{"id":27571,"date":"2024-11-27T10:48:47","date_gmt":"2024-11-27T09:48:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/37374-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:48:53","modified_gmt":"2024-11-27T09:48:53","slug":"37374-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/37374-01\/","title":{"rendered":"Transformation des Mobilit\u00e4tsverhaltens durch coronabedingte Einschr\u00e4nkungen und neue Erfahrungen &#8211; Analysen und transformative Forschung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Mobilit\u00e4t ist eine wesentliche Quelle f\u00fcr den Treibhausgasaussto\u00df und somit zentral in Bezug auf eine Minderung der Emissionen. Durch die COVID-19 Pandemie hat sich das Mobilit\u00e4tsverhalten, sowohl im Ausma\u00df als auch der Art der Mobilit\u00e4t gravierend ver\u00e4ndert. Mit Blick auf die gro\u00dfe Transformation zur Nachhaltigkeit ist die zentrale Forschungsfrage: Welche Auswirkungen haben die Beschr\u00e4nkungen und die dadurch erm\u00f6glichten neuen Erfahrungen auf den langfristigen Trend zu Klimaschutz und nachhaltiger<br \/>\nMobilit\u00e4t? Aus psychologischer Sicht kann erwartet werden, dass tempor\u00e4re Ver\u00e4nderungen der allt\u00e4glichen Mobilit\u00e4tssituation auch f\u00fcr dauerhafte Verhaltens\u00e4nderungen f\u00f6rderlich sind; insbesondere, wenn eine ohnehin hohe Ver\u00e4nderungsmotivation bereits bestand, und wenn durch die tempor\u00e4ren Ver\u00e4nderungen positive Erfahrungen erm\u00f6glicht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn Forschungskomplex 1 untersuchten wir die Entwicklung von Alltags- und Urlaubsmobilit\u00e4t und Mobilit\u00e4tsgewohnheiten sowie das Zusammenspiel mit Normen. Mit einer L\u00e4ngsschnittuntersuchung mit drei Befragungen im Abstand von jeweils einem Jahr (Juni\/Juli 2020, Juni 2021 und Juni 2022) konnten wir das Mobilit\u00e4tsverhalten von insgesamt N = 586 Personen \u00fcber diesen Zeitraum analysieren.<br \/>\nIn Forschungskomplex 2 untersuchten wir Konferenzmobilit\u00e4t von Wissenschaftler*innen. Mit Hilfe einer Literaturrecherche, Workshops, Expert*innengespr\u00e4chen mit N = 18 Personen (Konferenzteilnehmenden und \u0096ausrichtenden) und einer anschlie\u00dfenden Befragung mit N = 73 Wissenschaftler*innen wurde herausgearbeitet, welche Bed\u00fcrfnisse Konferenzmobilit\u00e4t erf\u00fcllen muss und welche Optionen es gibt, um das Konferenzgeschehen nachhaltiger zu gestalten. In einer selbst organisierten internationalen zweit\u00e4gigen virtuellen Konferenz mit N = 98 Registrierten wurden relevante Akteure wie Konferenzausrichtende, CO2-Reduktions-Initiativen und Dienstleistende in den transformativen Prozess einbezogen. Die Konferenz diente der Pr\u00e4sentation und Diskussion wissenschaftlicher Erkenntnisse, dem Austausch miteinander und dem Erleben alternativer Konferenzformate und -plattformen. Abschlie\u00dfend wurden Ma\u00dfnahmen zur Reduktion der Konferenzmobilit\u00e4t entwickelt und diskutiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Analyse des Mobilit\u00e4tsverhaltens zeigte einen \u00fcbergreifenden R\u00fcckgang individueller Mobilit\u00e4t im ersten Jahr der Corona-Pandemie (Juli 2020 \u0096 Juni 2021) im Vergleich zum Vorjahr (Juli 2019 \u0096 Juni 2020) und eine erneute Zunahme im Folgejahr (Juli 2021 \u0096 Juni 2022). Vom Vorjahr der Pandemie bis zum zweiten Jahr der Pandemie zeigten sich eine signifikant geringere Nutzung des Autos im Alltag und des Flugzeuges f\u00fcr Urlaubsreisen \u0096 bei den anderen Verkehrsmitteln gab es keine \u00fcberdauernden Ver\u00e4nderungen. Gr\u00fcnde f\u00fcr die reduzierte Flugzeugnutzung waren v. a. die Attraktivit\u00e4t naher Reiseziele, das Sicherheitsgef\u00fchl in Deutschland, hohe Kosten von Fernreisen sowie Klima-und Umweltschutzgr\u00fcnde.<br \/>\nDie Untersuchung von Mobilit\u00e4tsgewohnheiten, welche ein starker Pr\u00e4diktor f\u00fcr Mobilit\u00e4tsverhalten sind, zeigte einen R\u00fcckgang der Gewohnheit der \u00d6V-Nutzung von 2020 auf 2021, von 2021 zu 2022 dann jedoch wieder eine signifikante Zunahme. Insgesamt zeigte sich \u00fcber den Zeitraum von 2020 bis 2022 eine signifikante Zunahme, sowohl bei der Alltags- als auch Urlaubsmobilit\u00e4t. Gleichzeitig zeigte sich eine signifikante Reduktion der Gewohnheit der Autonutzung \u00fcber diesen Zeitraum im Alltag und f\u00fcr Urlaubsreisen. Diese Ver\u00e4nderungen spiegelten sich auch in W\u00fcnsche und Vorstellungen des zuk\u00fcnftigen Mobilit\u00e4tsverhaltens wider und lassen darauf hoffen, dass sich der Trend in Richtung nachhaltigerer Mobilit\u00e4t weiter fortsetzen wird. Analysen zum 9-Euro-Ticket best\u00e4tigten dieses als M\u00f6glichkeit zur St\u00e4rkung des Trends und gaben Hinweise auf eine Zunahme der Gewohnheit der \u00d6V-Nutzung bei K\u00e4ufer*innen des Tickets.<br \/>\nDie Untersuchungen zu wissenschaftlicher Konferenzmobilit\u00e4t stellten verschiedene inhaltsbezogene und soziale Bed\u00fcrfnisse hinsichtlich einer Konferenzteilnahme heraus, wobei v. a. die Inspiration f\u00fcr die eigene Forschung, der informelle Austausch mit anderen Wissenschaftler*innen und das Netzwerken in den Vordergrund gestellt wurden. Die Bereitschaft zur Reduktion der Konferenzmobilit\u00e4t war recht hoch ausgepr\u00e4gt (v. a. unter j\u00fcngeren Forschenden). Jedoch wurde deutlich, dass die Verantwortung nicht nur bei den Individuen liegt, sondern auch Ver\u00e4nderungen im akademischen System n\u00f6tig sind und Akteure wie Universit\u00e4ten, Konferenzausrichtende und F\u00f6rdergebende ebenfalls handeln m\u00fcssen. Es wurden Ideen zusammengetragen, um die Funktionen, die Konferenzen erf\u00fcllen, in einer nachhaltigeren Weise zu erf\u00fcllen und Prinzipien zur Gestaltung virtueller Konferenzen erarbeitet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Projektergebnisse wurden durch verschiedene Pr\u00e4sentationen und Ver\u00f6ffentlichungen in disziplin\u00e4ren sowie inter- und transdisziplin\u00e4ren Kontexten verbreitet:<br \/>\n&#8211; Pr\u00e4sentation und Diskussion im Rahmen des Symposiums \u0084The future of international conferences in times of rapid decarbonization\u0093 bei der International Conference on Environmental Psychology in Oktober 2021<br \/>\n&#8211; Posterpr\u00e4sentation \u0084Die Zukunft von Konferenzen \u0096 Perspektiven aus der Psychologie Community\u0093 auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Psychologie im September 2022<br \/>\n&#8211; Durchf\u00fchrung einer zweit\u00e4gigen internationalen virtuellen Konferenz \u0084Sustainable Conference Design of the Future\u0093 im Januar 2023 mit daraus hervorgegangenem Konferenz- und Erfahrungsbericht<br \/>\n&#8211; Projektvorstellung im Rahmen des Launches der sci-an Plattform f\u00fcr virtuelle Konferenzen im M\u00e4rz 2023<br \/>\n&#8211; Anfertigung des Papers \u0084Toward enhanced sustainability in higher education: The role and design of virtual conferences\u0093 (Holzen &#038; Matties, under review)<br \/>\n&#8211; Vorbereitung des Papers \u0084The role of habit for changes in travel mode choice in times of COVID-19: Empirical results from a longitudinal study in Germany\u0093 (Holzen et al., in Vorbereitung)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projekts zeigten wir, dass sich das Mobilit\u00e4tsverhalten, Gewohnheiten in der Alltags- und Urlaubsreisemobilit\u00e4t und W\u00fcnsche f\u00fcr zuk\u00fcnftiges Mobilit\u00e4tsverhalten \u00fcber den Verlauf der Pandemie ver\u00e4ndert haben, l\u00e4ngerfristig aber in Richtung nachhaltiger Mobilit\u00e4t deuten.<br \/>\nBez\u00fcglich wissenschaftlicher Konferenzmobilit\u00e4t konnten wir Bed\u00fcrfnisse und Erwartungen herausarbeiten und haben mit verschiedenen Akteuren aus dem Themenfeld nachhaltigere Konferenzformate beleuchtet und Ma\u00dfnahmen zur Umsetzung entwickelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Mobilit\u00e4t ist eine wesentliche Quelle f\u00fcr den Treibhausgasaussto\u00df und somit zentral in Bezug auf eine Minderung der Emissionen. Durch die COVID-19 Pandemie hat sich das Mobilit\u00e4tsverhalten, sowohl im Ausma\u00df als auch der Art der Mobilit\u00e4t gravierend ver\u00e4ndert. Mit Blick auf die gro\u00dfe Transformation zur Nachhaltigkeit ist die zentrale Forschungsfrage: Welche [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[69],"class_list":["post-27571","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-sachsen-anhalt"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"37374\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"","dbu_projektdatenbank_bsumme":"119.270,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Otto-von-Guericke-Universit\u00e4t Magdeburg\nInstitut f\u00fcr Psychologie\nAbteilung f\u00fcr Umweltpsychologie\nGeb\u00e4ude 24","dbu_projektdatenbank_strasse":"","dbu_projektdatenbank_plz_str":"39106","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Magdeburg","dbu_projektdatenbank_p_von":"2021-02-15 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2023-04-14 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"2 Jahre und 2 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"+49 391 67 58470","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Sachsen-Anhalt","dbu_projektdatenbank_foerderber":"162","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-37374_01-Hauptbericht.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/27571","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/27571\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40574,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/27571\/revisions\/40574"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27571"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27571"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27571"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}