{"id":27592,"date":"2025-06-28T10:32:25","date_gmt":"2025-06-28T08:32:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/36066-01\/"},"modified":"2025-06-28T10:32:25","modified_gmt":"2025-06-28T08:32:25","slug":"36066-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/36066-01\/","title":{"rendered":"Das Labor Zukunft &#8211; Modellprojekt zur partizipativen Entwicklung eines nachhaltigen Quartiers am Beispiel des Porzer S\u00fcdens in K\u00f6ln"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Porzer S\u00fcden (K\u00f6ln) soll auf einer mehr als 50 Hektar gro\u00dfen Fl\u00e4che in enger Anbindung an die umgebenden Stadtteile \u00fcberwiegend Wohnungsbau entstehen. Die angrenzenden Stadtteile sind zumeist d\u00f6rflich strukturiert und die Fl\u00e4che ist landwirtschaftlich gepr\u00e4gt. Daher spielen Klimafaktoren, Fl\u00e4chenversiegelung, Alternative f\u00fcr die Landwirtschaft und Naturerhalt neben den grunds\u00e4tzlichen Themen \u00f6kologischer und sozialer Nachhaltigkeit eine herausgehobene Rolle. Hier bietet sich eine in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung seltene M\u00f6glichkeit zu einer modellhaften, partizipativ gestalteten und an Nachhaltigkeitszielen orientierten Quartiersentwicklung.<\/p>\n<p>Ziele des Labors sind:<\/p>\n<p>&#8211;\tAnsprache der Bev\u00f6lkerung \u00fcber eine kleine Gruppe speziell Interessierter hinaus.<br \/>\n&#8211;\tEinbezug der gro\u00dfen Gruppe der Wohnungssuchenden und deren Bedarfe als neues Element von B\u00fcrgerbeteiligung<br \/>\n&#8211;\tEntwicklung von Zukunftsvisionen, ohne Illusionen zu schaffen oder \u00fcber zu enge Grenzen Motivation zu verhindern.<br \/>\n&#8211;\t\u00dcberlagerung der Zukunftsgestaltung durch aktuelle oder langj\u00e4hrige Probleme.<br \/>\n&#8211;\tDie \u0084klassischen\u0093 analogen Formate werden um digitale und k\u00fcnstlerisch-kreative Formate erg\u00e4nzt, ein digitaler Zwilling und \u0084Mitmach-Aktionen\u0093 sollen eine gr\u00f6\u00dfere Reichweite bzw. erweiterte Zielgruppenansprache gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1. Vorbereitungsphase, September 2021 &#8211; Oktober 2021 und April 2023 &#8211; Juni 2023<\/p>\n<p>&#8211;\tStatus-Quo-Analyse: Auswertung des Agglomerationskonzept der Region K\u00f6ln-Bonn, der \u0084K\u00f6lner Perspektiven 2030+\u0093, der Planentwurf des Regionalplans sowie der Fl\u00e4chennutzungsplan und vorhandene Bebauungsplanverfahren. Auf der Basis dieser Auswertung entsteht eine f\u00fcr den Beteiligungsprozess einsetzbare Aufbereitung, die den Rahmen f\u00fcr die Beteiligung setzt.<br \/>\n&#8211;\tAuswertung der bereits vorliegenden Gutachten der Entwickler<br \/>\n&#8211;\tAusf\u00fchrungsplanung der Veranstaltungen<br \/>\n&#8211;\tInstallierung des wissenschaftlichen Beirats und anderer Gremien<br \/>\n&#8211;\tKommunikationskonzept, CI<br \/>\n&#8211;\tEntwicklung der digitalen Formate (Homepage, Blog, Podcast etc.)<br \/>\n&#8211;\tEinbindung der Bev\u00f6lkerung vor Ort<\/p>\n<p>2. Durchf\u00fchrungsphase,  Juli 2023 &#8211; September 2024<\/p>\n<p>Der Leitbildprozess in Verbindung mit den Aktivit\u00e4ten des B\u00fcrgerlabors besteht aus einer Kick-off Ver-anstaltung zur Information \u00fcber den Gesamtprozess, aus drei jeweils zwei- bis dreimonatigen Phasen zu den Themen Mensch, Natur und Verkehr. Jede Phase gliedert sich in vier partizipative Formate und wird von zwei Konfestivals am Anfang und Ende gerahmt. Am Ende jeder Phase werden die Ergebnisse evaluiert. Ziel des gesamten Prozesses ist die Erarbeitung eines Kriterienkatalogs f\u00fcr ein sozial und \u00f6kologisch nachhaltiges Quartier.<\/p>\n<p>3. Auswertungsphase und Ergebnissicherung, September 2023 &#8211; November 2023<\/p>\n<p>&#8211;\tErarbeitung und Herstellung eines Kriterienkatalogs:<br \/>\nDer bis zur Abschlussveranstaltung zusammengestellte und dort erg\u00e4nzte Kriterienkatalog wird aufbereitet und um die Einzelergebnisse sowie um Unterlagen und Dokumente erweitert, die vorgelegt bzw. erarbeitet wurden. Der Katalog wird sowohl als Brosch\u00fcre als auch in einer digitalen Form gestaltet und an die Beteiligten und interessierte Dritte weitergeleitet. \u00dcber eine entsprechende \u00d6ffentlichkeitsarbeit wird das Ergebnis vorgestellt, sichtbar und zug\u00e4nglich gemacht.<br \/>\n&#8211;\tErarbeitung und Herstellung eines Prozess-Handbuchs:<br \/>\nF\u00fcr das Handbuch werden die Erfahrungen der Durchf\u00fchrungsphase und die systematische Evaluation ausgewertet. In nachvollziehbaren Schritten wird die Vorgehensweise dargestellt sowie auf Probleme und Erfolgsfaktoren aufmerksam gemacht. Auch dieses Produkt wird der \u00d6ffentlichkeit gezielt zur Verf\u00fcgung gestellt, um Teilhabe am Wissens- und Erkenntnisgewinns \u00fcber das B\u00fcrgerlabor hinaus zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Wichtiges Ergebnis ist die Aufmerksamkeit der Bev\u00f6lkerung und wichtiger Multiplikatoren f\u00fcr die Themen der nachhaltigen Entwicklung. Die Zufriedenheit mit dem intensiven, transparent und zielgruppennah gef\u00fchrten Beteiligungsprozess bewirkt zudem eine erh\u00f6hte Motivation, sich mit Nachhaltigkeitsthemen in partizipativen Prozessen zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Als zwei wesentliche Ergebnisse, die auch f\u00fcr die weitere Arbeit von nachhaltiger Bedeutung sind, gehen haupts\u00e4chlich der Kriterienkatalog und das Prozesshandbuch aus dem Projekt PorzPlant! hervor. Damit ist das Ziel erreicht, einerseits ein st\u00e4dtebauliches Werkzeug f\u00fcr die Entwicklung nachhaltigerer Quartiere und andererseits einen wissenschaftlichen Leitfaden f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Beteiligungsprojekten zu schaffen. Eine fr\u00fchzeitig angesetzte Beteiligung der Bev\u00f6lkerung konnte erfolgen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bereits w\u00e4hrend der Durchf\u00fchrung des Projekts wurde gro\u00dfer Wert darauf gelegt, das Projekt ausreichend zu verbreiten und zu bewerben. Dies erfolgte durch Werbung \u00fcber soziale Medien und Webseiten, Online-Newsletter, Artikel in verschiedenen Zeitungen, das Verteilen und Aush\u00e4ngen von Flyern und durch direkte Kontaktaufnahme mit Pressevertreterinnen und -vertretern sowie lokalen Vereinen und Initiativen. So wurden diverse B\u00fcrgervereine, Sport- und Karnevalsvereine, Familien, Senioren Institutionen, caritative Verb\u00e4nde etc. angesprochen und das Projekt beispielsweise auf Veranstaltungen dieser Gruppen pr\u00e4sentiert und zum mit machen angeregt.<\/p>\n<p>Auch die Ergebnisse des Projekts wurden und werden ausreichend verbreitet. Die Vorstellung des Kriterienkatalogs und des Prozesshandbuchs erfolgte durch eine Veranstaltung, f\u00fcr die im Voraus umfangreich geworben wurde. Darauffolgend wurde der Katalog der Verwaltung vorgestellt, um diese \u00fcber die M\u00f6glichkeit der Nutzung des Kriterienkatalogs f\u00fcr Planungsvorhaben in Kenntnis zu setzen. Der Kontakt zu Politik und Verwaltung bleibt auch nach Abschluss des Projekts bestehen, sodass die Nutzung des Kriterienkatalogs und somit die Implementierung von Klima- und Umweltma\u00dfnahmen weiter angeregt werden kann.<\/p>\n<p>Ebenso wird fortlaufend der Kontakt zu den Teilnehmenden aufrechterhalten. Es wird daf\u00fcr gesorgt, dass sie \u00fcber Online-Newsletter und weitere Zusammentreffen (z .B. Stammtisch) in gr\u00f6\u00dferen Zeitabst\u00e4nden \u00fcber die Zukunft des Kriterienkatalogs sowie der betreffenden Fl\u00e4che in Wahn-West informiert werden.<\/p>\n<p>Der Kriterienkatalog ist weiterhin auf der Webseite der BauData Gruppe und auf der PorzPlant!-Seite als Download erh\u00e4ltlich und wird weiterhin beworben, sodass auch Investorinnen und Investoren und Unternehmen dar\u00fcber in Kenntnis gesetzt werden und dazu angeregt werden, ihn in Planungsvorhaben einzubeziehen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zusammenfassend zeigt sich, dass der Beteiligungsprozess in vielen Bereichen positive Ergebnisse erzielte, aber auch Herausforderungen hinsichtlich der Repr\u00e4sentativit\u00e4t, der Ressourcenzuteilung und der digitalen Ansprache bestehen. Um die Repr\u00e4sentativit\u00e4t weiter zu erh\u00f6hen, sollte ein noch st\u00e4rkerer Fokus auf die Ansprache und Beteiligung gerade auch migrantischer Milieus gelegt werden. Die Motivation zur Beteiligung stieg deutlich mit der pers\u00f6nlichen Ansprache und der Konkretheit der Vorhaben. Die digitale Ansprache- und Beteiligungsformate waren hilfreich, erzielten aber nicht die anvisierte Breitenwirkung.<\/p>\n<p>Das Interesse f\u00fcr Nachhaltigkeit und den Schutz von Natur und Klima konnte aufgegriffen und der positive Mehrwert von Ma\u00dfnahmen herausgestellt werden. Die Wahrnehmung der Teilnehmenden war insgesamt positiv, insbesondere hinsichtlich der zielgruppenspezifischen Aufbereitung der Inhalte. Die Teilnehmenden gaben an, sich geh\u00f6rt zu f\u00fchlen und dass ihre Perspektiven im Prozess ber\u00fccksichtigt wurden. Das Vertrauen in den Prozess wuchs nachweislich im Verlauf des Projekts und bildet eine stabile Grundlage f\u00fcr weitere Beteiligungsprozesse.<\/p>\n<p>Insbesondere \u00fcber den erarbeiteten Kriterienkatalog wurde eine Verbindlichkeit im Umgang mit den Ergebnissen erreicht. Diese wird durch eine weitergef\u00fchrte Kommunikation \u00fcber die Website und den Newsletter aufrechterhalten. Auch der Dialog mit den Entscheidungsebenen aus Politik und Verwaltung wird im Hinblick auf nachhaltige Entwicklungsziele fortgef\u00fchrt. <\/p>\n<p>Bez\u00fcglich des Erreichens der weiteren Ziele k\u00f6nnen zu diesem Zeitpunkt noch keine Schl\u00fcsse gezogen werden, da der Umfang der Einflussnahme des Kriterienkatalogs auf die m\u00f6gliche Entwicklung der Fl\u00e4che in Wahn-West sowie auf andere Entwicklungsfl\u00e4chen noch nicht abzusch\u00e4tzen ist. Fakt ist, dass eine Grundlage daf\u00fcr geschaffen werden konnte, dass die Verwaltung sowie potenzielle Entwicklerinnen und Entwickler auf einen Leitfaden zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen, welcher zur Implementierung klima- und umweltschonender und -entlastender Ma\u00dfnahmen anregt. Diese Ma\u00dfnahmen gehen zum Teil \u00fcber gesetzliche Vorgaben hinaus, z. B. eine Vielfalt von Pflanzenarten, die die Mindestartenanzahl der Umweltbeh\u00f6rde um mindestens 20% \u00fcbersteigt, Photovoltaik \u00fcber die gesetzlichen Anforderungen hinaus oder Fassadenbegr\u00fcnung auf mindestens 20% der Fassadenfl\u00e4che. Weitere Beispiele sind im Kriterienkatalog zu finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Porzer S\u00fcden (K\u00f6ln) soll auf einer mehr als 50 Hektar gro\u00dfen Fl\u00e4che in enger Anbindung an die umgebenden Stadtteile \u00fcberwiegend Wohnungsbau entstehen. 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