{"id":27888,"date":"2025-12-22T15:40:11","date_gmt":"2025-12-22T14:40:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/38211-01\/"},"modified":"2025-12-22T15:40:11","modified_gmt":"2025-12-22T14:40:11","slug":"38211-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/38211-01\/","title":{"rendered":"Epizentrum Bauwende \u2212 Experimentalarchitektur f\u00fcr Potsdam"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Forschungsprojektes war die Herausarbeitung von bestehenden Chancen und H\u00fcrden f\u00fcr ein \u201eradikal regionales\u201c, klima- und kreislaufgerechtes Bauen das vollst\u00e4ndig auf regional verf\u00fcgbare bio-basierte Materialien und Abfallprodukte zur\u00fcckgreift. Anl\u00e4sslich der Planung des konkreten experimentellen Bauvorhabens im Zentrum von Potsdam wurde die systemische Einbettung von dem Geb\u00e4ude in den regionalen Kontext der Ressourcenregion Berlin-Brandenburg untersucht. Durch die Bildung eines transdisziplin\u00e4ren Konsortiums aus regionalen Forschungsinstitutionen und Praxispartner*innen, unter Leitung des Bauhaus Erde, wurden sowohl konkrete Handlungsableitungen f\u00fcr den zuk\u00fcnftigen Bau, als auch Erkenntnisse auf die bestehenden Rahmenbedingungen f\u00fcr ein klima- und kreislaufgerechtes Bauen innerhalb spezifischer Ressourcenregionen insgesamt erarbeitet. <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenI.\tGrundlagenforschung:<br \/>\nAP1 \u2013 Potentialanalyse regional verf\u00fcgbarer regenerativer Baumaterialien.<br \/>\nLeitung: Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE)<br \/>\nAP2 \u2013 Stoffstromanalysen und regionale Wertsch\u00f6pfungsketten.<br \/>\nLeitung: TU Berlin \u2013 Fachgebiet Kreislaufwirtschaft und Recyclingtechnologie in Kooperation mit ZUsammenKUNFT Berlin\/ Netzwerk Haus der Materialisierung im Haus der Statistik Berlin.<br \/>\nAP 3 \u2013 CO2-Lebenszyklus.<br \/>\nLeitung: TU Berlin \u2013 Fachgebiet Stadt\u00f6kologie<br \/>\nII.\tIntegrale Planung:<br \/>\nAP 4 \u2013 Life Cycle Design\/Lebenszyklusdesign (Entwurf des Forschungspavillons).<br \/>\nLeitung: Bauhaus Erde in Kooperation mit TU Berlin Natural Building Lab, ZRS Architekten\/ Ingenieure Berlin<br \/>\nAP 5 \u2013 Green Procurement\/ Gr\u00fcne Beschaffung (und Machbarkeitsstudie Demonstrationsbau).<br \/>\nLeitung: Bauhaus Erde; in Kooperation mit UTB Projektmanagement Berlin GmbH.<br \/>\nIII.\tProjektkoordination<br \/>\nAP 6 \u2013 Gesamtkoordination, Partner*innennetzwerk  und Dissememination<br \/>\nLeitung: Bauhaus Erde  <\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Kooperationspartner*innen der Fachgebiete f\u00fcr Sozio\u00f6konomie &#038; Kommunikation und Forstnutzung &#038; Holzmarkt der Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung (HNEE) fertigten eine Potentialanalyse regional verf\u00fcgbarer regenerativer Baumaterialien (AP 1) an. Hierbei wurde dringender Forschungsbedarf bez\u00fcglich der nachhaltigen Nutzung diverser, bisher ungenutzter Baumarten deutlich, die im Rahmen eines klimagerechten Waldumbaus von Plantagenw\u00e4ldern zu Mischw\u00e4ldern f\u00fcr den Bausektor an Bedeutung gewinnen werden. Gleichzeitig sollte die Holzbe- und verarbeitende Industrie in Brandenburg weiter zielgerichtet entwickelt werden, um regionale Wertsch\u00f6pfungsketten, Produktionsprozesse und Kaskadennutzungen zu optimieren. Langfristig gesehen k\u00f6nnen vor allem Agroforst-Systeme Biomasse f\u00fcr die Bauwende liefern, den Nutzungsdruck auf Forstsysteme verringern und zu einer Vielfalt von Ko-Benefits in Bezug auf Wasserhaushalt und Biodiversit\u00e4t beitragen. Die Kooperationspartner*innen von dem Fachgebiet Kreislaufwirtschaft und Recyclingtechnologie der TU Berlin, sowie dem Netzwerk Haus der Materialisierung im Haus der Statistik Berlin analysierten die Potentiale regional verf\u00fcgbarer Sekund\u00e4rrohstoffe und Chancen, Strukturen und Narrative der Kreislaufwirtschaft in Berlin-Brandenburg (AP 2). Es wurde deutlich, wie weit die Bauwirtschaft derzeit von der Vision des zirkul\u00e4ren Bauens entfernt ist. Insbesondere im Hochbau ist der Wiedereinsatz von Bauteilen und der Einsatz von recycelten Baustoffen gering. Neben materialinh\u00e4renten Eigenschaften, die die Recyclingf\u00e4higkeit und eine vollst\u00e4ndige Kreislaufwirtschaft erschweren, bestehen derzeit weitere Hindernisse und Barrieren, wie zum Beispiel Qualit\u00e4tsanforderungen oder Preiskonkurrenz. Zusammen mit dem \u201eHaus der Materialisierung\u201c wurden f\u00fcnf Beispiele untersucht, die anfallende Reststoffe durch Wieder- und Weiterverwendungsprozesse in prototypischen Anwendungen in Bauprodukte \u00fcberf\u00fchren. Die Kooperationspartner*innen von dem Fachgebiet Stadt\u00f6kologie der TU Berlin untersuchten die CO2-Emissionen, sowie den \u201egespeicherten\u201c CO2-Gehalt verschiedener Materialien (AP 3). Dabei wurde deutlich, dass der Kohlenstoffgehalt von Bauteilen aus Laubholz 40% h\u00f6her ist als von Nadelholz, und dass die Technologien bei der Herstellung von Bauteilen einen bisher zu wenig beachteten Einfluss auf den CO2-Fussabdruck insgesamt haben.<br \/>\nDer zweite Teil des Abschlussberichtes umfasst die integrale Planung f\u00fcr die Errichtung des tempor\u00e4ren Forschungspavillons \u201eProto Potsdam\u201c, die erste Stufe des Bauvorhabens, durch die Kooperation von Bauhaus Erde, dem Natural Building Lab der TU Berlin und weiteren Praxispartner*innen sollen nachhaltige, regionale Baumaterialien und Konstruktionsweisen f\u00fcr eine sp\u00e4tere Anwendung im dauerhaften Bau getestet werden (AP 4). Der Fokus wurde hierbei einerseits auf die Verwendung diverser Holzarten gelegt, die in zuk\u00fcnftigen Mischw\u00e4ldern perspektivisch zur Verf\u00fcgung stehen. Der zweite Fokus richtete sich auf die Entwicklung gepresster Lehmsteine aus regional beschaffenem Aushubmaterial. Drittens sollen neue Praktiken des zirkul\u00e4ren Bauens integriert werden, unter anderem durch das Testen wiederverwendeter Materialien und Abfallprodukte. Neben der Planung des Forschungspavillon und dem Einreichen eines Bauantrages erarbeitete das Bauhaus Erde und die UTB Projektmanagement Berlin GmbH eine Machbarkeitsstudie f\u00fcr den dauerhaften Bau (zweite Stufe). Hierbei wurden Prozesssicherung und nachhaltige Baulandbeschaffung ber\u00fccksichtigt, die Vorbereitung f\u00fcr ein Konzept f\u00fcr eine fr\u00fchzeitige Nutzer*innenbeteiligung erstellt, und Planungsideen f\u00fcr langfristige Entwicklungen in einem Entwurfsseminar des Master-Studiengang Architektur der TU Berlin (Natural Building Lab) gesammelt, um Empfehlungen f\u00fcr n\u00e4chste Umsetzungsschritte abzuleiten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Begleitende \u00d6ffentlichkeitsarbeit \u00fcber die Kan\u00e4le von Bauhaus Erde gGmbH<br \/>\nSommerausstellung im Rechenzentrum Potsdam, Zwischenpr\u00e4sentation Anrainer*innentreffen &#038; mehrere Fachdialoge mit externen Expert*innen, sowie Politik &#038; Verwaltung<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt Epizentrum Bauwende hat gezeigt, dass die Rahmenbedingungen f\u00fcr ein klima- und kreislaufgerechtes Bauen in den Grenzen einer Ressourcenregion nur durch das Zusammenwirken einer Vielzahl von Akteur*innen entwickelt werden k\u00f6nnen: Beitr\u00e4ge aus der Wissenschaft sind erforderlich, um globale und lokale Zusammenh\u00e4nge aufzuzeigen, Potentiale zu qualifizieren und Parameter, wie Einsparpotentiale von CO2, zu quantifizieren. Forschungs- und Innovationsleistungen zur Entwicklung von skalierbaren technischen L\u00f6sungen f\u00fcr eine optimale Nutzung und Verarbeitung bio-basierten Materialien und Abfallprodukte m\u00fcssen durch Industrie, bzw. Wissenschaft-Praxis-Partnerschaften erfolgen.<br \/>\n1.\tDurch die St\u00e4rkung der lokalen Verarbeitungs- und Lieferketten f\u00fcr regionale regenerative und bio-basierte Materialien (einschlie\u00dflich gepresster Lehm) lassen sich Dekarbonisierungseffekte im Bauen mit sozialen, \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Effekten durch klimagerechten Waldumbau und -bewirtschaftung verbinden.<br \/>\n2.\tEine Verbreitung und Skalierung von kreislaufgerechten (Um)bauens setzt die Schlie\u00dfung der L\u00fccken zwischen der theoretischen und der praktischen Recyclingf\u00e4higkeit von Materialien und Bauteilen aus nachwachsenden Rohstoffen und Abfallprodukten, sowie den Abbau von Hindernissen f\u00fcr die Umsetzung in Planung und Bau voraus.<br \/>\n3.\tNur durch eine Steigerung der Nachfrage nach lokalen regenerativen und wiederverwerteten Bauteilen und Materialien kann eine wirtschaftliche Grundlage f\u00fcr eine bio-basierte, regionale Kreislaufwirtschaft entstehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Forschungsprojektes war die Herausarbeitung von bestehenden Chancen und H\u00fcrden f\u00fcr ein \u201eradikal regionales\u201c, klima- und kreislaufgerechtes Bauen das vollst\u00e4ndig auf regional verf\u00fcgbare bio-basierte Materialien und Abfallprodukte zur\u00fcckgreift. 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