{"id":27940,"date":"2026-03-19T10:32:46","date_gmt":"2026-03-19T09:32:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/38220-01\/"},"modified":"2026-03-19T10:32:47","modified_gmt":"2026-03-19T09:32:47","slug":"38220-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/38220-01\/","title":{"rendered":"\u201eInnovative Kreislaufwirtschaft am Bau\u201c \u2013 St\u00e4rkung von innovativen kreislaufgerechten Bau- und D\u00e4mmstoffen, Bauteilen und Bauprozessen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Baubranche geh\u00f6rt zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftsbereichen in Deutschland \u2013 allein 40 Prozent des gesamten Rohstoffverbrauchs in Deutschland werden f\u00fcr den Bau von Geb\u00e4uden und Infrastruktur ben\u00f6tigt. Diese Umweltauswirkungen k\u00f6nnten deutlich verringert werden, indem die Kreislauff\u00e4higkeit von Geb\u00e4uden und Baustoffen verbessert wird \u2013 etwa durch optimiertes Produktdesign, selektiven R\u00fcckbau und Aufbereitungsverfahren der Bauabf\u00e4lle. Praxistaugliche Ans\u00e4tze wie Bauteillager f\u00fcr aufbereitete Bauprodukte, Baustoffe aus Recyclingmaterialien oder herstellereigene R\u00fccknahmesysteme existieren bereits, sind jedoch noch nicht weit verbreitet. Um dieses Potenzial zu heben, m\u00fcssen Wissenstransfer, gesetzliche Anpassungen und die Vorbildfunktion der \u00f6ffentlichen Hand gezielt vorangetrieben werden. Ziel des Projekts war es, den Einsatz innovativer kreislauff\u00e4higer Bau- und D\u00e4mmstoffe, Bauteile und Bauprozesse auszuweiten, den Rechtsrahmen f\u00fcr die Kreislauff\u00fchrung am Bau zu verbessern und die private und \u00f6ffentliche Beschaffung bei der Auswahl umweltfreundlicher und kreislaufgerechter Bauprodukte zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenMithilfe von themenspezifischen Fachgespr\u00e4chen, Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen Akteur*innen, \u00d6ffentlichkeitsarbeit, beh\u00f6rdlichen Abfragen und Einzelgespr\u00e4chen mit den relevantesten (politischen) Stakeholdern wurden essentielle Daten erhoben, relevante Herausforderungen er\u00f6rtert und praktische sowie politische L\u00f6sungen erarbeitet und vermittelt. Diese neuen Handlungsempfehlungen wurden durch wirksame \u00d6ffentlichkeitsarbeit, etwa zu einem politischen DUH-Positionspapier \u201e10-Punkte-Plan: Kreislaufwirtschaft am Bau umsetzen\u201c, einem Infopapier \u00fcber kreislaufrelevante und nachhaltige Kriterien f\u00fcr Bau- und D\u00e4mmstoffe sowie einem Leitfadenpapier mit begleitendem Webinar f\u00fcr die \u00f6kologische Beschaffung einem breiten Publikum bekannt gemacht. Daf\u00fcr wurden umfassende Recherchen und Analysen zu den verschiedenen Arbeitspaketen durchgef\u00fchrt. Durch die Mitwirkung an wichtigen politischen (Gesetzgebungs-)Prozessen im Bau- und Geb\u00e4udebereich, wie z.B. der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie, der Abfallende-Verordnung und Gewerbeabfall-Verordnung, konnten Anforderungen an innovative kreislaufgerechte Bau- und D\u00e4mmstoffe, Bauteile und Bauprozesse direkt eingebracht werden.<br \/>\nMit den spezifischen Aktivit\u00e4ten wurden Praxisakteur*innen (z. B. Planer*innen, Bauherr*innen und Hersteller*innen), die Politik (z. B. Sprecher*innen f\u00fcr die Bereiche Kreislaufwirtschaft und Bauen der demokratischen Bundestagsparteien), Vollzugsbeh\u00f6rden (z. B. Umwelt\u00e4mter der L\u00e4nder) und Akteur*innen der \u00f6ffentlichen und privaten Beschaffung (z. B. BImA) adressiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Innerhalb der Erarbeitung des Arbeitspakets 1 \u201eRechtsrahmen f\u00fcr innovative Bau- und D\u00e4mmstoffe, Bauteile und Bauprozesse verbessern\u201c wurde deutlich, dass ein geeigneter politischer Rechtsrahmen entscheidend ist, um kreislauff\u00e4hige Bau- und D\u00e4mmstoffe sowie Bauteile zu f\u00f6rdern, hier jedoch ein erheblicher Nachholbedarf besteht. Dieser Bedarf konnte im Rahmen des Projekts st\u00e4rker in den Fokus der politischen Diskussion ger\u00fcckt werden. Im Fachgespr\u00e4ch \u201eMehr Recycling von Baustoffen erm\u00f6glichen\u201c wurden die n\u00f6tigen Ma\u00dfnahmen, wie etwa eine verbindliche Bauteilsichtung, die Sicherstellung von sortenreinen Bau- und Abbruchabf\u00e4llen, die Einf\u00fchrung einer erweiterten Herstellerverantwortung, material- und anwendungsspezifische Rezyklateinsatzquoten und die Einf\u00fchrung eines Geb\u00e4uderessourcenpasses ausf\u00fchrlich diskutiert. Ein zentrales Ergebnis des Fachgespr\u00e4chs war die Erkenntnis, dass ein integrierter Rechtsrahmen ben\u00f6tigt wird, der das Baurecht, Abfallrecht und Schadstoffrecht sinnvoll miteinander verkn\u00fcpft. Mit der erfolgreichen Ver\u00f6ffentlichung des DUH-Positionspapiers \u201e10-Punkte-Plan: Kreislaufwirtschaft am Bau umsetzen &#8211; Ressourcen schonen und Klima sch\u00fctzen!\u201c und dem damit verbundenen Pressehintergrundgespr\u00e4ch, zeigte die DUH die wichtigsten Punkte auf dem Weg hin zu einer erfolgreichen Kreislaufwirtschaft am Bau auf. Das Papier stie\u00df auf eine gute Resonanz, wodurch zahlreiche erfolgreiche Gespr\u00e4che mit politischen Entscheidungstr\u00e4ger*innen auf Bundes- und Landesebene erm\u00f6glicht wurden. Dies spiegelte das hohe Interesse seitens der Politik wider, zeigte jedoch gleichzeitig auf, dass erhebliche Wissensl\u00fccken und Handlungsbedarf bestehen, um den politischen Rechtsrahmen zu verbessern. Es wurde auch deutlich, dass die direkte Wiederverwendung von Bauteilen ein sehr hohes Umweltschutzpotential gegen\u00fcber Prim\u00e4rbaustoffen aufweist und unbedingt gef\u00f6rdert werden sollte.<\/p>\n<p>In der Bearbeitung des Arbeitspakets 2 \u201eEinsatz innovativer kreislauff\u00e4higer Baustoffe ausweiten\u201c wurde seitens der Politik oder Bauherr*innen deutlich, dass unzureichende Vorgaben zum Einsatz besonders umweltgerechter Bau- oder D\u00e4mmstoffe getroffen werden. Gleichzeitig gehen die Einsch\u00e4tzungen zur Umweltfreundlichkeit von Bau- oder D\u00e4mmstoffen und dem jeweiligen Zweck weit auseinander. Hierdurch werden weitergehende politische Entscheidungen gehemmt, Praxisakteur*innen verunsichert und unter Umst\u00e4nden wichtige Zukunftsentscheidungen verz\u00f6gert. Mit dem Informationspapier \u201eBewertungskriterien f\u00fcr ressourcenschonende und kreislauff\u00e4hige Bauprodukte\u201c ist es gelungen, Kriterien des Ressourcenschutzes und der Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Bauprodukte detailliert aufzuzeigen. In Kombination mit dem Fachgespr\u00e4ch \u201eWas ist ein \u00f6kologischer Baustoff?\u201c wurde ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr geschaffen, was ein umweltvertr\u00e4gliches Bauprodukt ausmacht. Es bleibt festzuhalten, dass die \u00f6kologische Bauwende nur dann im notwendigen Ma\u00df vorangetrieben werden kann, wenn sie mit einer umfassenden \u00f6kologischen Beschreibung von Baustoffen und einer ganzheitlichen Bewertung einhergeht.<\/p>\n<p>Die \u00f6ffentliche Beschaffung ist ein wichtiger Hebel, um eine ausreichende Nachfrage und Planungssicherheit f\u00fcr Investitionen in \u00f6kologische Innovationen wie Herstellungs-, R\u00fcckbau- und Recyclingprozesse zu schaffen. Dazu wurde im Arbeitspaket 3 \u201e\u00d6kologische Beschaffung umsetzen\u201c politischen Vertreter*innen im Rahmen eines Fachgespr\u00e4chs zur umweltfreundlichen Beschaffung aufgezeigt, inwiefern die \u00f6ffentliche Hand im Zusammenspiel mit F\u00f6rderprogrammen, der Fokussierung auf das Bauen im Bestand und der Aussch\u00f6pfung der Potenziale im Vergabeprozess Umweltschutzpotenziale im Bau- und Geb\u00e4udebereich heben kann. Erg\u00e4nzend wurde ein Leitfaden mit Praxisbeispielen und konkreten Handlungsempfehlungen ver\u00f6ffentlicht sowie ein Webinar f\u00fcr Beschaffer*innen angeboten, um die notwendigen Instrumente und ihre M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Ausschreibung umweltfreundlicher Produkte und Dienstleistungen aufzuzeigen. Neben dem Qualit\u00e4tssiegel Nachhaltiges Geb\u00e4ude (QNG) k\u00f6nnen auch preisbasierte Ans\u00e4tze wie Lebenszykluskosten oder ein CO2-Schattenpreis im Vergabeprozess eingesetzt werden. Auch der Bestandserhalt und der Einsatz von Sekund\u00e4rmaterialien bieten erhebliche Potenziale zur Erreichung der \u00f6kologischen Ziele und sollten daher in den Fokus genommen werden. Insgesamt zeigt sich, dass mehr Verbindlichkeit f\u00fcr die \u00f6ffentliche Hand notwendig ist, um eine umweltgerechte Bauwende voranzutreiben.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen der Projektarbeit war die potenzielle Reichweite der ver\u00f6ffentlichten Pressemitteilungen mit \u00fcber 200 Millionen Rezipient*innen sehr hoch. Es konnte erfolgreich auf die Herausforderungen, politischen Fehlentwicklungen und L\u00f6sungsans\u00e4tze im Bau- und Geb\u00e4udebereich aufmerksam gemacht werden. Erg\u00e4nzend konnten Forderungen f\u00fcr ein klimazielkonformes und ressourcenschonendes Bauen und Sanieren in TV- und Radiobeitr\u00e4gen einer breiten \u00d6ffentlichkeit bekannt gemacht werden. Dar\u00fcber hinaus wurden die Inhalte auf diversen Veranstaltungen, wie etwa Kongressen, Bildungsseminaren oder Netzwerktreffen diskutiert, um Handlungsempfehlungen f\u00fcr eine innovative Kreislaufwirtschaft aufzuzeigen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch die vielf\u00e4ltigen Aktivit\u00e4ten in den drei Projektschwerpunkten ist es gelungen, klare Ziele f\u00fcr eine ressourcenschonende, kreislauff\u00e4hige und klimafreundliche Bauwende in Deutschland zu formulieren und in die politische Diskussion einzubringen. Durch einen ganzheitlichen Ansatz, der themenspezifische Fachgespr\u00e4che, umfangreiche Recherchen und Analysen, den pers\u00f6nlichen Austausch mit politischen Stakeholdern und \u00d6ffentlichkeitsarbeit kombinierte, konnten entscheidende Daten erhoben, Herausforderungen identifiziert und praktische sowie politische L\u00f6sungsans\u00e4tze entwickelt werden. Die konkreten Handlungsempfehlungen wurden in Form von Positionspapieren, Informationsmaterialien und Leitf\u00e4den einer breiten \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht. Dar\u00fcber hinaus wurde ein breites Netzwerk von Akteur*innen aus Wirtschaft, Forschung, Zivilgesellschaft und Politik aufgebaut. Die im Rahmen des Projekts gewonnenen Erkenntnisse und Positionen bilden eine wichtige Grundlage, um die anstehenden politischen Entwicklungen hinsichtlich einer verbesserten innovativen Kreislaufwirtschaft im Bau- und Geb\u00e4udebereich zu einem Erfolg werden zu lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Baubranche geh\u00f6rt zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftsbereichen in Deutschland \u2013 allein 40 Prozent des gesamten Rohstoffverbrauchs in Deutschland werden f\u00fcr den Bau von Geb\u00e4uden und Infrastruktur ben\u00f6tigt. 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