{"id":27986,"date":"2026-05-01T10:36:41","date_gmt":"2026-05-01T08:36:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/38758-01\/"},"modified":"2026-05-01T10:36:41","modified_gmt":"2026-05-01T08:36:41","slug":"38758-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/38758-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderinitiative Pestizide: Optimierung eines Verfahrens zum Beikrautmanagement im Feldgem\u00fcsebau mit einem spritzbaren Mulchmaterial auf Basis Nachwachsender Rohstoffe \u201eOptiMulch\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Gem\u00fcsebau ist ein effektives Beikrautmanagement unerl\u00e4sslich, da Kulturpflanzen mit Beikr\u00e4utern um N\u00e4hrstoffe und Wasser konkurrieren und Beikr\u00e4uter die Entwicklung der Kulturpflanzen beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen. Herbizide sind im konventionellen Anbau weit verbreitet, stehen jedoch zunehmend unter gesellschaftlicher Kritik und regulatorischem Druck. Mechanische und physikalische Alternativen, wie Hacken und die Verwendung von Mulchfolien, sind zeit- und kostenintensiv und verursachen zum Teil Plastikm\u00fcll. Als umweltfreundliche Alternative wurde im Rahmen der Projekte MuNaRo und ABOW ein spritzbares, biologisch abbaubares Mulchmaterial &#8220;LiquiMulch&#8221; auf Basis nachwachsender Rohstoffe entwickelt. Das Verfahren beruht auf einer Zwei-Komponenten-Mischung, die nach der Applikation auf dem Feld eine physikalische Barriere gegen Beikr\u00e4uter bildet. Ziel des Vorhabens ist die Optimierung des neuartigen Mulchverfahrens f\u00fcr den Freilandgem\u00fcsebau mit besonderem Fokus auf die Praxistauglichkeit des Verfahrens sowie der Entwicklung eines einfach und sicher bedienbaren Applikationsger\u00e4ts.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden<\/p>\n<p>Das spritzbare Mulchmaterial basiert auf einer Zwei-Komponenten Rezeptur: Komponente A besteht aus Raps\u00f6l, sowie Natriumalginat, Calciumsulfat und Cellulosefasern. Komponente B ist wasserbasiert und enth\u00e4lt St\u00e4rke, Glycerin, Natriumphosphat, Natriumbenzoat und Sorbitol. Die zwei Fl\u00fcssigphasen werden kurz vor Ausbringung vermengt und mit einem eigens entwickelten Applikationsger\u00e4t ausgebracht, wobei das Mulchmaterial unmittelbar auf der Erdoberfl\u00e4che geliert. Durch die physikalische Barriere sollen Beikr\u00e4uter in ihrer Keimung und im Wachstum gehemmt werden. Das Material baut sich im weiteren Verlauf biologisch ab, was von Faktoren wie Schichth\u00f6he, Umgebungstemperatur oder -feuchtigkeit abh\u00e4ngt. Das im Vorhaben \u201eMuNaRo\u201c von Amazonen-Werke und Schmotzer Hacktechnik entwickelte Applikationsger\u00e4t soll unter den Aspekten der Praxistauglichkeit weiter optimiert werden. Ansatzpunkte sind die F\u00f6rdertechnik, der Fl\u00fcssigkeitsdruck bei Applikation, die D\u00fcsenauswahl und -ansteuerung, ein Tropf-Stopp, die Mischstrategie sowie die Bedienungsfreundlichkeit. Damit soll eine Applikation des Mulchmaterials in Streifen, bei der die Schichtdicke und Streifenbreite je nach Bedarf eingestellt werden kann, gew\u00e4hrleistet werden. Zusammen mit der Landesanstalt f\u00fcr Wein- und Gartenbau soll das Verfahren in Feldversuchen \u00fcber zwei Jahre evaluiert werden. Die randomisierte Anordnung der unterschiedlichen Versuchsvarianten erfolgt als Streifenanlage. Getestet werden im Anbau typische Folienkulturen wie Zucchini, K\u00fcrbis, Melone und Einlegegurke. Dokumentiert werden die Beikrautunterdr\u00fcckung, Kulturpflanzenvertr\u00e4glichkeit, Ertrag, sowie Umweltwirkungen, wie Abbaubarkeit und Effekte auf den Bodenwasserhaushalt. Zur Senkung der Verfahrenskosten wird die Rezeptur des Mulchmaterials im Labor weiter optimiert und gepr\u00fcft. <\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In Feldversuchen konnte die beikrautunterdr\u00fcckende Wirkung des Mulchmaterials f\u00fcr Kulturen wie Zuckermais, K\u00fcrbis, Zucchini und Einlegegurke best\u00e4tigt werden. Die Effektivit\u00e4t h\u00e4ngt jedoch von Faktoren wie Bodenart, Bodenfeuchte, Beikrautdruck und Applikationspr\u00e4zision ab. Eine Mulchschichtdicke von 3 mm bis 5 mm erwies sich als effizient. Eine Aussaat mit herk\u00f6mmlicher S\u00e4technik nach der Applikation des Mulchmaterials ist praktikabel. Die Entwicklung der Kulturpflanzen verlief nach erfolgreicher Keimung unauff\u00e4llig und die Ernteertr\u00e4ge wurden vom Mulchmaterial kaum beeinflusst. Bei Melonen kann hingegen keine Empfehlungen f\u00fcr den Einsatz des Verfahrens gegeben werden. Umweltuntersuchungen zeigen, dass das Mulchmaterial aerob abbaubar und keine Akkumulation im Boden zu erwarten ist. Ein Einfluss auf die Stickstoffmineralisierung wurde festgestellt, was bei Bedarf eine Anpassung der D\u00fcngung erforderlich macht. Messungen der Bodenfeuchte belegen eine verdunstungshemmende Wirkung des Mulchmaterials. Damit kann die Bodenfeuchte reguliert werden. Eine angepasste Bew\u00e4sserungssteuerung ist entscheidend f\u00fcr den Erfolg des Verfahrens. Negative Auswirkungen auf Wildtiere, Insekten oder dem Vorkommen von Regenw\u00fcrmern im Boden wurden nicht beobachtet. Unter Wirtschaftlichkeitsaspekten betrachtet, ist das Mulchverfahren, insbesondere aufgrund der Materialkosten, derzeit meist nicht konkurrenzf\u00e4hig gegen\u00fcber der Verwendung von Herbiziden oder Mulchfolien. Durch Rezepturoptimierung, wie dem Ersatz teurer Inhaltsstoffe und der Reduktion der Materialmenge, beispielsweise durch Aufsch\u00e4umen, k\u00f6nnten die Kosten gesenkt werden. Die neu entwickelten \u00f6lfreien Rezepturen und die Reduzierung des Materialaufwands stellen vielversprechende Ans\u00e4tze dar. Auch die Treibhausgasemissionen w\u00fcrden durch wasserbasiertes Material erheblich reduziert werden. Eine abschlie\u00dfende Bewertung der Praxistauglichkeit und Umweltwirkungen dieser neuentwickelten Rezepturen ist allerdings erst nach weiteren Feldversuchen m\u00f6glich. Die bisherigen Ergebnisse zeigen jedoch, dass die aufgezeigten Ans\u00e4tze zukunftsweisend und vielversprechend sind<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Vortr\u00e4ge und \u00f6ffentlichkeitswirksame Pr\u00e4sentationen des Mulchverfahrens im Sinne des Wissenstransfers:<br \/>\n04.07.2023\t\u00d6ko-Gem\u00fcsebautag 2023 in Bamberg Instituts f\u00fcr Erwerbs- und Freizeitgartenbau der LWG<br \/>\n17.10.2023\tOnline Vortrag zum InnoBoard der schweizerischen Zentralstelle f\u00fcr Gem\u00fcsebau und Spezialkulturen<br \/>\n28.11.2023\tVortrag anl\u00e4sslich 50 Jahre Forschung Nachwachsende Rohstoffe, TFZ in Straubing<br \/>\n04.12.2023\tVortrag zur Sitzung des Beirates Freilandgem\u00fcse in Denkendorf<br \/>\n08.-10.01.2024\tOnline Vortrag im Rahmen des Weiterbildungsseminar f\u00fcr Arbeitnehmer im Gem\u00fcsebau des Landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg<br \/>\n08.04.2024\tVortrag zum IEF-Projekttag an der LWG in Bamberg<br \/>\n04.-05.06.2024\tWoche der Umwelt in Berlin, Deutsche Bundesstiftung Umwelt<br \/>\n02.07.2024\t\u00d6ko-Gem\u00fcsebautag 2024 in Bamberg Instituts f\u00fcr Erwerbs- und Freizeitgartenbau der LWG<br \/>\n19.11.2024 \tVortrag zum Profi-Tag Gem\u00fcsebau am in Hannover Ahlem, LKW Niedersachsen<br \/>\n27.11.2024\tVortrag anl. Gr\u00fcnberger Gem\u00fcsebautage \u2013 Pflanzenschutz Spezial, Bundesfachgruppe Gem\u00fcsebau<br \/>\n03.-04.12.2024\tPosterpr\u00e4sentation \u201eDetox auf dem Acker\u201c &#8211; Abschlussveranstaltung zur F\u00f6rderinitiative zur Vermeidung und Verminderung von Pestiziden in der Umwelt, Deutsche Bundesstiftung Umwelt<br \/>\n19.01.2025 \tVortrag anl. der Pflanzenbautage zu aktuellen Themen, Landwirtschaftskammer Burgenland, in St. Andr\u00e4 am Zicksee, \u00d6sterreich<br \/>\n25.03.2025\tVortrag zum IEF-Projekttag an der LWG in Bamberg<br \/>\n12.-14.05.2025\tVortrag zur Tagung f\u00fcr Bedienstete der Justizvollzugsakademie \u2013 G\u00e4rtner in Straubing<br \/>\n01.07.2025 \t\u00d6ko-Gem\u00fcsebautag 2025 in Bamberg Instituts f\u00fcr Erwerbs- und Freizeitgartenbau der LWG<br \/>\n16.09.2025\tVortrag und Show-Applikation zum 48. Hohenheimer Gem\u00fcsebautag, SFG Stuttgart Hohenheim<br \/>\n12.01.2026\tVortrag anl. Bayerischer Industriegem\u00fcsetag 2026 in Aiterhofen<br \/>\nin Vorbereitung:<br \/>\n09.02.2026\tVortrag anl. Gartenbautagung der Landwirtschaftskammer Hamburg<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das neu entwickelte Verfahren zur Beikrautunterdr\u00fcckung mit einen spritzbaren Mulchmaterial aus Nachwachsenden Rohstoffen stellt eine gr\u00f6\u00dftenteils praxistaugliche Alternative zur Beikrautregulierung im Freilandgem\u00fcsebau dar. LiquiMulch zeigt eine gute Wirkung gegen\u00fcber Beikr\u00e4utern bei gleichzeitig wenig bedenklichen weiteren Umweltwirkungen. F\u00fcr eine bessere Wirtschaftlichkeit sollte die Entwicklung einer \u00f6lfreien Rezeptur weiterverfolgt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Gem\u00fcsebau ist ein effektives Beikrautmanagement unerl\u00e4sslich, da Kulturpflanzen mit Beikr\u00e4utern um N\u00e4hrstoffe und Wasser konkurrieren und Beikr\u00e4uter die Entwicklung der Kulturpflanzen beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen. Herbizide sind im konventionellen Anbau weit verbreitet, stehen jedoch zunehmend unter gesellschaftlicher Kritik und regulatorischem Druck. 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