{"id":27584,"date":"2025-06-25T10:33:00","date_gmt":"2025-06-25T08:33:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34693-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:33:02","modified_gmt":"2025-06-25T08:33:02","slug":"34693-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34693-01\/","title":{"rendered":"Vegetationskontrolle auf Gleisanlagen mit Hei\u00dfwasser \u0096 GleisFrei"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Vegetationskontrolle auf Bahntrassen muss in Zukunft weiterhin effizient, aber so weit wie m\u00f6glich mit herbizidfreien Methoden durchgef\u00fchrt werden. Gleisanlagen sollten aus Gr\u00fcnden der Betriebs- und Verkehrssicherheit von jeglichem Bewuchs freigehalten werden. Pflanzen beeintr\u00e4chtigen durch ihr Wurzelwachstum und durch Ausscheidungen den Bauk\u00f6rper und gef\u00e4hrden die erforderliche Stabilit\u00e4t des Gleisk\u00f6rpers. Auch die Funktion von Weichen, Versorgungsleitungen und Signalanlagen kann durch Pflanzenbewuchs erheblich gesch\u00e4digt werden. Schlie\u00dflich schr\u00e4nkt starker Bewuchs die Sicht auf den Fahrweg und den Randbereich ein, sodass die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist. Ziel des Projekts \u0084GleisFrei\u0093 war es, einen Prototypen in Modulbauweise zu entwickeln, mit dem die Vegetation auf Gleisen deutlich effizienter und wirtschaftlicher kontrolliert werden kann, als dies mit den vorhandenen Ger\u00e4ten der Fall ist.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Zuge der Zusammenarbeit mit den Projektpartnern wurden im JKI Dosis-Wirkungsversuche angelegt und durchgef\u00fchrt, um die Kontrollwirkung von Hei\u00dfwasser und Hei\u00dfschaum, begleitend zur technischen Entwicklung des Prototyps, zu untersuchen. Die Auswirkungen verschiedener Temperaturen und Hei\u00dfwassermengen auf unterschiedliche Pflanzenarten waren Gegenstand standardisierter Halbfreiland-Untersuchungen. Der Erkenntnisgewinn floss direkt und schrittweise in die Entwicklung des Prototypen mit ein. Weitere Arbeiten betrafen die Planung und Durchf\u00fchrung von Tests vor Ort auf einem Gleisabschnitt im Hafen Braunschweig. Die Pr\u00fcfung und Entwicklung der adaptierten D\u00fcsenform sowie der Kamera- und Sensortechnik zur automatisierten Pflanzenerkennung nahmen einen breiten Raum ein. W\u00e4hrend der technischen Weiterentwicklung des Prototyps ergaben sich neue Fragestellungen, die dann planm\u00e4\u00dfig wiederum in die Testplanung einflossen. So konnte durch neue biologische und technische Erkenntnisse der angestrebte Prototyp w\u00e4hrend der Projektphase iterativ optimiert werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Wirkungsversuche, einschlie\u00dflich derer, die hier nicht im Detail beschrieben sind, lassen folgende Schlussfolgerungen zu: Um einen ausreichenden Bek\u00e4mpfungserfolg zu erreichen, sind Wassertemperaturen von \u00fcber 80 \u00b0C erforderlich. Die Hinzugabe von Schaum verst\u00e4rkte signifikant die Wirkung. Allerdings ist bei einer \u00fcblichen moderaten Verunkrautung im Gleisbereich eine mindestens zweifache Behandlung erforderlich, um den Wiederaustrieb relevanter Unkr\u00e4uter zu verhindern oder zumindest zu verz\u00f6gern. Ausdauernde monokotyle Pflanzenarten wie Festuca rubra sind besonders schwierig zu bek\u00e4mpfen. Ber\u00fccksichtigt man zus\u00e4tzlich weitere Ergebnisse und Erfahrungen muss von einer mindestens vierfachen Behandlung mit Hei\u00dfwasser w\u00e4hrend der Vegetationsperiode ausgegangen werden. Die Wirkungsdaten wurden unterst\u00fctzt durch Aufnahmen zur W\u00e4rmeverteilung. Diese lie\u00dfen sich zwar nicht quantitativ auswerten, sie geben aber dennoch wichtige Hinweise zum Grad der Sch\u00e4digung der Blattmasse bzw. des Vegetationspunktes und zeigen \u0096 \u00e4hnlich wie Thermosensoren \u0096 auch den zeitlichen Temperaturverlauf an.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Alle Aktivit\u00e4ten im Rahmen des Projekts wurden von einem Beirat begleitet. Beteiligt waren sowohl Umweltverb\u00e4nde, Vertreter von Verkehrsbetrieben als auch Vertreter der Deutschen Bahn. Es fand ein erstes Zusammentreffen mit den Beiratsmitgliedern im Dezember 2021 statt (aufgrund der Corona-Pandemie online). Ein weiteres abschlie\u00dfendes Beiratstreffen fand im Mai 2024 in Pr\u00e4senz im Hafen Braunschweig statt.<br \/>\nDie Projektarbeit wurde bei mehr als 10 Veranstaltungen auf nationaler Ebene vorgestellt.<br \/>\nMit diesen Veranstaltungen konnten sehr viele Entscheidungstr\u00e4ger und Personen erreicht werden, die f\u00fcr die Vegetationspflege im Gleisbereich und Betriebsfl\u00e4chen verantwortlich sind. Der Hafen Braunschweig war direkt eingebunden in die Projektarbeit vor Ort, wodurch sich ein Austausch zu Anliegen und Problemen aus der Praxis ergab. <\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die wesentlichen Hypothesen und Ziele des Projekts \u0084GleisFrei\u0093 wurden best\u00e4tigt bzw. erreicht. Umfangreiche Wirkungsversuche konnten zeigen, dass Hei\u00dfwasser-Behandlungen deutlich effektiver sind, wenn sie mit Hei\u00dfluft und Hei\u00dfschaum kombiniert werden. F\u00fcr einen ausreichenden Bek\u00e4mpfungserfolg sind mehrfache Behandlungen mit Temperaturen von \u00fcber 80 \u00b0C erforderlich, wobei mit ann\u00e4hernd 100 \u00b0C signifikant h\u00f6here Wirkungsgrade erzielt werden.<br \/>\nAls herausfordernd stellte sich die Konstruktion der D\u00fcsen sowie die Entwicklung der Kameratechnik und die digitale Pflanzenerkennung heraus. Beides ist in der erforderlichen Form nicht auf dem Markt verf\u00fcgbar, konnte aber w\u00e4hrend der Projektlaufzeit optimiert werden.<br \/>\nDie Module des Prototypen konnten grunds\u00e4tzlich wie geplant entwickelt und technisch umgesetzt werden. Es wurde belegt, dass damit deutliche Effizienzsteigerungen im Vergleich zu bisher verf\u00fcgbaren Hei\u00dfwasserger\u00e4ten erreicht werden konnten, die einhergehen mit den notwendigen \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Vorteilen. Die technischen Innovationen sollten daher auch f\u00fcr andere befestigte urbane Fl\u00e4chen zum Einsatz kommen.<br \/>\nEine erfolgreiche Verwendung des Prototypen f\u00fcr die Vegetationskontrolle auf Gleistrassen muss in ein langfristiges und umfassendes Pflegekonzept eingebunden werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Vegetationskontrolle auf Bahntrassen muss in Zukunft weiterhin effizient, aber so weit wie m\u00f6glich mit herbizidfreien Methoden durchgef\u00fchrt werden. Gleisanlagen sollten aus Gr\u00fcnden der Betriebs- und Verkehrssicherheit von jeglichem Bewuchs freigehalten werden. Pflanzen beeintr\u00e4chtigen durch ihr Wurzelwachstum und durch Ausscheidungen den Bauk\u00f6rper und gef\u00e4hrden die erforderliche Stabilit\u00e4t des Gleisk\u00f6rpers. 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