{"id":27649,"date":"2024-11-27T10:48:25","date_gmt":"2024-11-27T09:48:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/37048-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:48:30","modified_gmt":"2024-11-27T09:48:30","slug":"37048-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/37048-01\/","title":{"rendered":"Machbarkeitsstudie eines integralen Papier-Bau-Projektes mit dem Fokus auf konstruktive, raumklimatische und \u00f6kologische Eigenschaften"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Aufgrund der weltweiten Ressourcenverknappung besteht im Bauwesen erheblicher Bedarf nach einer verst\u00e4rkten Kreislaufplanung und einem erh\u00f6hten Einsatz nachwachsender Ressourcen. Um den CO2-Aussto\u00df des Geb\u00e4udesektors zu senken, ist es wichtig sowohl die Emissionen w\u00e4hrend der Nutzungsphase durch robuste Energieeffizienz-Ma\u00dfnahmen als auch die Emissionen in der Herstellungsphase durch den Einsatz CO2-bindender Ressourcen, wie beispielsweise Holz, zu reduzieren. Prim\u00e4r muss bei allen Planungsschritten die R\u00fcckbaubarkeit und deren Zirkularit\u00e4t mitgedacht werden, denn nur dann kann der Beitrag zum Klima- und Umweltschutz gelingen. Papierwerkstoffe bestehen zu einem Gro\u00dfteil aus dem Rohstoff Holz und geh\u00f6ren somit in die Gruppe der erneuerbaren und CO2-bindenden Ressourcen. Zudem existieren weit entwickelte Rezyklierverfahren und hohe Altpapiereinsatzquoten f\u00fcr Papierwerkstoffe, womit sie grundlegend als kreislaufgerechter Werkstoff einzustufen sind.<br \/>\nIm Anschluss an die bereits erfolgten Grundlagenarbeiten zum Thema \u0084Bauen mit Papier\u0093 erfolgte im Rahmen dieses Projekts die Konzeptionierung eines bewohnbaren tempor\u00e4ren Geb\u00e4udes aus Papier unter Ber\u00fccksichtigung der Aspekte Zirkularit\u00e4t, Papier-spezifische Konstruktionsweisen und Raumklima.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen dieser Machbarkeitsstudie wurden diverse L\u00f6sungsans\u00e4tze zum Bau eines tempor\u00e4ren Papier-Hauses untersucht. Hierbei wurden durch das Forschungskonsortium gemeinsam und interdisziplin\u00e4r ein Entwurfskonzept f\u00fcr ein Wohnhaus erarbeitet. Zun\u00e4chst wurden unterschiedliche Geb\u00e4udekubaturen, sowie Konstruktionsweisen skizziert, welche aussichtsreich f\u00fcr eine Ausf\u00fchrung erschienen. Nachdem sich fr\u00fch auf eine architektonische Formgebung geeinigt werden konnte, wurden die Konstruktionsweisen eingehend auf ihre Eigenschaften und die damit verbundene Eignung zur Ausf\u00fchrung untersucht. Der finale Planungsstand sieht ein Haus in Nur-Dach-Typologie vor, welches in einer an den Holzrahmenbau angelehnten Konstruktionsweise errichtet werden soll.<br \/>\nBei der Untersuchung der Konstruktionsweisen haben die beteiligten Institute die zuvor skizzierten Bauweisen jeweils anhand ihrer eigenen Expertise weiterentwickelt und bewertet. W\u00e4hrend durch die TU Darmstadt vor allem statisch-konstruktive Belange betrachtet wurden, widmete sich die TU Braunschweig bauklimatischen Fragestellungen und die RWTH Aachen den \u00f6kologischen Aspekten des Vorhabens. Die vertiefte Betrachtung der aus unterschiedlichen Blickrichtungen entwickelten Wandaufbauten hatte zum Ziel, eine allgemeine Einordnung betreffend Konstruktion und Tragwerk, der bauklimatischen Performance, sowie \u00f6kologischer Aspekte vorzunehmen. Die Evaluierung der betrachteten Konstruktionsweisen erfolgte durch den Bau von Mock-Ups und Prototypen, Simulationen, sowie experimentell an klein- bis mittelformatigen Probek\u00f6rpern. Aus diesem Vorgehen konnten Handlungsempfehlungen f\u00fcr die Weiterf\u00fchrung des Vorhabens abgeleitet werden, welche in einem Folgeprojekt auch in die Errichtung eines Wohngeb\u00e4udes aus Papier m\u00fcnden soll.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Projektverlauf wurde eine Adaption der aus dem Holzbau bekannten St\u00e4nderbauweise als geeignete Konstruktion f\u00fcr das projektierte Papiergeb\u00e4ude ermittelt. Die Fertigung k\u00f6nnte gleicherma\u00dfen in einer Fertigteilbauweise als auch in Situ auf der Baustelle stattfinden. F\u00fcr alle wesentlichen Bestandteile der St\u00e4nderkonstruktion wurde ein geeignetes Pendant aus Papier, bzw. Karton gefunden, wodurch eine gute Rezyklierbarkeit der Gesamtkonstruktion erreicht werden k\u00f6nnte. Zur Validierung einiger der zun\u00e4chst eher absch\u00e4tzend durchgef\u00fchrten Experimente wird eine vertiefende Untersuchung der Bauteile in einem Folgeprojekt empfohlen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Projektergebnisse sollen im Herbst 2023 im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden BAMP!-Konferenz einem Fachpublikum pr\u00e4sentiert werden. Ferner ist es vorgesehen, dass die drei beteiligten Institute jeweils eigene Publikationen zu den von ihnen bearbeiteten Teilbereichen in Fachzeitschriften ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Errichtung und anschlie\u00dfende Nutzung eines Geb\u00e4udes, welches im Wesentlichen aus Papierwerkstoffen besteht, erscheinen dem Grunde nach m\u00f6glich. Die durchgef\u00fchrten Experimente und Simulationen kamen zu vielversprechenden Ergebnissen, welche jedoch im Nachgang noch tiefergehend untersucht werden m\u00fcssten. Dies steht insbesondere im Kontext der rechtlichen Anforderungen, die der Gesetzgeber an Geb\u00e4ude stellt. Papier als bisher noch nicht regulierter Baustoff wird sich bei einem Baukonstruktiven Einsatz denselben Kriterien hinsichtlich Tragf\u00e4higkeit, Brandschutz und Bauphysik stellen m\u00fcssen, welche auch f\u00fcr konventionelle Baustoffe und Konstruktionen G\u00fcltigkeit haben. Der Einsatz von Papier als Baumaterial bietet aufgrund seiner Zirkularit\u00e4t eine gute Chance das Bauen nachhaltiger zu gestalten. Die \u00dcberf\u00fchrung der im Projektverlauf erarbeiteten Planungen in ein Folgeprojekt, welches die Errichtung eines bewohnbaren Geb\u00e4udes zum Inhalt hat wird dringend empfohlen um der Einf\u00fchrung von Papier als Baumaterial weiteren Vorschub zu leisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Aufgrund der weltweiten Ressourcenverknappung besteht im Bauwesen erheblicher Bedarf nach einer verst\u00e4rkten Kreislaufplanung und einem erh\u00f6hten Einsatz nachwachsender Ressourcen. 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