{"id":27587,"date":"2024-11-27T10:44:15","date_gmt":"2024-11-27T09:44:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34435-03\/"},"modified":"2024-11-27T10:44:16","modified_gmt":"2024-11-27T09:44:16","slug":"34435-03","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34435-03\/","title":{"rendered":"Einzugsgebietsbezogene, geodatenbasierte, \u00f6kologische Analyse der Flie\u00dfgew\u00e4sserkolmation: Grundlage f\u00fcr ein innovatives L\u00f6sungskonzept und die Entwicklung angepasster Ma\u00dfnahmenvorschl\u00e4ge &#8211; 2. NACHBEWILLIGUNG"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Untersuchungsschwerpunkt war die Frage nach der Bedeutung der Kolmation f\u00fcr den \u00f6kologischen Zu-stand der Flie\u00dfgew\u00e4sser und den M\u00f6glichkeiten, diese mit Hilfe des Kolmameters quantitativ zu erfas-sen. In diesem Zusammenhang wurden auch Einfl\u00fcsse des Einzugsgebiets (z. B. Landnutzung, Gel\u00e4n-demorphologie) betrachtet. Zu diesem Zweck wurden 25 Flie\u00dfgew\u00e4sser in Rheinland-Pfalz untersucht. Auf zwei r\u00e4umlichen Ebenen (Bachabschnitt und Einzugsgebiet) wurden die den Gew\u00e4sserzustand be-einflussenden Faktoren erfasst, zusammengef\u00fchrt und bewertet. Auf der Gew\u00e4sserebene erfolgte die Datenerhebung anhand umfassender \u00f6kologischer Untersuchungen, die auch die quantitaive Messung der Kolmation umfassten. Auf der Einzugsgebietsebene wurden die Datens\u00e4tze vor allem durch eine geodatenbasierte Modellierung im Geoinformationssystem (GIS) ausgewertet. Dabei wurden 24 Gew\u00e4s-serabschnitte einmalig untersucht, w\u00e4hrend einer der Standorte (Unterer Guldenbach) f\u00fcr ein Jahr lang monatlich beprobt wurde, um die zeitliche Dynamik der Kolmation zu erfassen.<br \/>\nZiel war es die Auswirkungen verschiedener Stressoren auf die Besiedlung der Flie\u00dfgew\u00e4ssersedimente gepr\u00fcft werden. Dabei sollten sowohl im Gew\u00e4sser gemessene wie auch einzugsgebietsgebundene Stressoren (z. B. Feinsedimente, Pflanzenschutzmittel, Erosion) ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Messungen der Kolmation ergaben deutliche gew\u00e4ssertypspezifische Unterschiede und zeigen die Notwendigkeit auf Referenzzust\u00e4nde f\u00fcr den naturgem\u00e4\u00dfen Zustand der jeweiligen Flie\u00dfgew\u00e4ssertypen (nach LAWA), als Bewertungsgrundlage f\u00fcr die Kolmation, zu definieren.<br \/>\nEine st\u00e4rkere Kolmatierung wiesen i. d. R. Standorte auf, die nach EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) schlechter bewertetet waren. Deutlich negative Zusammenh\u00e4nge mit der Kolmation zeigten die Tierge-meinschaften. Kolmatierte Standorte wiesen insbesondere im hyporheischen Interstitial eine geringere Diversit\u00e4t und h\u00f6here Anteile von Feinsedimentbesiedlern auf. Dieser negative Zusammenhang zeigte sich auch bei der Makrozoobenthosbesiedlung, war insgesamt aber weniger ausgepr\u00e4gt.<br \/>\nEine ausgepr\u00e4gte zeitliche Dynamik der Kolmationsprozesse wurde am \u0084Dauerstandort Unterer Gulden-bach\u0093 festgestellt, die stark an das Abflussverhalten gekoppelt war. Die interstitielle Meiofauna spiegelte die wechselnde Kolmationssituation deutlich wider. Dies bedeutet, dass ein biologischer Bewertungsan-satz f\u00fcr die Kolmation anhand der interstitiellen Meiofauna als Kolmationsindikator m\u00f6glich ist.<br \/>\nSalmonidengew\u00e4sser und Gew\u00e4sser mit Gro\u00dfmuschelvorkommen waren im Vergleich zu anderen Standorten etwas weniger kolmatiert. Aufgrund der geringen Stichprobenzahl wurde jedoch von einer weitergehenden Betrachtung abgesehen.<br \/>\nStandorte, deren EZG st\u00e4rker landwirtschaftlich genutzt wird, waren tendenziell auch st\u00e4rker kolmatiert und wiesen einen tendenziell schlechteren \u00f6kologischen Zustand sowie eine schlechtere Besiedlung auf. Ein signifikanter Einfluss von Pflanzenschutzmitteln auf die Makro- und Meiofauna war nicht erkennbar.<br \/>\nBei der GIS-basierten Simulation erosionsmindernder Ma\u00dfnahmen zeigte sich, dass der gr\u00f6\u00dfte erosi-onsmindernde Effekt durch eine \u00c4nderung der Fruchtfolge im Ackerbau hin zu mehr Getreideanbau und Zeilenbegr\u00fcnung im Weinbau zu erreichen w\u00e4re.<br \/>\nWeiterer Forschungsbedarf besteht hinsichtlich der Definition von gew\u00e4ssertypspezifischen Referenzzu-st\u00e4nden f\u00fcr die Kolmationsbewertung. Auch zeigte sich, dass eine repr\u00e4sentative Erfassung der Kolmati-on mehrmalige Messungen im Jahr erfordert. Generell best\u00e4tigen die Untersuchungen die Auffassung, dass die Erfassung und Bewertung der Kolmation, als erg\u00e4nzender Teil der Flie\u00dfgew\u00e4sserbewertung es erm\u00f6glichen kann, zielgerichtete Ma\u00dfnahmen vor allem auch im Einzugsgebiet zur Erreichung des guten \u00f6kologischen Zustands zu definieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse sowie die wichtigsten projektbezogenen Geodaten und Untersuchungsmethoden sind in einer Web- und Story-Map verkn\u00fcpft und abrufbar, die \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich ist (https:\/\/arcg.is\/nH1OO).<br \/>\nSeit 2020 werden das Projekt und die Ergebnisse bei verschiedenen Fachveranstaltungen und Tagun-gen vorgestellt, die im Folgenden auszugsweise aufgelistet sind (weitere siehe Abschlussbericht:<br \/>\n&#8211; 24. Betreuertagung der L\u00e4nder Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland in Wiesbaden\/Naurod<br \/>\n&#8211; online-Tagung EGU21 (European Geosciences Union): Periodic alterations of the hydrological exchange in hyporheic sediments: colmation, hyporheic fauna and abiotic parameters in a second order stream during one year.<br \/>\n&#8211; online-Tagung der SedNet-Konferenz (European Sediment Network): \u0084Annual dynamics of river bed clogging in a second order stream forms hyporheic community patterns\u0093<br \/>\n&#8211; Projektvorstellung auf der Jahrestagung der DWA-Sachsen-Th\u00fcringen (Gera)<br \/>\n&#8211; Projektvorstellung im Rahmen des j\u00e4hrlichen Treffens dem DGL AK Grundwasser<br \/>\n&#8211; Vrsl. November 2021: Pr\u00e4sentation der Untersuchungsergebnisse des Dauerstandorts \u0084Unterer Gul-denbach\u0093 bei der Veranstaltungsreihe &#8220;Bachpatentage 2021\u0093 (Aktion Blau +)<br \/>\nIn die Untersuchungen wurden insgesamt 3 Master- und 3 BachelorstudentInnen der Universit\u00e4t Kob-lenz-Landau eingebunden, die ihre Abschlussarbeiten dar\u00fcber verfasst haben. In der ersten Masterarbeit wurden die letztlich angewandten Methoden erprobt und weiterentwickelt. Drei weitere Studierende un-terst\u00fctzten im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten die Untersuchungen am Unteren Guldenbach.<br \/>\nDie Ver\u00f6ffentlichung der Ergebnisse dieser Kolmationsstudie in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift ist f\u00fcr 2021\/22 geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es zeigte sich, dass die Kolmation einen starken Einfluss auf die \u00d6kologie der Flie\u00dfgew\u00e4sser hat und in engem Zusammenhang mit der Bewertung nach der europ\u00e4ischen WRRL steht. Kolmation l\u00e4sst sich quantitativ z. B. mit dem Kolmameter, aber auch faunistisch erfassen. Deshalb wird empfohlen, diese Verfahren weiterzuentwickeln und zu standardisieren. Dies setzt v. a. auch die Referenzierung der Se-dimentbeschaffenheit und \u0096durchl\u00e4ssigkeit nach Gew\u00e4ssertyp voraus sowie die Erfassung der Kolmati-onsdynamik eines Standortes.<br \/>\nDie Bewertung der Kolmation l\u00e4sst m\u00f6gliche Defizite sowohl im Gew\u00e4sser als auch im Einzugsgebiet er-kennen. Mittels GIS lassen sich diese Defizite in der Fl\u00e4che ermitteln und daraus L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten, speziell abfluss- und erosionshemmender Art, ableiten. Besondere Ansatzpunkte dabei sind die erosi-<br \/>\nonswirksamen Abflussbahnen. Diese Effekte werden besonders dann wirksam, wenn sie im Zusammen-hang mit weiteren Renaturierungs- bzw. sonstigen Verbesserungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt werden.<br \/>\nWeiterer Forschungsbedarf besteht hinsichtlich der Definition gew\u00e4ssertypspezifischer Referenzzust\u00e4n-de f\u00fcr die Kolmationsbewertung. Insbesondere erfordert die repr\u00e4sentative Erfassung der Kolmation mehrmalige Messungen im Jahr.<br \/>\nGenerell weisen die Untersuchungen darauf hin, dass die Erfassung und Bewertung der Kolmation, als erg\u00e4nzender Teil der Flie\u00dfgew\u00e4sserbewertung dazu beitr\u00e4gt, zielgerichtete Ma\u00dfnahmen v. a. auch im Einzugsgebiet zur Erreichung des guten \u00f6kologischen Zustands zu definieren bzw. deren Erfolgskontrol-le dienen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Untersuchungsschwerpunkt war die Frage nach der Bedeutung der Kolmation f\u00fcr den \u00f6kologischen Zu-stand der Flie\u00dfgew\u00e4sser und den M\u00f6glichkeiten, diese mit Hilfe des Kolmameters quantitativ zu erfas-sen. In diesem Zusammenhang wurden auch Einfl\u00fcsse des Einzugsgebiets (z. B. Landnutzung, Gel\u00e4n-demorphologie) betrachtet. Zu diesem Zweck wurden 25 Flie\u00dfgew\u00e4sser in Rheinland-Pfalz untersucht. 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