{"id":27801,"date":"2026-03-13T10:32:46","date_gmt":"2026-03-13T09:32:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/37234-01\/"},"modified":"2026-03-13T10:32:46","modified_gmt":"2026-03-13T09:32:46","slug":"37234-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/37234-01\/","title":{"rendered":"PapierEvents &#8211; Entwicklung von Grundelementen f\u00fcr einen Baukasten f\u00fcr papiergarnbasierte Messe- und Pr\u00e4sentationssysteme mit ganzheitlichem Nutzungskonzept"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Messen und Events verursachen gro\u00dfe Mengen an Abfall, die branchenbedingt nicht vermeidbar sind. Die meist ma\u00dfgefertigten Messe- und Eventm\u00f6bel werden h\u00e4ufig nach der Veranstaltung oder im Event-bereich nach der letzten Veranstaltungsserie komplett entsorgt. Eine Weiterverwendung kann oft auf-grund der Anforderungen der Kunden bez\u00fcglich Aktualit\u00e4t, Einsatzzweck und Ziel der Veranstaltung nicht stattfinden. Zur \u00dcberwindung der dargestellten Problematik und zur Erschlie\u00dfung des Marktpotenzials verfolgte das Projekt den Ansatz, Messe- und Eventm\u00f6bel auf Basis von Papiergarnen unter Nutzung der Strukturspultechnik und von Papieren zu schaffen. Werden diese Materialien bspw. mit bislang typi-schen Materialien wie Aluminiumprofilen verglichen, so \u00fcberwiegen klare Vorteile: weniger Energieeinsatz in der Herstellung, gro\u00dfes Recyclingpotential, der Einsatz nachwachsender Grundwerkstoffe.<br \/>\nZiel des Projekts war es, ein auf nachwachsenden Rohstoffen basierendes, modulares System f\u00fcr die Messe- und Eventbranche als nachhaltige Alternative zu herk\u00f6mmlichen Systemen, die \u00fcblicherweise auf Aluminium oder Kunststoffen basieren zu entwickeln. Hierf\u00fcr sollten der Rohstoff Papier in Papier- und Garnform durch andere, nachhaltige Materialien (z.B. naturbasierter Klebstoff) erg\u00e4nzt, funktionalisiert und \u00fcber textile und papierbasierte Verfahren zu zwei- und dreidimensionalen Systembauteilen verarbei-tet werden. Nach einer Konsolidierung entsteht so ein Verbundwerkstoff, der als Mehrwegkomponente fungieren kann und nach der Produktlebensdauer in einfacher Weise \u00fcber etablierte Recyclingwege entsorgt werden kann.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenF\u00fcr die Erreichung der Projektziele wurden gemeinschaftlich die verschiedenen Anforderungen gesam-melt und bewertet. Es wurden darauf aufbauend Papiere und Papiergarne entwickelt und hergestellt. Hierzu geh\u00f6rte stets die Betrachtung der Rezyklierbarkeit im Zusammenhang mit den mechanischen Ei-genschaften. F\u00fcr die Umsetzung von sensorischen Funktionen wurden u.a. auch sensorische Papiere und Papiergarne entwickelt. F\u00fcr die Herstellung der Bauteile mit hoher Steifigkeit und Festigkeit wurde die Strukturspultechnologie eingesetzt und die passende Konsolidierung entwickelt. Hierzu geh\u00f6rten die Entwicklung von Dornk\u00f6rpern und geeigneter Spulstrategien. Die einzelnen Bauteile (Stangen-, Fl\u00e4chen- und Verbindungselemente) wurden konzipiert und konstruiert. Zur Umsetzung der sensorischen Funktion wurden sensorische Papiere und sensorische Garne entwickelt. Die mechanischen Eigenschaften sowie das Brandverhalten der Einzelelemente wurde ebenfalls erfasst und als Grundlage f\u00fcr die<br \/>\nDemonstratoranwendungen herangezogen. Neben der Konzeption der Messest\u00e4nde wurde ein Nut-zungskonzept f\u00fcr den Aufbau, die Nutzung, den Abbau und die Entsorgung der M\u00f6bel erstellt. Die erar-beiteten Recyclingkonzepte schlossen eine Nachhaltigkeitsbetrachtung der entwickelten Messe- und Eventm\u00f6bel aus Papiergarn mit ein.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In diesem Projekt wurden rezyklierbare Messe- und Pr\u00e4sentationssysteme als Baukastensystem samt ganzheitlichem Nutzungskonzept auf der Basis von Papiergarnen entwickelt. Die anvisierten Projektziele konnten erreicht werden: die Erarbeitung von strukturgespulten Einzelelementen als Baukasten f\u00fcr Mes-se- und Eventm\u00f6bel, die voll recycelf\u00e4hig und zerst\u00f6rungsfrei demontierbar sind, die Integration von Be-leuchtungs- und Sensorikfunktionen ins Papier und ins Garn sowie die Erarbeitung von Nutzungs- und Recyclingkonzepten.<br \/>\nDurch die eingesetzten papier- bzw. naturbasierten Materialien kann nun eine ressourceneffiziente Ent-sorgung des Messestands erm\u00f6glicht werden, wodurch das gemischte Abfallaufkommen nach Messen und Veranstaltungen reduziert werden kann. Passende Verbindungstechniken der Einzelelemente erm\u00f6g-lichen eine einfache sortenreine Trennung. Hierf\u00fcr wurden verschiedene Steckverbindungselemente ent-wickelt und mit stab- und fl\u00e4chenf\u00f6rmigen Elementen kombiniert. Aufgezeigte Recyclingwege sind die Entsorgung \u00fcber das konventionelle Altpapier und die Weiternutzung mindestens einzelner Komponen-ten. Des Weiteren wurde gezeigt, dass der Verzicht auf umweltproblematische Stoffe ohne optische und funktionale Einbu\u00dfen m\u00f6glich ist. Dies betrifft den zur Konsolidierung eingesetzten Klebstoff sowie das Brandschutzmittel. Ebenfalls konnte bei den entwickelten Demonstratoren Gewicht eingespart werden. Das Gesamtgewicht der im Rahmen des Projekts umgesetzten Messetheke betr\u00e4gt 5,5 kg. Dieses ge-ringe Gewicht sowie der modulare Aufbau erleichtern das Handling vor Ort. Die Zerlegbarkeit in Einzeltei-le erm\u00f6glichen den Transport in handlichen Kartons.<br \/>\nDurch solche Leichtbaul\u00f6sungen k\u00f6nnen insbesondere die Emissionen reduziert werden, welche auf dem Transportweg der Einzelteile anfallen. Am Beispiel der Demonstrator-Theke kann der Vorteil einer struk-turgespulten Variante im Vergleich zu einer Theke aus 32 mm-Aluminiumprofilen mit einer 16 mm-Spanplatte dargestellt werden: nach einer Berechnung kann die Papiergarn-Theke \u00fcber 75,5 % vom Ge-wicht und 93,8 % CO2 einsparen. Strukturspulelemente bieten ein hohes Potenzial, konstruktive Leicht-bauprinzipien auszunutzen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Vorg\u00e4ngerprojekt \u201ePapierLicht\u201c wurde eine Website durch den Projektpartner quintessence design er-stellt, welche unter https:\/\/papierkonstruktion.de aufgerufen werden kann. Diese wurde um das neue Pro-jekt \u201ePapierEvents\u201c erg\u00e4nzt. Im Dezember 2023 ist ein Artikel in der Fachzeitschrift EventPartner (Ausga-be 6\/2023, Titelblatt) erschienen. Eine Pressemeldung wurde am 25. Januar 2024 auf der Internetseite der DITF ver\u00f6ffentlicht (www.ditf.de\/de\/aktuelles\/pressemeldungen) und wurde aktiv an Pressestellen, Fir-men und Personen \u00fcbermittelt. Eine weitere Ver\u00f6ffentlichung ist im Jahresbericht 2023 der DITF vorge-sehen, der ebenfalls breit in der Industrie und Presse verteilt wird. Im Februar 2024 erfolgte mit den DITF und dem PMV Darmstadt die Aufnahme eines Radiointerview, welches bei SWR2 auf Sendung gehen wird.<br \/>\nDemonstratoren und weitere Funktionsmuster stehen zur Anschauung bei den Projektpartnern zur Verf\u00fc-gung. Anhand dieser k\u00f6nnen alle Projektpartner die Ergebnisse des Projektes Unternehmensvertretern und Endkunden n\u00e4herbringen.<br \/>\nInsbesondere an den DITF und an der PMV finden regelm\u00e4\u00dfig Veranstaltungen statt, bei denen Besu-cher, wie z.B. Studenten und Vertreter aus der Industrie teilnehmen. Die Ergebnisse wurden und werden weiter regelm\u00e4\u00dfig diesen Besuchern vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Projekt konnte gezeigt werden, dass \u00fcber die Strukturspultechnologie mit einer geeigneten Konsoli-dierung Messe- und Eventm\u00f6bel hergestellt werden k\u00f6nnen, die komplett \u00fcber den Altpapierweg ent-sorgt oder wiederverwendet werden k\u00f6nnen. Die funktionalen Anforderungen (Festigkeit, Stabilit\u00e4t, Be-leuchtung und Sensorik) konnten erf\u00fcllt werden. Das modulare System und das geringe Gewicht der Elemente erlaubten eine nachhaltige, ressourcenschonende Nutzung. Es wurden die beiden Entsor-gungswege Wiedernutzung und Entsorgung im Altpapier aufgezeigt.<br \/>\nDie Messe- und Eventbranche befindet sich im Umbruch. Auf Messen und Events werden nicht nur Bot-schaften zur Marke, zum Produkt und zum Preis transportiert. Vielmehr liegt das Augenmerk zus\u00e4tzlich auf einer nachhaltigen Pr\u00e4sentation, da diese Hand in Hand mit der eigenen Markenbotschaft einhergeht. Unternehmen wollen und m\u00fcssen nachweisen, welche umweltrelevanten Ma\u00dfnahmen von ihnen getroffen werden und wie ihr Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz aussieht. Dies beginnt beim Messe- oder Eventauftritt, der folglich ebenso glaubw\u00fcrdig nachhaltig gestaltet werden muss. Die erarbeiteten pa-piergarnbasierten und voll recyclingf\u00e4higen Messe- und Eventm\u00f6bel bieten hierf\u00fcr eine ideale Grundlage.<br \/>\nDie Projektergebnisse zeigen nach Einsch\u00e4tzung der Projektpartner sowie nach Gespr\u00e4chen in deren wirtschaftlichem und technologischem Umfeld ein sehr gro\u00dfes Potential, umweltrelevante Herausforderungen der Messe- und Eventbranche wirtschaftlich zu l\u00f6sen. Gleichzeitig wird eine m\u00f6gliche Kundenakzeptanz als sehr hoch eingesch\u00e4tzt. In zuk\u00fcnftigen Arbeiten und Projekten kann eine Vorbereitung der Serienfer-tigung erfolgen. Hierzu m\u00fcssen Standardisierungen der Bauteile und der Prozesse vorgenommen sowie eine Produktionsumgebung aufgebaut werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Messen und Events verursachen gro\u00dfe Mengen an Abfall, die branchenbedingt nicht vermeidbar sind. Die meist ma\u00dfgefertigten Messe- und Eventm\u00f6bel werden h\u00e4ufig nach der Veranstaltung oder im Event-bereich nach der letzten Veranstaltungsserie komplett entsorgt. 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