{"id":27865,"date":"2025-12-22T10:32:06","date_gmt":"2025-12-22T09:32:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25952-01\/"},"modified":"2025-12-22T10:32:08","modified_gmt":"2025-12-22T09:32:08","slug":"25952-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25952-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung von Grundlagen und Datens\u00e4tzen f\u00fcr Orientierungs-, Grenz- und Zielwerte f\u00fcr die \u00f6kologische Bewertung von Geb\u00e4uden"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Aufbauend auf einem Elementkatalog und einer integralen Programmtechnik zur Berechnung von Herstellungskosten, Energiebedarf, Nutzungskosten und Umweltbelastung sollen Grenz- und Zielwerte f\u00fcr die \u00f6kologische Bewertung des Sektors Wohnungsbau entwickelt werden. Die Berechnung und Kommunikation dieser Werte bei Bauherren, Investoren, Planern und Architekten wird als notwendiger Schritt angesehen, die \u00f6kologische Qualit\u00e4t von Geb\u00e4uden neben den Herstellungskosten, dem Energiebedarf und den Nutzungskosten  als Entscheidungskriterium zu etablieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenVoraussetzung f\u00fcr die Ermittlung und Erstellung von lebenszyklusbezogenen Grenz- und Zielwerten ist eine ausreichende Anzahl vollst\u00e4ndig erfasster Geb\u00e4ude. Durch die Erfassung aller Bauteile analog der Methodik der DIN 276 zur Kostenplanung von Geb\u00e4uden und der DIN 18960 zur Erfassung der Kosten der Nutzungsphase, sind nach Eingabe und Berechnung bzw. Dokumentation die Voraussetzungen f\u00fcr die Festlegung \u00f6kologischer Grenz-, Ziel- und Orientierungswerte geschaffen worden.<br \/>\nIm methodischen Bereich konzentrierte sich das Projekt auf die Beschreibung von Geb\u00e4udequalit\u00e4ten, die im Bereich Kosten und Energiebedarf zu unterschiedlichen Leistungen (Performance) f\u00fchren. Um die Quantit\u00e4t der Geb\u00e4ude sinnvoll begrenzen zu k\u00f6nnen, wurde die Methodik des Typvertreters angewendet. F\u00fcr die bekannten Geb\u00e4udetypen wie alleinstehendes Einfamilienhaus, Doppelhaus, Reihenmittelhaus, Mehrfamilienhaus als Punkthaus, Laubenganghaus und Sp\u00e4nnerhaus sind Typvertreter entwickelt worden, die repr\u00e4sentativ die Geb\u00e4udetypen abbilden. Der Nachweis der Repr\u00e4sentanz wurde \u00fcber Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfungen mit den Angaben von Geb\u00e4udeclustern anderer Geb\u00e4udekataloge gef\u00fchrt.<br \/>\nDie Modellierung der Typvertreter in Bezug auf Bauweise, Materialwahl, Ausstattungsgrad oder energetisches Bedarfsniveau hat einen Geb\u00e4udepool geschaffen, der ein breites Spektrum an M\u00f6glichkeiten abbildet. Dieses Spektrum f\u00fchrte nach der Berechnung zu Wertekorridoren, die eine Auswertung hinsichtlich der Referenz-, Grenz- und Zielwerte erm\u00f6glichten.<br \/>\nDie Anwendung von integralen Werkzeugen erleichtert die Systematisierung der Qualit\u00e4ten in den empirisch vertrauten Sektoren und erlaubt eine \u00dcberpr\u00fcfung der \u00f6kologischen Berechnungsergebnisse auf signifikante Unterschiede. Dieser Arbeitsansatz vermeidet die Schw\u00e4chen monofunktionaler Studien, die ihre Ergebnisse nur schwerlich Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfungen unterziehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Verz\u00f6gerung der Fertigstellung der Forschungsarbeit wurde durch den Aufbau eines Zertifizierungssystem f\u00fcr Geb\u00e4ude in Deutschland durch die DGNB e. V. und das Bauministerium f\u00fcr Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung (BMVBS) verursacht, an dem der Autor beteiligt war. Dadurch wurde es m\u00f6glich die im Zertifizierungssystem f\u00fcr den Kriterienblock \u00d6kobilanz festgelegten Regeln den in dieser Forschungsarbeit angewendeten Berechnungen zu Grunde zu legen. Gleichzeitig werden durch diese Berechnungsregeln die bisher \u00fcbliche Beliebigkeit der Wahl der Szenarien, Indikatoren, Betrachtungszeitr\u00e4ume oder Bezugskennwerte stark eingeschr\u00e4nkt und die Berechnungsergebnisse vergleichbar. Damit sind die Ergebnisse in den Zertifizierungssystemen von BMVBS und DGNB anwendbar.<br \/>\nDie Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung der Typvertreter Wohnen durch den Vergleich mit Daten anderer Geb\u00e4udedokumentationssysteme f\u00fchrte zu einem positiven Ergebnis. Damit konnte diese effiziente Methodik der Geb\u00e4udemodellierung als Grundlage f\u00fcr die Erzeugung belastbarer Daten eingesetzt werden.<br \/>\nDie berechneten Werte f\u00fcr die \u00d6kobilanz haben in der Gesamtauswertung sinnvolle und plausible Wertekorridore ergeben. \u00dcber- und Unterschreitungen lassen sich auf spezifische Konstruktionen oder Betriebsmittel zur\u00fcckf\u00fchren.<br \/>\nEin deutlicher Unterschied ist zwischen den Ein- und Mehrfamilienh\u00e4usern inklusive Betrieb festzustellen. Die Abweichung ist nach Indikator unterschiedlich und bewegt sich zwischen 24 % &#8211; 80% (vom niedrigeren Wert des MFH). Da die Referenzwerte f\u00fcr die Geb\u00e4ude ohne Betrieb nur geringf\u00fcgig abweichen, ist der Unterschiede in der Betriebsphase begr\u00fcndet. Da der Betrieb von Einfamilienh\u00e4usern wesentlich unwirtschaftlicher ist, als bei Mehrfamilienh\u00e4usern, ist dieses Ergebnis plausibel. Bei Entwicklung von Bewertungssystemen f\u00fcr Einfamilienh\u00e4user ist dies zu ber\u00fccksichtigen.<br \/>\nDie eingesetzten Faktoren zur Ermittlung von Ziel- und Grenzwerten haben sich als weitgehend identisch mit der ermittelten Standardabweichung bewiesen. Beim Indikator \u00dcberd\u00fcngungspotenzial muss der Faktor f\u00fcr den Grenzwert von 1,4 auf 2 erh\u00f6ht werden, wenn man die h\u00f6heren Werte der Holzpelletkessel nicht abwerten will. Diese Diskussion wurde in fr\u00fcheren Jahren bereits beim Indikator Ozonabbaupotenzial in Bezug auf die strombetriebenen W\u00e4rmepumpen gef\u00fchrt. Hier wurde der Grenzwert-Faktor im BNB-System auf 2 gesetzt.<br \/>\nDeutlich sind in den Auswertungen die Unterschiede in der energetischen Qualit\u00e4t der Geb\u00e4ude zu erkennen. Die Niedrigstenergiegeb\u00e4ude erreichen bei fast allen Indikatoren gute Werte. Werden diese Geb\u00e4ude mit nachwachsenden Rohstoffen gebaut, erreichen sie sehr gute Werte.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Berechnungsmethoden und -ergebnisse wurden bereits in der Auditorenausbildung des Bauministeriums f\u00fcr das Bundessystem Nachhaltiges Bauen und in der Auditorenausbildung der Architektenkammern f\u00fcr die DGNB vorgestellt. Beispielhafte Ergebnisse wurden im Buch Lebenszyklusanalyse in der Geb\u00e4udeplanung ver\u00f6ffentlicht. Die Ergebnisse bilden au\u00dferdem die Grundlage f\u00fcr das Forschungsprojekt des Bauministeriums Entwicklung von Bewertungsma\u00dfst\u00e4ben f\u00fcr das Bewertungssystem Nachhal-tiger Wohnungsbau. Im Herbst 2011 werden die Ergebnisse auf dem Kongress Sustainable Building 2011 in Helsinki unter dem Titel LCC-LCA-Benchmark for the certification of buildings in Germany vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die eingesetzte Methode und die Erstellung eines umfangreichen Geb\u00e4udepools haben belastbare Referenz-, Ziel- und Grenzwerte f\u00fcr die \u00d6kobilanzbewertung von Geb\u00e4uden der Nutzungskategorie Wohnen erzeugt. Damit wurden die Ziele des Forschungsprojekts erf\u00fcllt.<br \/>\nDie in diesem Forschungsprojekt entwickelten Methoden k\u00f6nnen f\u00fcr die Wertermittlung der \u00d6kobilanzierung anderer Nutzungskategorien z. B. Schulen, Hotels oder Industriegeb\u00e4uden eingesetzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Aufbauend auf einem Elementkatalog und einer integralen Programmtechnik zur Berechnung von Herstellungskosten, Energiebedarf, Nutzungskosten und Umweltbelastung sollen Grenz- und Zielwerte f\u00fcr die \u00f6kologische Bewertung des Sektors Wohnungsbau entwickelt werden. 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