{"id":27626,"date":"2026-03-19T10:32:32","date_gmt":"2026-03-19T09:32:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/37043-01\/"},"modified":"2026-03-19T10:32:34","modified_gmt":"2026-03-19T09:32:34","slug":"37043-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/37043-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Umsetzung einer neuen Dauerausstellung: \u201eOsnabr\u00fccks Karbonwald \u2013 Die Vergangenheit erforschen, die Gegenwart verstehen, f\u00fcr eine nachhaltige Zukunft lernen&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projektes entsteht eine Ausstellung, die Erlebnisse aus der Erdgeschichte anbietet, um daraus Schl\u00fcsse f\u00fcr eine nachhaltige Lebensweise zu erzielen. Sie ist zentraler Teil und Highlight der neuen Dauerausstellung des Museums am Sch\u00f6lerberg. <\/p>\n<p>Geplant ist die Errichtung eines raumgreifenden, naturnahen und begehbaren Dioramas, das einen Wald in der Karbonzeit nachbildet. Ein solcher Wald wuchs nachweislich vor ca. 300 Millionen Jahren. Auf dem heutigen Osnabr\u00fccker Piesberg k\u00f6nnen heute dazu spektakul\u00e4re pal\u00e4ontologische Funde gemacht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer Karbonwald wird im Zentrum des Museums in Szene gesetzt. Das Geb\u00e4ude ist der spiralartigen Form eines Ammoniten nachempfunden. Der zentrale Bereich der Spindel ist der Bereich, der den besonderen Charakter des Hauses pr\u00e4gt und der bereits beim Eintritt in das Haus auf G\u00e4ste wirkt. Hier entsteht die Rekonstruktion des Karbonwaldes. <\/p>\n<p>Nachbildungen verschiedener karbonzeitlicher B\u00e4ume, Str\u00e4ucher und Kr\u00e4uter vermitteln ein m\u00f6glichst reales Bild der damaligen Welt. Die Pflanzennachbildungen beeindrucken besonders durch ihre H\u00f6he und Detailgenauigkeit. Aber auch Pflanzen der Strauch- und Krautschicht werden gezeigt. Nachbildungen von Tieren wie Riesenlibellen, Skorpionen, Riesentausendf\u00fc\u00dflern, Urnetzfl\u00fcglern usw. runden das Bild ab. Augmented Reality Stationen erwecken die Tierwelt zum Leben, verschiedenen Hands-On-Stationen laden zum Mitmachen ein.<\/p>\n<p>Die neue Ausstellung ist in vielf\u00e4ltiger Hinsicht mit ausstellungsbegleitenden Ma\u00dfnahmen (F\u00fchrungen, Umweltbildung f\u00fcr Kinder und Familien, Fachvortr\u00e4ge, u.a.) verkn\u00fcpft. Viele Synergien ergeben sich aus der Funktion des Hauses als BNE-Standort und Umweltbildungszentrum. Das Projekt wird von einer umfassenden \u00d6ffentlichkeitsarbeit begleitet. <\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projektes ist ein raumgreifendes, naturnahes Diorama entstanden, das einen Wald aus der Karbonzeit nachbildet. Das Diorama ist das zentrale Highlight der neuen Dauerausstellung des Museums am Sch\u00f6lerberg. Es vermittelt sowohl erdgeschichtliche Erkenntnisse als auch zukunftsrelevante Themen. <\/p>\n<p>Die W\u00e4lder des Karbons verschwanden einst aufgrund eines Klimawandels von der Erde (Carboniferous Rainforest Collapse). Auf den Zusammenbruch der Karbonw\u00e4lder und ihrer Funktion als Kohlenstoffsenken folgt eine 264 Millionen Jahre lange Phase des Treibhausklimas. <\/p>\n<p>Innerhalb der Ausstellung steht das Karbonwalddiorama daher als Beispiel f\u00fcr die Auswirkungen eines Klimawandels auf globale \u00d6kosysteme und f\u00fcr die Bedeutung der Dekarbonisierung. Er verweist auch auf die Vulnerabilit\u00e4t rezenter W\u00e4lder hinsichtlich des aktuellen, menschengemachten Klimawandels.<br \/>\nIm Zentrum des Dioramas steht die Siegelbaumwurzel. Sie ist ein ca. 308 Millionen Jahre altes<br \/>\n3,9 Tonnen schweres Fossil mit einem Durchmesser von etwa 6,5 Metern. Sie wurde 1886 im Piesberg in Osnabr\u00fcck gefunden und geh\u00f6rt weltweit zu den gr\u00f6\u00dften Pflanzenfossilien. Sie steht im Fokus der Vermittlung und dient als Ausgangspunkt, um Fragen zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufzuwerfen. <\/p>\n<p>Die Wurzel ist eingebettet in ein Diorama, das von detaillierten Rekonstruktionen der karbonzeitlichen Flora und Fauna gebildet wird. Ein aufw\u00e4ndig gemaltes Panorama erg\u00e4nzt die Inszenierung. Alle Rekonstruktionen und das Panorama basieren auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.<br \/>\nDie Inszenierung des Karbonwaldes wird begleitet von der Pr\u00e4sentation vieler Originalfossilien. Verschiedenen Augmented-Reality Stationen und ein Halt f\u00fcr Kinder runden das Angebot ab.<\/p>\n<p>Verschiedene Stationen, die sich an das Diorama angliedern bzw. auf die weiteren Ausstellungsbereiche verteilt sind, erl\u00e4utern die Mechanismen des Klimawandels und die Bedeutung der globalen W\u00e4lder. Es werden Zusammenh\u00e4nge verdeutlicht und unsere aktuelle Lebensweise kritisch hinterfragt.<\/p>\n<p>Die neue Ausstellung wurde am 23. April 2023 unter gro\u00dfer Beteiligung der \u00d6ffentlichkeit er\u00f6ffnet<br \/>\nInsgesamt betrachtet wurde das Projekt in Umfang und Inhalten wie geplant umgesetzt. Konzeptionell und strategisch haben sich im Projektverlauf keine bzw. nur sehr geringf\u00fcgige \u00c4nderungen ergeben. <\/p>\n<p>Die \u00e4u\u00dferen Rahmenbedingungen erschwerten das Projekt jedoch \u00fcber den gesamten Zeitraum. Kaum war die Ausschreibung f\u00fcr den Ausstellungsplaner erfolgreich abgeschlossen und der Vertrag unterschrieben, traf die Corona-Pandemie das Land mit voller Wucht. <\/p>\n<p>Kontaktverbote und Lockdowns f\u00fchrten dazu, dass nahezu alle Treffen zwischen Planer und Museumsteam 2020\/2021 nur virtuell erfolgen konnten. Homeoffice war noch wenig etabliert und f\u00fchrte oft zu technischen Problemen. Dennoch ist es gelungen mit dem Team der Schiel Planungsgesellschaft mbH eine vertrauensvolle und effektive Zusammenarbeit aufzubauen.<br \/>\nAuch die Zusammenarbeit mit dem Projektbeirat war von der Corona-Krise betroffen. Beiratstreffen fanden zum Teil ebenfalls nur digital statt.<\/p>\n<p>Lieferengp\u00e4sse und Schwierigkeiten, Bieter zu finden, f\u00fchrten bei nahezu allen Ausschreibungen zu Problemen und Verz\u00f6gerungen. <\/p>\n<p>2022 folgte dann der Ukraine-Krieg mit weiteren Schwierigkeiten, wie den Russlandsanktionen und Lieferengp\u00e4sse f\u00fcr bestimmte Produkte. In der Folge stiegen die Preise rasant an. Ausschreibungen mussten zum Teil mehrmals wiederholt werden. Dies f\u00fchrte zu weiteren Verz\u00f6gerungen. Der Projektzeitraum musste schlie\u00dflich verl\u00e4ngert werden. Dennoch konnten schlussendlich alle Gewerke vergeben und umgesetzt werden. Insgesamt gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den beteiligten Firmen positiv und zielf\u00fchrend.<\/p>\n<p>Um das Gesamtbudget nicht zu \u00fcberschreiten, waren jedoch an vielen Stellen Einsparungen n\u00f6tig. Im Karbonwald traf dies insbesondere die tierischen Modelle. Hier musste die gew\u00fcnschte Artenliste deutlich eingek\u00fcrzt werden. Stattdessen wurden diese Tierarten in die Stationen der Augmented-Reality integriert.<\/p>\n<p>Trotz schwieriger Rahmenbedingungen ist es gelungen, das Projekt erfolgreich zu beenden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Als Teil der neuen Dauerausstellung des Museums am Sch\u00f6lerberg wird das Projekt dauerhaft weitergef\u00fchrt. Der Zweckbindungszeitraum beginnt am Tag nach der letzten Abschlusszahlung und betr\u00e4gt mindestens 12 Jahre. W\u00e4hrend der Zweckbindungsfrist ist die dauerhafte Nutzungsf\u00e4higkeit des Projekts gew\u00e4hrleistet. Dies beinhaltet Kosten f\u00fcr die laufende Betreuung, regelm\u00e4\u00dfige Reinigung, Instandhaltung und ggf. Erneuerung.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzend zum Angebot in der Ausstellung wurden verschiedene Vermittlungsangebote f\u00fcr Lerngruppen entwickelt. Auch diese wurden dauerhaft in das Portfolio des Hauses integriert.<\/p>\n<p>Das Projekt wurde durchgehend von einer umfangreichen \u00d6ffentlichkeitsarbeit begleitet. Pressetermine haben zu verschiedenen Anl\u00e4ssen stattgefunden (z.B. zum Transport der Sigillaria zu ihrem neuen Standort, Fertigstellung des Karbonwaldes usw.). Die Inhalte wurden weit gestreut und auch von der \u00fcberregionalen Presse aufgegriffen.<br \/>\nDie Social Media Kan\u00e4le und die Website des Museums wurden laufend bedient.<\/p>\n<p>Zu Er\u00f6ffnung der neuen Ausstellung wurde eine umfangreiche Medienkampagne durchgef\u00fchrt und das gesamte Corporate Design des Hauses \u00fcberarbeitet. Es wurden verschiedene Flyer zur Ausstellung und den begleitenden Vermittlungsangeboten erstellt.<br \/>\nAlle Inhalte wurden zudem auf einer Internetseite f\u00fcr den Karbonwald zusammengefasst und sind so dauerhaft und zusammenh\u00e4ngend abrufbar (s. www.museum-am-schoelerberg.de\/karbonwald\/).<br \/>\nDie \u00d6ffentlichkeitsarbeit und die Sicherung der Projektergebnisse im Internet erfolgten in enger Absprache mit der DBU.<\/p>\n<p>Als weitere Ma\u00dfnahme und auf Anregung und in Absprache mit der DBU hat sich das Museum am Sch\u00f6lerberg mit der neuen Ausstellung zudem als UNESCO BNE 2030-Projekt beworben. Die Bewerbung wurde im Dezember 2023 eingereicht. Eine Entscheidung steht aktuell noch aus.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Trotz schwieriger Umst\u00e4nde (Corona-Pandemie, Ukraine-Krise) ist es gelungen, das Projekt innerhalb des gesetzten Zeitrahmens (bis 31.12.2023) abzuschlie\u00dfen. Die Er\u00f6ffnung hat am 23. April 2023 stattgefunden. Kostensteigerungen konnten jedoch nicht vermieden werden. Die Mehrkosten wurden seitens der Stadt Osnabr\u00fcck getragen.<\/p>\n<p>Das Haus hat durch das Projekt regional und \u00fcberregional eine neue Strahlkraft erhalten. Neue<br \/>\n(Zukunfts-) Themen erm\u00f6glichen es dem zum Haus geh\u00f6rigen Umweltbildungszentrum und Planetarium neue Schwerpunkte zu setzen und das Angebot zu erneuern und auszuweiten. <\/p>\n<p>Insgesamt ist das Feedback der Besuchenden auf die neue Ausstellung sehr positiv. Die bisherigen Besuchendenzahlen (49.779 G\u00e4ste in 2023) und die Resonanz machen deutlich, daraufhin, dass die Ausstellung sehr gut angenommen wird.<\/p>\n<p>Ohne die F\u00f6rderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) w\u00e4re dieser Erfolg nicht m\u00f6glich gewesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen des Projektes entsteht eine Ausstellung, die Erlebnisse aus der Erdgeschichte anbietet, um daraus Schl\u00fcsse f\u00fcr eine nachhaltige Lebensweise zu erzielen. Sie ist zentraler Teil und Highlight der neuen Dauerausstellung des Museums am Sch\u00f6lerberg. 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