{"id":27736,"date":"2023-07-14T10:38:56","date_gmt":"2023-07-14T08:38:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35016-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:38:58","modified_gmt":"2023-07-14T08:38:58","slug":"35016-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35016-01\/","title":{"rendered":"ExpertInnenworkshop \u0084Transformation der Wasserinfrastruktur im Bestand in die Zukunftsf\u00e4higkeit: M\u00f6gliche Pfade und notwendige Instrumente des Wandels\u0093"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Vorhabens war es die Voraussetzungen zu kl\u00e4ren, unter denen die mit der Gebrauchsartendifferenzierung einhergehende Innovationsrichtung auch in Bestandsgebieten greifen kann. Dabei wurde untersucht, welche Hemmnisse und H\u00fcrden gegen\u00fcber einer wasserwirtschaftlichen Transformation im Bestand existieren, welche Anl\u00e4sse und Gelegenheitsfenster sich hierf\u00fcr ergeben und welche Instrumente diese Transformation bef\u00f6rdern k\u00f6nnten. Zudem wurden Forschung- und Entwicklungsaufgaben und -fragen identifiziert.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenKern des Projektes war ein eint\u00e4giger Expert*innenworkshop, der im Duktus eines Werkstattgespr\u00e4chs konzipiert wurde. Dazu wurden Expert*innen aus der Wissenschaft und Praxis geladen um ein m\u00f6glichst gemeinsames Bild zu entwickeln, wie sich die Herausforderungen einer Transformation der Wasserinfrastruktur im Bestand \u00fcberwinden lassen. Vorgeschaltet wurde eine Desktop-Recherche zu aktuellen Entwicklungen mit Blick auf die Transformation der Wasserinfrastruktur, um innovative Inhalte und Diskussionspunkte f\u00fcr den Workshop als auch geeignete Teilnehmende gewinnen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nAnschlie\u00dfend wurden die Ergebnisse des Werkstattgespr\u00e4chs dokumentiert und allen Teilnehmenden zur Verf\u00fcgung gestellt. Die abschlie\u00dfende Auswertung der Ergebnisse fokussierte sich auf die Fragestellungen der tats\u00e4chlichen Herausforderungen, Instrumente, Transformationspfade und offenen Forschungsfragen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Werkstattgespr\u00e4ch als auch die Auswertung von Literatur und Diskurs ergaben, dass es zun\u00e4chst wichtig ist, die Zielstellungen und Anl\u00e4sse von Innovation und aktuelle Ver\u00e4nderungsbedarfe zu kennen, um eine Transformation der Wasserinfrastruktur im Bestand zielgerichtet ansto\u00dfen zu k\u00f6nnen. Zu diesen Zielstellungen und Anl\u00e4ssen z\u00e4hlen die Kreislaufwirtschaft und Ressourcenpflege, die Wasserg\u00fcte und Einleitqualit\u00e4t des Klarwassers in die Gew\u00e4sser gem\u00e4\u00df EU-Wassser-Rahmenrichtlinie, die Einsparung von betrieblichen Kosten und Aufwand durch bessere Konzeption und Dimensionierung, die Reduktion der hygienischen Risiken sowie die gekoppelten Infrastrukturen zur Ausnutzung von Restw\u00e4rme im Grauwasser, zur Herstellung lokaler Wasserkreisl\u00e4ufe und zur Klimaanpassung in den Kommunen.<br \/>\nBei den Hemmnissen und H\u00fcrden wurde deutlich, dass klar nach entkr\u00e4ftbaren Einw\u00e4nden und echten Hemmnissen und H\u00fcrden unterschieden werden muss. Der Bericht liefert Argumentationsketten zur Entkr\u00e4ftung von aus Unkenntnis, Unsicherheit oder Unwillen benannten Einw\u00e4nden. Er benennt jedoch auch die Hemmnisse und H\u00fcrden, um die man sich k\u00fcmmern muss. Diese sind: keine bestehende Erfahrung mit Transformation im Siedlungsbestand, Umgang mit Unsicherheiten und Transformationsrisiken sowie eine zu deren Bew\u00e4ltigung fehlende Risikogovernance sowie fehlendes kompetentes und gut ausgebildetes Fachpersonal. Als wesentliches Hemmnis wurden jedoch die in der Wasserinfrastruktur bestehenden Pfadabh\u00e4ngigkeiten und der sozio-\u00f6konomische Umgang mit denselben identifiziert. Erg\u00e4nzend kommt zudem eine hohe Komplexit\u00e4t an Akteuren, Prozessschritten, Interessen und Aufgaben hinzu, die es zu koordinieren gilt.<br \/>\nDas Potenzial f\u00fcr Transformationen in Richtung Gebrauchsartendifferenzierung unterschiedlich strukturierter Bestandsgebiete muss die Unterschiede dieser Gebiete aufnehmen, um Gelegenheitsfenster identifizieren zu k\u00f6nnen. Diese k\u00f6nnen sehr unterschiedlich gelagert sein. Es zeigt sich jedoch, dass sich nahezu f\u00fcr jeden Bestandsgebietstyp diese Gelegenheitsfenster ergeben und damit die aktuell bestehende, grunds\u00e4tzlich skeptische planerische Haltung zu revidieren ist. Folglich braucht es auch unterschiedliche Transformationspfade, um eine Ver\u00e4nderung der Bestandsgebiete zu erreichen. Diese beruhen auf unterschiedlichen r\u00e4umlichen Skalen (und verschiedenen Abh\u00e4ngigkeiten von den bereits bestehenden Wasserinfrastrukturen), beinhalten jedoch zugleich verschiedene und unterschiedlich gut mobilisierbare bzw. auswertbare Wasser- und Abwasserstr\u00f6me.<br \/>\nF\u00fcr die Transformation braucht es im Bestand zahlreiche Instrumente, die sich nach folgenden Kategorien sortieren lassen: planungs- und ordnungsrechtliche, finanzielle (einschlie\u00dflich F\u00f6rderung), technisch-organisatorische, kooperative als auch informatorische Instrumente. Vermutlich empfiehlt sich ein Instrumentenmix. Die Nutzbarkeit der Instrumente reicht von direkt einsetzbar und bekannt \u00fcber in Piloten erprobt und zu modifizieren bis zu noch auszuarbeiten und zu erproben; z. T. besteht (auch gesetzgeberischer) Gestaltungsbedarf, damit etwa die Abwassergeb\u00fchr zur Finanzierung der wasserinfrastrukturellen Transformation im Bestand anwendbar wird.<br \/>\nDaraus lassen sich folgende Forschungs- und Entwicklungsbedarfe ableiten:<br \/>\n&#8211; Entwicklung effizienter und innovativer Leitungsf\u00fchrungen innerhalb und au\u00dferhalb von Geb\u00e4uden<br \/>\n&#8211; Bewertung der technischen M\u00f6glichkeiten einer ressourcenschonenden Umr\u00fcstung<br \/>\n&#8211; Entwicklung eines Informationsinstruments zur sektor- und ressort\u00fcbergreifenden Identifizierung der Gelegenheitsfenster im Bestand<br \/>\n&#8211; Schaffung des Bewusstseins der Geb\u00e4udeeigent\u00fcmer*innen f\u00fcr Wasserbelange z. B. \u00fcber Wasserpass f\u00fcr Geb\u00e4ude<br \/>\n&#8211; Erarbeitung der Finanzierung der Transformation der Wasserinfrastruktur im Siedlungsbestand auf das Geb\u00fchrenaufkommen aus der Abwassergeb\u00fchr inkl. einer m\u00f6glichen Neugestaltung der bestehende Tarif-\/Geb\u00fchrenmodelle<br \/>\n&#8211; Instrument zum fr\u00fchzeitigen Erkennen relevanter Barrieren und deren Beziehungen zu einzelnen Stakeholdern<br \/>\n&#8211; Bearbeitung der subjektiven und objektiven Transformationshemmnisse und -risiken<br \/>\n&#8211; Differenzierung der derzeitigen L\u00f6sungswege und Aufdecken m\u00f6glicher neuer Pfadabh\u00e4ngigkeiten<br \/>\n&#8211; Identifizierung von Potenzial- und Vorranggebieten im Bestand<br \/>\nZuk\u00fcnftige Forschung sollte zudem nicht alleine praxisbezogen ausgerichtet werden, sondern einen kritischen trans-disziplin\u00e4ren Forschungsansatz verfolgen. Erforderlich ist hierf\u00fcr eine F\u00f6rderung nicht nur durch die Ressortforschung, die eine derartige transdisziplin\u00e4re Breite in der Regel nicht finanzieren kann, sondern vor allem auch durch das BMBF in Form weiterer soziotechnischer &#8220;Leuchtturmprojekte&#8221;, in denen alternative st\u00e4dtische Wassersysteme in gro\u00dfem Ma\u00dfstab umgesetzt werden, auch im Siedlungsbestand.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse werden neben dem Schlussbericht im Rahmen einer Publikation in der Reihe ISOE-Materialien Soziale \u00d6kologie im September 2022 ver\u00f6ffentlicht. Dieses soll von Ma\u00dfnahmen der \u00d6ffentlichkeitsarbeit, insbesondere einer Pressemitteilung, begleitet werden. Zugleich werden Entscheidungstr\u00e4ger im Bereich der F\u00f6rderpolitik zielgerichtet angesprochen.<br \/>\nErg\u00e4nzend ist eine Publikation in einer Fachzeitschrift der Siedlungswasserwirtschaft in Vorbereitung; m\u00f6glicher Ver\u00f6ffentlichungsort ist die Praktikerzeitschrift DVGW-energie-wasser-praxis.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Voraussetzung f\u00fcr eine wirksame Transformation im Bestand wird in der Regel eine politische Entscheidung der Kommune f\u00fcr eine aktive Umgestaltung der Wasserinfrastruktur sein. Um eine solche Entscheidung gut treffen zu k\u00f6nnen, sollte die Kommune aufbauen auf einer wissenschaftlich gest\u00fctzten Ziel- und Ma\u00dfnahmenfindung z. B. in Form einer wasserwirtschaftlichen Ersteinsch\u00e4tzung der Ma\u00dfnahmen, einem Masterplan o. \u00e4.<br \/>\nBau- und siedlungsstrukturell, aber auch aufgrund der naturr\u00e4umlichen Bedingungen, der Eigentumsstrukturen und der historischen und aktuellen Nutzungen und Nutzenden sind die Bestandsgebiete sehr unterschiedlich und auch in verschiedener Weise f\u00fcr eine Transformation geeignet. In Industrieparks und Konversionsgebieten l\u00e4sst sich, wie aktuelle Beispiele belegen, bereits heute die Transformation ebenso wie im Neubau umsetzen. Eine weitgehende Transformation aller Siedlungs-, Gewerbe- und Industriegebiete erscheint heute noch fast utopisch, ist jedoch bei Nutzung aller geeigneten Gelegenheiten und Instrumente mittel- bis langfristig bei einer zeitnahen entsprechenden Weichenstellung und Bearbeitung der offenen Fragestellungen erreichbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Vorhabens war es die Voraussetzungen zu kl\u00e4ren, unter denen die mit der Gebrauchsartendifferenzierung einhergehende Innovationsrichtung auch in Bestandsgebieten greifen kann. Dabei wurde untersucht, welche Hemmnisse und H\u00fcrden gegen\u00fcber einer wasserwirtschaftlichen Transformation im Bestand existieren, welche Anl\u00e4sse und Gelegenheitsfenster sich hierf\u00fcr ergeben und welche Instrumente diese Transformation bef\u00f6rdern k\u00f6nnten. 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