{"id":27874,"date":"2025-07-04T10:32:32","date_gmt":"2025-07-04T08:32:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/38241-01\/"},"modified":"2025-07-04T10:32:32","modified_gmt":"2025-07-04T08:32:32","slug":"38241-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/38241-01\/","title":{"rendered":"Weiterentwicklung eines integrativen Biofouling-Managements durch proaktive Reinigung f\u00fcr die Berufsschifffahrt"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Schifffahrt steht unter dem Druck sowohl klimaneutral zu werden, als auch mehr zur Biosicherheit beizutragen indem weniger Organismen durch den globalen Transport verschleppt werden. Da Schiffsr\u00fcmpfe zwangsl\u00e4ufig bewachsen, dient ein unbewachsener, glatter Rumpf beiden Zielen, strittig ist aber wie eine Bewuchsfreiheit erreicht werden kann. Da die Sch\u00e4dlichkeit der zurzeit gebr\u00e4uchlichen biozidhaltigen Antifouling-Beschichtungen unstrittig ist, sollte eine proaktive Reinigung auf Hart-Beschichtungen ein zukunftsweisender Ansatz f\u00fcr eine umwelt- und klimasch\u00fctzende Schifffahrt weiterentwickelt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Projekt CLEAN wurde versucht, ein Biofouling Management durch proaktive Reinigung auf Hartbeschichtungen zu propagieren. Es wurde daher der Kontakt zu Reedern, Hafenbeh\u00f6rden, Seerechts-Experten und Reinigungsfirmen gesucht, um L\u00f6sungen zu finden, die sowohl den Meeresschutz als auch den Klimaschutz ber\u00fccksichtigen. Hierzu z\u00e4hlt die aktive Teilnahme an Treffen mit den deutschen Seeh\u00e4fen in einer speziellen Arbeitsgruppe zu Genehmigungsauflagen f\u00fcr die Unterwasser-Reinigung. Diese Arbeitsgruppe dient dem Erfahrungs-Austausch, der Entwicklung von weiteren Leitf\u00e4den und der Diskussion um die Reinigung von biozidhaltigen Antifouling-Beschichtungen und neuen On-Board Reinigungstechniken ohne Auffangvorrichtung. Dar\u00fcber hinaus dient die AG als Forum f\u00fcr \u00fcbergreifende Fragen der Einleitung von Schiffsabw\u00e4ssern. Zudem wurde in nationalen (HTG) und internationalen Arbeitsgruppen (Clean Hull Initiative) mitgearbeitet, die sich mit Durchf\u00fchrungsbestimmungen und der \u00dcberpr\u00fcfung von technischen Anforderungen von Unterwasserreinigung und -Inspektion befassen. Da einige Reeder eigene Strategien zur Erreichung einer klimaneutralen Schifffahrt entwickelt haben, wurde versucht zu kl\u00e4ren, welche Rolle ein aktives Biofouling Management zur Erreichung einer Dekarbonisierung spielt oder spielen k\u00f6nnte. Um belastbare Daten zum Abrieb bei Unterwasser-Reinigungen zu generieren, wurden Reinigungen zur Messung des Abriebs an biozidhaltigen Antifouling, biozidfreien Hart- und Silikon-Beschichtungen durchgef\u00fchrt und der Eintrag von Bioziden und Mikroplastik gemessen. <\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Um ein klima- und umweltschonendes Biofouling Management zu praktizieren, wurden eine Leitlinie zur Unterwasser-Reinigung von Schiffsr\u00fcmpfen auf biozidfreien Hartbeschichtungen mit Auffang- und Filtrationsvorrichtungen f\u00fcr die Bremischen H\u00e4fen entwickelt. Hierzu wurde ein Film erstellt, der die praktische Anwendung von Rumpfreinigungen auf Schiffen und Sportbooten demonstrierte. Zur Verbreitung und Diskussion der Leitlinie diente die Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe der Seeh\u00e4fen, die dem Austausch der aktuellen Praxis und der rechtlichen Grundlagen dient. Durch die zunehmende Entwicklung auch internationaler Standards und Auflagen f\u00fcr eine Rumpfreinigung in H\u00e4fen \u0096 wenn auch auf wichen, biozidhaltigen Antifouling-Beschichtungen \u0096 verlagert sich die Reinigungspraxis vieler Reedereien auf Offshore Gebiete, in den ohne Auflagen und Genehmigungen gereinigt wird. Unterst\u00fctzt wird diese Praxis durch bordeigene Reinigungs-Systeme, die in den letzten Jahren auf dem Markt angeboten werden. Innerhalb des Projekts fand eine Teilnahme an der von der Umweltorganisation BELLONA geleiteten Arbeitsgruppe CLEAN HULL INITIATIVE statt. Da diese aber einen ISO-Standard entwickelte, der eine Rumpfreinigung auf weichen biozidhaltigen Antifouling-Beschichtungen ohne Auffang-Vorrichtung propagiert, wurde die Mitarbeit eingestellt. Um eigene Daten zur Belastung des Meeres durch eine Rumpfreinigung ohne Auffang-Vorrichtung zu generieren, w\u00fcrden exemplarische Reinigungen auf einer SPC, einer Hart-Beschichtung und Silikonen durchgef\u00fchrt. Der dabei entstandene Abrieb auf der SPC enthielt hohe Konzentrationen von Bioziden wie Kupfer und Zink, sowie gro\u00dfe Mengen an polymeren Beschichtungspartikeln. Auf der Hart-Beschichtung und den Silikonen kam es dagegen nur zu einem minimalen Abrieb und Eintrag. Da in deutschen Seeh\u00e4fen die Sichtigkeit unter Wasser sehr gering ist, wurde innerhalb der Hafentechnischen Gesellschaft eine Arbeitsgruppe gegr\u00fcndet, die sich zum Ziel gesetzt hat, neue, innovative Inspektionsmethoden zu identifizieren, die auch bei geringer Sichtigkeit einen Aufschluss \u00fcber den vorhandenen Bewuchs und eine Kontrolle des Reinigungserfolgs erlauben.   <\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projekts wurde ein zweisprachiger Film zur Unterwasser-Reinigung erstellt, der die Machbarkeit f\u00fcr Schiffe und Sportboote darstellt (https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=QjJxIVb46jA ; https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BMp6j0WUlt0 ).<br \/>\nDie Bremer Leitlinie zur Rumpfreinigung von Schiffen: https:\/\/www.senatspressestelle.bremen.de\/pressemitteilungen\/fuer-mehr-umweltschutz-in-bremischen-haefen-372113 .<br \/>\nhttps:\/\/onedrive.live.com\/edit?id=A71C1A1F43942682!52595&#038;resid=A71C1A1F43942682!52595&#038;ithint=file%2cpptx&#038;authkey=!ANb9LFwMeGLc6qE&#038;wdo=2&#038;cid=a71c1a1f43942682<br \/>\nEin Zwischenstand des Projekts bis 2022 ist unter https:\/\/www.dbu.de\/OPAC\/ab\/DBU-Abschlussbericht-AZ-35843_01-Hauptbericht.pdf einsehbar.<br \/>\nDie Darstellung des Projekts: <\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"nfMqbwOrtH\"><p><a href=\"https:\/\/greenshipping-niedersachsen.de\/de\/calendar\/thementag-biofouling\/\">Thementag Biofouling<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Thementag Biofouling&#8220; &#8212; Greenshipping Niedersachsen\" src=\"https:\/\/greenshipping-niedersachsen.de\/de\/calendar\/thementag-biofouling\/embed\/#?secret=Ba3XJKRwZ7#?secret=nfMqbwOrtH\" data-secret=\"nfMqbwOrtH\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe> <\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"oI1ijft2Es\"><p><a href=\"https:\/\/greenshipping-niedersachsen.de\/de\/calendar\/biofouling-aktuell-a-deeper-dive\/\">Biofouling aktuell \u2013 a deeper dive<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Biofouling aktuell \u2013 a deeper dive&#8220; &#8212; Greenshipping Niedersachsen\" src=\"https:\/\/greenshipping-niedersachsen.de\/de\/calendar\/biofouling-aktuell-a-deeper-dive\/embed\/#?secret=jm8W6C0qPr#?secret=oI1ijft2Es\" data-secret=\"oI1ijft2Es\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe> <\/p>\n<p>https:\/\/www.bremenports.de\/magazin\/projekt-clean <\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"6kdHM5AFKk\"><p><a href=\"https:\/\/limnomar.de\/bewuchs-management\/bewuchs-management_projekte\/projekt-clean-unterwasserreinigung-in-der-professionellen-schifffahrt\/\">Projekt &#8222;CLEAN&#8220; &#8211; Unterwasserreinigung in der professionellen Schifffahrt<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Projekt &#8222;CLEAN&#8220; &#8211; Unterwasserreinigung in der professionellen Schifffahrt&#8220; &#8212; Limnomar\" src=\"https:\/\/limnomar.de\/bewuchs-management\/bewuchs-management_projekte\/projekt-clean-unterwasserreinigung-in-der-professionellen-schifffahrt\/embed\/#?secret=6kdHM5AFKk\" data-secret=\"6kdHM5AFKk\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe> <\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es wird von Reedern und von Bundesbeh\u00f6rden eingewandt, dass aktuell 95% der Schiffe mit AFS ausger\u00fcstet sind, und daher die Reinigung auf Hartbeschichtungen weltfremd sei. Aber auch vor der Verabschiedung der Ballast-Wasser Verordnung hatte kein Schiff eine entsprechende Anlage. Ebenso waren vor dem TBT-Verbot ca. 80% aller Schiffe mit TBT-haltigen Antifouling-Beschichtungen ausger\u00fcstet. Heute ist TBT nach \u00dcbergangsregelungen weitestgehend als Antifouling-Biozid verbannt. Perspektivisch sollte auch ein Umstieg auf Hartbeschichtungen mit \u00dcbergangsregelungen Gegenstand einer vorausschauen Umwelt- und Klimapolitik sein. In Zukunft sollte es das Ziel sein, Eintr\u00e4ge von Bioziden und Mikroplastik zu verhindern. Wie inzwischen zahlreiche Untersuchungen gezeigt haben, sollte das \u00fcberholte Dogma \u0084Dilution is the Solution of Pollution\u0093 nicht wieder G\u00fcltigkeit erlangen, da es nachweislich nicht der Realit\u00e4t entspricht. Auch sollte eine vorausschauende Meeresschutz-Strategie verhindern, der Meeresumwelt kostenlos den Abbau und die Entgiftung von Schadstoffen aufzub\u00fcrden.<br \/>\nEin umweltbewusstes Biofouling-Management durch proaktive Reinigung auf Hartbeschichtungen k\u00f6nnte die Meeresumwelt von den bisher massiven Eintr\u00e4gen aus Antifouling-Beschichtungen entlasten. Dabei wird neben der Bereitschaft der Reeder ein entscheidender Faktor eine darauf angepasste Logistik sein, die gew\u00e4hrleistet, dass in jedem anzulaufenden Hafen ein Reinigungsservice mit Auffang- und Separationstechnologie zur Verf\u00fcgung steht. Schon jetzt ist dieses in zahlreichen globalen H\u00e4fen der Fall. Ebenso wie der Umstieg auf klimaschonende Treibstoffe kann der Umstieg auf umweltschonende Bewuchsschutz-Strategien legislativ verbindlich und planbar umgesetzt werden. Langfristig sollte eine Novellierung der Antifouling-Konvention der IMO angestrebt werden, die erodierende, biozidhaltige Beschichtungen verbietet und Standards f\u00fcr eine proaktive Reinigung setzt, um so die Eintr\u00e4ge durch Biozide und Polymere effektiv zu reduzieren. Klima- oder Meeresschutz sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Schifffahrt steht unter dem Druck sowohl klimaneutral zu werden, als auch mehr zur Biosicherheit beizutragen indem weniger Organismen durch den globalen Transport verschleppt werden. Da Schiffsr\u00fcmpfe zwangsl\u00e4ufig bewachsen, dient ein unbewachsener, glatter Rumpf beiden Zielen, strittig ist aber wie eine Bewuchsfreiheit erreicht werden kann. 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