{"id":27838,"date":"2024-11-27T10:50:38","date_gmt":"2024-11-27T09:50:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/37965-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:50:42","modified_gmt":"2024-11-27T09:50:42","slug":"37965-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/37965-01\/","title":{"rendered":"Forschungsbegleitende Entwurfsplanung zur Umsetzung von Innovationen aus der Bauforschung in die Baupraxis"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Universit\u00e4t Stuttgart hat sich mit dem Pilotprojekt \u0084Neubau LCRL\u0093 zur F\u00f6rderung der Spitzenforschung bekannt. Das DFG-gef\u00f6rderte Exzellenzcluster \u0084Integratives Computerbasiertes Planen und Bauen f\u00fcr die Architektur\u0093 (IntCDC) ist ein Angelpunkt der Universit\u00e4t Stuttgart und wird die M\u00f6glichkeiten der Digitalisierung f\u00fcr integratives Planen und Bauen systematisch, ressourcenschonend und multidisziplin\u00e4r erforschen. <\/p>\n<p>Die Forscher der Universit\u00e4t wollen ihre innovativen Methoden und Prozesse nicht nur erforschen, sondern mit Hilfe von Planern und Baupartner im Projekt \u0084Neubau eines Laborgeb\u00e4udes f\u00fcr Gro\u00dfraumrobotik\u0093 (Large Scale Construction Robotics Laboratory = LCRL) gemeinsam umsetzen: Ein zentrales Ziel ist es, aufzuzeigen, wie neuartige, nachhaltige Bauweisen von der Grundlagenforschung schnell und direkt zu Innovationen in der Baupraxis \u00fcberf\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Aufgrund der dr\u00e4ngenden Herausforderungen des Klimaschutzes im Bauschaffen ist dies von zentraler Bedeutung, gerade auch im Hinblick auf die \u00fcbliche Innovationstr\u00e4gheit des Bausektors. <\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude selbst wird zugleich ein innovatives, d.h. nicht nur auf bestehende, anerkannte Regeln der Technik beschr\u00e4nktes, Forschungsprojekt sein, wie auch eine zentrale Forschungsplattform bieten, die die drei Schwerpunkte des Clusters aufgreift:<br \/>\n(I.) die Erforschung integrativer Planungs- und Ingenieursmethoden,<br \/>\n(II.) die Entwicklung neuartiger Prozesse der Vorfertigung und des Bauens vor Ort, und<br \/>\n(III.) die damit einhergehende Entstehung intelligenter u. nachhaltiger Bausysteme.<br \/>\n(III.) die damit einhergehende Entstehung intelligenter u. nachhaltiger Bausysteme. Neben der DFG-gef\u00f6rderten Forschung des Clusters waren auch weitere Projekt-vorbereitungen zu treffen, um den sp\u00e4teren Neubau realisieren zu k\u00f6nnen. An der Universit\u00e4t Stuttgart wurden neue Stellen geschaffen, um das Projekt als Pilotprojekt des Landes Baden-W\u00fcrttemberg in Bauherreneigenschaft der Universit\u00e4t Stuttgart umsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurden qualifizierte Planer als Generalplaner mit Machbarkeitsstudie und Einstieg in die Planung beauftragt. Gemeinsam wurden Leistungsbilder entworfen, mit deren Hilfe die ressourcenschonenden und nachhaltigen Innovationen der Forscher innerhalb einer Projektlaufzeit von f\u00fcnf Jahren in einen Forschungsneubau umgesetzt werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Die zentrale Frage lautet: Wie lassen sich ressourcenschonende Innovationen in die Planungs- und Baupraxis \u00fcberf\u00fchren?<\/p>\n<p>Die Produktivit\u00e4t der Bauindustrie stagniert seit Jahrzehnten und bereits heute konsumiert der Bausektor mehr als 40 Prozent der globalen Ressourcen und Energie. Dies und die gro\u00dfe soziale, \u00f6kologische, \u00f6konomische und kulturelle Relevanz der Architektur zeigen, dass dringend neue Ans\u00e4tze f\u00fcr das Planen und Bauen ben\u00f6tigt werden.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus ist zu beobachten, dass Innovationen aus der Forschung insbesondere in der Bauwirtschaft erst nach langen und aufwendigen (Planungs-, Zulassungs- und Genehmigungs-) Prozessen in der Baurealit\u00e4t ankommen. Bis Zulassungen vorliegen und Bauteilkataloge aktualisiert sind, sind die Bauteile schon lange nicht mehr \u0084innovativ\u0093.<br \/>\nGemeinsames Ziel muss eine schnellere Umsetzung von ressourcenschonenden Innovation in die Planungs- und damit auch Baupraxis sein.<br \/>\nF\u00fcr das Projekt \u0084Neubau LCRL\u0093 hat sich das Projektteam vorgenommen:<br \/>\n\u0095 Einen digitalen Planungsprozess zu entwickeln,<br \/>\n\u0095 der ressourcenschonende Innovationen f\u00e4cher\u00fcbergreifend einbindet<br \/>\n\u0095 mit dessen Hilfe Risiken bei den Abweichungen von den allgemein anerkannten Regeln der Technik (a.a.R.d.T.) bewertet und gesteuert werden k\u00f6nnen<br \/>\n\u0095 der robotische Vorfertigungs- bzw. Fertigungsprozesse erm\u00f6glicht.<br \/>\n\u0095 Den Zusammenhang zwischen Ressourceneinsatz und Digitalisierung zu erforschen, zu optimieren und zu verdeutlichen.<br \/>\n\u0095 Die Integration von Forschung f\u00fcr niedrige Lebenszykluskosten und einen wirtschaftlichen Geb\u00e4udebetrieb zu nutzen.<br \/>\n\u0095 F\u00fcr eine schnellere und koordinierte Einbindung der genehmigenden Beh\u00f6rden bei innovativen Materialien\/Bauelementen u.a. durch digitale Planungs- und Visualisierungswerkzeuge zu sorgen.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen neue und nachhaltige Technologien f\u00fcr emissionsarme Baustellen in die Planung und Baupraxis integriert werden? Wie k\u00f6nnen Schnittstellen, Leistungsinhalte, Zielwerte und digitale Prozesse zu definieren und koordiniert werden?<br \/>\nDa es sich bei dem Neubauprojekt um ein langfristig zu nutzendes Geb\u00e4ude handelt, das umfangreicheren Planungsanforderungen als \u00fcbliche Demonstratorbauten entsprechen muss, k\u00f6nnen unter realen Bedingungen neue Standards f\u00fcr Planungs- (und Bau-) Prozesse abgeleitet werden. Dies kann nur in einem innovationsoffenen Projekt unter realen Bedingungen herausgearbeitet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenForschungsbegleitende Planung <\/p>\n<p>Bereits vor dem Projektbeginn wurde anhand diverser Demonstratorprojekte festgestellt, dass sich die Forschungsinhalte der am Exzellenzcluster beteiligten Institute nicht ausschlie\u00dflich mit vorhandenen Planungs- und Fertigungsmetoden und -prozessen auf die Planungs- und Baupraxis \u00fcbertragen lassen. Die besondere Herausforderung bei der Planung des Forschungsneubaus LCRL besteht in Abgrenzung zu den Demonstratoren:<br \/>\n&#8211; Planung und Realisierung eines dauerhaften Geb\u00e4udes<br \/>\n&#8211; Einhaltung der Arbeitsst\u00e4ttenrichtlinie<br \/>\n&#8211; Erreichen energetische Anforderungen \/ Raumklima<br \/>\n&#8211; Einhaltung Brandschutzvorgaben <\/p>\n<p>Im Rahmen einer ersten Machbarkeitsstudie (05\/2020) wurden die umzusetzenden Forschungsintegrationsleistungen und Schnittstellen zur Planung (Objekt- &#038; Fach-planung) sondiert und konkretisiert:<br \/>\n&#8211; Planungsleistungen nach HOAI (Objekt-, Tragwerks-, Freianlagenplanung, Planung der TGA, Bauphysik, Brandschutz)<br \/>\n&#8211; Weitere Fachplanungen (Energieberatung, Fassadenberatung)<br \/>\n&#8211; Zus\u00e4tzliche Leistungen auf Grund der Forschungsintegration<br \/>\n&#8211; Schnittstellen-Management \/ Einsatz digitaler Planungswerkzeuge<br \/>\n&#8211; Risiko-Monitoring<br \/>\n&#8211; (Vorgezogene) Integration von Industrie- und Baupartnern <\/p>\n<p>Auf dieser Basis lie\u00df sich darstellen, welche Planungsleistungen \u0084klassisch nach HOAI\u0093 erfolgen und welche Vertragsleistung dar\u00fcber hinaus f\u00fcr die Forschungsintegration notwendig sind. Aufgrund der unmittelbaren Integration der Forschung und des damit einhergehenden Verlassens \u00fcblicher Vorgehensweisen, entsteht ein nachweislicher Mehraufwand f\u00fcr die Planung. <\/p>\n<p>Die Universit\u00e4t Stuttgart beantragt die DBU-F\u00f6rderung der zus\u00e4tzlichen Leistungen Forschungsintegration \u00fcber die Grundleistungen nach HOAI hinaus. <\/p>\n<p>Innovative Planungsans\u00e4tze <\/p>\n<p>Im Folgenden werden die konkrete Arbeitspakete \/ Planungsleistungen, die \u00fcber den \u0084Stand der Technik\u0093 in der Entwurfsplanung hinausgehen, dargestellt. Als \u0084Stand der Technik\u0093 werden hier die Grundleistungen nach HOAI vorausgesetzt.<br \/>\nF\u00fcr alle Teilaspekte ist der Leitfrage ma\u00dfgeblich: Wie kann die Innovation aus der Forschung in die Praxis \u00fcberf\u00fchrt werden? <\/p>\n<p>1) Forschungsintegration\/-implementierung am digitalen Zwilling<br \/>\n&#8211; Forschungsintegration und Weiterentwicklung an einem koordinierten und integrierte 3D Modell <\/p>\n<p>&#8211; Nachhalten einer geometrischen 3D Schnittstellenliste gemeinsam mit dem Cluster aus der hervorgeht wo genau die Schnittstelle zwischen Zuarbeit der zu integrierenden Forschung liegt<\/p>\n<p>&#8211; Koordination der 3D Daten des Clusters und Konversion in IFC Daten und umgekehrt <\/p>\n<p>&#8211; Aufgrund der sp\u00e4teren digitalen Fertigung und der daf\u00fcr notwendigen Erzeugung von Maschinencodes aus dem 3D Modell, muss die 3D-Planung ein digitaler Zwilling vom sp\u00e4teren Geb\u00e4ude darstellen. Alle f\u00fcr die Baufertigung ben\u00f6tigten digitalen Informationen m\u00fcssen mit der Planung angelegt sein. <\/p>\n<p>2) Planungsintegration forschungsrelevante Gewerke im Hinblick auf Planungsprozesse und Planungsschnittstellen<br \/>\n&#8211; Koordination der planerischen Anforderungen zwischen Planern und Forschern (Landesbauordnung, Arbeitsst\u00e4ttenrichtlinie, DIN und allen weiteren relevanten Normen, Richtlinien und Bestimmungen), so dass die Forscher diese Anforderungen als Parameter mit einbeziehen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>&#8211; Erarbeitung von technischen L\u00f6sungen und der dazugeh\u00f6rigen Planung zur Einhaltung der einschl\u00e4gigen Richtlinien, Regeln und Normen (wo immer m\u00f6glich) hinsichtlich der forschungsrelevanten Gewerke und an der Schnittstelle der forschungsrelevanten Gewerke zu den \u00fcblichen Gewerken unter Einbeziehung aller Fachplaner. <\/p>\n<p>&#8211; Erh\u00f6hter Aufwand f\u00fcr die Kollisionspr\u00fcfung an Schnittstellen der Forschungsbauteile. Planung von Durchdringungen, Anschlussdetails, Schnittstellen im Bereich und angrenzend an die forschungsrelevanten Gewerke in Abstimmung mit der TGA \/ TWP \/ Brandschutz und Objektplanung (z.B. Durchdringung Steigleitung durch Gradientenbeton o. mehrgeschossige Holzbaudecke \/ brandschutztechnische Abschottung der Durchdringung \/ Anschluss Holzdecke an z.B. Pfosten-Riegel Fassade. Gerade an diesen Schnittstellen gibt es keine Richtlinien oder Referenzen zu Durchdringungen, Anschlussdetails im Bereich der neuartigen Bausysteme und sind im Einzelnen zu definieren. <\/p>\n<p>&#8211; Auf die aus den forschungsrelevanten Gewerken resultierenden komplexen Geometrien, Aufbauten, neuartige Verbindungen und Materialien muss die Planung der Anschlussgewerke reagieren. <\/p>\n<p>3) Vorbereitung neuartiger Zulassungsprozesse: Zustimmungen im Einzelfall<br \/>\n&#8211; Identifikation der notwendigen Zustimmungen im Einzelfall (ZIE)<\/p>\n<p>&#8211; Regelm\u00e4\u00dfige Abstimmungen mit den Ansprechpartnern auf Clusterseite f\u00fcr die Koordination der ZIE&#8217;s <\/p>\n<p>&#8211; Umfangreiche Abstimmungen mit Pr\u00fcfinstanzen und den Beh\u00f6rden <\/p>\n<p>&#8211; Entwicklung von planungs- und baubegleitenden Zulassungsprozessen mit dem Cluster <\/p>\n<p>&#8211; Dokumentation und Risikobewertung der Abweichungen von den allgemein anerkannten Regeln der Technik <\/p>\n<p>4) Integration der Baupartner in der Entwurfsplanung<br \/>\n&#8211; F\u00fcr die forschungsrelevanten Gewerke muss die Werkplanung zu gro\u00dfen Teilen mit der Entwurfsplanung erfolgen. Gemeinsam mit dem Baupartner wurden digitale Datenformate, Ablauf und Schnittstellen der Vorfertigung und Umsetzung einer m\u00f6glichst digitalen Montage fr\u00fchzeitig festgelegt. <\/p>\n<p>&#8211; Die m\u00f6glichen Risiken der Forschung von neuartigen Bausystemen, Techniken und Methoden aus 19 Forschungsprojekten \/ Errichten eines Demonstratorbaus f\u00fcr die Spitzenforschung des Exzellenzclusters, sowie die fr\u00fche Einbindung von Firmen als Forschungs- und Entwicklungspartner muss \u00fcber die Planungszeit fortgeschrieben und in Berichten dokumentiert werden <\/p>\n<p>&#8211; Risikomonitoring von sp\u00e4teren evtl. kostenrelevanten \u00c4nderungen \/ Nachtr\u00e4gen aufgrund der sehr fr\u00fchen Erstellung von funktionalen Leistungsbeschreibungen f\u00fcr die forschungsrelevanten Ge werke auf Basis einer Vorplanung Ende der LP 2. <\/p>\n<p>&#8211; Vergabegespr\u00e4che inkl. Auswertung der Angebote der Firmen f\u00fcr die forschungsrelevanten Gewerke in Abstimmung mit den Forschern <\/p>\n<p>In 2monatigen Statusberichten wurden die offenen Punkte, notwendige Entscheidungen und Risiken dokumentiert und als Aufgabenliste f\u00fcr die n\u00e4chsten Arbeits-\/Planungsschritte verwendet.<\/p>\n<p>Ressourcenschonende Innovationen aus der Forschung der Universit\u00e4t Stuttgart <\/p>\n<p>Ein zentrales Ziel des Clusters ist es, neuartige, durch digitale Technologien erm\u00f6glichte Bauweisen und Bausysteme zu erforschen, die deutlich weniger Material verbrauchen, Ressourcen schonen, graue Energie minimieren und CO2 Emissionen reduzieren. Die in vielen Studien als zuk\u00fcnftige Herausforderung aufgezeigte Verschiebung des Ressourcen- und Energieverbrauchs vom Baubetrieb zur Bauerstellung wird damit adressiert. Hierf\u00fcr wird ein integrativer und interdisziplin\u00e4rer Ansatz verfolgt, der in vielerlei Hinsicht von bestehenden Planungs-verfahren abweicht und ein Modell f\u00fcr Innovation im Bauwesen sein soll, die zum Erreichen der Klimaziele dringend erforderlich ist. <\/p>\n<p>Mit dem Forschungsneubau LCRL sollen die folgenden Forschungsbereiche in Form von innovativen Bausystemen geplant und ressourcenschonend realisiert werden: <\/p>\n<p>Mehrgeschossiger Holzbau <\/p>\n<p>Der mehrgeschossige Holzbau besteht aus einem neuartigen Bausystem, das aus standardisierten Holzwerkstoffen und -produkten ma\u00dfgeschneiderte St\u00fctzen-, Wand- und Deckenelemente erm\u00f6glicht. Diese Bauelemente werden mittels digitaler, roboter-gest\u00fctzter Fertigung in additiven und subtraktiven Verfahren sowohl im Werk als auch vor Ort hergestellt. Das Bausystem nutzt den gezielten Einsatz und die Kombination aus Laub- und Nadelholz sowie innovative Verbindungstechniken und minimalen Materialeinsatz, um hochleistungsf\u00e4hige, punktgest\u00fctzte Deckenfelder mit mehr-achsialer Lastabtragung und variablen Spannweiten zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Holzsegmentschalen <\/p>\n<p>Segmentierte Schalenstrukturen sind in Platten untergliederte Tragwerke. Sie vereinen die Vorteile von konventioneller und nicht standardisierter Architektur: Ein einfaches, fl\u00e4chiges Bauteil, das die Konstruktion von doppelt gekr\u00fcmmten Fl\u00e4chenstrukturen erm\u00f6glicht. Ihre modulare Zusammensetzung qualifiziert segmentierte Holzschalen als ideales Bausystem f\u00fcr vorgefertigte Bauteile. In den 10 Jahren Forschung zu Holz-segmentschalen wurden verschiedene Bausysteme entwickelt: Bausysteme aus standardisiertem Plattenmaterial, z.B. Buchenfurnierschichtholz oder Brettsperrholz, sowie Bausysteme als zusammengesetzte, hohle Kassetten (Randbalken, die mit zwei Deckplatten verleimt sind). F\u00fcr die Verbindung benachbarter Bauteile wurden verschiedene L\u00f6sungen entwickelt: Fingerzinken und kreuzweise angeordnete Schrauben, Fingerzinken und Passbolzen oder die genannten Verbindungstypen ohne Fingerzinken. <\/p>\n<p>Faserverbundsystem\/ Biokomposit<\/p>\n<p>F\u00fcr das LCRL Geb\u00e4ude werden weitspannende Faserverbundtr\u00e4ger und Biokomposit-Paneele entwickelt und geplant, die mit dem kernlosen Faserwickelverfahren hergestellt werden.<\/p>\n<p>Gradientenbeton <\/p>\n<p>Es werden f\u00fcr Teile des Rohbaus vorgefertigte Betonbauteile und Bauteile in Ortbeton hergestellt. In beiden F\u00e4llen sollen durch mineralische Hohlk\u00f6rper gradierte Bauteile ausgef\u00fchrt werden. Ziel ist es dabei zu zeigen, wie recyclinggerecht Ressourcenverbrauch und Emissionen reduziert werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Entwurfsplanung liegt abgeschlossen vor. Die Forschungsbauteile konnten erfolgreich integriert werden. Der Bauantrag ist eingereicht. Das Regierungspr\u00e4sidium ist in den Zulassungsprozess eingebunden.<br \/>\nDie Forschungsintegration konnte am digitalen Zwilling kurzfristig untersucht und visualisiert werden. So konnten gemeinsame Entscheidungen getroffen und die optimale Integration der Forschungsbau teile in den Entwurf erreicht werden. Mit einem Miroboard haben Planer und Forscher die gemeinsamen Zwischenst\u00e4nde dokumentiert und offene Themen weiterverfolgt. Der Universit\u00e4t als Auftraggeber konnten nicht alle Zwischenst\u00e4nde pr\u00e4sentiert werden, da dieser Prozess einer hohen Dynamik unterlag. Da die Forschungsintegration als oberstes Ziel f\u00fcr dieses Projekt definiert ist, wurden die wesentlichen Meilensteine mit der Universit\u00e4tsleitung abgestimmt und von dieser frei gegeben.<br \/>\nErste quantitative und qualitative Optimierungen der Forschungsbauteile konnten mit den Baupartnern bereits w\u00e4hrend des Verhandlungsverfahrens umgesetzt werden. Die Bewertung von Angeboten der Baupartner musste auf \u00dcbereinstimmung zu den planerischen und technischen Randbedingungen hin \u00fcberpr\u00fcft und dem Auftraggeber zielf\u00fchrende Empfehlungen gegeben werden. Den Baupartner musste transparent dargestellt werden, welche Planungsgrundlagen aus der Entwurfsplanung bereits vorliegen, welche Konkretisierungen aus der Forschungsintegration noch zu erwarten sind und welche Konkretisierungen von ihnen erwartet werde. Hier gestaltete sich die Bepreisung durch die Baupartner nicht einfach und musste eng begleitet werden.<br \/>\nDas Risikomonitoring der Generalplanung hat die Prozesse transparent dargestellt. Das Miroboard dokumentiert die getroffenen Entscheidungen zur Forschungsintegration in der Entwurfsplanung. Der Einsatz eines gemeinsamen Lean-Managements konnte nicht nachhaltig im Projekt verankert werden, da die Prozesse so neu aufgestellt und im Zusammenspiel der Beteiligten erprobt werden mussten und (noch) nicht nach dem k\u00fcrzesten\/effizientesten Weg der Zielerreichung geplant werden konnten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211; entf\u00e4llt &#8211;<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Innovationen aus der Forschung kommen insbesondere in der Bauwirtschaft erst nach langen und aufwendigen Prozessen in der Baurealit\u00e4t an. Gemeinsames Ziel muss eine schnellere Umsetzung von ressourcen-schonenden Innovation in die Planung und damit auch Baupraxis sein. <\/p>\n<p>F\u00fcr das Projekt \u0084Neubau LCRL\u0093 hat das Projektteam erreicht: <\/p>\n<p>&#8211; Einen Planungsprozess entwickelt,<br \/>\n\u0095 der Innovation f\u00e4cher\u00fcbergreifend einbindet<br \/>\n\u0095 dessen Risikomonitoring bei den Abweichungen von den allgemein anerkannten Regeln der Technik (a. a. R. d. T.) die Risiken bewertet und steuert<br \/>\n\u0095 der robotische Vorfertigungs- bzw. Fertigungsprozesse erm\u00f6glicht.<br \/>\n\u0095 der fr\u00fchzeitige Optimierungsuntersuchungen planungsbegleitend erm\u00f6glicht <\/p>\n<p>&#8211; Planungsgrundlagen f\u00fcr eine koordinierte Einbindung der genehmigenden Beh\u00f6rden bei innovativen Materialien\/Bauelementen u.a. durch digitale Planungs- und Visualisierungswerkzeuge geschaffen. <\/p>\n<p>&#8211; Die Grundlagen f\u00fcr die Integration von Forschung f\u00fcr ressourcenschonendes Bauen, niedrige Lebenszykluskosten und einen wirtschaftlichen Geb\u00e4udebetrieb mit der Entwurfsplanung gelegt. <\/p>\n<p>&#8211; Den Zusammenhang zwischen Ressourceneinsatz und Digitalisierung erforscht, optimiert und die Grundlagen f\u00fcr die weitere Planung gelegt. <\/p>\n<p>Bereits in fr\u00fchen Planungsphasen m\u00fcssen f\u00fcr die Forschungsintegration Schnittstellen, Leistungsinhalte, Zielwerte und digitale Prozesse definiert und deren Risiken \u00fcberwacht werden. Diese Grundlagen werden f\u00fcr die Ausf\u00fchrungsplanung zur Verf\u00fcgung stehen und die weitere Forschungsintegration bis hin zur Realisierung erm\u00f6glichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Universit\u00e4t Stuttgart hat sich mit dem Pilotprojekt \u0084Neubau LCRL\u0093 zur F\u00f6rderung der Spitzenforschung bekannt. Das DFG-gef\u00f6rderte Exzellenzcluster \u0084Integratives Computerbasiertes Planen und Bauen f\u00fcr die Architektur\u0093 (IntCDC) ist ein Angelpunkt der Universit\u00e4t Stuttgart und wird die M\u00f6glichkeiten der Digitalisierung f\u00fcr integratives Planen und Bauen systematisch, ressourcenschonend und multidisziplin\u00e4r erforschen. 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