist zum derzeitigen Zeitpunkt geplant, die Ergebnisse in einem Fachjournal vorzustellen. Wo die Ver\u00f6ffentlichung stattfinden wird, steht noch nicht fest.<\/p>\n<p>Zu einem geeigneten Zeitpunkt wird das Forschungsprojekt und deren Ergebnisse auf den Homepages der beteiligten Projektpartnern pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Versuche haben gezeigt, dass zum einen eine nahezu vollst\u00e4ndige Abscheidung von gasf\u00f6rmigen und partikul\u00e4rem Bor in der Abluft in die w\u00e4ssrige Phase m\u00f6glich ist und zum anderen eine Aufkonzentration der Borkonzentration im Abwasser mit Hilfe von Ionentauscher ebenfalls machbar ist.<\/p>\n<p>Welcher Ionentauscher schlussendlich f\u00fcr eine industrielle Anwendung geeignet ist, m\u00fcssen weiterf\u00fchrende Versuche zeigen.<\/p>\n<p>Die Phase II des Projektes ist genehmigt und hat bereits begonnen. Dabei werden die Versuche fortgef\u00fchrt und eine Pilotanlage mit W\u00e4scher, Abscheidung und Desorption konstruiert, gebaut und vor Ort getestet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bei der Herstellung borhaltiger Gl\u00e4ser (C-Glas, E-Glas, Spezialglas, Wirtschaftsglas, Emaille) treten staub- und gasf\u00f6rmige Boremissionen auf, wobei jedoch insbesondere gasf\u00f6rmigen Boremissionsanteile mit den etablierten Trockenfiltrationsverfahren nur unzureichend abgereinigt werden k\u00f6nnen. Sowohl Bors\u00e4ure als auch Borate gelten auf EU-Ebene gem\u00e4\u00df Richtlinie 1272\/2008\/EG (sog. CLP-Verordnung) als gesundheitsgef\u00e4hrdend; Letzteres sogar als fruchtsch\u00e4digend. 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